Newsletter Nr. 11 vom 2. Juli 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Erdbeben in Venezuela: Geprüfte Spendenmöglichkeiten im Überblick
Förderaufrufe für das Bundesprogramm »Demokratieleben!«
Aktuelle Diskussion zur Weiterentwicklung von »Demokratie leben!«
Allianz gegen Einsamkeit gestartet
Ausschuss für Sport und Ehrenamt berät Antrag »Starke Kommunen, starke Demokratie«
15 Jahre Bundesfreiwilligendienst
Sachsen-Anhalt würdigt Engagierte
Demokratiebericht 2026 für Nordrhein-Westfalen veröffentlicht
Mehr Wirkung in Kommunen: Neues Positionspapier von PHINEO
Verfassungsschutzbericht 2025 veröffentlicht: Rolle der Zivilgesellschaft
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
BBE-Mitglieder positionieren sich zur Stärkung der Zivilgesellschaft
BBE bei 2. Fachkonferenz Ehrenamt der Länder
BBE-Länderforum in Sachsen-Anhalt
BBE-AG Freiwilligendienste: Sitzung mit MdBs
Fête de la Musique 2026: Engagement stärkt kulturelle Vielfalt
AG Inklusion und Intersektionalität: Inklusion als Ressource verstehen
Jahrbuch Engagementpolitik 2026: Bürgerschaftliches Engagement und Inklusion
Nach 11 Jahren: »Engagierte Stadt« wird eigenständiges Netzwerk
Fünf Jahre Engagiertes Land: Erfahrungen, die weiterwirken
BBE beim Fachtag zu Strukturen für eine engagierte Gesellschaft
Engagement macht stark! – Aktuelle Einblicke im Infoletter
Neuer Fachartikel aus dem BBE-Projekt »Pat*innen, Mentor*innen, Lots*innen«
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Digitaltag 2026: Bundesweiter Aktionstag für digitale Teilhabe
23. Landesweiter Ehrenamtstag in Rheinland-Pfalz
Freiwilligensurvey 2024: Vorstellung zentraler Ergebnisse
Aufruf für Fachforum beim 20. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2027
Landesfreiwilligenagentur Berlin bietet Qualifizierungsreihe zur Diversitätsorientierung an
37. Europäisches Senior*innentheater-Forum 2026 ausgeschrieben
Nachhaltigkeit braucht Bildung – und starke Netzwerke
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Erdbeben in Venezuela: Spendenmöglichkeiten im Überblick
Nach dem schweren Erdbeben in Venezuela veröffentlichen im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) organisierte Hilfsorganisationen sowie Bündnisse gezielte Spendenmöglichkeiten. Darunter sind zum Beispiel Caritas international und die Diakonie Katastrophenhilfe, AWO International, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser. UNICEF Deutschland bietet Nothilfe für Kinder und Familien an. Malteser International stellt akute medizinische Nothilfe bereit und sammelt Spenden. Die Welthungerhilfe koordiniert Nothilfe mit Partnerorganisationen vor Ort. Save the Children ermöglicht spezielle Kinder-Nothilfe. Darüber hinaus koordiniert und bündelt die Initiative Aktion Deutschland Hilft die Kräfte; es handelt sich um einen großen Zusammenschluss von über 20 deutschen Hilfsorganisationen (darunter u.a. Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter, Malteser, World Vision und Help). Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe, ein konzentrierter Verbund der großen Hilfsorganisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland, listet Spendenaufrufe und garantiert einen transparenten und zweckgebundenen Einsatz. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) informiert mit Verweis auf Organisationen mit DZI-Spenden-Siegel über geprüfte Spendenmöglichkeiten und stellt eine laufend aktualisierte Übersicht geeigneter Spendenorganisationen zur Verfügung.
Aktionsbündnis Katastrophenhilfe
DZI-Pressemitteilung (25.6.2026)
Weiterentwicklung des Bundesprogramms »Demokratie leben!« ab 2027
Für das Bundesprogramm »Demokratie leben!« ist das Interessenbekundungsverfahren gestartet. Das Bundesprogramm wurde auf Grundlage des Koalitionsvertrags zwischen CDU/CSU und SPD weiterentwickelt. Insgesamt wurden nun sechs Förderaufrufe veröffentlicht, mit jeweils eigenem Schwerpunkt. Ab 2027 soll das Programm auf vier Ebenen arbeiten: Kommune, Land, Bund und digitaler Raum. Auf kommunaler Ebene werden die »Partnerschaften für Demokratie« fortgeführt und weiterentwickelt. Auf Landesebene werden Landes-Demokratiezentren und Maßnahmen der Extremismusprävention im Strafvollzug und in der Bewährungshilfe in einer gemeinsamen Programmebene gebündelt. Auf Bundesebene startet die »Bundesoffensive Demokratiebildung und Extremismusprävention«. Dabei soll stärker mit bestehenden Strukturen wie Schulen, Berufsschulen, Jugendarbeit und Sportvereinen zusammengearbeitet werden. Im digitalen Raum werden Demokratiebildung und Prävention gegen Hass, Desinformation, Verschwörungserzählungen und Radikalisierung ausgebaut – einschließlich der Förderung von Medien- und Digitalkompetenz. Ein Sondervorhaben »Integration und Teilhabe« soll Projekte in den Bereichen Teilhabe, Chancengerechtigkeit, Zusammenhalt und Dialog fördern. Das Interessenbekundungsverfahren betrifft die Programmebenen Bund und Digitaler Raum sowie das Sondervorhaben »Integration und Teilhabe«. Für die Programmebenen Kommune und Land ist kein neues Interessenbekundungsverfahren vorgesehen. Mit der Veröffentlichung haben interessierte Organisationen vier Wochen Zeit, um sich über Förderkriterien für Projekte ab 2027 zu informieren. Das Förderportal zur Einreichung der Anträge ist vom 03. August bis zum 04. September 2026, 13 Uhr geschaltet. Ab Oktober werden nach Begutachtung der Interessenbekundungen ausgewählte Träger durch das BMBFSFJ zur Antragsstellung aufgefordert. Die Laufzeit der bewilligten Projekte soll ab dem 1. Januar 2027 starten.
Aktuelle Diskussion zur Weiterentwicklung von »Demokratie leben!«
Das neu aufgestellte Bundesprogramm »Demokratie leben!« soll laut Pressemitteilung des BMBFSFJ weiterhin ein wichtiges Instrument der Demokratiebildung und Extremismusprävention in Deutschland sein. Mit der Weiterentwicklung des Programms soll eine größere Breitenwirkung in die Mitte der Gesellschaft erreicht werden. Zu diesem Zweck arbeitet das Ministerium mit einer neuen Wirkungsorientierung und neuen Programmebenen. Bundesministerin Prien möchte mit dem Programm nun mehr Menschen vor allem in der Mitte der Gesellschaft erreichen und dafür gerade auch etablierte Vereine zur Programmarbeit einladen, die in die Breite der Gesellschaft wirken können. Die Kommunikation zur Weiterentwicklung des Förderprogramms wird seit Monaten von Seiten zivilgesellschaftlicher und politischer Akteure aufmerksam verfolgt und auch die Veröffentlichung der Förderkriterien kritisch begleitet. Das Programm sollte insbesondere Organisationen dabei fördern, sich für Demokratiebildung einzusetzen. Die bisherige Ausrichtung und Zielgruppe ist insbesondere in Unionskreisen umstritten. Generell sollen nun nur noch Projekte gefördert werden, »deren Wirkungsgebiet sich auf mindestens drei Bundesländer erstreckt«. Deshalb, so die Opposition, seien Projekte, die sich für die Demokratie und gegen Extremismus einsetzen, in Gefahr, denn dies wäre auf die wenigsten der bislang im Osten Deutschland geförderten Strukturen anwendbar. Der kurze Zeitraum des Antragsverfahrens, die Einstellung der Programmbereiche »Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur« und »Innovationsprojekte« zum 31. Dezember 2026 und eine grundsätzliche Verunsicherung und Schwächung zivilgesellschaftlicher Träger im Zuge der Kommunikation zur Weiterentwicklung und gerade auch mit Blick auf den zweistufigen »Verfassungsschutz-Check« (Haber-Verfahren) sind einige der aktuellen Kritikpunkte. In welcher Höhe Mittel perspektivisch zur Verfügung stehen und ob Kürzungen zu erwarten sind, wurde derweil noch nicht kommuniziert; das muss nun im Zuge der Haushaltsverhandlungen geklärt werden. Die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) hat sich auf ihrer Sitzung vom 17. bis 19. Juni 2026 in Hamburg mit der geplanten Umstrukturierung befasst. Befürchtet werden auch wegen auslaufender Förderungen zum 31. Dezember 2026 Unsicherheiten bei Ländern, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Trägern. Die IMK weist auf mögliche Auswirkungen auf Präventions-, Beratungs- sowie Distanzierungs- und Ausstiegsstrukturen im Bereich der Extremismusprävention hin. Genannt werden zudem mögliche Veränderungen bei fachlichen Strukturen, spezialisierter Expertise und gewachsenen Kooperationsnetzwerken zwischen Sicherheitsbehörden, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Trägern. Das BMI wird gebeten, die Auswirkungen der Umstrukturierung auf die bestehende Präventions- und Sicherheitsarchitektur innerhalb der Bundesregierung zu berücksichtigen und eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen.
Pressemitteilung (1.7.2026) (PDF)
Süddeutsche Zeitung (1.7.2026): »Katastrophe mit Ansage«
BR24 (1.7.2026): »Programm ›Demokratie leben!‹ – strengere Regeln, mehr Kontrolle«
Allianz gegen Einsamkeit gestartet
Zum Auftakt der Aktionswoche »Gemeinsam aus der Einsamkeit« vom 22. bis 28. Juni 2026 wurde in Berlin die Allianz gegen Einsamkeit gestartet. Die Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) wird gemeinsam mit dem Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) umgesetzt. Mehr als 100 Erstunterzeichnende aus Ländern, Kommunen, Verbänden und Wissenschaft unterstützen die Allianz. Ziel der Initiative ist es, Einsamkeit sichtbar zu machen, Prävention und Unterstützung zu stärken sowie Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft, Forschung, Wirtschaft und Gesundheitswesen zu vernetzen. Die Aktionswoche sensibilisiert für das Thema und macht lokale Angebote der Begegnung sichtbar. Erstmals wurde zudem der Deutsche Gemeinsamkeitspreis ausgelobt, der Projekte, Organisationen und Initiativen würdigt, die sich für soziale Verbundenheit und gegen Einsamkeit engagieren. Auch das BBE ist Teil der Allianz gegen Einsamkeit. Es trägt zur Allianz bei, indem es das Thema sichtbar macht und Lösungswege durch zivilgesellschaftliches Engagement aufzeigt. Das BBE leistet diesen Beitrag zum Beispiel anknüpfend an die bundesweite Kampagne »Engagement macht stark!« unter dem Schwerpunktthema »Aktiv gegen Einsamkeit« im Jahr 2025: Es wird sensibilisiert, aufgeklärt und zum Handeln motiviert sowie dazu eingeladen, sich in Vereinen, Initiativen und Nachbarschaftshilfen einzubringen. Mit Fachpublikationen wie dem Dossier »Zivilgesellschaftliche Perspektiven auf Einsamkeit und Engagement« analysiert das BBE die Ursachen von Einsamkeit und belegt, wie gesellschaftliche Teilhabe Vereinsamung und demokratischen Vertrauensverlusten entgegenwirken kann. Zudem wird im Rahmen der Arbeit des BBE durch die Stärkung von Engagementlandschaften darauf hingewirkt, dass der alltägliche, verlässliche soziale Kontakt durch ehrenamtliche Strukturen als eine zentrale Säule wirken kann, um Menschen langfristig in die Gemeinschaft einzubinden.
Ausschuss für Sport und Ehrenamt berät Antrag »Starke Kommunen, starke Demokratie«
In der 27. Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt am 24. Juni 2026 wurde der Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN »Starke Kommunen, starke Demokratie – Für mehr Zusammenhalt vor Ort« (Drucksache 21/4393) beraten. Der Antrag befasst sich mit der Bedeutung kommunaler Strukturen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe. Im Fokus stehen die Rolle der Kommunen als Orte des Engagements, der Beteiligung und des sozialen Miteinanders sowie die Frage, wie kommunale Strukturen weiter gestärkt werden können. Eine Aufzeichnung der Sitzung ist online verfügbar.
Weitere Informationen und Aufzeichnung
15 Jahre Bundesfreiwilligendienst
Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) würdigen das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) und die Caritas die Bedeutung des freiwilligen Engagements. Seit seiner Einführung im Jahr 2011 ermöglicht der BFD Menschen jeden Alters, sich in sozialen, ökologischen, kulturellen und weiteren gesellschaftlichen Bereichen einzubringen. Jährlich engagieren sich rund 35.000 Bundesfreiwillige im Bevölkerungsschutz, in sozialen Einrichtungen, im Umweltbereich, in Kultur und Sport. Das BAFzA hebt hervor, dass der BFD das Gemeinwohl stärkt und Menschen verschiedener Generationen zusammenbringt. Die Caritas betont die Rolle der Freiwilligendienste für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fordert, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Dazu gehören aus Sicht des Verbandes stabile Rahmenbedingungen und ein Gesetz zur weiteren Stärkung der Freiwilligendienste.
BAFzA: 15 Jahre Bundesfreiwilligendienst - Engagement für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft
Sachsen-Anhalt würdigt Engagierte
Beim traditionellen Ehrenamtsempfang »Politik sagt Danke« hat die Landesregierung Sachsen-Anhalts rund 100 Ehrenamtliche aus dem gesamten Bundesland für ihr Engagement ausgezeichnet. Ministerpräsident Sven Schulze würdigte den Einsatz der Engagierten in Vereinen, Initiativen, Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Kirchengemeinden und weiteren Bereichen als unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zugleich bekräftigte die Landesregierung ihre Absicht, das Ehrenamt durch den Abbau bürokratischer Hürden, die Stärkung von Vereinen und verlässliche Rahmenbedingungen weiter zu unterstützen. Nach dem aktuellen Freiwilligensurvey engagieren sich in Sachsen-Anhalt rund 38 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig. Besonders gestiegen ist der Anteil junger Engagierter sowie von Menschen mit Migrationsgeschichte; auch in ländlichen Regionen nimmt das Engagement zu.
Pressemitteilung (27.6.2026) (PDF)
Demokratiebericht 2026 für Nordrhein-Westfalen veröffentlicht
Die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und ein wissenschaftliches Team der Universität Duisburg-Essen haben den dritten Demokratiebericht für Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Der Bericht erscheint seit 2021 im zweijährigen Turnus und analysiert die Einstellungen zur Demokratie sowie den Stand der politischen Bildung im Land. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 2.914 Personen. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Demokratie in Nordrhein-Westfalen in ihrem Bestand nicht bedroht ist. Gleichzeitig werden 42 Prozent der Befragten der Gruppe der »fragilen Demokraten« zugeordnet. Gegenüber 2023 ist die Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie insbesondere bei den 30- bis 44-Jährigen sowie bei den 14- bis 18-Jährigen zurückgegangen. Als Faktoren für die Stärkung der Demokratie nennt der Bericht Engagement und Beteiligung sowie politische Bildung. Er empfiehlt, grundlegende Prinzipien der Demokratie stärker zu vermitteln und politische Grundbildung weiter auszubauen.
Mehr Wirkung in Kommunen: Neues Positionspapier von PHINEO
PHINEO hat im Rahmen des Projekts »Impact Kommunen« ein Positionspapier zur wirkungsorientierten kommunalen Steuerung veröffentlicht. Das Papier richtet sich an Verantwortliche in Kommunen sowie an Akteur*innen auf Landes- und Bundesebene. Es plädiert dafür, kommunales Handeln stärker an gesellschaftlichen Zielen und erzielten Wirkungen auszurichten und Wirkung als Maßstab für politische und administrative Entscheidungen zu nutzen. Vorgeschlagen werden fünf Handlungsfelder: strategische Fokussierung, Datenkompetenz, Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung und mit externen Akteur*innen, Innovationsfähigkeit sowie transparente Kommunikation. Das Papier versteht Wirkungsorientierung als Steuerungsansatz für kommunale Aufgaben und betont dabei auch die Zusammenarbeit mit lokalen Netzwerken, Trägern und dem Ehrenamt. Es ist Teil des Projekts »Impact Kommunen«, das Kommunen bei der Weiterentwicklung wirkungsorientierter Arbeitsweisen unterstützt. Die gemeinnützige Organisation zur Förderung gesellschaftlicher Wirkung und wirksamen Engagements PHINEO ist Mitglied im BBE.
Verfassungsschutzbericht 2025 veröffentlicht: Rolle der Zivilgesellschaft
Der Verfassungsschutzbericht 2025 wurde am 30. Juni 2026 vorgestellt. Der jährlich erscheinende Bericht bietet einen Überblick zur Sicherheitslage in Deutschland. Die Zivilgesellschaft wird hierbei aus zwei Hauptperspektiven betrachtet: als demokratischer Schutzschild gegen Radikalisierung sowie als direktes Ziel von Unterwanderungs- und Delegitimierungsversuchen durch Extremisten. Dem Bericht zufolge nimmt die Gefährdungslage durch Extremismus in allen erfassten Phänomenbereichen weiter zu. Im Fokus stehen dabei insbesondere Rechtsextremismus, Reichsbürger und Selbstverwalter, Linksextremismus, Islamismus sowie auslandsbezogener Extremismus. Ergänzend werden hybride Bedrohungen, Desinformation, Cyberaktivitäten sowie Spionage- und Sabotageaktivitäten fremder Staaten dargestellt. Laut dem Bericht dienen soziale Medien zunehmend als Instrument zur Verbreitung von Propaganda und zur Förderung von Radikalisierung. Demnach nutzen extremistische Akteure Plattformen wie Instagram oder TikTok, um zur Teilnahme an Veranstaltungen zu mobilisieren und ideologisch geprägte Inhalte zu verbreiten. Es entstünden dabei digitale Resonanzräume sowie häufig internationale Netzwerke, die insbesondere bei sehr jungen Nutzerinnen und Nutzern zu beschleunigten Radikalisierungsprozessen beitragen können. Laut Bericht fungieren zudem reichweitenstarke Online-Medien und Content-Creators als Multiplikatoren entsprechender Ideologien. Auch Gaming-Plattformen wie Roblox würden gezielt eingesetzt, um junge Zielgruppen anzusprechen und ihnen extremistische Inhalte zu vermitteln. Der Bericht enthält auch Strukturdaten zu den Beobachtungsobjekten des Verfassungsschutzes, darunter Organisationen, Netzwerke und Einzelpersonen in den jeweiligen Phänomenbereichen. Diese Daten geben einen Überblick über Entwicklungen in Personenpotenzialen und Organisationsstrukturen im Berichtsjahr. Berührungspunkte zur Zivilgesellschaft werden im Bericht insbesondere im Zusammenhang mit Präventionsmaßnahmen, Beratungs- und Meldestrukturen sowie Kooperationen im Kontext von Extremismusbekämpfung, Antisemitismus und Desinformation adressiert. Insgesamt zeigt der Bericht damit eine funktionale Einbindung gesellschaftlicher Akteure in Präventions- und Resilienzstrukturen, während »Zivilgesellschaft« als Begriff nicht als ein Element des Berichts verwendet wird.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
BBE-Mitglieder positionieren sich zur Stärkung der Zivilgesellschaft
Das Ende Mai veröffentlichte Positionspapier »Zivilgesellschaft stärken – Jetzt!« des BBE wird inzwischen von 55 BBE-Mitgliedsorganisationen und fünf Einzelmitgliedern getragen. Die Unterzeichnenden positionieren sich für verlässliche Rahmenbedingungen für Engagement und gemeinnützige Organisationen, eine langfristige, nachhaltige Stärkung der Infrastruktur, bessere und verlässlichere Förderbedingungen, eine Entlastung von bürokratischen Hürden sowie das Recht auf Engagement, umgesetzt über ein bundesweites Engagementfördergesetz und ein Demokratiefördergesetz. Das BBE verweist darauf, dass sich rund 27 Millionen Menschen in Deutschland freiwillig engagieren und mehr als vier Millionen Beschäftigte im gemeinnützigen Sektor arbeiten. Mit dem Positionspapier fordert das Netzwerk Bund, Länder und Kommunen auf, die Rahmenbedingungen zugunsten einer weiterhin lebendigen Engagementlandschaft dringend anzupassen und die organisierte Zivilgesellschaft in ihren Strukturen nachhaltig zu stärken.
BBE bei 2. Fachkonferenz Ehrenamt der Länder
Am 19. Juni 2026 richtete Rheinland-Pfalz in Mainz die zweite Fachministerkonferenz Ehrenamt der Länder aus. Eingeladen hatte der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien sowie Chef der Staatskanzlei, Marcus Klein. Geladen waren die zuständigen Minister*innen sowie Staatssekretär*innen der Länder sowie die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, Dr. Christiane Schenderlein. Für die Zivilgesellschaft ist zudem das BBE fester Teil der Runde vertreten durch die Geschäftsführerin des BBE Dr. Lilian Schwalb. Im Mittelpunkt der Konferenz stand das Thema der Entlastung des Engagements von Bürokratie, außerdem erfolgten Beratungen zu den GEMA-Rahmenverträgen der Länder, zur Anerkennung ehrenamtlichen Engagements, unter anderem durch die Digitalisierung der Ehrenamtskarten und durch den Ehrentag des Bundespräsidenten (Bericht zur Umsetzung durch die DSEE). Außerdem erfolgte ein Beitrag des Netzwerks der Landesstiftungen für Engagement und Ehrenamt. Zu Gast waren Vertreter*innen der Stiftungen aus Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Die Fachministerkonferenz findet jährlich statt, im kommenden Jahr in Thüringen. Ziel der Gespräche ist die länderübergreifende Abstimmung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen.
Weitere Informationen und Bilder
Radio Westerwald: Rheinland-Pfalz richtet Fachkonferenz Ehrenamt der Länder in Mainz aus
BBE-Länderforum 2026 in Sachsen-Anhalt
»Mythos oder Notwendigkeit? Engagement als Infrastruktur der Demokratie.« Unter diesem Titel fand das diesjährige BBE-Länderforum 2026 am 24. und 25. Juni in Magdeburg statt. Unter Beteiligung von Expert*innen aus Bund, Ländern und Zivilgesellschaft widmet sich das BBE-Länderforum 2026 der Rolle der Zivilgesellschaft als Infrastruktur der Demokratie und diskutierte dieses Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Zum Auftakt wurden die Befunde des Deutschland-Monitors in einer Keynote durch Prof. Dr. Everhard Holtmann vorgestellt und mit vergleichbaren Entwicklungen auf Länderebene insbesondere mit Blick auf Sachsen-Anhalt diskutiert. Eine weitere Keynote durch Prof. Dr. Winfried Kluth beleuchtete die Rolle von Recht und Justiz für die Stärkung zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume und damit für die zivilgesellschaftlichen Strukturen. Im weiteren Verlauf wurden spezifische Zugänge vertieft: Die Diskussion zur Mikroförderung fragte nach ihrer strategischen Bedeutung zur Stärkung des Engagements. In Workshops wurden unterschiedliche Handlungsfelder betrachtet, in denen Zivilgesellschaft zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen im Alltag beiträgt. Abschließend diskutierten die rund 45 Teilnehmenden unter Beteiligung von Susi Möbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt, Tobias Krull, CDU MdL, Dr. Adriana Lettrari, Ehrenamtsstiftung MV sowie Claudia Leitzmann, Landesnetzwerk Bürgerengagement Bayern, welche Rahmenbedingungen Zivilgesellschaft und Engagement benötigen, um ihre Funktion als Infrastruktur der Demokratie wahrnehmen zu können. Das diesjährige Länderforum fand in Kooperation mit dem Bundesland Sachsen-Anhalt statt und wurde unterstützt durch die Heinrich Böll Stiftung. Ein ausführlicher Bericht zum diesjährigen Länderforum erscheint in einem der nächsten BBE-Newsletter.
BBE-AG Freiwilligendienste: Sitzung mit MdBs
Am 23. Juni 2026 tagte die BBE-AG Freiwilligendienste in Berlin beim Caritas Verband. Traditionell dient die Sommersitzung der AG dem Austausch mit ausgewählten Mitgliedern des Deutschen Bundestags. In diesem Jahr folgten der Einladung Felix Döring (SPD), Thomas Rachel (CDU/CSU), und das Büro von Nyke Slawik (Bündnis90/Die Grüne). Im Fokus standen die aktuelle Lage der Freiwilligendienste, Konzepte zum Bundesgesellschaftsdienst, der Entschließungsantrag zu Freiwilligendiensten und weitere Entwicklungen im Themenfeld. Ein Bericht zur Sitzung mit den inhaltlichen Schwerpunkten erscheint in einem der kommenden BBE-NL.
BBE und Fête de la Musique 2026: Engagement stärkt kulturelle Vielfalt
Am 21. Juni 2026 fand weltweit die Fête de la Musique statt. In Deutschland beteiligten sich mehr als 180 Städte, Gemeinden und Initiativen an dem Aktionstag. Über 40.000 ehrenamtlich Mitwirkende setzten ein Zeichen für kulturelle Vielfalt, Teilhabe und die verbindende Kraft der Musik. Die BBE-Kampagne »Engagement macht stark!« war in diesem Jahr Partner der Fête de la Musique. Gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester machte sie auf die zentrale Bedeutung des Engagements für das Musikleben aufmerksam. Die Fête de la Musique macht sichtbar, wie Menschen durch ihre Beteiligung kulturelles Leben vor Ort gestalten und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Die 1982 in Paris gegründete Veranstaltung steht für Verständigung, Toleranz und ein friedliches Miteinander durch Musik.
AG Inklusion und Intersektionalität: Inklusion als Ressource verstehen
In der Sitzung der AG Inklusion und Intersektionalität am 11. Juni 2026 stand die Frage im Mittelpunkt, wie defizitorientierte Perspektiven auf Menschen mit Behinderung überwunden und Inklusion als gesellschaftliche Ressource verstanden werden kann. Marcus Graubner vom Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) betonte, dass gelingende Inklusion die Kompetenzen und Beiträge von Menschen mit Behinderung sichtbar mache. Dabei gehe es um Teilhabe in allen Lebensbereichen wie Wohnen, Lernen und Arbeiten. Im Austausch wurden Herausforderungen wie fehlende Barrierefreiheit, unzureichende Umsetzung bestehender Rechte und finanzielle Hürden thematisiert. Diskutiert wurden zudem Möglichkeiten, Menschen mit Behinderung besser zu erreichen, einzubeziehen und als Engagierte stärker wahrzunehmen. Persönliche Ansprache, Begegnungsräume und niedrigschwellige Engagementmöglichkeiten wurden als wichtige Schritte für mehr Teilhabe hervorgehoben.
Jahrbuch Engagementpolitik 2026: Bürgerschaftliches Engagement und Inklusion
Das neue »Jahrbuch Engagementpolitik 2026« widmet sich dem Zusammenhang von bürgerschaftlichem Engagement und Inklusion. Herausgegeben von Lilian Schwalb, Sebastian Kießig und Johanna Neuling versammelt der Band Beiträge aus Wissenschaft, Politik und Praxis zur Frage, wie Zugänge zum Engagement verbessert und Teilhabechancen erweitert werden können. Im Mittelpunkt stehen Inklusion als Querschnittsaufgabe im Engagement sowie strukturelle Zugangshürden, die im Vierten Engagementbericht der Bundesregierung als »Schwellen« beschrieben werden. Die Beiträge behandeln unter anderem Engagementförderung, Teilhabe junger Menschen, digitale Zugänge, kommunale Engagementstrukturen, Freiwilligendienste und die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ein Schwerpunkt des Jahrbuchs liegt auf der Verbindung von Engagement und Inklusion. Thematisiert werden unter anderem soziale Teilhabe, Barrieren für Engagement, Diskriminierungserfahrungen sowie Anforderungen an inklusive Strukturen in Vereinen, Initiativen und Netzwerken. Das »Jahrbuch Engagementpolitik 2026« erscheint in der Reihe »Jahrbuch Engagementpolitik« des Wochenschau Verlags.
Nach 11 Jahren: »Engagierte Stadt« wird eigenständiges Netzwerk
Was 2015 als Pilotprojekt begann, ist heute nach vier Förderphasen eine bundesweite Bewegung und Gemeinschaft mit starken Strukturen. Damit endet das erfolgreiche Programm »Engagierte Stadt« nach einer 11-jährigen einzigartigen Fördergeschichte. Ab dem 1. Juli 2026 übernehmen unter dem Namen Netzwerk Engagierte Stadt e.V. die 112 Engagierten Städte die strategische Leitung und operative Umsetzung in ihrem neu gegründeten Verein. Erklärtes Ziel ist es, die erfolgreiche Engagementstruktur zu verstetigen. Das BBE, das in den vergangenen fünf Jahren die Entwicklung in der Steuerungsgruppe sowie die operative Umsetzung durch ein Programmbüro begleitete, wird dem neu gegründeten Verein verbunden bleiben. Dem BBE war es besonders wichtig, die Weiterentwicklung der Netzwerke und Kooperationsbeziehungen vor Ort sowie über alle Ebenen hinweg zu unterstützen, die Skalierung zu begleiten, die »Engagierte Stadt« bekannter zu machen und Vertreter*innen der Länder und weitere Partner*innen aus dem BBE-Netzwerk ins Boot zu holen. Das BBE koordinierte ferner die Vernetzung und baute Brücken in das bundesweite BBE-Netzwerk. Durch zusätzliche Bausteine wie etwa die Prozessbegleitung konnte außerdem zur Qualifizierung und Stärkung der Strukturen vor Ort beigetragen werden. Das Programm wurde 2015 durch ein Konsortium von Partner*innen auf der Bundesebene entwickelt und getragen. Darunter waren in den letzten Jahren das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), die Bertelsmann Stiftung, die Breuninger Stiftung, das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE), die Joachim Hertz Stiftung, die Körber-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung. Im starken Verbund und begleitet durch engagierte Partner*innen bot das bundesweit einzigartige Netzwerk allen Beteiligten ein breites Angebot an Austausch, Qualifizierung, Strategieberatung und Zusammenarbeit der Engagierten Städte.
Fünf Jahre Engagiertes Land: Erfahrungen, die weiterwirken
Zum 30. Juni 2026 endet die Förderung der vom BBE verantworteten Module sowie die Partnerschaft des BBE mit der DSEE im Programm »Engagiertes Land«. Das Programm unterstützte zwischen 2021 und 2026 ehrenamtlich getragene Netzwerke in ländlichen Räumen dabei, Engagement vor Ort zu stärken und regionale Zusammenarbeit zu fördern. Dafür wurden Mittel aus dem Bundeshaushalt über die DSEE bereitgestellt und das Programm in Partnerschaft zwischen DSEE, BBE und Thünen Institut für Regionalentwicklung umgesetzt. Im Jahr 2020 arbeitete das BBE zusammen mit der DSEE am Entwicklungsprozess des Programms. Seit 2021 begleitete das BBE bundesweit rund 100 Netzwerke durch Prozessbegleitungen, Lernreisen, Regionaltreffen und weitere Austauschformate. Im Mittelpunkt standen die Vernetzung von Engagierten, der Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Weiterentwicklung und Stärkung lokaler Engagementstrukturen. Im Lenkungskreis arbeiteten die drei Partner an den übergeordneten Fragen zusammen. Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen: Netzwerke entwickeln sich besonders dann weiter, wenn sie Zeit und Unterstützung erhalten, ihre Zusammenarbeit zu reflektieren und gemeinsame Entwicklungsprozesse zu gestalten. Insbesondere die Prozessbegleitungen haben sich dabei als wichtiges Unterstützungsangebot erwiesen.
BBE beim Fachtag zu Strukturen für eine engagierte Gesellschaft
Am 15. Juni 2026 luden die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Brandenburg (Lagfa Brandenburg) und das Landesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement im Land Brandenburg zu einem Fachtag in das Haus der Natur in Potsdam ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Internationalen Jahres der Freiwilligen für nachhaltige Entwicklung (IVY 2026) der Vereinten Nationen statt. Im Mittelpunkt stand der Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft über die Stärkung von Engagementstrukturen und sektorübergreifende Zusammenarbeit. Diskutiert wurden Kooperationen zwischen den verschiedenen Akteuren sowie Beispiele aus der Praxis, darunter das Projekt »Open Streets« in Zeuthen und die Brandenburger Ehrenamtskarte als Instrument zur Anerkennung freiwilligen Engagements. Weitere Themen waren die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement, aktuelle Herausforderungen für Engagementstrukturen sowie Schutz- und Unterstützungsangebote für Engagierte. Auch die Rolle von Begegnungsorten und lokalen Strukturen wurde thematisiert. Das BBE war durch Dr. Serge Embacher vertreten. Nach seinem Input »Die Sektorentrennung in Deutschland und die Rolle der Zivilgesellschaft« diskutierte Serge Embacher mit Kristy Augustin (CDU-Fraktion Brandenburg, angefragt), Björn Schreiber (Geschäftsführer Landesjugendring Brandenburg) und André Koch-Engelmann (Geschäftsführer UPJ) über »Nachhaltige Strukturstärkung für das Engagement und die Rolle der unterschiedlichen Sektoren«.
Engagement macht stark! – Aktuelle Einblicke im Infoletter
Die Kampagne »Engagement macht stark!« des BBE steht unter dem Jahresthema »Miteinander Zukunft gestalten« und setzt im aktuellen Infoletter neue Impulse. Vorgestellt wird die neue Engagement-Botschafterin im Interview, ergänzt durch einen Rückblick auf ihre Ernennung in der Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin sowie die Eröffnung des Kalenders zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements vom 11. bis 20. September 2026. Die Woche des bürgerschaftlichen Engagements lädt Vereine, Organisationen, Initiativen und Engagierte dazu ein, ihre Aktionen einzutragen und sichtbar zu machen. So entsteht ein vielfältiges Bild dessen, was Engagement in Deutschland bewegt und wie Zukunft gemeinsam gestaltet wird.
Neuer Fachartikel aus dem BBE-Projekt »Pat*innen, Mentor*innen, Lots*innen«
Am 27. Mai trafen Akteure aus verschiedenen Pat*innenschafts- und Mentoringprojekte im Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« zu einem durch das BBE organisierten, digitalen Fachworkshop zusammen. Im Zentrum des Workshops stand eine medienpädagogische Perspektive auf Künstliche Intelligenz (KI) und die Frage, inwiefern Pat*innenschaften die KI-Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen stärken können. Wichtige Erkenntnisse aus dem Fachworkshop rund um die Nutzung und Herausforderungen von KI für Jugendliche sowie die Rolle von Pat*innenschaften als menschliche Unterstützung im digitalen Alltag können auf der »Menschen stärken Menschen«- Webseite im Fachartikel nachgelesen werden.
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Digitaltag 2026: Bundesweiter Aktionstag für digitale Teilhabe
Der Digitaltag fand am 26. Juni 2026 als bundesweiter Aktionstag zur Förderung digitaler Teilhabe statt. Organisiert wurde er von der Initiative »Digital für alle«, einem Bündnis aus Organisationen der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und öffentlicher Hand. Bundesweit wurden Veranstaltungen und Mitmachangebote zu digitalen Themen angeboten, darunter Workshops, Diskussionsrunden, Stadtfeste und Tage der offenen Tür. Die Teilnahme an den Angeboten war kostenfrei. Das Fokusthema 2026 lautete »Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen«. Im Mittelpunkt standen Fragen zur sicheren Nutzung digitaler Angebote sowie der Umgang mit Falschinformationen, manipulierten Inhalten und Hassrede. Weitere Themen waren Medien- und Informationskompetenz. Im Rahmen des Digitaltags wurde außerdem der Preis für das digitale Miteinander verliehen. Ausgezeichnet wurden Initiativen und Projekte, die digitale Teilhabe fördern, digitales bürgerschaftliches Engagement unterstützen oder Gemeinschaft und Zusammenhalt im digitalen Raum stärken.
23. Landesweiter Ehrenamtstag in Rheinland-Pfalz
Der 23. Landesweite Ehrenamtstag findet am 30. August 2026 in Kaiserslautern statt. Die Veranstaltung wird von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und der Stadt Kaiserslautern gemeinsam mit den Rundfunksendern SWR und RPR1. ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht der »Marktplatz Ehrenamt«, auf dem sich 50 Organisationen, Projekte, Einrichtungen und Initiativen aus Rheinland-Pfalz präsentieren. Ergänzt wird das Programm durch eine Blaulichtmeile sowie eine Bühne mit Beiträgen aus den Bereichen Musik, Tanz und Talk. Den Abschluss bildet die Live-Übertragung der SWR-Sendung »Ehrensache«. Bereits am 29. August veranstaltet die Stadt Kaiserslautern im Rahmen ihres 750-jährigen Stadtjubiläums den »Tag der Lautrer Vereine & Verbände – Kaiserslautern bewegt & informiert«. Beide Veranstaltungen stehen im Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements.
Freiwilligensurvey 2024: Vorstellung zentraler Ergebnisse
Am 8. September 2026 werden in Berlin die Ergebnisse des Freiwilligensurveys 2024 unter dem Titel »Freiwilliges Engagement in Deutschland – Der Freiwilligensurvey 2024« vorgestellt. Die Veranstaltung gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen des freiwilligen Engagements und bringt Vertreter aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Forschung zusammen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Verbreitung und zu Bereichen des Engagements, zu Motiven und Potenzialen sowie zu sozialen Unterschieden beim Zugang zu freiwilliger Tätigkeit. Zudem werden Entwicklungen im Zeitverlauf betrachtet und mögliche Schlussfolgerungen für Politik und Engagementpraxis diskutiert. Neben Fachvorträgen ist eine Paneldiskussion zu den Ergebnissen und ihren Auswirkungen geplant. Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, Dr. Christiane Schenderlein, wird ihre Perspektive einbringen. Die Teilnahme ist vor Ort in Berlin oder online möglich.
Weitere Informationen und Anmeldung
Aufruf zur Beteiligung am 20. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2027
Das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung begeht im Jahr 2027 sein 20-jähriges Jubiläum. Die Jubiläumsveranstaltung findet am 20. und 21. Januar 2027 im Rahmen der Grünen Woche in Berlin statt. Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgerichtete Forum gilt als das größte nationale Forum für Fragen der ländlichen Entwicklung in Deutschland. Seit 2008 dient es als Plattform für Austausch, Wissenstransfer und Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft. Für das Jubiläumsjahr sind erneut Fachforen geplant, die von Verbänden, Institutionen und weiteren Organisationen inhaltlich gestaltet werden. Das Zukunftsforum findet als Präsenzveranstaltung mit digitalen Beteiligungsmöglichkeiten statt. Die Veranstaltung greift aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven ländlicher Räume auf und bietet Raum für Diskussion, Praxisbeispiele und fachlichen Austausch. Interessierte können sich bis zum 11. August 2026 auf den Seiten des Zukunftsforums für die Ausrichtung eines Fachforums bewerben. In 90-minütigen Fachforen-Blöcken sollen Verbänden, Institutionen und Initiativen die Möglichkeit gegeben werden, Projekte oder Forschungsergebnisse zu präsentieren, gute Beispiele aus der Praxis aufzuzeigen, Herausforderungen zu diskutieren oder Visionen zu entwickeln, wie Heimat auf dem Land zukunftsfest und lebenswert gestaltet werden kann.
Landesfreiwilligenagentur Berlin bietet Qualifizierungsreihe zur Diversitätsorientierung an
Die Landesfreiwilligenagentur Berlin e. V. führt von September bis Dezember 2026 die praxisbegleitende Qualifizierungsreihe »DO-Promotor*innen-Ausbildung« zur Diversitätsorientierung durch. Zielgruppe sind Mitarbeitende aus Stadtteilzentren, Freiwilligenagenturen, Nachbarschaftshäusern, Migrant*innenvereinen und dem Quartiersmanagement, die Diversitätsorientierung und migrationsgesellschaftliche Öffnung in ihren Einrichtungen stärken möchten. Die Ausbildung umfasst drei Module am 30. September - 1. Oktober, 4.-5. November und 7.-8. Dezember 2026 im Tagungszentrum am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Behandelt werden diversitätssensible und diskriminierungskritische Organisationsentwicklung, Selbstreflexion sowie Ansätze zur Förderung von Inklusion und Beteiligung. Die Teilnehmenden setzen sich mit Fragen zu Diskriminierung, gesellschaftlicher Polarisierung und Alltagsrassismus auseinander. Die Teilnahme kostet 30 Euro, Anmeldeschluss ist der 31. August 2026. Nach Abschluss wird ein Zertifikat vergeben.
37. Europäisches Senior*innentheater-Forum 2026 ausgeschrieben
Der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) hat die Ausschreibung für das 37. Europäische Seniorinnentheater-Forum veröffentlicht. Das Qualifizierungsprogramm findet vom 1. bis 5. November 2026 im Diözesanhaus Vierzehnheiligen in Bad Staffelstein (Bayern) statt. Es richtet sich an aktive Spieler*innen sowie Fachkräfte aus Spielleitung und Theaterpädagogik im Bereich Senior*innentheater. Das Forum ist ein bundesweites Qualifizierungs- und Austauschformat des BDAT. Im Mittelpunkt stehen künstlerische und methodische Weiterbildungen sowie Vernetzung innerhalb der Senior*innentheaterszene. Für die Teilnehmenden werden mehrere Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten, darunter Storytelling in Kunst und Kultur, Clown- und Fooling-Techniken, Materialtheater, Schauspielmethoden nach Stanislawski sowie Tanz- und Bewegungsimprovisation. Die Anmeldung erfolgt über das Online-Portal des BDAT. Anmeldeschluss ist der 15. August 2026.
37. Europäisches Senior*innentheater-Forum 2026
Nachhaltigkeit braucht Bildung – und starke Netzwerke
Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zeigen: Nachhaltigkeit verbindet ökologische, soziale, politische und ökonomische Fragen. Gerade im bürgerschaftlichen Engagement werden diese Ziele konkret – in Vereinen, Initiativen, Bildungsprojekten und Netzwerken, die Wandel vor Ort gestalten. Das neue Handbuch Bildung für nachhaltige Entwicklung bietet Grundlagen, aktuelle Debatten und praxisnahe Perspektiven für formale und non-formale Bildung. Für Akteur*innen im Engagementfeld ist der Band eine wertvolle Orientierung: BNE stärkt Teilhabe, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, nachhaltige Entwicklung gemeinsam umzusetzen. Ein Teil der Beiträge stehen open access zur Verfügung.
Handbuch Bildung für nachhaltige Entwicklung
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Redaktionsschluss ist der 6. Juli 2026.
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