Newsletter Nr. 16 vom 8. Oktober 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
UN-Kampagne zum Internationalen Jahr der Freiwilligen
Tag der Deutschen Einheit: Bürgerdialog und Demokratie im Mittelpunkt
Bericht der Ostbeauftragten 2026 und Reaktionen
Entwicklungsausschuss: Zunahme gezielter Desinformation in der Entwicklungszusammenarbeit
Social-Media-Schutz und Stärkung der Jugendbeteiligung
#Kunstistfrei: Bundesweite Kampagne zur Freiheit der Kunst
Digitale Ehrenamtskarte für Berlin-Brandenburg
Tag der Soziokultur Sachsen-Anhalt: Zwischen Vernetzung und Finanzierungsfragen
Kommunale Spitzenverbände und DOSB stärken Zusammenarbeit von Sport und Kommunen
Bericht zur Lage der Zivilgesellschaft in Deutschland 2026
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Konsequenzen für die Zivilgesellschaft aufgrund neuer politischer Machtverhältnisse in den Ländern
Brücken bauen: Wirksame Allianzen zwischen Zivilgesellschaft und Behörden als Schlüssel zur Arbeitsmarktintegration
Anmeldung eröffnet: 11. BBE-Fachkongress im Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen«
29. Bundeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft«
Gemeinsame Sitzung der Arbeitsgruppen »Engagement junger Menschen« und »Freiwilligendienste«: Junge Perspektiven auf aktuelle Dienstdebatten
Demokratietag Rheinland-Pfalz
Herbsttagung der Grünen-Akademie
Mittagsgespräch KI – Kompetenzen und Ansätze im Netzwerk
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Zivilgesellschaftsdaten 2026: Impulse für die Zivilgesellschaftsforschung
Deutscher Engagementpreis: Publikumsvoting 2026
Tag der Demokratiegeschichte 2027: Veranstaltungsförderung bis 1.500 Euro
Bundesweite Aktion »JA zum Alter«
Vernetzung zivilgesellschaftlicher Akteure in strukturschwachen Räumen
Save the Date: Berliner Demokratiekonferenz 2026
Zukunftskongress »Young Ehrenamt« in Baden-Württemberg
Marktplatz »Gute Geschäfte« in Sachsen bringt Unternehmen und Vereine zusammen
Online-Workshopreihe: Hass im Netz begegnen - Demokratie digital gestalten
Einführungsworkshops zu Open Data für zivilgesellschaftliche Organisationen
TikTok und LinkedIn für Non-Profits
#zusammen: Wettbewerb für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Podcast STIFTOPHON #29: Wenn viele gemeinsam stiften
Hummel/ Pfirter/ Kleeberg: Die Finanzierung feministischer und gleichstellungsorientierter Zivilgesellschaft
Dittmann/ Steiner: Policy-Handbuch für die Zivilgesellschaft
Petition für Teilhabe, Bildungschancen und Zusammenhalt: Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« erhalten
Liebe Leser*innen,
bereits über 5.500 Menschen haben die Petition des BBE zum Erhalt des Bundesprogramms »Menschen stärken Menschen« unterzeichnet. Um ein starkes Signal an die Politik zu senden, brauchen wir allerdings dringend weitere Beteiligung. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht bislang keine Fortführung des erfolgreichen Pat*innenschaftsprogramms vor. Damit stehen bewährte Projekte, gewachsene Netzwerke und wichtige Angebote für soziale Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit auf dem Spiel. Gemeinsam mit den Programmträgern setzt sich das BBE für den Erhalt und eine langfristige Förderung des Programms ein. Die Petition kann gerne geteilt werden.
Jede Stimme zählt!
Ihre BBE-Onlineredaktion
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
UN-Kampagne zum Internationalen Jahr der Freiwilligen
Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Freiwilligen ausgerufen. Im Mittelpunkt der weltweiten UN-Kampagne stehen gesellschaftliches Engagement und dessen positive Wirkung auf eine nachhaltige Entwicklung. Passend dazu richtet auch die Bewegung GivingTuesday ihren Blick auf das weltweite Ehrenamt: In Kooperation mit der International Association for Volunteer Effort (IAVE) wird die Generosity Week ins Leben gerufen. Vom 1. bis zum 5. Dezember 2026 stehen in mehr als 100 Ländern das Teilen und Spenden von Zeit, Wissen und Ressourcen im Fokus. Aktionen, Events oder Freiwilligenbörsen rund um den Internationalen Tag des Ehrenamts können auf der Website von IAVE eingestellt werden. Alle Aktivitäten werden auf einer weltweiten Global Action Map sichtbar gemacht. Zudem bietet der GivingTuesday kostenlose Hilfsmittel wie ein Community Action Playbook und ein Corporate Engagement Toolkit zur Unterstützung an. BBE-Mitglied bagfa ist für Deutschland als IAVE-Mitglied beteiligt und bietet eine Plattform für die Vernetzung lokaler Organisationen.
Weitere Informationen zur IAVE
Weitere Informationen zum #GivingTuesdayDE
Tag der Deutschen Einheit: Bürgerdialog und Demokratie im Mittelpunkt
Im November 2025 hatte Bremen die Bundesratspräsidentschaft übernommen und war damit auch Ausrichter der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die vom 2. bis 4. Oktober 2026 in Bremen stattfanden. Die Bundesratspräsidentschaft und der Tag der Deutschen Einheit standen unter dem Motto »Viele Stärken – Ein Land«. An allen drei Veranstaltungstagen fand im Bremer Stadtzentrum ein Bürgerfest statt. Neben einem vielfältigen Familien- und Bühnenprogramm präsentierten sich dort unter anderem die Verfassungsorgane, zivilgesellschaftliche Organisationen, die Länder und weitere Akteure. Beim Bürgerfest kamen Menschen mit Politiker*innen ins Gespräch und diskutierten über Zusammenhalt, Demokratie und die Zukunft Deutschlands. Der ökumenische Gottesdienst rückte die Verantwortung füreinander in den Mittelpunkt. Kirchenvertreter warnten vor Vereinsamung, Ausgrenzung und zunehmender Polarisierung und riefen dazu auf, gerade in schwierigen Zeiten füreinander einzustehen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnerte beim Festakt an den Mut der Bürger*innen. Demokratie, so seine Botschaft, sei nicht selbstverständlich, sondern müsse immer wieder verteidigt und erneuert werden.
Bundesregierung zu Gast beim Bürgerfest in Bremen 2026
Bundespräsident beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen
tagesschau: »Tag der Deutschen Einheit: Kirchen fordern Zusammenhalt - Warnung vor Polarisierung«
Bericht der Ostbeauftragten 2026 und Reaktionen
Der am 30. September 2026 veröffentlichte Bericht der Ostbeauftragten stellt unter dem Titel »In Bewegung bleiben. Was Menschen voranbringt. Was Chancen schafft.« bürgerschaftliches Engagement und zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt als tragende Säulen für Ostdeutschland heraus. Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser würdigt Engagement als Ausdruck gesellschaftlichen Zusammenhalts: Demokratie finde nicht nur am Wahltag statt, sondern dort, wo Menschen Vereine gründen, Dorffeste organisieren, Jugendtreffs erhalten oder sich gegen Ausgrenzung stellen. Gerade in kleineren Städten übernähmen oft wenige Menschen viel Verantwortung: Sie hielten Strukturen aufrecht, schafften Begegnungsorte und machten aus einem Wohnort eine Gemeinschaft. Dieses Engagement verdiene Unterstützung und Anerkennung. Der Bericht stieß auf Resonanz in Politik und Zivilgesellschaft. Die Linke forderte in einem Entschließungsantrag, die zivilgesellschaftlichen Strukturen in Ostdeutschland zu stärken, und kritisierte den Umbau des Programms »Demokratie leben!«, der die ohnehin schwächeren zivilgesellschaftlichen Strukturen weiter schwäche. Gefordert wird eine langfristige Finanzierung von Demokratieprojekten durch ein Demokratiefördergesetz. Die taz würdigte den empathischen Einstieg des Berichts mit Gesprächen Engagierter, mahnte aber an, dass Placebos nicht gegen die fortgesetzte Teilung halfen. Der Bundesverband Soziokultur sieht eine Diskrepanz zwischen der Anerkennung des Engagements in der Soziokultur durch den Bericht und der aktuellen negativen Förderentwicklung. Der Weser-Kurier zitierte Kaiser: »Die letzten Wochen waren eine Zäsur. Abschottung hilft uns nicht weiter.« Der Berliner Zeitung zufolge beschreibt der Report bekannte Ungleichheiten und präsentiert Regierungsprogramme als Lösung.
Bericht der Ostbeauftragten 2026
Entwicklungsausschuss: Zunahme gezielter Desinformation in der Entwicklungszusammenarbeit
Vertreter*innen der Bundesregierung und gemeinnütziger Organisationen äußerten sich am 23. September 2026 in einer öffentlichen Sitzung des Entwicklungsausschusses zu einer Zunahme gezielter Desinformationskampagnen gegen die Entwicklungszusammenarbeit. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Johann Saathoff (SPD), erklärte, dass solche Kampagnen die Arbeit der Bundesregierung und Partnerorganisationen zunehmend erschwerten. Projekte würden aus ihrem Kontext gerissen, Finanzierungssummen und Projektziele falsch dargestellt und Mitarbeitende im Ausland als »ausländische Agenten« diffamiert. Silke Pfeiffer von Brot für die Welt bezeichnete Desinformation als einen »massiven Treiber und Beschleuniger« für die weltweit schrumpfenden Handlungsspielräume der Zivilgesellschaft. Zu den zentralen Narrativen über zivilgesellschaftliche Organisationen gehörten Begriffe wie »ausländische Agenten«, »Staatsfeinde«, »Antipatrioten«, »Terroristen« und »Verschwender«. Als Maßnahmen zum Umgang damit nannte sie den Schutz betroffener Organisationen, mehrjährige Finanzierungen sowie Faktenchecks und Angebote zur Medienkompetenz. Julia Smirnova vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) berichtete über Desinformationskampagnen gegen die westliche Entwicklungszusammenarbeit, unter anderem im Zusammenhang mit der Ukraine und ihrer Unterstützer*innen. Das BMZ habe nach Angaben von Staatssekretär Johann Saathoff ein Online-Monitoring zur frühzeitigen Erkennung entsprechender Kampagnen eingerichtet. In der Sitzung wurde zudem zwischen sachlicher Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit und gezielter Desinformation unterschieden.
Social-Media-Schutz und Stärkung der Jugendbeteiligung
Am 23. September 2026 befasste sich der Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Umsetzung der 56 Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expertenkommission »Kinder- und Jugendschutz in der Digitalen Welt«. Die Kommission setzt auf den »Dreiklang aus Schutz, Befähigung und Teilhabe«. Im Fachgespräch wurde deutlich, dass eine Debatte über Altersgrenzen allein die Herausforderungen nicht erfasse. Lilli Berthold, stellvertretende Generalsekretärin der Bundesschüler*innenkonferenz, kritisierte die Beteiligung von Jugendlichen an der Kommissionsarbeit als unzureichend. Die sechs bis sieben Workshops seien zwar ein guter Ansatz gewesen. »Eine echte Jugendbeteiligung sollte jedoch strukturell verankert werden«, forderte sie. Auf den Hinweis aus den Reihen der Abgeordneten, dass die Stärkung von Medienkompetenz in Familien und Institutionen zusätzliche finanzielle Mittel erfordere, die im Haushalt des Ministeriums für 2027 derzeit nicht vorgesehen seien, verwiesen Bundesministerin Karin Prien und die Kommissionsvorsitzenden Nadine Schön (CDU) und Prof. Dr. Olaf Köller auf bereits bestehende Strukturen und Projekte. Diese gebe es auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene. Sie seien jedoch teilweise wenig bekannt oder nicht ausreichend miteinander koordiniert. Nach Einschätzung des Bildungswissenschaftlers Dr. Olaf Köller könnten die vorhandenen Strukturen besser genutzt werden. Er mahnte zudem die zügige Umsetzung von Maßnahmen an. Erste konkrete Maßnahmen zum besseren Schutz vor den Gefahren von Social Media sollen laut Bundesministerin Prien bis Ende 2026 auf den Weg gebracht werden.
#Kunstistfrei: Bundesweite Kampagne zur Freiheit der Kunst
Der Deutsche Bühnenverein ruft mit der Kampagne »#Kunstistfrei: Bundesweite Solidarität« dazu auf, sich öffentlich für die Freiheit der Kunst und die unabhängige Arbeit von Kulturinstitutionen einzusetzen. Anlass sind nach Angaben des Verbands zunehmende politische Einflussnahmen und Debatten über die Arbeit von Bühnen und anderen Kultureinrichtungen. Der Bühnenverein verweist auf die Bedeutung von Kulturinstitutionen als Orte künstlerischer Vielfalt, des gesellschaftlichen Austauschs und unterschiedlicher Perspektiven. Zugleich bietet der Verband betroffenen Bühnen Unterstützung an, unter anderem durch Beratung und bundesweite Vernetzung.
Digitale Ehrenamtskarte für Berlin-Brandenburg
Berlin hat eine App für die digitale Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg eingeführt. Freiwillig Engagierte, die die Voraussetzungen für die Karte erfüllen, können diese künftig über die App beantragen, verlängern, digital speichern und bei Angebotspartnern vorzeigen. Die Anwendung bietet zudem Zugang zu den Vergünstigungen und Bonusangeboten von mehr als 500 Partner*innen in Berlin und Brandenburg. Über Push-Benachrichtigungen können neue Angebote und Aktionen angekündigt werden. Die Voraussetzungen und Leistungen der Ehrenamtskarte bleiben unverändert. Anspruch haben Menschen, die sich kontinuierlich und in besonderem Umfang – mindestens 200 Stunden jährlich – freiwillig für das Gemeinwohl engagieren. Für diejenigen, die kein Smartphone besitzen, bleibt die Beantragung einer physischen Karte möglich. Mit der App soll die Beantragung und Nutzung der Ehrenamtskarte digital erleichtert werden.
Ehrenamtskarten-App (iOS und Android)
Tag der Soziokultur Sachsen-Anhalt: Zwischen Vernetzung und Finanzierungsfragen
Wie können soziokulturelle Einrichtungen langfristig gesichert, kulturelle Teilhabe ermöglicht und Kooperationen vor Ort ausgebaut werden? Diese Fragen stehen beim »Tag der Soziokultur Sachsen-Anhalt 2026« am 13. Oktober 2026 im Mittelpunkt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Sachsen-Anhalt (LASSA) bringt dafür Akteur*innen aus Soziokultur, Kommunen, Landkreisen, Verwaltung, Politik, Förderinstitutionen und Zivilgesellschaft zusammen. Im Fachprogramm geht es unter anderem darum, wie Kommunen soziokulturelle Orte und bürgerschaftliches Engagement stärken können, welche Bedeutung Begegnungsorte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben und wie junge Menschen die Entwicklung ihrer Regionen mitgestalten können. Die Veranstaltung findet vor dem Hintergrund angespannter Förderbedingungen statt. Die finanzielle Ausstattung des Fonds Soziokultur soll 2027 weiter sinken. Im BKM-Haushaltsansatz sind 2,9 Millionen Euro vorgesehen. 2026 stehen dem Fonds rund 3,58 Millionen Euro zur Verfügung. Von 1.425 Förderanträgen wurden 2026 lediglich 200 bewilligt. »Wir appellieren an die Bundesregierung und die parlamentarisch Verantwortlichen, sich gerade jetzt für den Bundeshaushalt 2027 für eine adäquate Ausstattung dieses wichtigen Feldes der Mitwirkung und kulturellen Demokratie einzusetzen«, so Bundesverband Soziokultur.
Bundesverband Soziokultur: »Fonds Soziokultur steht 2027 erneut vor Kürzungen« (28.9.2026)
Tag der Soziokultur Sachsen-Anhalt 2026
Kommunale Spitzenverbände und DOSB stärken Zusammenarbeit von Sport und Kommunen
Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund haben gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine neue Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit von Sport und Kommunen unterzeichnet. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Sport und Bewegung vor Ort zu verbessern und die Rolle der Sportvereine als Partner der Kommunen zu stärken. Die Vereinbarung umfasst zehn Handlungsfelder, darunter Ehrenamt und freiwilliges Engagement, Teilhabe und Vielfalt sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt. Damit werden auch Bereiche angesprochen, in denen Sportvereine als Teil der lokalen Zivilgesellschaft aktiv sind. Weitere Themen sind Sportinfrastruktur und öffentliche Räume, Bildung und Ganztag, Gesundheit und Prävention sowie Umwelt- und Klimaschutz. Die Partner wollen sich künftig regelmäßig austauschen, gemeinsame Stellungnahmen und Veranstaltungen durchführen und Herausforderungen des kommunalen Sports gemeinsam bearbeiten. Vorgesehen ist zudem eine gemeinsame Kommunal-Sport-Konferenz. Die Vereinbarung knüpft an die seit 2008 bestehende Zusammenarbeit der vier Organisationen an.
Bericht zur Lage der Zivilgesellschaft in Deutschland 2026
Zivilgesellschaft in Deutschland erweist sich als resiliente Kraft und bleibt ein widerstandsfähiger, dynamischer und anpassungsfähiger Teil der Gesellschaft – trotz zahlreicher Herausforderungen wie einem stärker werdenden Ökonomisierungsdruck oder einem zunehmenden Wettbewerb um öffentliche und private Mittel. Zu diesem Befund kommt der Bericht »Zivilgesellschaft in Deutschland 2026: Daten, politische Rahmenbedingungen, zentrale Entwicklungen« des BBE-Mitglieds Maecenata Stiftung. Die Autor*innen Siri Hummel, Laura Pfirter, Sascha Nicke und Janek Oellers führen dies auf vielfältige Anstrengungen, breite gesellschaftliche Rückendeckung und neue Kooperationsformen zurück, unterstreichen jedoch, dass dies keine Selbstverständlichkeit sei. Sie mahnen einen wirksamen Schutz des zivilgesellschaftlichen Handlungsraums an. Der Bericht wurde am 7. Oktober 2026 im Projektzentrum Berlin der Stiftung Mercator vorgestellt, die das Projekt erstmals gefördert hat.
Pressemitteilung der Maecenata Stiftung (7.10.2026)
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Konsequenzen für die Zivilgesellschaft aufgrund neuer politischer Machtverhältnisse in den Ländern
Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus den Wahlen 2026 in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ziehen? Wie bleiben zivilgesellschaftliche Organisationen unter veränderten politischen Rahmenbedingungen handlungsfähig? Welche Perspektiven eröffnen sich aufgrund der Bündnisse und Strategiebildung im BBE-Netzwerk? Mit diesen Fragen beschäftigen sich aktuell Mitglieder und Partner*innen in verschiedenen Strategierunden im BBE. Im Zuge der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements veranstaltete das BBE in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung ein Auftakt-Meeting für eine zivilgesellschaftliche Strategierunde. Auch der BBE-Koordinierungsausschuss verabredete sich in seiner Herbstsitzung zu einer weiterführenden Ad-Hoc-Gruppe mit dem Ziel der Identifizierung nächster Schritte und Perspektiven. Beim 20. Forum Bürgergesellschaft am 12. Oktober 2026 in Berlin, veranstaltet durch die Stiftung Bürger für Bürger mit dem BBE und der Böll Stiftung, sollen in Beiträgen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Rolle demokratischen Engagements in Ostdeutschland thematisiert und aktuelle Herausforderungen eingeordnet werden. Regelmäßig Mitwirkende am BBE-Länderforum sind eingeladen, sich mit der Frage zu befassen, inwiefern wir aus den aktuellen Entwicklungen für andere Länderkontexte lernen können. Auch Arbeitsgruppen arbeiten intensiv an diesen und weiterführenden Fragestellungen. Die Mitglieder des BBE treffen sich am 19.-20. November 2026 zur jährlichen BBE-Mitgliederversammlung und Fachtagung, tauschen sich über ihre Befunde aus und schmieden Zukunftspläne.
Programm Forum Bürgergesellschaft Weitere Informationen zu den Veranstaltungen des BBE und der Ankündigungen der AG-Sitzungen
Brücken bauen: Wirksame Allianzen zwischen Zivilgesellschaft und Behörden als Schlüssel zur Arbeitsmarktintegration
Wie kann Arbeitsmarktintegration an der Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Behörden gestaltet werden? Dieser Frage widmet sich ein neuer Fachbeitrag des BBE-Projekts »Pat*innen, Mentor*innen, Lots*innen«, wobei Ansätze aus dem Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« als Ausgangspunkt dienen. Grundlage des Beitrags ist ein im Juni durchgeführter Fachworkshop, bei dem Pat*innenschaftsprojekte mit einer Referentin der Bundesagentur für Arbeit in den Austausch traten. Der Beitrag reflektiert zentrale Vernetzungsbedarfe, Gelingensbedingungen und die Bedeutung gegenseitigen Verständnisses für die gemeinsame Unterstützung von Menschen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt.
Anmeldung eröffnet: 11. BBE-Fachkongress im Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen«
Unter dem Titel »Vor Ort, online, gemeinsam: Mit Pat*innenschaften für Engagement, Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe« dreht sich der 11. BBE-Fachkongress im Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« am 3. November 2026 um die Frage, wie Pat*innenschaften auch in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen Orientierung, Zusammenhalt und neue Perspektiven bieten können. Im Fokus stehen sowohl Pat*innenschaften als Räume des Lernens und der Begegnung als auch die strukturellen Herausforderungen und erschwerten Förderbedingungen, denen zivilgesellschaftliche Akteur*innen aktuell ausgesetzt sind. Am Vorabend des Kongresses, dem 2. November 2026, gibt Thomas Laschyk, Blogger, Publizist und Spiegel-Bestseller-Autor bei einem moderierten Couch-Gespräch einen Einblick in das Thema Desinformation und deren Folgen für das Vertrauen in demokratische Institutionen. Am 5. November 2026 laden das BBE und openTransfer Patenschaften der Stiftung Bürgermut zu einem digitalen Austauschformat rund um das Thema »Resilienz« ein. Die Anmeldung zum Fachkongress ist bis zum 20. Oktober möglich. Das BBE richtet den Kongress im Rahmen des Bundesprogramms »Menschen stärken Menschen«, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, seit der Lancierung des Programms im Jahr 2015 aus.
Weitere Informationen und Anmeldung
29. Bundeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft«
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den 29. Bundeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« für die Laufzeit 2027 bis 2029 ausgerufen. Teilnehmen können Dörfer mit maximal 3.000 Einwohnern sowie Zusammenschlüsse benachbarter Dörfer. Im Mittelpunkt stehen das bürgerschaftliche Engagement und die Entwicklung der Dörfer in den Bereichen Wirtschaft und Infrastruktur, soziale und kulturelle Aktivitäten sowie Baukultur, Natur und Umwelt. Bewertet werden insbesondere die Entwicklungsschritte der vergangenen Jahre, gemeinsam erarbeitete Ziele und Konzepte sowie konkrete Maßnahmen für die Zukunft. Die Teilnahme erfolgt zunächst auf regionaler Ebene über die jeweiligen Bundesländer. Die Landessieger werden 2029 von einer Bundesjury besucht und bewertet. Für die Auszeichnungen auf Bundesebene sind Preisgelder von 15.000 Euro für Gold, 10.000 Euro für Silber und 5.000 Euro für Bronze vorgesehen. Zusätzlich können Sonderpreise vergeben werden. Die Auszeichnung der Dörfer wird im Januar 2030 mit einem Festakt im Rahmen der Grünen Woche in Berlin gefeiert. Der Bundeswettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im engen Zusammenwirken mit den für den Wettbewerb in den Ländern zuständigen Ministerien sowie mit Unterstützung nachfolgender Verbände und Organisationen, u. a. dem BBE, durchgeführt.
BMLEH: Pressemitteilung (30.9.2026)
Gemeinsame Sitzung der Arbeitsgruppen »Engagement junger Menschen« und »Freiwilligendienste«: Junge Perspektiven auf aktuelle Dienstdebatten
Wehrdienst, Pflichtdienst, Gesellschaftsjahr: Über die Zukunft der Dienste wird viel debattiert, meist über junge Menschen und selten mit ihnen. Die gemeinsame Sitzung der BBE-AGs »Engagement junger Menschen« und »Freiwilligendienste« am 14. September 2026 stellte deshalb ihre Perspektiven in den Mittelpunkt. Junge Engagierte aus Jugendfeuerwehr, FÖJ und Internationalem Jugendfreiwilligendienst machten mit ihren Inputs deutlich: Engagement lässt sich nicht erzwingen, es muss ermöglicht werden. Diskutiert wurden deshalb finanzielle und soziale Zugangshürden, die Ansprache von Auszubildenden und Berufsschüler*innen sowie die frühzeitige Beteiligung über eigene Selbstvertretungsstrukturen. Klar wurde auch, dass gesellschaftliche Herausforderungen nicht vorrangig der jungen Generation aufgebürdet werden dürfen. Vielmehr bedarf es generationenübergreifender Anstrengungen.
Demokratietag Rheinland-Pfalz
Der 21. Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz fand am 24. September 2026 in Ingelheim unter dem Motto »Power of Democracy – Macht Demokratie!« statt. Er richtet sich an Schüler*innen, Pädagog*innen sowie am Thema Demokratiebildung interessierte Bürger*innen. Neben einem öffentlichen Bühnenprogramm und einem Austauschformat mit Abgeordneten des Landtages stellten zivilgesellschaftliche Akteure aus dem Land ihre Arbeit vor. Organisiert und umgesetzt wird die Großveranstaltung durch das Bündnis »Demokratie gewinnt!«, in dem auch das BBE Mitglied ist. Beim diesjährigen Demokratie-Tag unter der Schirmherrschaft von Gordon Schnieder, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, war das BBE mit einem Stand vertreten. Durch eine Fotowand und Mitmach-Aktionen konnten für zahlreiche junge Menschen die Bedeutung von Engagement für Demokratie, die Themenfelder und Aktivitäten des Netzwerks und die Arbeit der Geschäftsstelle auf Bundesebene aufgezeigt und diskutiert werden.
Weitere Informationen zum Demokratie-Tag
Herbsttagung der Grünen-Akademie
Die Herbsttagung der Grünen Akademie der Heinrich Böll Stiftung fand am 2. Oktober 2026 in Berlin statt. Unter dem Titel »Bürgerschaft in der Republik – Wer übernimmt Verantwortung in der Demokratie« widmete sich der fachliche Austausch der Frage nach Erwartungshaltungen, Herausforderungen und einer zukunftsfähigen Aufstellung bürgerschaftlichen Engagements. Dabei wurden insbesondere Überlegungen zur milieuübergreifenden Qualität von Engagement, Engagement von Unternehmen sowie zur Zugänglichkeit ins Engagement mit Blick auf Geschlecht, Lebensphase und soziale Herkunft angestellt. Dr. Lilian Schwalb, BBE-Geschäftsführerin, nahm an der Tagung teil und gab einen Impuls zu Entwicklungen im letzten Jahrzehnt, der aktuellen Lage von Zivilgesellschaft und strategischen Anknüpfungspunkten für deren Stärkung in einer erneuerten Republik.
Mittagsgespräch KI – Kompetenzen und Ansätze im Netzwerk
Im Mittagsgespräch am 13. Oktober 2026 von 12:30 bis 13:30 Uhr (digital) gibt David Korenke, Co-Leitung Politik bei Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. einen Praxisinput zur verlässlichen Übernahme von wiederkehrenden Aufgaben durch KI-Tools. Interessierte können Beispiele aus der eigenen Arbeit mitbringen, die gemeinsam umgesetzt werden. Dazu gehören bspw. wöchentliche Zusammenfassungen, ein Anschreiben nach Muster oder eine Liste aus Mails. Eine Teilnahme ohne Vorkenntnisse ist ausdrücklich möglich. Das »Mittagsgespräch KI« wird regelmäßig im Rahmen der BBE-Themenpat*innenschaft »Digitale Transformation und KI« umgesetzt. Mitglieder und weitere Interessierte können sich hier über Kompetenzen, Anwendungsfälle und Perspektiven des gemeinwohlorientierten Umgangs mit KI austauschen und ihr Wissen und ihre Kompetenzen ausbauen. Am 2. Dezember 2026 von 12:30 bis 13:30 Uhr werden in dieser Reihe Dr. Stephanie Kowitz-Harms, BBE-Themenpatin »Digitale Transformation & KI« und Vorständin Stiftung Bürgermut und Ellen Herzog-Petzold, Head of Major Giving, Philanthropy & Cooperations einen Impuls zu KI-Tools in der Kommunikation auf LinkedIn geben.
Anmeldung zum Mittagsgespräch am 13.10.2026
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Jahresforum Zivilgesellschaftsdaten 2026: Impulse für die Zivilgesellschaftsforschung
Am 2. Oktober 2026 kamen beim Jahresforum Zivilgesellschaftsdaten in Berlin Vertreter*innen aus Forschung, Praxis und Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Zivilgesellschaftsforschung zu diskutieren. Fachliche Impulse lieferten unter anderem Bürge Uprak (Bertelsmann Stiftung) sowie Dr. Oto Potluka (Universität Basel), der die Erfassung informellen Engagements im Schweizer Freiwilligenmonitor vorstellte. Darüber hinaus wurden das Forschungsdatengesetz und das Registermodernisierungsgesetz als mögliche Hebel für einen verbesserten Zugang zu relevanten Daten diskutiert. In den Workshops standen insbesondere die Weiterentwicklung der Messung informellen Engagements sowie die Erstellung einer interaktiven Übersicht von Zivilgesellschaftsdaten im Mittelpunkt. Die Diskussionen machten deutlich, dass aktuelle Befragungen informelles Engagement oft nur eingeschränkt erfassen können. Gleichzeitig wurde die Bedeutung zentraler Anlaufstellen hervorgehoben, die vorhandene Datensätze sichtbar machen und den Zugang zu ihnen erleichtern. Ergänzt wurde das Programm durch Kurzvorstellungen aktueller Forschungsvorhaben, die die Vielfalt des Feldes von Demokratie- und Engagementforschung über Social Entrepreneurship bis hin zu Bürokratiebelastungen im Ehrenamt verdeutlichten. Das Jahresforum ist Teil des Forums Zivilgesellschaftsdaten und wird von ZiviZ im Stifterverband organisiert.
Deutscher Engagementpreis: Publikumsvoting 2026
Wer engagiert sich für unsere Gesellschaft und welches Projekt verdient besondere Anerkennung? Noch bis zum 22. Oktober 2026 kann die Öffentlichkeit über den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises abstimmen. Zur Wahl stehen knapp 500 nominierte Projekte und Personen aus ganz Deutschland, die bereits mit einem Engagementpreis ausgezeichnet wurden. Neben Bürger*innen, die beim Publikumsvoting mitbestimmen, welches Engagement sie besonders überzeugt, entscheidet eine unabhängige Jury über die Auszeichnungen. Dabei geht es um fünf Kategorien: »Anstoßen«, »Verbinden«, »Verändern«, »Bewahren« und »Ich für uns«. Die Preisverleihung findet am 26. November 2026 statt. Der Deutsche Engagementpreis wird seit 2024 von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) unter der Schirmherrschaft des Staatsministers für Sport und Ehrenamt, gefördert durch die Postcode Lotterie ausgerichtet. Er wurde 2009 vom Bündnis für Gemeinnützigkeit initiiert und viele Jahre vom Bundesverband Deutscher Stiftungen umgesetzt.
Publikumsvoting: Jetzt abstimmen
Weitere Informationen zum Preis
Tag der Demokratiegeschichte 2027: Veranstaltungsförderung bis 1.500 Euro
Vom 18. bis 21. März 2027 findet bundesweit der zweite »Tag der Demokratiegeschichte« statt. Initiativen, Museen, Bibliotheken, Archive, Gedenkstätten, Kommunen und weitere staatliche und zivilgesellschaftliche Akteur*innen sind eingeladen, mit eigenen Veranstaltungen Demokratiegeschichte vor Ort sichtbar zu machen. Möglich sind unter anderem Zeitzeugengespräche, Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen, Führungen, Filme, Konzerte, Theater oder Nachbarschaftsfeste. Nachdem unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier der Tag der Demokratiegeschichte 2026 erstmals stattfand, hat der Deutsche Bundestag dazu aufgefordert, den Tag der Demokratiegeschichte als zentralen jährlichen Tag zur Feier der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte am 18. März bundesweit zu würdigen und zu begehen. Der Tag erinnert an verschiedene Ereignisse der deutschen Demokratiegeschichte, darunter die Mainzer Republik 1793, die Märzrevolution 1848, das Scheitern des Kapp-Putsches 1920 und die erste freie Volkskammerwahl der DDR 1990. Auch andere Ereignisse der Freiheits-, Verfassungs- und Parlamentsgeschichte können aufgegriffen werden. Die Veranstaltungen werden auf der gemeinsamen Website des Aktionstags präsentiert. Für eigene Veranstaltungen können bis zu 1.500 Euro Förderung beantragt werden. Anmeldungen sind bis zum 31. Januar 2027 möglich, Förderanträge müssen bis zum 1. November 2026 eingereicht werden.
Videobotschaft des Bundespräsidenten zur Teilnahme 2027
Bundesweite Aktion »JA zum Alter«
Am 1. Oktober 2026 haben bundesweit zahlreiche Organisationen den Weltaltentag unter dem Motto »JA zum Alter« begangen. Mit Veranstaltungen, Aktionen im öffentlichen Raum und Beiträgen in sozialen Medien setzten sie sich dafür ein, das Älterwerden stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken und eine differenzierte Sicht auf das Alter zu fördern. Zum Aktionstag hatte die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen gemeinsam mit ihren 120 Mitgliedsverbänden aufgerufen. Beteiligt waren unter anderem Seniorenvertretungen, Mehrgenerationenhäuser, Kommunalverwaltungen, Kirchengemeinden und Pflegeeinrichtungen. In Düsseldorf fand eine Aktionswoche mit Tanz, Musik und Informationsangeboten statt, in Erfurt gab es Aktionen rund um den Anger. Die BAGSO stellte dafür kostenlose Materialien zur Verfügung. Die Aktion »JA zum Alter« fand 2026 zum zweiten Mal statt. Der Internationale Tag der älteren Menschen wurde 1990 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und wird jährlich am 1. Oktober begangen.
Vernetzung zivilgesellschaftlicher Akteure in strukturschwachen Räumen
Wie können zivilgesellschaftliche Akteure in strukturschwachen Regionen durch Kooperation und Vernetzung ihre Arbeit unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Online-Veranstaltung »Gemeinsam stärker: Zivilgesellschaftliche Bündnisse, Netzwerke und Allianzen in strukturschwachen Räumen« der Evangelischen Akademien in Deutschland e. V. am 16. November 2026. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten, vorhandene Ressourcen zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Handlungsansätze zu entwickeln. Anhand von Praxisbeispielen zeigen Natalia Krasowska von Aktion Zivilcourage e. V. und Karl-Georg Ohse vom Evangelischen Kirchenkreis Mecklenburg, wie Kooperationen zwischen demokratischen Akteuren aufgebaut und gestaltet werden können und in welchen Bereichen eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Die Veranstaltung findet von 10:00 bis 14:00 Uhr online statt und bietet Raum für Diskussion und den Austausch eigener Erfahrungen.
Save the Date: Berliner Demokratiekonferenz 2026
Am 25. und 26. November 2026 findet die Berliner Demokratiekonferenz im Umweltforum Berlin statt. Vertreter*innen und Akteur*innen der Berliner Demokratiearbeit kommen zusammen, um sich über aktuelle Themen, Herausforderungen und Strategien der Demokratiearbeit auszutauschen und die Vernetzung zu stärken. Am 25. November 2026 ist ein Abendempfang vorgesehen, am nächsten Tag folgen Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung sollen im Vorfeld der Veranstaltung veröffentlicht werden.
Zukunftskongress »Young Ehrenamt« in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg findet am 4.-5. Dezember 2026 zum zweiten Mal der Zukunftskongress »Young Ehrenamt« statt. Der Fachkongress richtet sich insbesondere an Akteur*innen der Jugend- und Jugendverbandsarbeit sowie an weitere Personen, die sich mit jungem Engagement beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Gewinnung und Bindung junger Engagierter, zu zukunftsfähigen Strukturen und zum Umgang mit gesellschaftlichem und technologischem Wandel. Das Programm umfasst eine Keynote, Workshops, Talks und interaktive Sessions sowie einen »Markt der Möglichkeiten«. Thematisch geht es unter anderem um Wertschätzung und Gewinnung von Ehrenamtlichen, Social Media und Storytelling, Vorurteile gegenüber jungen Engagierten, Organisations- und Vorstandsmodelle sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Jugendarbeit. Auch aktuelle Forschungsergebnisse zum jungen Engagement werden aufgegriffen. Der Kongress bringt junge Engagierte mit Hauptamtlichen sowie Multiplikator*innen zusammen und bietet Möglichkeiten zum Austausch über die zukünftige Entwicklung des Ehrenamts und der Jugendverbandsarbeit.
Marktplatz »Gute Geschäfte« in Sachsen bringt Unternehmen und Vereine zusammen
Am 4. November 2026 findet in Pirna, Sachsen, der Marktplatz »Gute Geschäfte« statt. Unternehmen, Vereine und gemeinnützige Organisationen aus der Region können dort Kooperationspartner finden und Vereinbarungen treffen, die ohne Geld auskommen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch von Wissen, Zeit, Sachleistungen und praktischer Unterstützung. Veranstaltet wird die Netzwerkveranstaltung von der Aktion Zivilcourage e. V. gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, dem Kreissportbund SOE e. V. und der AOK PLUS. Der Marktplatz bietet Organisationen die Möglichkeit, ihre Anliegen vorzustellen und Unterstützung für ihre Arbeit zu gewinnen. Unternehmen können ihre Kompetenzen einbringen und Kontakte zu möglichen Projektpartnern knüpfen. Beim Marktplatz 2025 wurden unter anderem Weiterbildungen, Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit, Teamtrainings und Sachspenden vereinbart. Die Veranstaltung findet von 18 bis 20 Uhr in der AOK PLUS-Filiale Pirna statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 20. Oktober 2026 möglich.
Online-Workshopreihe: Hass im Netz begegnen - Demokratie digital gestalten
Die kostenlose Online-Workshopreihe »Sicher engagiert« richtet sich an Ehrenamtliche und Mandatsträger*innen aus Stadt-, Kreis- und Landtagen. Im Mittelpunkt stehen der Umgang mit Hass und Anfeindungen im Internet sowie die sichere Nutzung sozialer Medien. Die Teilnehmenden lernen, digitale Angriffe frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren, die eigene Resilienz im Netz zu stärken und Social Media für politische Kommunikation und Teilhabe zu nutzen. Die praxisorientierte Fortbildung vermittelt zudem Handlungsmöglichkeiten für einen sicheren und öffentlichkeitswirksamen Social-Media-Auftritt. Die Workshopreihe findet vom 3. bis 26. November 2026 jeweils dienstags und donnerstags von 17:30 bis 19:00 Uhr online statt. Das Angebot wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und ist kostenfrei.
Weitere Informationen und Anmeldung
Einführungsworkshops zu Open Data für zivilgesellschaftliche Organisationen
Kostenlose Online-Workshops vermitteln Mitarbeitenden zivilgesellschaftlicher Organisationen Grundlagen zu Open Data. Die rund zweieinhalbstündigen Einführungen zeigen, wie offene Daten gefunden, genutzt und eigene Daten als Open Data bereitgestellt werden können. Neben fachlichen Inputs stehen praktische Beispiele und die Übertragung auf die Arbeit der eigenen Organisation im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen unter anderem, geeignete Datenquellen zu finden und deren Qualität einzuschätzen, passende Lizenzen und Datenformate auszuwählen sowie Datensätze so zu beschreiben, dass sie von anderen leichter gefunden werden können. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Workshops bieten zudem Gelegenheit zum Austausch und zur Klärung eigener Fragen. Der nächste Workshop findet online statt am 29. Oktober 2026 von 09:00 bis 11:30 Uhr. Durchgeführt werden sie von CorrelAid e. V. im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.
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TikTok und LinkedIn für Non-Profits
Wie lassen sich soziale Netzwerke sinnvoll in die Kommunikations- und Fundraising-Strategie integrieren? Soziale Netzwerke, die gemeinnützige Organisationen für Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising nutzen können, unterscheiden sich in Bezug auf Zielgruppen, Formate und Nutzungsmöglichkeiten. Das kostenlose Webinar am 20. Oktober 2026 von 11:00 bis 12:00 Uhr gibt einen Überblick über die Funktionen und Besonderheiten von TikTok und LinkedIn. Zudem wird thematisiert, unter welchen Voraussetzungen der Einsatz für gemeinnützige Organisationen sinnvoll sein kann. Das Webinar richtet sich an gemeinnützige Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die TikTok und LinkedIn bereits nutzen oder deren Einsatz für ihre Arbeit prüfen, und ist kostenlos. Es findet im Rahmen der Webinarreihe »Online-Marketing-Tools für NPOs« statt.
#zusammen: Wettbewerb für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) lädt mit dem Wettbewerb #zusammen Teams, Initiativen und Gruppen dazu ein, Ideen und Projekte für gesellschaftlichen Zusammenhalt einzureichen. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass mindestens eine Person im Team unter 35 Jahre alt ist. Eingereicht werden können sowohl neue Ideen als auch bereits bestehende Projekte und Initiativen, die weiterentwickelt werden sollen. Die Beiträge können beispielsweise Begegnung und Austausch fördern, Beteiligung und Mitgestaltung ermöglichen, Barrieren abbauen oder unterschiedliche Gruppen miteinander verbinden. Bewerbungen sind bis zum 26. Oktober 2026 möglich. Die drei von der Jury ausgewählten Beiträge werden am 7. Dezember 2026 in Berlin im Rahmen der Abschlussveranstaltung des WZB-Projekts »Zukunftsvisionen junger Menschen zu Gesellschaft und Zusammenhalt« präsentiert. Über die Platzierung entscheidet das Publikum vor Ort. Die drei Teams erhalten 5.000, 2.000 bzw. 1.000 Euro Preisgeld für die Umsetzung oder Weiterentwicklung ihrer Vorhaben. Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen.
Podcast STIFTOPHON #29: Wenn viele gemeinsam stiften
In der am 15. September 2026 veröffentlichten Podcast-Folge von »STIFTOPHON – zugehört« geht es um Bürgerstiftungen. Bernadette Hellmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Aktive Bürgerschaft, erläutert, wie Bürgerstiftungen gegründet werden, welche Funktion Stiftungsfonds haben und welche Bedeutung die zehn Merkmale einer »echten« Bürgerstiftung haben. Im Mittelpunkt steht das Modell der Bürgerstiftung als Möglichkeit, Menschen, Geld und Ideen für die Entwicklung des lokalen Umfelds zusammenzubringen. Der Podcast von DIE STIFTUNG widmet sich verschiedenen Bereichen der Stiftungsarbeit und des gemeinnützigen Sektors. STIFTOPHON ist der Podcast von DIE STIFTUNG, der sich unter dem Motto »Zugehört und nachgefragt« allen Bereichen der Stiftungsarbeit und des gemeinnützigen Sektors widmet.
STIFTOPHON #29 – zugehört: Wenn viele gemeinsam stiften
Hummel/ Pfirter/ Kleeberg: Die Finanzierung feministischer und gleichstellungsorientierter Zivilgesellschaft
Die von Siri Hummel, Laura Pfirter und Julian Kleeberg verfasste Studie »Nachgezählt: Die Finanzierung feministischer und gleichstellungsorientierter Zivilgesellschaft« untersucht erstmals systematisch, welche Organisationen in diesem Feld in Deutschland tätig sind und über welche finanziellen Ressourcen sie verfügen. Für die Analyse wurden Daten aus dem Zuwendungsempfängerregister, eine Befragung informeller Akteure sowie eine Sonderauswertung des ZiviZ-Surveys herangezogen. Demnach verfolgen 0,6 % der im Register erfassten zivilgesellschaftlichen Organisationen den steuerbegünstigten Zweck »Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern«. Eine ergänzende Schlagwortsuche erhöht den Anteil auf 1,2 %. Die Autor*innen weisen jedoch darauf hin, dass diese Zahlen das Feld nur teilweise abbilden, da Gleichstellung auch bei Organisationen mit anderen satzungsmäßigen Zwecken einen Schwerpunkt bilden kann. Die untersuchten Organisationen verfügen über kleine Budgets und eine geringere Vielfalt an Finanzierungsquellen. Formell organisierte Akteure finanzieren sich vor allem über Mitgliedsbeiträge und private Spenden, informelle Akteure überwiegend über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Öffentliche Fördermittel spielen in beiden Gruppen eine vergleichsweise geringe Rolle. Die Autor*innen kommen zu dem Schluss, dass sich zunehmende rechtliche und öffentliche Bekenntnisse zur Geschlechtergerechtigkeit bislang nicht in einer entsprechenden finanziellen Förderung widerspiegeln. Sie plädieren für eine verbesserte Datengrundlage und kündigen weitere Teile der Studienreihe an. Die Studie ist ein gemeinsames Projekt der Maecenata Stiftung, FAIR SHARE of Women Leaders e.V., filia.die frauenstiftung und Karin Heisecke (Änderwerk).
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Dittmann/ Steiner: Policy-Handbuch für die Zivilgesellschaft
Wie können zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Anliegen in politische Entscheidungsprozesse einbringen? Ein neues Policy-Handbuch der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) vermittelt dazu praxisorientiertes Wissen und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Es erläutert unter anderem, wie Gespräche mit Abgeordneten vorbereitet und geführt werden können, was bei der Teilnahme an parlamentarischen Anhörungen zu beachten ist und wie Organisationen Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben einreichen können. Darüber hinaus zeigt das Handbuch verschiedene Wege auf, mit politischen Forderungen Gehör zu finden und Einfluss auf politische Prozesse zu nehmen. Das Angebot richtet sich insbesondere an gemeinwohlorientierte Organisationen und Initiativen, die über begrenzte personelle oder finanzielle Ressourcen verfügen. Neben Grundlagen zur politischen Interessenvertretung enthält es praktische Werkzeuge und Erfahrungen aus der politischen Arbeit.
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