Newsletter Nr. 14 vom 3. September 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Ronald Rauhe ist der neue Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Haushalt 2027: Schwerpunkte Zivilgesellschaft und Infrastruktur
Kooperationen des BMZ mit privaten Stiftungen
Freiwilligensurvey 2024: Hauptbericht erschienen
Förderpapier »Für ein Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz«
Letzter kulturweit-Jahrgang startet
EhrenamtsAtlas NRW 2026
Digitale Teilhabe älterer Menschen stärken
KI im Non-Profit-Sektor: Neue Transparenzpflichten seit August 2026
Zivilgesellschaft engagiert sich im Wahljahr 2026: vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Für Teilhabe, Bildungschancen & Zusammenhalt: Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« erhalten
»Zivilgesellschaft stärken – jetzt!« BBE-Positionspapier zur Mitzeichnung
Führung im Nonprofit-Sektor zwischen Sinn und Erschöpfung
Eröffnung des Hauses des Engagements in Hamburg
Bericht aus der Sitzung der BBE-Arbeitsgruppe Demokratiestärkung, nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliche Transformation
Auftakt zur 22. Woche des bürgerschaftlichen Engagements
Thüringer Engagement-Tag
Rikscha-Tour durch Worms
Waldbühne Otternhagen lädt zum Kennenlernen ein
World Cleanup Day Bonn 2026
Neue Leitung der Kommunikation im BBE: Lisa-Sophie Linton
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Zukunft digital gestalten: KI und Ehrenamt erleben
Fachforum »Sport mit Courage« stärkt Demokratie im Jugendsport
Kampagne für neue Klimaschutz-Initiativen
Neue App verbindet Katastrophenschutz, Vorsorge und Engagement
Öffentlichkeitsarbeit im Mentoring mit KI stärken
Workshopreihe zu Demokratie und Engagement
Freiwilligentage Treptow-Köpenick 2026
Online-Diskussion: Ländliche Räume stärken – Leerstand nachhaltig aktivieren
Young Leadership Camp
Förderung: »Zeichen setzen! Für mehr Respekt und Vielfalt«
Jugendwettbewerb »denkt@g 2026/2027«
Beteiligung als soziale Frage
Neue Folge der NGO-Debatte: Wie aus Engagement Verantwortung wird
Bose/ Wachinger: Gemeinnützigkeit: Wie das Steuerrecht Weichen für die Zivilgesellschaft stellt (Zeitschriftenartikel)
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Ronald Rauhe ist der neue Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den zweifachen Kanu-Olympiasieger zum Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt ernannt. Zu seinen Aufgaben gehören die deutsche Olympiabewerbung, die Spitzensportreform sowie Fragen des ehrenamtlichen Engagements. Bei der Vorstellung Rauhes verwies Merz auf die bereits vereinbarten Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamts und auf die Überschneidungen zwischen Sport und ehrenamtlichem Engagement. Neben dem Sport nannte er unter anderem die freiwilligen Feuerwehren, das Deutsche Rote Kreuz und weitere Hilfsorganisationen. Für die ehrenamtlich Tätigen in diesen Bereichen soll Rauhe als Ansprechpartner im Bundeskanzleramt zur Verfügung stehen. Rauhe selbst betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für seine eigene sportliche Laufbahn und kündigte an: »Sport und Ehrenamt können unser Land stärker machen, und genau dafür möchte ich arbeiten – für den Sport, für das Ehrenamt, für unser Land«. Das BBE wünscht viel Erfolg und freut sich auf die Zusammenarbeit!
Pressestatement der Bundesregierung zur Vorstellung des neuen Staatsministers für Sport und Ehrenamt
Haushalt 2027: Schwerpunkte Zivilgesellschaft und Infrastruktur
Der Bundeshaushalt 2027 wird ab dem 8. September 2026 im Bundestag beraten. Über 12 Wochen hinweg wird er diskutiert und verabschiedet. Für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 insgesamt 15,48 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind rund 1,19 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2026, wie aus dem Einzelplan 17 des Haushaltsentwurfs 2027 (Drucksache 21/7300) hervorgeht. Der Rückgang ist vor allem auf niedrigere Ansätze bei den gesetzlichen Familienleistungen zurückzuführen. Für die Stärkung der Zivilgesellschaft, Familien-, Gleichstellungs- und Seniorenpolitik sind 496,4 Millionen Euro eingeplant, nach 498,4 Millionen Euro im Jahr 2026. Die Mittel für die Freiwilligendienste bleiben unverändert. Für die Jugendfreiwilligendienste sind 153,7 Millionen Euro und für den Bundesfreiwilligendienst 211,2 Millionen Euro vorgesehen. Neu veranschlagt werden 17,6 Millionen Euro für »Digitale Gesellschaftspolitik, Staatsmodernisierung«. Bei der Demokratiebildung und Extremismusprävention sinken die Mittel von 204,5 Millionen Euro auf 170,1 Millionen Euro. Davon entfallen 167,4 Millionen Euro auf das Bundesprogramm »Demokratie leben!«. Für die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur stehen zusätzlich Mittel aus dem Sondervermögen »Infrastruktur und Klimaneutralität« zur Verfügung. Für die digitale Bildungsinfrastruktur sind 360 Millionen Euro vorgesehen, nach 225 Millionen Euro im Vorjahr. Das Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung erhält 433,8 Millionen Euro nach 940 Millionen Euro im Jahr 2026. Für den »Digitalpakt 2.0: Digitales Lehren und Lernen« sind unverändert 50 Millionen Euro vorgesehen. Für Sport und Ehrenamt sind insgesamt rund 398 Millionen Euro vorgesehen. Rund 27 Millionen Euro entfallen auf die Förderung von Ehrenamt und Engagement, darunter 20 Millionen Euro für die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE).
hib (19.8.2026) Haushalt 2027: Weniger Ausgaben für Bildung und Familie
Kooperationen des BMZ mit privaten Stiftungen
In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksachen 21/7341 und 21/7654) informiert die Bundesregierung über Kooperationen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit privaten Stiftungen. »Private Stiftungen sind wie andere Akteure der Zivilgesellschaft wichtige Partner für die Erreichung der Ziele der Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 25. September 2015 ›Transformation unserer Welt: die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung‹. Sie engagieren sich in Ergänzung staatlicher Zusammenarbeit als Entwickler und Umsetzer innovativer Lösungsansätze, als Förderer und Mitwirkende sowie als Fürsprecher für nachhaltige Entwicklung. Sie verfügen oft über gute Netzwerke und zum Teil substanzielle Eigenmittel zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.«, so die Bundesregierung zum Mehrwert der Kooperation mit den privaten Stiftungen. Zugleich stellt die Bundesregierung klar, dass private Stiftungen die politische Agenda nicht bestimmen und keine staatlichen Strukturen ersetzen. Vor einer Kooperation erfolgt eine Trägerprüfung, unter anderem zur steuerrechtlich anerkannten Gemeinnützigkeit oder Mildtätigkeit. Über eine Zusammenarbeit wird individuell anhand der regionalen und sektoralen Schwerpunkte sowie der jeweiligen Stiftungsstrategie entschieden.
Freiwilligensurvey 2024: Hauptbericht erschienen
Der Hauptbericht des Deutschen Freiwilligensurveys (FWS) 2024 ist erschienen. Der Bericht zeigt: 2024 engagieren sich 36,7 % der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig, das sind rund 27 Millionen Menschen. Das Engagement bleibt damit auf hohem Niveau, auch wenn es leicht gesunken ist. Zugleich verweist der Survey auf erhebliches, noch nicht ausgeschöpftes Potenzial von Engagement in der Bevölkerung: vier von zehn Nicht-Engagierten können sich vorstellen, ein Engagement aufzunehmen. Und mit Blick auf den Konnex zwischen Demokratie und Engagement bestätigt der Freiwilligensurvey Befunde aus anderen Erhebungen: Engagierte zeigen im Durchschnitt eine höhere Demokratiezufriedenheit und beteiligen sich überdurchschnittlich am politischen Leben. Das BBE diskutierte bereits im Rahmen seiner AG-Zivilgesellschaftsforschung im Dezember 2025 auf der Grundlage des offiziellen Kurzberichts des Freiwilligensurveys die zentralen Befunde der Erhebung. Auch bei dem durch das BBE und das Kanzleramt veranstalteten Deutschen EngagementTag wurden die ersten Befunde präsentiert und diskutiert. Am 8. September 2026 findet nun die offizielle Vorstellung des Hauptberichts statt. Im Zuge der Fachtagung, veranstaltet von der Verian Group als verantwortlichem Institut für den FWS, ordnen Vertreter*innen der Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft die Ergebnisse ein und diskutieren ihre Bedeutung für Politik und Engagementpraxis. Unter anderem werden die Verbreitung und Entwicklung des Engagements, soziale Unterschiede beim Zugang sowie Engagementpotenziale und -motive diskutiert. Die Veranstaltung findet von 10:00 bis 16:00 Uhr im bpa-Besucherzentrum in Berlin statt, eine Online-Teilnahme ist ebenfalls möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.
Weitere Informationen und Programm
Förderpapier »Für ein Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz«
Angesichts der Diskussionen über eine mögliche Reaktivierung der Wehrpflicht und die Einführung eines neuen Zivildienstes fordern die verbandlichen Zentralstellen ein eigenes Stärkungsgesetz für Freiwilligendienste. Neben einem novellierten Bundesfreiwilligendienst (BFD) sollen die Jugendfreiwilligendienste gleichberechtigt gestärkt werden. Ziel sind eine verlässliche Finanzierung, mehr Plätze und bessere Rahmenbedingungen für Träger und Freiwillige. Zu den Forderungen an den Bund zählen die Anrechnung von Freiwilligendiensten auf den Wehr- und Zivildienst, eine dauerhafte Finanzierung ohne Deckelung der Fördermittel sowie eine höhere Förderung der pädagogischen Begleitung. Auch die Kosten für Öffentlichkeitsarbeit, Beratung, Vermittlung und Ehemaligenarbeit sollen förderfähig werden. Zudem wird ein höheres, staatlich bezuschusstes Taschengeld, Taschengeldzuschüsse der Länder sowie ein steuer- und sozialversicherungsfreies Stipendium für junge Menschen aus finanziell schwächeren Familien gefordert. Der Freiwilligenausweis soll als Deutschlandticket anerkannt werden. Die Länder sollen Freiwilligendienste außerdem bei Ausbildung und Studium stärker berücksichtigen und eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag ermöglichen. Das Papier sieht in der Stärkung der Dienste einen Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, Chancengerechtigkeit und einer zukunftssicheren Engagementstruktur.
Papier »Für ein Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz« (PDF)
Letzter kulturweit-Jahrgang startet
Am 1. September 2026 hat die Deutsche UNESCO-Kommission eine Pressemitteilung zum letzten Jahrgang des internationalen Freiwilligendienstes kulturweit veröffentlicht. Darin wird mitgeteilt, dass sich derzeit rund 300 junge Menschen in der Nähe von Berlin auf ihren sechsmonatigen Freiwilligendienst vorbereiten. Ab dem 8. September werden sie Kultur- und Bildungseinrichtungen in Deutschlands Partnerländern unterstützen. Nach 18 Jahren endet die Förderung von kulturweit im Frühjahr 2027. Seit dem Programmstart im Jahr 2009 haben fast 7.000 junge Menschen aus ganz Deutschland daran teilgenommen. kulturweit wird von der Deutschen UNESCO-Kommission durchgeführt und vom Auswärtigen Amt gefördert. Zu den Partnern zählen unter anderem der Deutsche Akademische Austauschdienst, das Deutsche Archäologische Institut, die Deutsche Welle Akademie, das Goethe-Institut und der Pädagogische Austauschdienst in Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Weitere Einsatzstellen gibt es bei UNESCO-Nationalkommissionen, Biosphärenreservaten, Welterbestätten und Geoparks weltweit. Die Freiwilligen unterstützen Kultur- und Bildungseinrichtungen und tragen zur Vermittlung der deutschen Sprache und Gesellschaft sowie zur internationalen Verständigung bei.
EhrenamtsAtlas NRW 2026
Der EhrenamtAtlas NRW 2026, erschienen am 26. August 2026, unterstreicht erneut die enorme Bedeutung von Engagement und Ehrenamt für Nordrhein-Westfalen. 53 Prozent der über 18-Jährigen engagieren sich freiwillig, im Schnitt mit 224 Stunden pro Jahr. Gleichzeitig verdeutlicht die Erhebung, dass das Ehrenamt unter Druck steht. Mehr als die Hälfte der Engagierten nennt fehlende finanzielle Mittel als größte Hürde, dazu kommen Zeitmangel, Bürokratie und zu wenig digitale Unterstützung. Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: Während Olpe mit 68 Prozent die höchste Ehrenamtsquote aufweist, liegt Remscheid mit 37 Prozent am unteren Ende. Besonders besorgniserregend ist das deutlich rückläufige Engagement junger Erwachsener, der 18- bis 29-Jährigen. Die Studie wurde nach 2022 und 2024 zum dritten Mal von forsa im Auftrag von WestLotto erstellt. Wissenschaftlich wurde sie von Prof. Dr. Andrea Walter, Sprecherin der BBE-AG Zivilgesellschaftsforschung, begleitet. Es handelt sich um eine repräsentative Befragung in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten NRW mit mindestens 200 Befragten pro Gebiet.
Digitale Teilhabe älterer Menschen stärken
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) wird 2026 bundesweit acht neue Lernorte zum Thema Künstliche Intelligenz ins Leben rufen. Mit dem Projekt »KILeo+: Künstliche-Intelligenz-Lernorte für und mit älteren Menschen« sollen ältere Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu KI erhalten und über Chancen und Risiken informiert werden. Der Fokus liegt insbesondere auf älteren Menschen, die beim Zugang zu digitalen Technologien stärker von Ausgrenzung bedroht sind, darunter ältere Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte und Menschen in ländlichen Regionen. Die acht Lernorte entwickeln eigene Angebote für diese Zielgruppen. Sie erhalten eine technische Ausstattung im Wert von bis zu 2.500 Euro als Dauerleihgabe. Ehrenamtlich Engagierte werden zu »KI-Kennerinnen« und »KI-Kennern« ausgebildet und begleiten ältere Menschen beim Umgang mit der Technik. Die neuen Lernorte entstehen unter anderem in Aachen, Bremen, Frankfurt am Main, Kirchheiligen, Ludwigslust, Mainz, im Markgräflerland und in Wettin-Löbejün. Sie profitieren vom Austausch mit dem bestehenden Kompetenznetzwerk »Künstliche Intelligenz und Alter«, das bereits knapp 60 Erfahrungsorte vernetzt. Das Netzwerk wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, »KILeo+« durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE).
KI im Non-Profit-Sektor: Neue Transparenzpflichten seit August 2026
Seit dem 2. August 2026 gelten weitere Transparenzpflichten gemäß dem EU AI Act. Für Vereine, Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen bedeutet dies jedoch keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für sämtliche KI-generierten Inhalte. Entscheidend ist vielmehr, in welchem Zusammenhang KI eingesetzt wird. Kennzeichnungspflichten bestehen insbesondere bei KI-gestützten Chatbots, Deepfakes und synthetischen Medien sowie unter bestimmten Voraussetzungen bei KI-generierten Texten zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Für redaktionell geprüfte und verantwortete Texte sieht der AI Act eine relevante Ausnahme vor. Der Beitrag empfiehlt für die Praxis, interne Regeln für den KI-Einsatz zu entwickeln, Verantwortlichkeiten festzulegen, Freigabeprozesse zu etablieren und Mitarbeitende sowie Ehrenamtliche zu sensibilisieren. Auch dort, wo keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht besteht, kann freiwillige Transparenz über den Einsatz von KI zur Glaubwürdigkeit gemeinnütziger Organisationen beitragen.
Zivilgesellschaft engagiert sich im Wahljahr 2026: vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Auch im Wahljahr 2026 beschäftigt sich die Zivilgesellschaft intensiv mit der Frage, wie Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt werden können. Rund um die Landtagswahl am 6. September 2026 gibt es vielfältige Aktionen für Demokratie, Beteiligung, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. So wirbt das Bündnis »Sachsen-Anhalt weltoffen«, dem mehr als 300 Organisationen, Verbände, Kirchen und Gewerkschaften angehören, mit einer landesweiten Kampagne und einem Demokratiefestival am 5. September 2026 in Magdeburg für ein vielfältiges und solidarisches Sachsen-Anhalt. Das Bündnis »Mehr als uns trennt« ist mit der Kampagne »Wahre Heimatliebe« und einer Bustour durch das Land unterwegs, um den direkten Austausch mit den Bürger*innen zu suchen. Mit »Vielfältig. Bäuerlich. Gerecht.« bringen Akteure aus Landwirtschaft, Wohlfahrt, Kirche und Vereinen die Perspektiven des ländlichen Raums zudem in die öffentliche Debatte ein. Auch der Landessportbund Sachsen-Anhalt ruft seine Mitglieder zur Beteiligung an der Wahl auf. Formate wie »Dazusetzen & Mitreden« schaffen Räume für den Dialog über politische Beteiligung und die anstehende Wahl. Ergänzend ist die Initiative »WÄHLT FRAUEN.« mit der »RoadtourOst 2026: WÄHLT FRAUEN.« in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, um für eine stärkere Repräsentation von Frauen in Parlamenten und politischen Ämtern zu werben. Die Stiftung Bürger für Bürger engagiert sich mit Projekten wie »Zukunftswege Ost« für die demokratische Zivilgesellschaft in Ostdeutschland: 2026 fand das Zukunftsfestival »Streit & Zuversicht« in Halle statt. Zudem befasst sich das »Forum Bürgergesellschaft« der Stiftung Bürger für Bürger in Kooperation mit dem BBE und der Heinrich Böll Stiftung am 12. Oktober 2026 mit dem Thema »Wahljahr 2026 – Ergebnisse und Konsequenzen für die Zivilgesellschaft in Ostdeutschland«. Die unterschiedlichen Aktivitäten zeigen, wie breit das zivilgesellschaftliche Engagement im Kontext der Wahlen aufgestellt ist: von Kampagnen und öffentlichen Veranstaltungen über politische Bildung und Interessenvertretung bis hin zu Dialog, Vernetzung und direkter Begegnung.
Kampagne »Mehr als uns trennt – ›Wahre Heimatliebe ist‹«
Aktion »Vielfältig. Bäuerlich. Gerecht.«
Landessportbund Sachsen-Anhalt: Forderungskatalog zur Landtagswahl 2026
Dialogreihe zur Landtagswahl 2026 »Dazusetzen & Mitreden«
WÄHLT FRAUEN. – Roadtour Ost 2026
Paritätischer Sachsen-Anhalt: Positionen zur Landtagswahl 2026
Offizielle Informationen zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 – Landesportal Sachsen-Anhalt
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Für Teilhabe, Bildungschancen & Zusammenhalt: Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« erhalten
Programmträger des Bundesprogramms »Menschen stärken Menschen« beziehen Stellung zum Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027, in dem das erfolgreiche Pat*innenschaftsprogramm nicht mehr berücksichtigt wird. Mit einem Positionspapier verweisen sie auf die Tragweite dieser Entscheidung: Ein möglicher Wegfall von Hunderten Pat*innenschafts- und Mentoringprojekten bundesweit, der Rückbau von über Jahre hinweg aufgebauten Strukturen und Netzwerken sowie der Verlust eines Programms, das auf niedrigschwellige und kosteneffiziente Weise soziale Teilhabe, Bildungschancen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Um die Bemühungen der Programmträger zu unterstützen, hat das BBE mit Mitträgern zusammen eine Petition initiiert. Diese richtet sich an Bundesministerin Karin Prien, den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung. Darin wird der Erhalt des Bundesprogramms »Menschen stärken Menschen« und dessen Absicherung durch eine langfristige Förderperspektive gefordert. Unterzeichnen können alle, die sich für den Erhalt des Bundesprogramms einsetzen möchten.
Weitere Informationen und Petition
»Zivilgesellschaft stärken – jetzt!« BBE-Positionspapier zur Mitzeichnung
Das BBE hat das Positionspapier »Zivilgesellschaft stärken – jetzt!« vorgelegt und eröffnet weiteren Mitgliedsorganisationen die Möglichkeit zur Mitzeichnung. Mit dem Papier fordert das BBE verlässliche politische, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement und die organisierte Zivilgesellschaft. Ziel ist es, zivilgesellschaftliche Strukturen nachhaltig zu stärken und ihre Handlungsfähigkeit angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen und für die Demokratie zu sichern. Gefordert werden langfristige und verlässliche Förderbedingungen, eine angemessene Finanzierung von Personal-, Koordinations- und Infrastrukturkosten sowie der Abbau bürokratischer Anforderungen. Zugleich setzt sich das BBE für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie für mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe, zum Austausch und zum gemeinsamen Handeln ein. Mit einem Demokratiefördergesetz und einem Engagementfördergesetz sollen Demokratiearbeit und bürgerschaftliches Engagement dauerhaft abgesichert und verlässliche Grundlagen geschaffen werden. Das Recht auf Engagement soll verfassungsrechtlich verankert werden. Mit der Mitzeichnung des Positionspapiers ist zugleich die Teilnahme am digitalen politischen Hearing am 10. September 2026 unter der Schirmherrschaft von Aydan Özoguz, MdB, und Stephan Mayer, MdB, möglich. Dort sollen die Anliegen des Positionspapiers mit Vertreter*innen der Regierungsfraktionen diskutiert und Impulse für die weitere Engagement- und Förderpolitik gesetzt werden.
Führung im Nonprofit-Sektor zwischen Sinn und Erschöpfung
Am 24. August 2026 haben die Stiftung Bürgermut und das BBE im Rahmen einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Führungskräften vorgestellt und zentrale Herausforderungen für die Führung im gemeinnützigen Sektor diskutiert. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Führungskräfte in zivilgesellschaftlichen Organisationen hoch belastet sind. Steigende Anforderungen, knappe Ressourcen und herausfordernde Rahmenbedingungen können zu Überlastung und Erschöpfung führen. Zugleich wurde deutlich, dass gute Führung eine wichtige Voraussetzung für resiliente und wirksame Organisationen ist. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Stärkung von Führungskompetenzen, die Entlastung von Führungskräften und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für wirksame Führung im Nonprofit-Sektor. Die Diskussion verdeutlichte somit die Bedeutung guter Führung für die Zukunftsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Eröffnung des Hauses des Engagements in Hamburg
Am 29. August 2026 hat das Haus des Engagements seinen neuen Standort im Neuen Amt Altona in Hamburg offiziell eröffnet. Es schafft für fast 60 Organisationen sowie Gäste Raum für Austausch, Beratung, Kooperation und die Stärkung des freiwilligen Engagements in Hamburg. Engagierte, Initiativen, Vereine, Ehrenamtliche und Interessierte wurden zu einem bunten Nachmittag in die Neue Großen Bergstraße 3-5 eingeladen. Auf dem Programm standen Grußworte des Amtsleiters Steffen Ries und von BBE-Geschäftsführerin Lilian Schwalb sowie von Henning Baden von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE); eine Podiumsdiskussion mit den Geschäftsführenden des Trägerkonsortiums Julia Hudy (Aktivoli) und Rüdiger Ratsch-Heitmann (Bürgerstiftung Hamburg) sowie Rundgänge durch die Räumlichkeiten, ein Community-Marktplatz, Angebote der Partnerorganisationen und Möglichkeiten zur Beratung, Begegnung und Vernetzung. Das BBE gratuliert dem Haus des Engagements zur Eröffnung am neuen Standort und wünscht für den weiteren Aufbau und die Vernetzung der Engagementlandschaft viel Erfolg.
Website des Haus des Engagements
Bericht aus der Sitzung der BBE-Arbeitsgruppe Demokratiestärkung, nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliche Transformation
Die Arbeitsgruppe diskutierte am 2. April 2026 aktuelle Herausforderungen für Demokratie und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, das Wahlverhalten junger Menschen sowie neue Wege der politischen Bildung und Ansprache. Weitere Themen waren die Entwicklungen im Bundesprogramm »Demokratie leben!« und mögliche Reformen des Wehr- und Gesellschaftsdienstes. Die AG betonte die Bedeutung digitaler Kommunikationsräume und lokaler Beteiligungsorte sowie die Notwendigkeit, die Perspektiven junger Menschen stärker einzubeziehen.
Auftakt zur 22. Woche des bürgerschaftlichen Engagements
Am 11. September 2026 eröffnet das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) gemeinsam mit dem Partnerland Thüringen/ der Thüringer Staatskanzlei die 22. Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Unter dem Motto »Miteinander Zukunft gestalten« macht die Aktionswoche vom 11. bis 20. September bundesweit sichtbar, welchen Beitrag freiwilliges Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Gestaltung der Zukunft leistet. Bei der Auftaktveranstaltung in der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund steht die Frage im Mittelpunkt, wie Beteiligung und Engagement den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken können. Eine Podiumsdiskussion bringt dazu Perspektiven aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Zudem werden das Projekt der Woche und die Engagement-Botschafterin 2026, Vanessa Beyer, vorgestellt. Der »Markt des Miteinanders« bietet vor und nach dem Programm Raum für Austausch, Vernetzung und Begegnung mit Initiativen aus ganz Deutschland. Die Woche wird durch das Bundeskanzleramt gefördert.
Thüringer Engagement-Tag
Im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements lädt die Thüringer Ehrenamtsstiftung am 17. September 2026 zum Thüringer Engagement-Tag nach Erfurt ein. Der Thementag bietet Gelegenheit, sich über aktuelle Fragen des bürgerschaftlichen Engagements auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Impulse für die Zukunft des Ehrenamts zu entwickeln. Auf dem Programm stehen verschiedene Workshops, Möglichkeiten zur Vernetzung und eine Diskussionsrunde in Kooperation mit dem BBE unter dem Motto »Miteinander Zukunft gestalten«. Ein kreatives Mitmachformat ergänzt den Thementag und lädt dazu ein, Engagement auf vielfältige Weise sichtbar und erlebbar zu machen. Die Gäste erwarten Begegnungen, die Möglichkeit zum Austausch und die Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir gemeinsam gute Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement gestalten können. Damit wird der Thüringer Engagement-Tag zu einem Teil der Woche des bürgerschaftlichen Engagements und setzt zugleich ein Zeichen für die Vielfalt und Bedeutung des Engagements in Thüringen.
Weitere Informationen und Anmeldung
Rikscha-Tour durch Worms
Im Rahmen der Aktionswoche »Engagement macht stark!« findet am 5. September 2026 in Worms eine besondere Rikscha-Tour mit Senior*innen statt. Engagierte von »Radeln ohne Alter« aus ganz Deutschland kommen mit ihren Rikschas zusammen, um gemeinsam unterwegs zu sein und das bundesweite Engagement für ältere Menschen sichtbar zu machen. Die Tour bietet Senior*innen die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, und trägt dazu bei, ihre soziale Teilhabe und Mobilität im Alter zu fördern. Die Veranstaltung findet von 10:00 bis 12:00 Uhr statt und ist Teil des bundesweiten Netzwerktreffens von Radeln ohne Alter Deutschland e.V.. Sie zeigt beispielhaft, wie freiwilliges Engagement Generationen miteinander verbinden und älteren Menschen eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen kann.
Weitere Informationen und Anmeldung
Waldbühne Otternhagen lädt zum Kennenlernen ein
Im Rahmen der Aktionswoche »Engagement macht stark!« lädt die Waldbühne Otternhagen am 6. September 2026 dazu ein, die vielfältigen Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements im Freilichttheater kennenzulernen. Von 14:00 bis 18:00 Uhr können Interessierte auf dem Bühnengelände einen Informationsstand besuchen, einen Blick hinter die Kulissen werfen und erfahren, welche unterschiedlichen Talente, Ideen und Formen des freiwilligen Engagements für den Theaterbetrieb gebraucht werden. Die Aktion findet im Rahmen des Familienstücks »Das kleine Gespenst« statt und macht deutlich, dass Theater nicht allein auf der Bühne entsteht, sondern durch das Zusammenspiel vieler engagierter Menschen getragen wird. Als Mitglied des Verbands Deutscher Freilichtbühnen e.V., einem Partner der Kampagne »Engagement macht stark!«, beteiligt sich die Waldbühne damit an der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Der Informationsstand ist frei zugänglich; eine Eintrittskarte für das Familienstück ist für den Besuch des Informationsangebots nicht erforderlich.
World Cleanup Day Bonn 2026
Am 20. September 2026 findet weltweit der World Cleanup Day statt. In Bonn bildet er den Abschluss der Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Der Thementag steht im Zeichen von Umwelt- und Ressourcenschutz und macht sichtbar, wie freiwilliges Engagement vor Ort konkrete Veränderungen bewirken kann.
Weitere Informationen zu World Cleanup Day Bonn 2026
Neue Leitung der Kommunikation im BBE: Lisa-Sophie Linton
Lisa-Sophie Linton übernimmt die Leitung der Kommunikation in der BBE-Geschäftsstelle. Sie ist Kommunikations- und Markenexpertin mit langjähriger Erfahrung in der strategischen Positionierung, Kampagnensteuerung und Markenführung. Als Head of Brand bei betterplace.org, Deutschlands größter Spendenplattform, hat sie über Jahre hinweg die Unternehmenskommunikation verantwortet und kennt daher den gemeinnützigen Sektor und die Eigenheiten zivilgesellschaftlicher Arbeit aus der Praxis. Als neue Leitung Kommunikation des BBE will sie dazu beitragen, dass die fachlichen und politischen Impulse des Netzwerks noch stärker wirken und im gesellschaftlichen Diskurs gehört werden.
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Zukunft digital gestalten: KI und Ehrenamt erleben
Im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements laden das Zukunftswerk Wiesbaden und die Digital-Lotsen Wiesbaden am 11. September von 17:00 bis 20:00 Uhr zu einer Veranstaltung rund um Künstliche Intelligenz, digitale Teilhabe und ehrenamtliches Engagement ein. Besucher*innen haben die Möglichkeit, an interaktiven Stationen verschiedene Anwendungen Künstlicher Intelligenz auszuprobieren und sich auf niederschwellige Weise mit neuen digitalen Möglichkeiten vertraut zu machen. Die Digital-Lotsen informieren über die Initiative »Digital im Alter« sowie über die Möglichkeiten, sich selbst als Digital-Lotsin oder Digital-Lotse ehrenamtlich zu engagieren. Die Veranstaltung, die im Zukunftswerk Wiesbaden stattfindet, soll Menschen, die Unterstützung bei digitalen Fragen suchen, und diejenigen, die ihr Wissen ehrenamtlich weitergeben möchten, zusammenbringen. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Diese und viele weitere Mitmachaktionen im Rahmen der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements werden in unserem Engagementkalender eingetragen.
Fachforum »Sport mit Courage« stärkt Demokratie im Jugendsport
Die Deutsche Sportjugend (dsj) veranstaltet am 10. September 2026 in Frankfurt am Main das Fachforum »Sport mit Courage«. Die Fach- und Vernetzungstagung befasst sich mit der Frage, wie der Jugendsport angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen, rechtsextremer Interventionen und antidemokratischer Vorfälle demokratische Strukturen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann. Die dsj verweist auf die Bedeutung der rund 86.000 Sportvereine als Orte, an denen Kinder und Jugendliche Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und demokratische Werte erfahren. Zugleich sollen Vereine und ehrenamtlich Engagierte im Umgang mit menschenfeindlichen und antidemokratischen Entwicklungen stärker unterstützt werden. Die dsj setzt sich hierfür seit mehreren Jahrzehnten im Rahmen ihrer Arbeit für einen »Sport mit Courage« ein. Unterstützt wird diese Arbeit unter anderem durch die Bundesprogramme »Demokratie leben!« und »Zusammenhalt durch Teilhabe« sowie das Bundesprogramm gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport. Im Mittelpunkt des Fachforums stehen praktische Ansätze für eine klare demokratische Haltung im Jugendsport und deren Vermittlung nach außen. Zu den Referierenden gehören unter anderem der Rechtsextremismus-Experte Robert Claus sowie die Politologin und Publizistin Saba-Nur Cheema. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« gefördert.
Kampagne für neue Klimaschutz-Initiativen
Das kommunale Klimanetzwerk LocalZero von GermanZero e.V. unterstützt bundesweit Ehrenamtliche dabei, in ihren Städten und Gemeinden klimaneutrale Lösungen voranzutreiben und umzusetzen. Der Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit Kommunen und Lokalpolitik. LocalZero bietet für dieses Engagement Struktur, Know-how und Materialien – von Flyern bis zu Schulungen – und vernetzt Klimaschutzinitiativen bundesweit. Nun startet das Netzwerk eine Kampagne, um noch mehr Gruppengründungen anzustoßen, und lädt interessierte Bürger*innen, Klima-Initiativen, Klimaschutzmanager*innen und Ehrenamtskoordinator*innen zu kostenlosen Online-Informationsveranstaltungen ein. Diese finden am 4. September von 17.30 bis 18:30 Uhr und am 7. September 2026 von 18:00 bis 19:00 Uhr statt. Weitere Termine folgen am 30. September sowie im Oktober. Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Informationen und Anmeldung
Neue App verbindet Katastrophenschutz, Vorsorge und Engagement
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Rems-Murr hat mit »Hilf Spontan« eine kostenlose App zur digitalen Vermittlung freiwilliger Helfer*innen eingeführt. Die Anwendung verbindet Helfervermittlung mit Warninformationen und Angeboten zur Krisenvorsorge und soll damit freiwilliges Engagement auch außerhalb akuter Schadenslagen erleichtern. Nutzer*innen können ihre Fähigkeiten, Verfügbarkeiten und möglichen Einsatzbereiche hinterlegen. Das DRK kann auf dieser Grundlage gezielt passende Helfer*innen für Aufgaben im Bevölkerungsschutz oder bei sozialen Projekten anfragen. Ein digitales Matching berücksichtigt dabei unter anderem Qualifikationen, Sprachkenntnisse und die Entfernung zum Einsatzort. Die Übernahme eines Einsatzes bleibt freiwillig. Über die App können zudem Informationen und Fotos, beispielsweise zu überfluteten oder versperrten Straßen, an das DRK übermittelt werden. Das Ziel besteht darin, ein kreisweites Helfernetzwerk aufzubauen, das im Krisenfall kurzfristig aktiviert werden kann und zugleich das Engagement bei sozialen Projekten unterstützt. Das Projekt wurde von der Stiftung des DRK im Rems-Murr-Kreis mit 12.500 Euro gefördert. Die technische Grundlage stammt aus einem in Bonn und österreichischen Regionen bereits eingesetzten Konzept und wurde für den Rems-Murr-Kreis angepasst.
Öffentlichkeitsarbeit im Mentoring mit KI stärken
Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, neue Freiwillige anzusprechen, Projekte sichtbarer zu machen und die Öffentlichkeitsarbeit mit begrenzten Ressourcen wirksamer zu gestalten? Antworten auf diese Fragen gibt es im kostenfreien Präsenzworkshop »Öffentlichkeitsarbeit im Mentoring stärken: KI-gestützte Kommunikation zur Sichtbarkeit von Patenschaftsprojekten« von openTransfer Patenschaften und der Stiftung Bürgermut am 17. September 2026 im Haus des Stiftens in München. Die Teilnehmenden setzen sich gemeinsam damit auseinander, wie KI für Social Media, Newsletter, Website-Texte, Kampagnen und die Ansprache neuer Engagierter eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt stehen konkrete Kommunikationsaufgaben aus dem Projektalltag und die Frage, welche Anwendungen zu den Zielgruppen, Ressourcen und Arbeitsweisen der eigenen Organisation passen. Den Fach- und Praxisblock gestaltet Jana Piske, Expertin für KI-gestützte digitale Kommunikation. Ein Praxisimpuls von »Start with a Friend« gibt Einblicke in die bundesweit koordinierte Öffentlichkeits- und Social-Media-Arbeit für unterschiedliche lokale Standorte und zeigt, an welchen Stellen KI bereits praktisch eingesetzt wird. Darüber hinaus bietet der Workshop Raum für Vernetzung und Peer-to-Peer-Austausch. Der Workshop richtet sich insbesondere an Mitarbeitende und Engagierte aus Patenschafts- und Mentoringorganisationen in München und Bayern. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Teilnehmenden ist auf 15 Personen begrenzt. Interessierte werden auf die Warteliste aufgenommen.
Workshopreihe zu Demokratie und Engagement
Ist politische Neutralität eine Förderbedingung? Wie können wir in der Verwaltung die Demokratie schützen? Dürfen Vereine sich politisch engagieren, wenn sie als gemeinnützig anerkannt sind? Zu diesen und vielen weiteren Themen bieten »Zusammen für Demokratie« und die »Allianz für Rechtssicherheit« in einer gemeinsamen Reihe regelmäßig kostenlose Webinare mit Expert*innen aus unterschiedlichen Organisationen an. Die Reihe steht allen Interessierten offen, der Hinweis kann gerne weiterverbreitet werden. Die nächsten Termine sind am 22. September und 13. Oktober 2026 zum Thema »Wie schützen wir in der Verwaltung die Demokratie?«, am 5. Oktober 2026 zum Thema »Politische Neutralität als Förderbedingung?« und am 5. November 2026 zum Thema »Gemeinnützigkeit – dürfen Vereine sich politisch engagieren?«. Die Veranstaltungen finden jeweils um 17:00 Uhr statt. Informationen und Anmeldemöglichkeiten werden noch veröffentlicht.
Freiwilligentage Treptow-Köpenick 2026
Vom 4. bis 13. September 2026 laden das STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum und verschiedene gemeinnützige Organisationen zu den Freiwilligentagen in Treptow-Köpenick ein. Bei rund 30 kostenlosen Mitmach-Aktionen im gesamten Bezirk können Interessierte freiwilliges Engagement kennenlernen und unkompliziert ausprobieren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Programm umfasst unter anderem Garten- und Clean-up-Aktionen, eine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt, ein Repair-Café, Angebote für Kinder, Kultur- und Nachbarschaftsprojekte sowie Aktionen zu Demokratie und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Freiwilligentage werden am 4. September 2026 um 17:45 Uhr von Bezirksbürgermeister Oliver Igel beim Internationalen Sommerfest eröffnet. Eine laufend aktualisierte Übersicht aller Aktionen ist beim STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum verfügbar.
Online-Diskussion: Ländliche Räume stärken – Leerstand nachhaltig aktivieren
Am 16. September 2026 widmet sich eine Online-Diskussion von 17:00 bis 18:30 Uhr der Frage, wie Wohnungsleerstand in strukturschwachen ländlichen Regionen nachhaltig genutzt werden kann. Bundesweit stehen derzeit rund 1,9 Millionen Wohnungen leer, wobei die Leerstandsquote in Ostdeutschland besonders hoch ist. Ursachen hierfür sind unter anderem der erwartete Bevölkerungsrückgang, wirtschaftliche Strukturdefizite, eine unzureichende Infrastruktur und ein teilweise veralteter Wohnungsbestand. Gleichzeitig können leerstehende Wohnungen und Gebäude Chancen für neue Projekte, lokale Entwicklung und mehr Mitbestimmung bieten. Es werden Erfahrungen betroffener Kommunen diskutiert sowie bestehende Modelle zur Neubelebung von Leerstand und deren Möglichkeiten und Grenzen. Zu den Gästen gehören Stephanie Bock vom Deutschen Institut für Urbanistik, Fabian Stankewitz von der Verbandsgemeinde Westliche Börde, Dr. Martin Reiher von der Gubener Wohnungsgesellschaft und Renate Ortsmann-Möller von der Grünen Werkstatt Wendland. Die Veranstaltung ist Teil der Online-Reihe »Bauen-Wohnen-Mieten – Perspektiven für bezahlbares Wohnen und nachhaltiges Bauen«. Veranstalterin ist die Heinrich-Böll-Stiftung – Bundesstiftung Berlin, in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik.
Weitere Informationen und Anmeldung
Young Leadership Camp
Am 9. Oktober 2026 findet das Young Leadership Camp statt – ein eintägiger, ko-kreativer Lernraum für Menschen in der Zivilgesellschaft, die Verantwortung übernehmen oder kurz davorstehen. Das Young Leadership Camp schafft Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um Führung, Verantwortung und Strukturen sowie die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sich zu vernetzen und die eigene Wirksamkeit weiterzuentwickeln. Ziel ist es, junge Führungspersönlichkeiten in ihrer Rolle zu stärken und somit auch die Zivilgesellschaft insgesamt zu unterstützen.
Förderung: »Zeichen setzen! Für mehr Respekt und Vielfalt«
Mit der Förderaktion »Zeichen setzen! Für mehr Respekt und Vielfalt« unterstützt die Aktion Mensch zeitlich befristete inklusive Projekte für junge Menschen bis 27 Jahre. Gefördert werden Vorhaben, die soziale und demokratische Kompetenzen stärken, für Vielfalt und gleichberechtigte Teilhabe sensibilisieren oder sich kreativ gegen Mobbing und Ausgrenzung einsetzen. Die Förderung erfolgt als Mikroförderung für zeitlich befristete, regionale Projekte. Pro Vorhaben können bis zu 7.500 Euro beantragt werden, und die Laufzeit beträgt maximal zwölf Monate. Der Antragszeitraum läuft bis die Fördermittel in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro ausgeschöpft sind. Nicht gefördert werden unter anderem bereits begonnene Projekte, geschlossene Teilnehmerkreise, regulär finanzierte Angebote, reine Sachanschaffungen, Auslandsprojekte sowie Vorhaben mit parteipolitischer oder tagespolitischer Ausrichtung.
Jugendwettbewerb »denkt@g 2026/2027«
Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 22 Jahren zur Teilnahme am bundesweiten Internetwettbewerb »denkt@g 2026/2027« ein. Der Wettbewerb widmet sich der Erinnerungskultur und dem Gedenken an den Holocaust und nimmt zudem aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus und Rechtsextremismus in den Blick. Die aktuelle Wettbewerbsrunde steht unter dem Titel »Ihre Geschichte (er)zählt – Frauen im Holocaust«. Im Fokus stehen Lebensgeschichten von Frauen, die während des Holocaust verfolgt wurden, Widerstand leisteten oder den Holocaust überlebten. Bewerbungen können bis zum 31. Oktober 2026 eingereicht werden.
Konrad-Adenauer-Stiftung: denkt@g-Jugendwettbewerb
Beteiligung als soziale Frage
Nicht mangelndes Interesse, sondern ungleich verteilte Voraussetzungen erschweren die politische Teilhabe. Dies ist einer der zentralen Befunde der im Juni 2026 veröffentlichten Analyse zu den sozialen Voraussetzungen der Beteiligung junger Menschen. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) untersucht darin den Einfluss von Familie, Schule und sozialen Ressourcen auf die Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, Anerkennung, Selbstwirksamkeit und echte Mitbestimmung zu erfahren. Die Analyse zeigt, dass Herkunft, Wohnort und die Ressourcen des sozialen Umfelds die Beteiligungschancen prägen. Besonders im ländlichen Raum können fehlende Angebote, weite Wege und knappe kommunale Mittel die Beteiligungsmöglichkeiten einschränken. Die Analyse leitet daraus eine sozialpolitische Passungsformel für wirksame Beteiligung ab: Politische Rechte, ausreichende Ressourcen und verlässliche Verfahren müssen zusammenspielen. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, wird auch die Wirkung der anderen geschwächt. Anlässlich der Veröffentlichung fand in Dresden ein öffentlicher Live-Podcast mit Nathalie Neumann vom CSD Zittau, der sächsischen Landtagsabgeordneten Sophie Koch (SPD) und dem Autor der Analyse statt. Die Aufzeichnung sowie die Lang- und Kurzfassung und vier Factsheets sind frei zugänglich.
Neue Folge der »NGO-Debatte«: Wie aus Engagement Verantwortung wird
In der neuen Ausgabe der »NGO-Debatte« sprechen Victoria Strachwitz und Michael Seberich mit Yusuf Aydinbas, dem Gründer und Geschäftsführer des »Hauses der sozialen Vielfalt« in Leipzig. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus freiwilligem Engagement langfristige gesellschaftliche Verantwortung entstehen kann. Das Gespräch beleuchtet die Entwicklung des Hauses, die Bedeutung von Professionalisierung sowie die Rolle von Vernetzung und Dialog für eine starke Zivilgesellschaft. Dabei wird deutlich: Ehrenamt kann der Ausgangspunkt sein, doch für nachhaltige Wirkung sind häufig auch professionelle Strukturen nötig. Professionalisierung steht dabei nicht im Gegensatz zu Idealismus, sondern kann Engagement stärken, schützen und langfristig wirksam machen.
Bose/ Wachinger: Gemeinnützigkeit: Wie das Steuerrecht Weichen für die Zivilgesellschaft stellt (Zeitschriftenartikel)
Rund 500.000 Organisationen in Deutschland verfügen über einen gemeinnützigen Status. Welche Bedeutung das Gemeinnützigkeitsrecht für die Zivilgesellschaft hat und wie sich seine Grundlagen entwickelt haben, untersuchen Fiona von Bose und Dr. Marie Wachinger. Die Autorinnen zeichnen die Geschichte des Rechts von der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart nach. Dabei befassen sie sich unter anderem mit der historischen Auslegung des Begriffs »Allgemeinheit«, der Nutzung des Gemeinnützigkeitsrechts zur Ausgrenzung und wirtschaftlichen Vernichtung zivilgesellschaftlicher Organisationen während des Nationalsozialismus sowie mit der Übernahme wesentlicher Strukturen nach 1945. Im weiteren Verlauf betrachten von Bose und Wachinger die Entwicklung der Zivilgesellschaft seit den 1960er Jahren und die weitgehend unveränderte rechtliche Grundlage. Anhand des Falls Attac und aktueller Reformvorschläge gehen sie der Frage nach, wie das Gemeinnützigkeitsrecht mit politischem Engagement zivilgesellschaftlicher Organisationen umgeht.
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