BBE Europa-Nachrichten Nr. 6 vom 19.6.2026
Die BBE Europa-Nachrichten zu »Newsletter für Engagement und Partizipation« bieten monatlich Informationen und Hintergrundberichte zu europäischen Fragen der Engagementpolitik und -förderung, Gastbeiträge namhafter Europaexpert*innen sowie Hinweise auf internationale Beteiligungsverfahren.
Aktuelles aus europäischer Engagementpolitik und -debatte
EWSA-Anhörung zur Rolle freiwilligen Engagements für die europäische Krisenvorsorge
Öffentliche Konsultation zur künftigen EU-Jugendstrategie
Shortlist »Award for Good Administration« 2026 veröffentlicht
Engagement von Unternehmen für die demokratische Resilienz: Ergebnisse einer EBD-Umfrage
Schwerpunkt: »No hate speech movement«: Sprache, Respekt und Demokratie in Europa
Editorial
Internationaler Tag zur Bekämpfung von Hassrede
Digital Services Act (DSA) als Instrument gegen digitale Hassrede
Der Verhaltenskodex zur Bekämpfung illegaler Hassrede im Internet +
Hate Speech in Zahlen
ECRI-Bericht zu Entwicklungen von Hassrede in Europa
No Hate Speech Week (NHSW)
Internationale Beteiligungsverfahren
Omnibus-Initiative für Bürger*innen: Verringerung des Verwaltungsaufwands
EU-Fahrplan zur Abschaffung von Tierversuchen im Anschluss an die Europäische Bürgerinitiative »Save Cruelty-Free Cosmetics«
Aktuelles aus dem BBE und von europäischen Partnern
Jetzt Aktionen eintragen! – Woche des bürgerschaftlichen Engagements
Bericht zum 37. Europäischen Abend
Delegation aus Lateinamerika zu Gast im BBE
CEV-Generalversammlung im Rahmen des Freiwilligenkongresses in Maia
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
NECE Festival 2026
Fête de la Musique 2026: ERLEBNIS EUROPA wird zur Bühne
Europamobil: Call for applications
Hinweis
Aktuelles aus europäischer Engagementpolitik und -debatte
EWSA-Anhörung zur Rolle freiwilligen Engagements für die europäische Krisenvorsorge
Am 24. Juni 2026 veranstaltet der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Fachanhörung zur Rolle des freiwilligen Engagements für die Krisenvorsorge der europäischen Bevölkerung. Die Veranstaltung ist Teil der Arbeiten an der EWSA-Stellungnahme »The role of volunteering for European Population Preparedness in an increasingly dangerous world« (SOC/864), die im Dezember 2026 verabschiedet werden soll. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Freiwilligen für Prävention, Krisenbewältigung und gesellschaftliche Resilienz. Diskutiert werden Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Ansätze zur Stärkung freiwilligen Engagements in Europa. Ein Themenblock widmet sich langfristigen Herausforderungen wie Hassrede, Rassismus, Desinformation, Angriffen auf demokratische Institutionen sowie sozialer Ausgrenzung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Freiwilligen bei der Vorbereitung auf und Bewältigung von Krisenereignissen wie Überschwemmungen, Waldbränden, Pandemien oder terroristischen Anschlägen. Die Ergebnisse der Anhörung sollen in die Erarbeitung der EWSA-Stellungnahme einfließen und zur Diskussion über die Rolle freiwilligen Engagements in der europäischen Krisenvorsorge beitragen. Anmeldungen sind bis zum 22. Juni 2026 möglich.
Weitere Informationen und Anmeldung
Öffentliche Konsultation zur künftigen EU-Jugendstrategie
Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zur Entwicklung der nächsten EU-Jugendstrategie gestartet. Die Beteiligung ist noch bis zum 16. Juli 2026 möglich. Die EU-Jugendstrategie bildet den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa und legt gemeinsame Ziele und Prioritäten fest. Da die aktuelle Strategie (2019–2027) ausläuft, sollen nun Perspektiven für die Zeit ab 2027 gesammelt werden. Eingeladen sind junge Menschen, Fachkräfte, Wissenschaftler*innen, Jugendorganisationen, öffentliche Einrichtungen sowie weitere Interessierte. Über einen Online-Fragebogen, der in allen EU-Amtssprachen verfügbar ist, können Anregungen und Einschätzungen eingebracht werden. Die Europäische Kommission betont die Bedeutung der Jugendstrategie für die gesellschaftliche und politische Teilhabe junger Menschen. Bislang stammen lediglich 1,24 Prozent der Rückmeldungen aus Deutschland. Daher sind insbesondere junge Menschen sowie Akteur*innen der Kinder- und Jugendhilfe aufgerufen, sich an der Konsultation zu beteiligen.
Shortlist »Award for Good Administration« 2026 veröffentlicht
Der European Ombudsman hat den zweijährlich vergebenen »Award for Good Administration« im Jahr 2016 ins Leben gerufen, um Initiativen, Projekte und weitere Arbeiten der EU-Verwaltung zu würdigen, die einen sichtbaren und direkten positiven Einfluss auf das Leben von Menschen in Europa und darüber hinaus haben. Ziel ist es, diese Beispiele einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und bewährte Praktiken innerhalb der Institutionen zu verbreiten. Aus 48 nominierten Projekten wurden von der Europäischen Ombudsfrau unter Einbindung eines Beirats jeweils drei Finalisten pro Kategorie für den Award 2026 ausgewählt. Die Kategorien umfassen Vielfalt und Inklusion, technologische Innovation und Einsatz von KI, offene Verwaltung sowie Partizipation von Bürger*innen bzw. Zivilgesellschaft. Die öffentliche Abstimmung endete am 15. Juni 2026. Die Gewinner*innen der einzelnen Kategorien, die Gesamtsieger*innen sowie die Gewinner*innen der Publikumsabstimmung werden bei der Preisverleihung am 30. Juni 2026 bekanntgegeben.
Engagement von Unternehmen für die demokratische Resilienz: Ergebnisse einer EBD-Umfrage
Die EBD-Umfrage »Die Rolle von Unternehmen für die demokratische Resilienz in Deutschland« (15. Juni 2026) basiert auf einer repräsentativen YouGov-Befragung von 505 Führungskräften in Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten in Deutschland. Auftraggeber ist die Europäische Bewegung Deutschland (EBD). Befragt wurden Personen aus mittlerem und oberem Management sowie aus Geschäftsführung und Eigentümerschaft. Die Datenerhebung erfolgte zwischen dem 15. und 27. Mai 2026 über ein Online-Panel. Die Ergebnisse zeigen, dass 81 Prozent der Befragten Unternehmen grundsätzlich in der Verantwortung sehen, zur Stärkung demokratischer Strukturen beizutragen. 44 Prozent stellen einen Zusammenhang zwischen demokratischer Stabilität und wirtschaftlichem Erfolg her. Demokratische Stabilität, Rechtsstaatlichkeit und institutionelles Vertrauen werden als Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit eingeordnet. Bei Formen des Engagements zeigen sich Unterschiede in der Bewertung. Zustimmung erhalten öffentliche Positionierungen zu demokratischen Grundsatzfragen (71 Prozent), die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen (70 Prozent) sowie das Eintreten gegen antidemokratische Bewegungen (67 Prozent). Tagespolitische Positionierungen (52 Prozent) und parteipolitische Stellungnahmen (37 Prozent) werden geringer bewertet. Als Gründe für Engagement werden gesellschaftliche Verantwortung (38 Prozent) und wirtschaftliche Vorteile (30 Prozent) genannt. 43 Prozent geben an, dass die Bedeutung demokratierelevanter Themen im Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. 32 Prozent der Befragten setzen keine Maßnahmen um. Als Gründe werden Polarisierung im Unternehmen (32 Prozent), Reputationsrisiken (28 Prozent), rechtliche Unsicherheiten (24 Prozent) und wirtschaftliche Risiken (22 Prozent) genannt.
Weitere Informationen zur Umfrage
Schwerpunkt: »No hate speech movement«: Sprache, Respekt und Demokratie in Europa
Editorial
Liebe Leser*innen,
am gestrigen 18. Juni wurde der Internationale Tag zur Bekämpfung von Hassrede begangen. Der Aktionstag verweist auf die Verbindung zwischen digitaler Kommunikation, demokratischer Teilhabe und zivilgesellschaftlichem Engagement. Er macht sichtbar, dass der Umgang mit Hassrede nicht allein eine rechtliche oder technische Frage ist, sondern eng mit der Qualität öffentlicher Debattenräume und der Frage verbunden ist, wie demokratische Teilhabe in digitalen Öffentlichkeiten gewährleistet werden kann. Der Internationale Tag zur Bekämpfung von Hassrede erinnert daran, dass der Schutz demokratischer Kommunikationsräume eine gemeinsame Aufgabe ist – von Institutionen über Plattformen bis hin zu Nutzer*innen selbst.
Vor diesem Hintergrund widmen sich die BBE Europa-Nachrichten in dieser Ausgabe schwerpunktmäßig dem Thema Hassrede. Aktuelle Entwicklungen zeigen, wie stark digitale Räume demokratische Diskurse prägen: Sie ermöglichen Beteiligung und Mobilisierung, tragen aber zugleich zur schnellen Verbreitung diskriminierender Inhalte bei. Damit stellen sich grundlegende Fragen nach dem Schutz offener Debattenräume und der gemeinsamen Verantwortung verschiedener Akteur*innen.
Ihre Redaktion der BBE Europa-Nachrichten
Internationaler Tag zur Bekämpfung von Hassrede
Im Juli 2021 wies die UN-Generalversammlung auf die weltweit bestehende Besorgnis über die »exponentielle Verbreitung von Hassrede« hin und verabschiedete eine Resolution zur »Förderung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs sowie von Toleranz zur Bekämpfung von Hassrede«. In der Resolution wird die Notwendigkeit anerkannt, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Hassrede zu bekämpfen. Alle relevanten Akteure, einschließlich der Staaten, werden aufgefordert, ihre Anstrengungen im Einklang mit dem internationalen Menschenrechtsrecht zu verstärken. Zudem wurde der 18. Juni als »Internationaler Tag zur Bekämpfung von Hassrede« ausgerufen. Dieser geht auf die am 18. Juni 2019 gestartete UN-Strategie und den Aktionsplan zu Hassrede zurück. Zum Aktionstag lädt die UNO Regierungen, internationale Organisationen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Einzelpersonen dazu ein, Veranstaltungen und Initiativen durchzuführen, die Strategien zur Erkennung, Bekämpfung und Eindämmung von Hassrede fördern. Die Initiative gilt als erste UN-weite Maßnahme zur systematischen Auseinandersetzung mit Hassrede und soll die Staaten bei ihren Maßnahmen unterstützen. Alle Akteur*innen – Staaten, Privatwirtschaft, Medien- und Internetunternehmen, religiöse Akteure, Bildungsinstitutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Betroffene, junge Menschen sowie Einzelpersonen – werden aufgefordert, Hassrede klar entgegenzutreten und zu ihrer Bekämpfung beizutragen.
Digital Services Act (DSA) als Instrument gegen digitale Hassrede
Der Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union bildet den zentralen regulatorischen Rahmen für den Umgang mit illegalen Inhalten im digitalen Raum und ist somit von unmittelbarer Relevanz für die Bekämpfung von Hassrede. Er wurde am 4. Oktober 2022 vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union verabschiedet und ist seit 2024 vollständig anwendbar. Der DSA verpflichtet Online-Plattformen dazu, sogenannte »Notice-and-Action«-Verfahren einzurichten. Über diese können Nutzer*innen potenziell illegale Inhalte melden, darunter auch strafbare Formen von Hate Speech nach nationalem Recht. Die Plattformen sind wiederum verpflichtet, diese Meldungen zügig zu prüfen und bei Bedarf die entsprechenden Inhalte zu entfernen oder zu sperren. Hinter dem Gesetz verbergen sich wichtige neue Rechte, die es den Menschen in der EU ermöglichen, Entscheidungen von Online-Plattformen anzufechten. Um aufzuzeigen, wie Menschen im Rahmen des DSA vorgehen können, wenn sie mit einer Entscheidung einer Social-Media-Plattform nicht einverstanden sind, hat das Appeals Centre Europe (ACE) einen Leitfaden zur Unterstützung von Nutzer*innen in Bezug auf das Gesetz über digitale Dienste erarbeitet. Das ACE wurde von der irischen Medienaufsichtsbehörde Coimisiún na Meán als außergerichtliche Streitbeilegungsstelle (ODS) gemäß dem DSA für alle großen Social-Media-Plattformen in nahezu allen in der EU gesprochenen Sprachen und allen EU-Ländern zertifiziert.
Leitfaden zur Unterstützung von Nutzern in Bezug auf das Gesetz über digitale Dienste (2026) (PDF)
Weitere Informationen zum Appeals Centre Europe (ACE)
Der Verhaltenskodex zur Bekämpfung illegaler Hassrede im Internet +
Im Januar 2025 wurde der Verhaltenskodex zur Bekämpfung illegaler Hassrede im Internet (Verhaltenskodex+) in den Rechtsrahmen des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) integriert. Er baut auf dem im Jahr 2016 angenommenen Verhaltenskodex auf und zielt darauf ab, den Umgang von Online-Plattformen mit Inhalten, die als illegale Hassrede eingestuft werden, im Einklang mit EU-Recht und den Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten zu regeln. Unterzeichnet wurde der Verhaltenskodex+ unter anderem von Facebook, Instagram, LinkedIn, von Microsoft gehosteten Verbraucherdiensten, Snapchat, Viber, TikTok, Twitch, X und YouTube. Nun hat die Europäische Kommission die Ergebnisse der ersten Überwachungsübung im Rahmen des überarbeiteten Verhaltenskodex veröffentlicht. Monitoring-Stellen sind gemeinnützige oder öffentliche Einrichtungen mit Fachkenntnissen zu illegaler Hassrede in mindestens einem EU-Mitgliedstaat. Neben den Ergebnissen der Überwachungsübung veröffentlichte die Europäische Kommission auch die Selbstbewertungsberichte der unterzeichnenden Plattformen.
Code of Conduct on Countering Illegal Hate Speech Online +
Hate Speech in Zahlen
Im Jahr 2025 haben 42 % der Internetnutzenden in der Europäischen Union im Alter von 16 bis 74 Jahren auf Webseiten oder in sozialen Medien Hate Speech wahrgenommen. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil bei 37 %. Als Hate Speech gelten feindselige oder erniedrigende Informationen oder Kommentare gegenüber Einzelpersonen oder Personengruppen, unabhängig davon, ob die Inhalte gegen die eigene Person oder andere gerichtet sind. Nach Altersgruppen zeigen sich Unterschiede in der Wahrnehmung: Unter den 16- bis 24-jährigen Internetnutzenden gaben 54 % an, Hate Speech im Netz beobachtet zu haben. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen lag dieser Anteil bei 28 %. Über alle Altersgruppen hinweg lagen die Werte 2025 jeweils über denen der Erhebung von 2023. Bei den wahrgenommenen Angriffszielen nannten 80 % der Internetnutzenden, die 2025 Hate Speech beobachtet hatten, politische oder gesellschaftliche Ansichten als Bezugspunkt (2023: 73 %). 60 % berichteten von ethnischer Herkunft beziehungsweise rassistischen Äußerungen (2023: 53 %), 55 % von Angriffen aufgrund der sexuellen Orientierung (2023: 52 %) und 54 % im Zusammenhang mit Religion oder Weltanschauung (2023: 46 %). Zudem wurden Angriffe wegen des Geschlechts von 40 % angegeben (2023: 36 %) und wegen einer Behinderung von 27 % (2023: 25 %). Mehrfachnennungen waren möglich. Die Daten stammen aus der Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten der Europäischen Union und wurden von Eurostat als Datenbankauszug am 25. Februar 2026 veröffentlicht.
ECRI-Bericht zu Entwicklungen von Hassrede in Europa
Im Jahresbericht vom 28. Mai 2026 warnt die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) des Europarats vor einem anhaltend hohen und weiter zunehmenden Niveau von Hassrede in Europa. Die ECRI stellt fest, dass rassistische, fremdenfeindliche und diskriminierende Äußerungen im öffentlichen und digitalen Raum nicht nur häufig auftreten, sondern zunehmend auch gesellschaftlich normalisiert werden. Dies stelle eine ernsthafte Bedrohung für demokratische Gesellschaften dar. Besonders betroffen sind laut Bericht Menschen aufgrund ihrer ethnischen oder nationalen Herkunft, Religion sowie sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Roma, muslimische und jüdische Gemeinschaften sowie LGBTI-Personen, insbesondere trans Personen, gehören weiterhin zu den am häufigsten angegriffenen Gruppen. Antisemitische und antimuslimische Hassrede haben insbesondere seit den Ereignissen nach dem 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen. Auch xenophobe Diskurse nehmen zu und stehen häufig im Zusammenhang mit migrationspolitischen Debatten. Die ECRI betont, dass Hassrede nicht nur Individuen schädigt, sondern auch demokratische Strukturen untergräbt. Betroffene ziehen sich häufig aus öffentlichen Diskursen zurück, was die demokratische Teilhabe schwächt. Politische Akteure tragen dabei eine besondere Verantwortung, da diskriminierende Narrative und Desinformation häufig auch im politischen Raum und in Wahlkampfzeiten verstärkt auftreten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Dimension von Hassrede. Abschließend unterstreicht die ECRI die Bedeutung von Bildung, Medienkompetenz und Menschenrechtsbildung, insbesondere für junge Menschen. Laut Bericht kann Hassrede nur durch eine Kombination aus rechtlichen, technischen und pädagogischen Maßnahmen sowie internationaler Zusammenarbeit wirksam begegnet und demokratische Resilienz gestärkt werden.
No Hate Speech Week (NHSW)
Die No Hate Speech Week bietet einen Rahmen für den Austausch über rechtliche und politische Entwicklungen sowie Beispiele guter Praxis und innovative Ansätze zur Umsetzung von Maßnahmen gegen Hassrede. Ziel ist die Förderung von Kooperationen zwischen zentralen Akteuren sowie die Stärkung von Synergien für einen multi-akteursbasierten Ansatz zur Prävention und Bekämpfung von Hassrede in den Mitgliedstaaten. Organisiert wird die Woche vom Anti-Diskriminierungsbereich des Europarates im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zwischen der EU und dem Europarat. Die No Hate Speech Week 2026 des Europarates findet im Kontext von Desinformation, gesellschaftlicher Polarisierung und digitalen Herausforderungen für demokratische Systeme statt. Hassrede wird dabei als Faktor beschrieben, der sozialen Zusammenhalt und demokratische Werte beeinträchtigt. Die Veranstaltung ist Teil des »New Democratic Pact for Europe« und begleitet den Internationalen Tag gegen Hassrede am 18. Juni. Ziel ist die Weiterentwicklung bestehender Ansätze zur Bekämpfung von Hassrede sowie die Stärkung demokratischer Strukturen. Im Mittelpunkt steht das Thema »Hate Speech – Free Democracy«, das die Bedeutung inklusiver und diskriminierungsfreier demokratischer Teilhabe hervorhebt. Das Programm umfasst Plenarsitzungen, Workshops, Arbeitsgruppen und Netzwerkformate und ist mit weiteren Aktivitäten des Europarates und der EU verbunden. Dazu gehören Sitzungen verschiedener Fachgremien, Projekte zu Medien und Gleichstellung sowie ein Demokratie-Hackathon (»Hack the Hate«), in dem technische und politische Lösungsansätze gemeinsam entwickelt werden. Ziel ist die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Bekämpfung von Hassrede und zur Förderung inklusiver demokratischer Räume.
Weitere Informationen zur »No Hate Speech Week«
Weitere Informationen zu »Hack the Hate, Renew Democracy«
Internationale Beteiligungsverfahren
Omnibus-Initiative für Bürger*innen: Verringerung des Verwaltungsaufwands
Die Europäische Kommission hat im Rahmen der »Better Regulation«-Agenda eine Omnibus-Initiative für Bürgerinnen und Bürger gestartet, die darauf abzielt, den aus EU-Rechtsvorschriften resultierenden Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Ziel ist es, administrative und rechtliche Hürden im Alltag sowie insbesondere in grenzüberschreitenden Situationen zu verringern. Die Initiative ist Teil der EU-Strategie zur Vereinfachung und Modernisierung von Rechtsvorschriften, die darauf ausgerichtet ist, Verwaltungs- und Berichtspflichten zu reduzieren und die Wirksamkeit bestehender Regelungen zu verbessern. Beiträge von Bürger*innen sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen werden im Rahmen einer öffentlichen Konsultation einbezogen. Die Teilnahme am »Call for Evidence« zur Omnibus-Initiative für Bürger*innen (Verringerung des Verwaltungsaufwands) ist bis zum 19. Juni 2026 möglich.
EU-Fahrplan zur Abschaffung von Tierversuchen im Anschluss an die Europäische Bürgerinitiative »Save Cruelty-Free Cosmetics«
Am 1. Juni 2026 hat die Europäische Kommission einen Fahrplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen für Chemikaliensicherheitsbewertungen vorgestellt. Der Fahrplan steht im Zusammenhang mit dem 2023 gegebenen Kommissionsversprechen als Reaktion auf die europäische Bürgerinitiative »Save Cruelty-Free Cosmetics – Commit to a Europe Without Animal Tests«. Ziel des Fahrplans ist der Übergang von traditionellen Testmethoden hin zu tierfreien Ansätzen. Dafür werden schrittweise Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Anwendung innovativer Verfahren für Sicherheitsbewertungen von Chemikalien festgelegt.
Aktuelles aus dem BBE und von europäischen Partnern
Jetzt Aktionen eintragen! – Woche des bürgerschaftlichen Engagements
Die Woche des bürgerschaftlichen Engagements findet vom 11. bis 20. September 2026 statt. Sie ist das Herzstück der BBE-Kampagne »Engagement macht stark!« und mit rund 20.000 Aktionen Deutschlands größte Freiwilligeninitiative. Unter dem Jahresthema »Miteinander Zukunft gestalten« richtet die Kampagne den Fokus auf Engagement, das gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Teilhabe und ein solidarisches Miteinander fördert – Werte, die auch die europäische Zusammenarbeit prägen. Im Rahmen der Aktionswoche organisieren Vereine, Organisationen, Unternehmen und Engagierte in ganz Deutschland vielfältige Mitmachaktionen. Ob Nachbarschaftsfest, Aufräumaktion, Musikangebot, Spieleabend oder Workshop – willkommen sind Aktivitäten, die Menschen zusammenbringen und Engagement sichtbar machen. Die Vielzahl der Veranstaltungen vermittelt einen Einblick in die unterschiedlichen Formen bürgerschaftlichen Engagements und macht deren gesellschaftliche Bedeutung auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene sichtbar. Eine Eintragung geplanter Aktivitäten in die Engagement-Plattform ist ab sofort möglich. Die Plattform wird in Kooperation mit Aktion Mensch e.V. als Plattform für Engagement und Ehrenamt in Deutschland betrieben.
Bericht zum 37. Europäischen Abend
Beim 37. Europäischen Abend am 19. Mai 2026 im dbb forum berlin wurde über digitale Souveränität als Voraussetzung staatlicher Handlungsfähigkeit sowie als Frage der Unabhängigkeit bei Daten, Infrastruktur und Schlüsseltechnologien diskutiert. Nun liegt der Bericht zur Veranstaltung vor. Zu Beginn der Veranstaltung betonte dbb-Chef Volker Geyer die Bedeutung europäischer Datenhoheit, Cloud-Lösungen und digitaler Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung und kritische Infrastrukturen. Ohne diese Grundlagen sei staatliches Handeln eingeschränkt. Er verwies auf europäische Standards, gemeinsame Datenräume, Verwaltungsclouds und digitale Kompetenzen. Gunther Krichbaum hob die Reduzierung digitaler Abhängigkeiten und die Stärkung der europäischen Innovationsfähigkeit hervor. Marco Breit sprach sich für einen kooperativen Ansatz (»Made with Europe«) und für gemeinsame europäische Lösungen aus. Anna Lührmann wies auf die unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen hin und betonte die Notwendigkeit gemeinsamer europäischer Ansätze sowie Investitionen in europäische Plattformalternativen. Tyson Barker (DGAP) plädierte für eine gemeinsame Beschaffung und die Förderung europäischer Digitalunternehmen im Wettbewerb mit den USA und China. Johannes Schraps wies auf die Herausforderungen bei der Erfassung digitaler Abhängigkeiten hin und betonte die Bedeutung der europäischen und internationalen Kooperation, unter anderem mit Kanada und den baltischen Staaten. Weitere Themen waren Datensicherheit, Plattformabhängigkeiten und digitale Risiken. Vertreter von Schwarz Digits betonten die Bedeutung von Cybersicherheit, den Umgang mit Datenlecks und die Notwendigkeit schnellerer Entscheidungen in der digitalen Transformation. Der Europäische Abend ist eine Kooperationsveranstaltung des dbb beamtenbund und tarifunion zusammen mit der Europa-Union Deutschland, dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.
Delegation aus Lateinamerika zu Gast im BBE
Am 16. Juni 2026 empfing die Geschäftsführung des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Dr. Lilian Schwalb, eine Delegation aus Lateinamerika. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Zusammenarbeit von Regierung und Zivilgesellschaft und hier insbesondere rechtliche und politische Rahmenbedingungen bei der Förderung bürgerschaftlichen Engagements, der Stärkung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Teilhabe. Das Treffen bot Raum für den Austausch von Erfahrungen und Perspektiven mit Vertreter*innen aus unterschiedlichen Ländern Lateinamerikas, aus Paraguay, Bolivien, Peru, Ecuador, Honduras und der Dominikanischen Republik sowie für die Auseinandersetzung mit aktuellen globalen, nationalen und lokalen Herausforderungen und Entwicklungen der Zivilgesellschaft. Die Delegation wurde im Auftrag des Auswärtigen Amtes durch das Besucherprogramm des Goethe-Instituts e.V. als Informations- und Vernetzungsreise organisiert.
CEV-Generalversammlung im Rahmen des Freiwilligenkongresses in Maia
Die Generalversammlung des Europäischen Freiwilligenzentrums (CEV) fand am 28. Mai 2026 zusammen mit dem CEV Spring Volunteering Congress in Maia (Portugal) statt. An der Generalversammlung nahmen 35 Mitgliedsorganisationen teil, die von mehr als 50 Delegierten vertreten wurden. Verabschiedet wurden die Tätigkeits- und Finanzberichte für das Jahr 2025 sowie das Arbeitsprogramm für 2026. Der Freiwilligenkongress verband die Generalversammlung mit Fachveranstaltungen und Austauschformaten zum freiwilligen Engagement in Europa. Dazu gehörten Besuche lokaler Organisationen in Maia, an denen CEV-Mitglieder, Mitglieder des European Volunteer Capital Candidates Community (EVCCC) sowie weitere Teilnehmende beteiligt waren. Ein weiterer Schwerpunkt waren Diskussionen zur europäischen Umsetzung des Global Call to Action im Rahmen des Internationalen Jahres der Freiwilligen 2026 (IVY 2026). Zu den Referierenden gehörten unter anderem die Europaabgeordnete Ana Catarina Mendes, Sandra Koch von den United Nations Volunteers (UNV), Leandro Pereira-Mendes von European Lotteries sowie Krzysztof Pater, Berichterstatter des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) zur Rolle des freiwilligen Engagements für die europäische Krisenvorsorge. Die Schlussfolgerungen des Kongresses sollen im Juli 2026 veröffentlicht werden.
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Bericht zur Lage des Sektors: Bürgerstiftungen in Europa 2026
Die European Community Foundation Initiative (ECFI), angesiedelt beim Bundesverband Deutscher Stiftungen, legt einen Bericht zur Lage des Sektors 2026 vor. Die Initiative besteht seit zehn Jahren und analysiert die Entwicklung der Bürgerstiftungsbewegung in Europa unter Einsatz von Futures-Thinking-Methoden. Erfasst werden 829 aktive Bürgerstiftungen in 28 europäischen Ländern sowie 66 weitere, die als inaktiv oder nicht gelistet geführt werden. Im vergangenen Jahr wurden in zehn Ländern 25 neue Bürgerstiftungen gegründet, darunter erstmals in Österreich und Albanien. 16 weitere befinden sich in der Gründungsphase. Zudem werden rund 38 unterstützende Organisationen im Aufbau und in der Entwicklung des Sektors genannt. Der Bericht beschreibt Bürgerstiftungen als lokal verankerte Organisationen, die finanzielle, personelle und wissensbezogene Ressourcen bündeln und in definierten Regionen einsetzen. Sie wirken langfristig vor Ort und sind auf die Stärkung gemeinschaftlicher Strukturen ausgerichtet. Genannt werden drei Aspekte: die Bedeutung von Ort und Kontext für Engagement, die Funktion beim Aufbau von sozialem Kapital sowie die Rolle langfristiger Präsenz für lokale Lösungsansätze.
Weitere Informationen und Bericht
NECE Festival 2026
Das europäische Festival der politischen Bildung NECE Festival 2026 findet unter dem Thema TRUST vom 14. bis 16. Oktober 2026 in Lissabon, Sintra und Cascais statt – der Europäischen Demokratiehauptstadt 2026. Nach erfolgreichen Editionen in Madrid, Tirana und Oslo bringt das Festival in diesem Jahr erneut über 200 Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft, Medien und Kultur aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen. TRUST – Vertrauen in Institutionen, in die Zivilgesellschaft und in Menschen – ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Das Festival bietet Masterclasses, Panels, eine Human Library, Projektmarkt sowie kulturelle Entdeckungstouren als Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Handeln. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Fête de la Musique 2026: ERLEBNIS EUROPA wird zur Bühne
Die Ausstellung ERLEBNIS EUROPA im Europäischen Haus Berlin beteiligt sich erneut an der Fête de la Musique und öffnet ihre Räume für ein Musikprogramm. Die Veranstaltung findet am Brandenburger Tor im Zentrum Berlins statt. Im Rahmen des Programms treten Musiker*innen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und musikalischen Prägungen auf. Ziel ist ein musikalischer Austausch im Sinne des europäischen Gedankens. Das Bühnenprogramm umfasst verschiedene Genres, darunter Pop, Rap, Elektropop, Jazz, Blues, Folk, Rock sowie klassische Musik. Die Fête de la Musique Deutschland ist seit diesem Jahr Partnerin der BBE-Kampagne »Engagement macht stark«. Das BBE betont gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester zur Fête de la Musique Deutschland die große Kraft, die im Engagement steckt: Engagement ist die Grundlage für kulturelle Vielfalt und für ein lebendiges Musikleben. Engagement für die Musik stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Die Fête de la Musique findet weltweit jährlich am 21. Juni statt. In Deutschland beteiligten sich mehr als 180 Städte an dem Aktionstag. Über 40.000 ehrenamtlich Mitwirkende setzen gemeinsam ein Zeichen für kulturelle Vielfalt, Teilhabe und die verbindende Kraft von Musik.
21.06. - Fête de la Musique Berlin: #FETEBerlin 2026
Europamobil: Call for applications
Seit 2009 ist Europamobil das größte europäische Jugendprojekt der Stiftung Genshagen. Europamobil richtet sich an Studierende aus allen europäischen Ländern, die motiviert sind, ihre Begeisterung für Europa an Schüler*innen weiterzugeben. In interaktiven Workshops an Schulen werden europapolitische Themen vermittelt und Diskussionen angeregt. Im Jahr 2026 ist Europamobil vom 7. September bis 2. Oktober erneut in der Region Brandenburg unterwegs. Das Programm umfasst ein vorbereitendes Training, Schulbesuche mit Workshops zu Themen wie Europäische Union, Demokratie, kulturelle Vielfalt, europäische Identität sowie Mobilität in Europa und eine Abschlusskonferenz mit Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft. Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme als Studierende endet am 28. Juni 2026.
Hinweis
Bitte schicken Sie Ihre Informationen für die nächste Ausgabe der BBE Europa-Nachrichten an europa(at)b-b-e.de Redaktionsschluss ist am 13. August 2026.
Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.
Die PDF-Dokumente der Gastbeiträge im Schwerpunkt des Newsletters werden möglichst barrierearm gestaltet.
Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Ausgaben & Fristen
Redaktion: Dr. Lilian Schwalb (V.i.S.d.P.), Charlotte Wallor und Nino Kavelashvili.
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Geschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17-18
10179 Berlin-Mitte
www.b-b-e.de
Geschäftsführung: Dr. Lilian Schwalb
Kontakt: lilian.schwalb[at]b-b-e.de