Newsletter Nr. 13 vom 17. August 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Editorial
Viel Bewegung in der vermeintlichen Sommerpause
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Regierungsumbildung: Neue Zuständigkeiten für Sport und Ehrenamt
Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe
Kürzung im Entwurf des Bundeshaushalts bei »Menschen stärken Menschen«: Widerstand, Stellungnahmen
Bürgerfonds für deutsch-französische Zivilgesellschaft langfristig gesichert
Sozial-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Bielefelder Engagement-Card wird digital
Deutscher Musikrat startet Kampagne »Demokratie sowieso!«
Deutscher Gemeinsamkeitspreis 2026: Engagement gegen Einsamkeit
Neuausrichtung der Demokratieförderung: Interview
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Führung im Nonprofit-Sektor: Diskussionsveranstaltung
Außerordentliche BBE-Mitgliederversammlung: Stärkung der Resilienz des Netzwerks
Bericht aus der Sitzung der BBE-Arbeitsgruppe Bildung und Engagement
Bericht aus der Sitzung der BBE-Arbeitsgruppe Freiwilligendienste
Noch ein Monat bis zur 22. Woche des bürgerschaftlichen Engagements!
KMU und Engagement: Einladung zum Sommerfest in der Engagementwoche
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
ZiviZ-Survey 2027: Aktivitäten, Ressourcen und Bedarfe zivilgesellschaftlicher Organisationen
Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit 2026: Anmeldung eröffnet
Tag der Selbsthilfe
Bundesweite Aktionswochen gegen Antiziganismus
Förderprogramm »Vor Ort vereint«
BürgerStiftung München: Neue Förderrunde 2027
»Ideen auf laut«: Jugendliche gestalten Hannover
Konzeptförderpreis »KunstZeitAlter« 2026 ausgeschrieben
ÜBERLAND-Festival 2026
#deinehrenamt: Engagementkongress der Landesehrenamtsagentur Hessen
Digitales Trainingsprogramm für die Zivilgesellschaft
Diskriminierungserfahrungen im migrantischen Ehrenamt
Radtke: Protest und Partizipation in der Energiewende (Beitrag)
Dohr/ Kießig/Celary: Religiöse Motivation für soziales Engagement (Monographie)
Backhaus-Maul/ Hehl/ Speth: Organisiertes Engagement in Sachsen (Publikation)
Editorial
Viel Bewegung in der vermeintlichen Sommerpause
Liebe Leser*innen,
politische Sommerpause hin, Sommerferienzeit her – das vielfältige Engagement in Vereinen, Initiativen, Projekten und vor Ort in den Kommunen kennt keinen Pausenknopf. Auch in der vermeintlich ruhigeren Zeit ermöglichen bundesweit zivilgesellschaftliche Initiativen Begegnungen, fördern den Zusammenhalt und stärken das demokratische Miteinander. Die heiße Sommerzeit fordert dabei viele Menschen heraus. Zivilgesellschaft leistet unverzichtbare Akuthilfe bei extremer Hitze.
Angesichts extremer Sommertemperaturen schlossen viele BBE-Mitglieder, wie Wohlfahrtsverbände, Umweltorganisationen und Bundesvereinigungen mit ihren Unterstrukturen in den vergangenen Wochen Versorgungslücken, die kurzfristig nicht staatlich abgedeckt werden konnten: Einige Beispiele: Hitzebusse & Streetwork des Caritas-Verbandes oder des Deutschen Roten Kreuzes zugunsten Obdachloser, die Öffnung von Schutzräumen und kühlenden Zufluchtsorten durch Kirchen und den Internationalen Bund oder eine Koordinierung von nachbarschaftlichen Einkaufshilfen oder Telefonketten für isoliert lebende Senior*innen durch Freiwilligenagenturen und die NAKOS. Zivilgesellschaftliche Organisationen sind in Krisensituationen schnell aktivierbar – wenn sie funktionierende Strukturen vorhalten können. Dies ist regelmäßig abhängig von der Nachhaltigkeit der Finanzierungsstrukturen, einem guten Zusammenspiel mit staatlichen und politischen Kräften und der Koproduktion und Kooperation mit Partner*innen.
Organisationen der Zivilgesellschaft setzen sich ganzjährig in vielfältigen Bereichen dafür ein, dass ihre Mitglieder und die Engagierten vor Ort verlässliche Strukturen vorfinden.
Die Entwicklungen, über die wir in dieser Ausgabe berichten, verbindet denn auch eine gemeinsame Frage: Wie können wir gute Rahmenbedingungen schaffen, damit Engagement seine Wirkung entfalten und unsere Gesellschaft auch in bewegten Zeiten zusammenhalten kann?
In der vergangenen Ausgabe haben wir über den Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 und seine Auswirkungen auf die Engagementlandschaft berichtet. In dieser Ausgabe werfen wir einen genaueren Blick auf Programme und Strukturen, die für Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt von zentraler Bedeutung sind.
Mit den Programmen »Menschen stärken Menschen« und »Demokratie leben!« ist es gelungen, über Jahre hinweg Strukturen aufzubauen und zu entwickeln, die vor Ort Antworten auf wichtige Fragen bereithalten. Netzwerke, die hier entstanden sind, sind in der Lage, gerade auch in Krisenzeiten für Resilienz zu sorgen. Sie helfen, Menschen zu aktivieren, Teilhabe zu ermöglichen, Wissen bereitzustellen, Lösungen kreativ zu entwickeln und schnell umzusetzen und unsere Demokratie zu stützen. Sollte – wie im Haushaltsentwurf vorgesehen – die Kürzung der Mittel für Programme wie »Menschen stärken Menschen« umgesetzt werden, wird dies spürbare Lücken hinterlassen. Durch die Evaluierung ist die Wirkung des Ansatzes mit einem verhältnismäßig geringen finanziellen Aufwand längst belegt. Noch handelt es sich nur um einen Entwurf. Der Bundestag kann sich dafür einsetzen, die 18 Millionen Euro für die weitere Arbeit der Träger auf allen Ebenen wieder einzustellen. Hier ist nun die Politik gefragt. Denn: Eine starke Zivilgesellschaft entsteht nicht von heute auf morgen, und sie lässt sich ebenso wenig kurzfristig ersetzen.
Gleichzeitig gibt es Entwicklungen, die zeigen, wie öffentliche Förderung zivilgesellschaftliches Engagement strukturell wirksam unterstützen kann. Die langfristige Sicherung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds ist ein wichtiges Signal für grenzüberschreitendes Engagement und die europäische Zusammenarbeit. Auch die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe betrifft ein Handlungsfeld, in dem zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen Verantwortung übernehmen und ihre Expertise einbringen.
Zivilgesellschaft wird vielfach als unverzichtbare »Stütze der Demokratie« anerkannt und gefördert. Zugleich wird sie bei politischem Widerspruch immer wieder als parteiisch, illegitim oder zu staatsabhängig dargestellt. Dabei ist die kritische, eigensinnige Zivilgesellschaft vielmehr eine unverzichtbare Kraft unserer offenen Gesellschaft.
Im September heißt es bei uns wieder: Spot On – zeigt alle, was Ihr bewirkt: Dann eröffnen wir unsere jährliche bundesweite Woche des bürgerschaftlichen Engagements! Wir laden alle ein, Engagement in aller Vielfalt bundesweit sichtbar zu machen.
Wir zählen auf Sie und wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Herzliche Grüße
Ihre
Dr. Lilian Schwalb
Geschäftsführerin des BBE
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Regierungsumbildung: Neue Zuständigkeiten für Sport und Ehrenamt
Nach wie vor ist keine Nachfolge für die Funktion des/ der Staatsminister*in für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt benannt. Dr. Christiane Schenderlein, ab Mai 2025 als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt tätig, wurde zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit ernannt. Darüber informierte Bundeskanzler Friedrich Merz sie und die Öffentlichkeit überraschend Ende Juli. Das Amt des Engagement-Staatsministers/ der Engagement-Staatsministerin ist seither vakant. Für die Engagementpolitik ist diese Neuordnung von besonderer Bedeutung. Welche politischen Schwerpunkte künftig gesetzt werden, bleibt abzuwarten. »Wie kann unsere Zivilgesellschaft nachhaltig gestärkt und gesichert werden als tragende Säule unserer Demokratie? Wie kommen wir zu einem konstruktiveren Miteinander von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft? Wir brauchen jetzt dringend Partner*innen, die Ambitionen haben, etwas zu bewegen«, so Dr. Lilian Schwalb, Geschäftsführerin des BBE.
Deutschlandfunk (1.8.2026): Nachfolge noch unklar: Sport-Staatsministerin muss gehen
Süddeutsche Zeitung (27.7.2026): Ministerin Schenderlein: Mitgerissen vom politischen Sommersturm
Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe beschlossen. Ziel ist es, Hilfen schneller und passgenauer zugänglich zu machen, kommunale Strukturen zu stärken, Bürokratie abzubauen und den Kostenanstieg in den Kommunen langfristig zu begrenzen. Der individuelle Rechtsanspruch auf bedarfsgerechte Hilfen bleibt bestehen. Vorgesehen sind unter anderem niedrigschwellige Bildungsassistenzangebote in Kitas und Schulen, die gemeinsam von Jugendämtern, Kitas und Schulen geplant werden. Zudem sollen Kommunen erproben können, die Kinder- und Jugendhilfe als zentralen Ansprechpartner für junge Menschen mit Behinderungen und ihre Familien einzusetzen. Der Verfahrenslotse wird entfristet. Auch für die Aufnahme und Verteilung unbegleiteter ausländischer Minderjähriger sind Vereinfachungen vorgesehen. Darüber hinaus sollen kommunale Infrastrukturangebote wie Familienzentren, Beratungsstellen und Elternkurse gestärkt und die Unterstützung junger Menschen beim Übergang in Ausbildung und Beruf ausgebaut werden. Mit dieser Strukturreform bündelt das Bundesjugendministerium die Hilfen für Kinder mit Behinderungen. Wie wird die geplante Strukturreform in der Zivilgesellschaft bewertet? In der nächsten Ausgabe bündeln wir Positionierungen, Einschätzungen und Forderungen aus unserer Mitgliedschaft.
Kürzung im Entwurf des Bundeshaushalts bei »Menschen stärken Menschen«: Widerstand, Stellungnahmen
Im BBE-Newsletter vom 10. Juli 2026 wurde bereits über die Auswirkungen des Regierungsentwurfs des Bundeshaushalts 2027 berichtet. Unter anderem ist das erfolgreiche Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« im aktuellen Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027 nicht mehr vorgesehen. Von dieser drohenden Streichung und den damit einhergehenden drastischen Mittelkürzungen sind etablierte Mentoring- und Patenschaftsorganisationen betroffen: Trägerverbände, Vereine und Landesverbände, Koordinator*innen vor Ort sowie Mentor*innen und Mentees selbst. Programmträger aus »Menschen stärken Menschen«, wie die Stiftung Bildung, der Landesverband der Kita- und Schulfördervereine, Soziale Dienste und Jugendhilfe sowie weitere Mitglieder des BBE, wie etwa der Bundesverband Soziales Mentoring, beziehen Stellung. Sie kritisieren die Beendigung des Programms mit Verweis auf die immense Bedeutung von Mentoring und die seit über 11 Jahren aufgebauten Strukturen für Bildungsgerechtigkeit, Selbstwirksamkeit, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das BBE als Mitprogrammträger im Bundesprogramm koordiniert aktuell ein politisches Schreiben aller 24 Programmträger*innen. Darüber hinaus prüft es die Möglichkeit, gemeinsam mit allen Programmträgern eine Petition für den Erhalt des Programms ins Leben zu rufen. Zudem hat das BBE-Team über die Programmträger*innen den lokalen Strukturen vor Ort Materialien für die Ansprache von MdBs in den jeweiligen Wahlbezirken zur Verfügung gestellt. Lanciert im Jahr 2015 ist »Menschen stärken Menschen« das Erfolgsprogramm des BMBFSFJ mit einem niedrigschwelligen und wirksamen Ansatz der Förderung von Engagement und Inklusion auf allen Ebenen.
Stiftung Bildung (21.7.2026): Kinder-Patenschaften retten – Bildung und Zivilgesellschaft stärken
Bundesverband soziales Mentoring (16.7.2026): Positionspapier
Bürgerfonds für deutsch-französische Zivilgesellschaft langfristig gesichert
Beim Deutsch-Französischen Ministerrat am 17. Juli 2026 in Brühl wurde die dauerhafte Verankerung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds im Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) angekündigt. Der Bürgerfonds unterstützt Vereine, Kommunen und weitere lokale Akteur*innen bei Projekten, die den deutsch-französischen Austausch und die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaften stärken. Seit seinem Start 2020 wurden mehr als 4.500 Projekte gefördert, unter anderem in den Bereichen Sport, Kultur, Inklusion, Energiewende und demokratische Teilhabe. »Die Verankerung des Bürgerfonds im DFJW zeugt von der politischen Unterstützung für bürgerschaftliches Engagement über Grenzen hinweg. Sie ist ein starkes Zeichen für demokratische und europäische Werte und kann dazu beitragen, politischen Extremen und nationalen Reflexen entgegenzuwirken. Gemeinsam mit dem DFJW kann sich der Bürgerfonds innerhalb von klaren und soliden juristischen Rahmenbedingungen weiterentwickeln, innovativ bleiben und die Zivilgesellschaften Deutschlands und Frankreichs einander immer näherbringen«, so Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
Sozial-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 hat die Diakonie Mitteldeutschland den »Sozial-O-Mat« ins Leben gerufen. Mithilfe des Sozial-O-Maten können Nutzer*innen ihre eigenen sozialpolitischen Erwartungen mit den Parteiprogrammen und den Positionen der Diakonie Mitteldeutschland vergleichen. Nach Bewertung der 20 Thesen mit Zustimmung, Ablehnung oder Neutralität erfahren die Nutzer*innen im Ergebnis, mit welchem Parteiprogramm ihre persönlichen Erwartungen die größte Übereinstimmung haben. Das Ziel besteht darin, Orientierung zu sozialpolitischen Themen zu bieten, ohne dabei eine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei auszusprechen. Das Angebot orientiert sich in Aufbau und Nutzung am Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, ist jedoch auf Themen aus dem Arbeitsfeld der Diakonie zugeschnitten. Von den mehr als einem Dutzend angefragten Parteien beteiligen sich zwölf mit eigenen Antworten und Positionen. Der Sozial-O-Mat wurde von der Berliner Agentur Raufeld entwickelt und wird in deren Auftrag betrieben.
Sozial-O-Mat der Diakonie Mitteldeutschland
Bielefelder Engagement-Card wird digital
Die Engagement-Card Bielefeld wird weiterentwickelt und ist künftig auch in digitaler Form erhältlich. Vereine und Institutionen können die Karte für ihre ehrenamtlich Engagierten beantragen und ausstellen. Mit der Karte soll ehrenamtliches Engagement anerkannt und durch Vergünstigungen und Gutscheine in Bielefeld gewürdigt werden. Voraussetzung ist ein Nachweis von mindestens 100 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit pro Jahr bzw. 50 Stunden für Jugendliche. In Bielefeld engagieren sich rund 120.000 Menschen ehrenamtlich, aktuell besitzen jedoch nur etwa 1.000 die Engagement-Card. Mit den Neuerungen soll die Karte bekannter werden und insbesondere jüngere Menschen zur Registrierung motivieren.
Deutscher Musikrat startet Kampagne »Demokratie sowieso!«
Am 10. August 2026 startete der Deutsche Musikrat die bundesweite Kampagne »Demokratie sowieso!«. Sie setzt sich für Demokratie, kulturelle Vielfalt und die Freiheit der Kunst ein und wird von einem breiten Bündnis aus Verbänden und Institutionen des Musiklebens unterstützt. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Infragestellung demokratischer Grundwerte und Angriffe auf die Freiheit der Kunst begründet der Deutsche Musikrat die Initiative auf der Kampagnenwebsite mit den Worten: »Für eine freie Kultur als Puls unserer offenen Gesellschaft.« Die Kampagne läuft bis Anfang Oktober. Im Mittelpunkt stehen sieben Social-Media-Motive mit Fragen aus dem musikalischen und gesellschaftlichen Alltag, die mit »Sowieso« beantwortet werden. Ergänzt wird die Kampagne durch Banner für Newsletter und Webseiten, Plakate, Postkarten und Sticker, Videos von Persönlichkeiten aus Musik und Kultur sowie Vorlagen für eigene Beiträge und Aktionen. Für Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind zudem eigene Motive und Videos mit konkreten Wahlaufrufen vorgesehen. Alle Materialien stehen über die Kampagnenseite zur Verfügung.
Deutscher Gemeinsamkeitspreis 2026: Engagement gegen Einsamkeit
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) haben im Rahmen der Allianz gegen Einsamkeit den Deutschen Gemeinsamkeitspreis ins Leben gerufen. Der Wettbewerb soll inspirierende Ideen sichtbar machen und andere dazu anregen, sich ebenfalls für soziale Verbundenheit zu engagieren. Der Preis wird erstmals im Jahr 2026 vergeben und in den Folgejahren bis einschließlich 2029 jährlich ausgelobt. Ausgezeichnet werden Projekte und Initiativen, die Einsamkeit entgegenwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Der Preis wird in vier Kategorien vergeben: Kommunen und öffentliche Einrichtungen, zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement, Wirtschaft und Arbeitswelt sowie Angebote für schwer erreichbare Zielgruppen. Die Bewerbungsphase für den Deutschen Gemeinsamkeitspreis 2026 ist abgeschlossen. Die Preisverleihung findet am 2. Dezember 2026 in Berlin statt.
Deutscher Gemeinsamkeitspreis 2026 - Kompetenznetz Einsamkeit
Neuausrichtung der Demokratieförderung: Interview
Die Bundesregierung hat die Richtlinien zur Demokratieförderung neu ausgerichtet. Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur ordnet Rupert Graf Strachwitz, Vorstandsmitglied der Maecenata Stiftung & Senior Strategic Advisor, die neuen Vorgaben ein und hinterfragt deren Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen die möglichen Folgen für geförderte Projekte sowie offene Fragen zur Umsetzung der neuen Richtlinien.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Führung im Nonprofit-Sektor: Diskussionsveranstaltung
Wie geht es Führungskräften im gemeinnützigen Bereich angesichts wachsender Anforderungen und knapper Ressourcen? Eine aktuelle Führungskräfte-Umfrage der Stiftung Bürgermut zeigt: Überlastung, Erschöpfung und fehlende Zeitressourcen prägen die Arbeit vieler Führungskräfte der organisierten Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit der Stiftung Bürgermut lädt das BBE am 24. August 2026 in Berlin zur Diskussion der erstmals erhobenen Ergebnisse ein. Im Mittelpunkt stehen die strukturellen Herausforderungen sowie konkrete Ansätze, wie Führungskompetenzen und -kapazitäten im Nonprofit-Sektor gestärkt werden können. Eine digitale Teilnahme ist ebenfalls möglich. Anmeldungen sind bis zum 19. August 2026 möglich.
Außerordentliche BBE-Mitgliederversammlung: Stärkung der Resilienz des Netzwerks
Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) am 7. Juli 2026 wurden die seit 2023 erarbeiteten Anpassungen zu Mitgliedschaft, Sanktionen und Fördermitgliedschaft sowie eine ergänzende Rechtsordnung beschlossen. Die neuen Regelungen schaffen Grundlagen für den Umgang mit vereinsschädigendem Verhalten, darunter geregelte Verfahren, einen Sanktionskatalog und die Einrichtung einer Schiedsstelle. Beschlossen wurden außerdem die schriftliche Stellungnahme betroffener Mitglieder, Fristen für Einsprüche sowie eine erweiterte Zuständigkeit des Koordinierungsausschusses für die Rechtsordnung. Die Formulierung zur parteipolitischen, religiösen und weltanschaulichen »Neutralität« des BBE wurde aus der Satzung gestrichen. Für die neue Mitgliedschaftsform der »Fördermitglieder« wurde ein Mindestbeitrag von 500 Euro jährlich beschlossen. Im Austausch zu aktuellen engagementpolitischen Entwicklungen ging es unter anderem um den Bundeshaushalt 2027, Veränderungen bei Förderprogrammen, das BBE-Positionspapier »Zivilgesellschaft stärken – Jetzt!« und das für September geplante politische Hearing.
Bericht aus der Sitzung der BBE-Arbeitsgruppe Bildung und Engagement
Die AG Bildung und Engagement des BBE beschäftigte sich in ihrer Sitzung am 1. Juni 2026 mit dem Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis. Prof. Dr. Sebastian Büttner von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gab einen fachlichen Impuls zu aktuellen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation. In der anschließenden Diskussion wurden Erfahrungen mit Forschungsprojekten und der Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der zivilgesellschaftlichen Praxis ausgetauscht. Thematisiert wurden insbesondere die frühzeitige Einbindung von Praxisakteuren in Forschungsvorhaben, unterschiedliche Zeit- und Handlungslogiken sowie begrenzte personelle und zeitliche Ressourcen. Die Teilnehmenden plädierten dafür, zivilgesellschaftliche Organisationen als gleichwertige Partnerinnen im Forschungsprozess einzubeziehen und auch Förderstrukturen sowie die Verwertung von Forschungsergebnissen stärker auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe auszurichten.
Bericht aus der Sitzung der BBE-Arbeitsgruppe Freiwilligendienste
Am 23. Juni 2026 tagte die AG Freiwilligendienste des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in Berlin mit Mitgliedern des Bundestags. Im Mittelpunkt standen die aktuellen politischen Entwicklungen und die langfristige Sicherung der Freiwilligendienste. Thematisiert wurden insbesondere der im Dezember 2025 verabschiedete Entschließungsantrag des Deutschen Bundestages, die angekündigte Erarbeitung eines Bundesgesellschaftsdienstegesetzes sowie die Entwicklungen im Bundeshaushalt 2026. Mit Felix Döring (SPD) wurden die Umsetzung des Entschließungsantrags, die Freiwilligkeit bestehender Dienste und die Anhebung der Fördersätze diskutiert. Thomas Rachel (CDU) erhielt einen Überblick über nationale und internationale Dienste und diskutierte insbesondere deren Finanzierung. Mit dem Büro von Nyke Slawik (Bündnis 90/Die Grünen) standen die Haushaltsentwicklungen, die Kürzungen bei weltwärts sowie die Rahmenbedingungen und Gleichwertigkeit der verschiedenen Freiwilligendienste im Fokus.
Noch ein Monat bis zur 22. Woche des bürgerschaftlichen Engagements!
Vom 11. bis 20. September 2026 wird bundesweit Engagement sichtbar. Aktionen können aber den ganzen September über stattfinden und im Engagement-Kalender eingetragen werden. Ob Mitmachaktion, Workshop, Aufräumaktion oder Probestunde, der Engagement-Kalender zeigt, wie vielfältig freiwilliges Engagement in ganz Deutschland ist. Dabei können Aktionen im Engagement-Kalender mit dem Aktionspaket sichtbar gemacht werden. Damit wird die Teilnahme an der Woche des bürgerschaftlichen Engagements und an der größten Freiwilligeninitiative Deutschlands nach außen gezeigt. Das Aktionspaket enthält Logos, Social-Media-Vorlagen, Poster und Textvorlagen zum Download. Die Materialien können genutzt werden, um die eigene Aktion zu bewerben und auf die Woche des bürgerschaftlichen Engagements aufmerksam zu machen. Unser Aufruf an Sie und Euch: Jetzt Aktion eintragen, Engagement sichtbar machen und Teil von Deutschlands größter Initiative für freiwilliges Engagement werden!
Aktionspaket: Werbematerialien
KMU und Engagement: Einladung zum Sommerfest in der Engagementwoche
Unter dem Motto »Miteinander Zukunft gestalten« gibt es in der diesjährigen Woche des bürgerschaftlichen Engagements zahlreiche Aktivitäten im gesamten Bundesgebiet. Partnerin der Woche des bürgerschaftlichen Engagements ist auch das BBE-Mitglied Autohaus Golbeck, das in der Woche des Bürgerscahftlichen Engagements einen Fokus auf das Engagement von Unternehmen legt und zahlreiche Verbündete aus dem eigenen Netzwerk zur Beteiligung an der Kampagne motivieren möchte. Am 4. September 2026 ab 13:00 Uhr lädt das Unternehmen unter dem Titel »Engagiert im Berliner Norden« zum Sommerfest nach Berlin-Buch ein. Engagierte Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Lebenswelten berichten von ihrer Arbeit, tauschen sich aus und gewinnen neue Unterstützerinnen und Unterstützer. Im Mittelpunkt steht das Engagement in Schule und Ausbildung, das beim Autohaus Golbeck eine lange Tradition hat. So ist es unter anderem Regionalbotschafter im Netzwerk »Unternehmen integrieren Flüchtlinge«. Zudem wird im Rahmen der Veranstaltung zu Sachspenden für die Ukrainehilfe aufgerufen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Autohaus Golbeck – Verantwortung/ Engagement
Wegbeschreibung zum Sommerfest
Eintrag im Engagement-Kalender von Engagement macht stark!
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
ZiviZ-Survey 2027: Aktivitäten, Ressourcen und Bedarfe zivilgesellschaftlicher Organisationen
Unter welchen Bedingungen arbeiten aktuell Vereine, Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen in Deutschland? Um das zu erheben, startet im September eine neue Runde des ZiviZ-Surveys. Alle vier bis fünf Jahre liefert die repräsentative Befragung ein umfassendes Stimmungsbild der organisierten Zivilgesellschaft. Grundlage ist eine zufällig gezogene Stichprobe. Die Schwerpunktthemen der kommenden Erhebung umfassen die Rolle der Zivilgesellschaft in der Demokratie sowie bei der digitalen Transformation, das Engagement für den Klimaschutz sowie Aspekte der Bürokratiebelastung. Die ausgewählten Organisationen erhalten per Post einen digitalen Zugang zum Fragebogen. Dabei zählt jede Stimme: Je mehr Organisationen mitmachen, desto besser wird die Datengrundlage für eine starke Engagementförderung. Unter den teilnehmenden Organisationen wird eine Spende in Höhe von 1.000 Euro verlost.
Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit 2026: Anmeldung eröffnet
Vom 18. September bis zum 8. Oktober 2026 finden die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit (DAN) statt. Unternehmen, Kommunen, Vereine, Initiativen, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen sind eingeladen, eigene Aktionen für Nachhaltigkeit anzumelden und damit ihr Engagement sichtbar zu machen. Möglich sind beispielsweise Kleidertauschpartys, Kochseminare, Podiumsdiskussionen, Workshops oder Online-Veranstaltungen. Die kostenfreie Anmeldung erfolgt über das Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit. Jede registrierte Aktion wird im Veranstaltungskalender der DAN veröffentlicht. Die Aktionstage sind eine Initiative des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Teil des Gemeinschaftswerks Nachhaltigkeit.
Tag der Selbsthilfe
Am 16. September 2026 findet der Tag der Selbsthilfe statt. Rund um den Aktionstag informieren Selbsthilfegruppen und -organisationen sowie Selbsthilfeaktive über ihre Arbeit und Angebote. Veranstaltungen finden sowohl vor Ort als auch digital statt. Auf dem Programm stehen unter anderem Gespräche, Infostände, Lesungen, Filmvorführungen und Tage der offenen Tür. Auch persönliche Erfahrungsberichte geben Einblicke in die Arbeit von Selbsthilfegruppen und den Umgang mit unterschiedlichen Erkrankungen und Herausforderungen. Die Veranstaltungen finden am 16. September sowie an weiteren Tagen rund um den Aktionstag statt. Im Veranstaltungskalender der NAKOS können Interessierte nach Angeboten in den einzelnen Bundesländern und nach digitalen Veranstaltungen suchen. Der Tag der Selbsthilfe wird von der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) veranstaltet. Der AOK-Bundesverband fördert den Aktionstag.
Aktionsseite von Tag der Selbsthilfe
Bundesweite Aktionswochen gegen Antiziganismus
Mit »Upre Kethane! – Aktionswochen Sinti Roma« startet 2026 erstmals eine bundesweite Initiative des Vereins Amaro Drom gegen Antiziganismus und für die Sichtbarkeit der Lebensrealitäten von Sinti und Roma. Vom 3. bis 24. August 2026 können sich Organisationen und Initiativen um eine Förderung ihrer eigenen Aktionen bewerben. Bundesweit werden 25 Vorhaben mit jeweils 1.500 bis 4.000 Euro unterstützt. Die geförderten Projekte werden vom 5. Oktober bis zum 5. November 2026 im Rahmen der Aktionswochen umgesetzt. Ob Workshop, Lesung, Ausstellung, kulturelle Veranstaltung oder Bildungsangebot – gefragt sind vielfältige Beiträge, die Wissen vermitteln, Begegnung ermöglichen und zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antiziganismus stärken. Auch darüber hinaus sind Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen und Beiträgen zu beteiligen. Materialien für die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit werden bereitgestellt. Bewerbungen sind bis zum 24. August 2026 möglich.
Förderprogramm »Vor Ort vereint«
Mit dem Programm »Vor Ort vereint« fördert das Änderwerk Projekte, die den Zusammenhalt in kleineren Städten und Dörfern stärken. Unterstützt werden Vorhaben in den Bereichen Begegnung, Demokratieförderung sowie Teilhabe und Grundrechte. Bewerben können sich Einzelpersonen, Vereine und Initiativen – auch ohne formelle gemeinnützige Struktur – die in Orten oder gemeindeübergreifenden Kooperationen mit bis zu 20.000 Einwohner*innen aktiv sind. Die ausgewählten Projekte erhalten ab Januar 2027 für sechs bis zwölf Monate zwischen 5.000 und 12.000 Euro sowie Beratung und Unterstützung. Besonders erwünscht sind neue Kooperationen und lokale Bündnisse. Bewerbungen sind bis zum 14. September 2026 möglich.
BürgerStiftung München: Neue Förderrunde 2027
Auch 2027 fördern die BürgerStiftung München und das Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München bürgerschaftliches Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Gesucht werden innovative Projekte gemeinnütziger Organisationen in München, die zur Umsetzung der Agenda 2030 und der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beitragen, Münchner Bürger*innen beteiligen und Potenzial für eine Weiterentwicklung haben. Die Förderung dient als finanzielle Starthilfe für neue Vorhaben. Pro Projekt können in der Regel bis zu 9.000 Euro beantragt werden. Voraussetzung ist, dass mindestens die Hälfte der Projektkosten durch Eigen- oder Drittmittel finanziert wird. Anträge für die Förderrunde 2027 können noch bis zum 31. Oktober 2026 eingereicht werden.
Antragsformular & Förderkriterien
»Ideen auf laut«: Jugendliche gestalten Hannover
Mit dem neuen Jugendbeteiligungsprojekt »Ideen auf laut« lädt die Bürgerstiftung Hannover Jugendliche dazu ein, eigene Ideen für die Schule, den Stadtteil und die Stadt zu entwickeln und umzusetzen. In drei kostenlosen Ideenlaboren können sie andere engagierte junge Menschen kennenlernen, gemeinsam an Projekten arbeiten und erfahren, wie aus einer Idee konkretes Engagement wird. Die Treffen finden am 29. August 2026 bei der Initiative Hüttenstraße e. V., (Nord/Hainholz/Vahrenwald), am 19. September 2026 im OSCO auf dem PLATZprojekt e. V. (Linden-Limmer) sowie am 26. September 2026 im Jugendzentrum Mühlenberg statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Konzeptförderpreis »KunstZeitAlter« 2026 ausgeschrieben
Der Sächsische Konzeptförderpreis für Kunst und Demografie »KunstZeitAlter« widmet sich im Jahr 2026 dem Schwerpunktthema »Einsamkeit«. Gesucht werden neue, bisher nicht umgesetzte künstlerische Projektkonzepte, die sich mit Einsamkeit auseinandersetzen, Begegnungen ermöglichen und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Es sind unterschiedliche künstlerische Formate gefragt, darunter Theater, Musik, Tanz, Installationen, digitale oder interdisziplinäre Projekte. Bewerben können sich Kultureinrichtungen, soziokulturelle Zentren, freie Initiativen, Projektträger sowie Künstler*innen. Voraussetzung ist die Kooperation mit einer gemeinnützigen Kulturinstitution oder einem Soziokulturzentrum mit Sitz in Sachsen. Die Projekte müssen ebenfalls in Sachsen umgesetzt werden. Die Konzepte sollen eine Zielgruppe, eine Beteiligungsform sowie eine gesellschaftliche Wirkung ausweisen und mit einem Kosten- und Finanzierungsplan eingereicht werden. Das ausgewählte Konzept erhält ein Preisgeld von 10.000 Euro, gestiftet von der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung. Bewerbungsschluss ist der 24. August 2026.
Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie das Online-Bewerbungsformular
ÜBERLAND-Festival 2026
Vom 4. bis 6. September 2026 findet am Kühlhaus Görlitz das ÜBERLAND – Festival der Akteure statt. Im Mittelpunkt stehen Fragen des Lebens auf dem Land, des solidarischen Miteinanders und einer nachhaltigen Zukunft. Das Programm umfasst rund 80 Angebote mit Mitmachaktionen, Diskussionen, Impulsen, Ausstellungen und weiteren Formaten. Ergänzend gibt es Möglichkeiten zum Rückzug, etwa bei Filmvorführungen oder einer Geländerallye. Drei Fokusthemen prägen das diesjährige Festival: junge Perspektiven aus dem Osten, der Austausch mit Görlitz und der Region sowie die »Allianz der Gestalter*innen«, die »regionale Lösungen für bundesweite Veränderungen« sichtbar machen möchte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Jugendlichen. Bereits zum zweiten Mal wird ein Angebot von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet. Das Bühnenprogramm wird unter anderem von der Batiar Gang, den Marvellous Magpies, der Gruppa Karl-Marx-Stadt sowie Glitza*, Tille und Latika Israel gestaltet.
#deinehrenamt: Engagementkongress der Landesehrenamtsagentur Hessen
Am 9. September 2026 findet im Congress Park Hanau der Kongress #deinehrenamt statt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen des bürgerschaftlichen Engagements, darunter der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, der Bürokratieabbau im Ehrenamt und das Jubiläum 80 Jahre Hessen. Am Programm beteiligt ist auch das BBE mit der Keynote der BBE-Themenpatin »Digitale Transformation und KI« Dr. Stephanie Kowitz-Harms (Stiftung Bürgermut). Des Weiteren wird es eine Gesprächsrunde mit Benedikt Kuhn, Staatssekretär und Chef der Hessischen Staatskanzlei, Jan Holze, Vorstand der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, sowie Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main geben. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche Fokus-Runden. Der Kongress bietet Raum für Austausch, Diskussion und neue Impulse rund um die Zukunft des Ehrenamts.
Digitales Trainingsprogramm für die Zivilgesellschaft
More in Common lädt Organisationen, Initiativen und Vereine der Zivilgesellschaft ein, sich für ein kostenloses digitales Trainingsprogramm zur positiven Gestaltung der demokratischen Zukunft zu bewerben. Auf Grundlage der More-in-Common-Forschung werden gemeinsam Ansätze für die zivilgesellschaftliche Arbeit entwickelt. Im Fokus stehen vier Gestaltungsfelder: Repräsentation und Willensbildung, Zugehörigkeit und Bindung, Begegnung und Orte sowie Orientierung und Zuversicht. Das von der Stiftung Mercator geförderte Programm findet von Mitte September bis Oktober 2026 statt. Bewerbungsschluss ist der 24. August 2026.
Diskriminierungserfahrungen im migrantischen Ehrenamt
Am 27. August 2026 widmet sich der Fachkreis Zivilgesellschaftsforschung digital dem Thema »Zwischen Anerkennung und Ausgrenzung: Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen im migrantischen Ehrenamt«. Anna-Maria Meuth vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM e. V.) wird Ergebnisse des Forschungsprojekts »Diskriminierung und Engagement« vorstellen. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen mit Rassismus, Othering und fehlender Anerkennung sowie deren Einfluss auf Engagementbiografien. Es wird diskutiert, wie Diskriminierungen zu Hürden für zivilgesellschaftliches Engagement werden, welche Folgen dies für die demokratische Teilhabe hat und mit welchen Handlungsansätzen ihnen begegnet werden kann. Anschließend sind Austausch und Diskussion zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vorgesehen.
Radtke: Protest und Partizipation in der Energiewende (Beitrag)
Der Beitrag von Jörg Radtke zeigt, welche unterschiedlichen Formen der Beteiligung bei Konflikten um die Energiewende zum Einsatz kommen und welche Funktionen sie erfüllen. Das Spektrum reicht von formeller Öffentlichkeitsbeteiligung über Informationsveranstaltungen, Runde Tische und Arbeitsgruppen bis zu Mediation, Bürgerräten, Bürgerentscheiden sowie digitalen und hybriden Formaten. Ergänzend können Bürgerenergie, Fonds oder kommunale Beteiligungen eine materielle Teilhabe ermöglichen. Entscheidend ist dabei weniger die Zahl der Beteiligungsangebote als deren Passung zum jeweiligen Anliegen und Zeitpunkt. Der Beitrag macht deutlich, dass Beteiligung vor allem dann konfliktmindernd wirkt, wenn sie frühzeitig, transparent und mit tatsächlichem Einfluss auf Entscheidungen verbunden ist. Jörg Radtke ist Professor für Soziologie der Nachhaltigkeit und Transformation an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Er forscht zu Bürgerbeteiligung, demokratischer Governance und sozialen Herausforderungen in Transformationsprozessen wie der Energiewende und Klimaanpassung.
Beitrag auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Dohr/ Kießig/Celary: Religiöse Motivation für soziales Engagement (Monographie)
Warum engagieren sich Menschen? Was treibt sie an? Und welche Bedeutung hat eine religiöse Motivation im karitativen Engagement? Ist die Nächstenliebe noch relevant? Für die Autor*innen der Monographie »Soziales und Religion. Empirische Notizen zur religiösen Motivation im karitativen Engagement« Daniela Dohr, Sebastian Kießig und Ireneusz Celary sind diese Leitfragen wegweisend, um sich einem tieferen Verständnis motivationaler Grundvoraussetzungen für soziales Engagement zu nähern. Sie betten ihre Überlegungen in den aktuellen Forschungsstand im Themenfeld ein und werten eine im Ehrenamts-Fachverband der Caritas – den Caritas-Konferenzen Deutschlands e.V. – durchgeführte quantitative und qualitative Datenerhebung detailliert aus. Die Autor*innen analysieren und interpretieren dabei die empirische Datenlage wie Aussagen aus Interviews, um ein Bild über vielfältige Motivationen zu gewinnen. Ausgehend von diesem Befund bildet die Monographie eine Diversität im Wirken der Engagierten ab und versteht sich als Beitrag zum Diskurs über Sozial-Karitatives und Religion auch für säkulare Perspektiven. Mit der Datenlage soll zu einer narrativen Pastoraltheologie angeregt werden. Soziales, freiwilliges Engagement in Deutschland, so die Autor*innen, speist sich u.a. aus religiöser Motivation. Diese These könne in Soziales und Religion für eine pluralistische Gesellschaft empirisch spezifiziert werden.
Backhaus-Maul/ Hehl/ Speth: Organisiertes Engagement in Sachsen (Publikation)
Wie und unter welchen Bedingungen entwickelt sich Zivilgesellschaft in Ostdeutschland? Dieser Frage gehen Holger Backhaus-Maul, Lina Hehl und Rudolf Speth am Beispiel des organisierten Engagements in Sachsen nach. Mittels leitfadenbasierter und teilstandardisierter Interviews wurden in zwei Erhebungswellen (2020 und 2024) Expert*innen in Engagementorganisationen danach gefragt, welche Engagementvorstellungen vertreten, welche organisationalen Aufgaben und Probleme benannt und wie die politisch-administrativen Rahmenbedingungen des organisierten Engagements in Sachsen beurteilt werden. Die Expert*inneninterviews wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob und inwiefern sich im organisierten Engagement in Sachsen die Konturen einer Zivilgesellschaft andeuten.
Hinweis
Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de bis zum 24. August 2026.
Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteur*innen im BBE und im Feld der Engagementförderung und -debatte. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellen und wichtigsten Nachrichten für die Leser*innen zusammenzustellen. Die PDF-Dokumente der Beiträge im Schwerpunkt des Newsletters werden möglichst barrierearm gestaltet.
Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im BBE-Newsletter finden Sie unter Impressum.
Redaktion: Dr. Lilian Schwalb (V.i.S.d.P.), Dr. Behzad Förstl und Nino Kavelashvili.
Eine Übersicht über die geplanten Ausgaben finden Sie unter Kommende Ausgaben & Fristen
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Geschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17-18
10179 Berlin-Mitte
www.b-b-e.de
Geschäftsführung: Dr. Lilian Schwalb
Kontakt: lilian.schwalb[at]b-b-e.de