Projekt

Synergie Unternehmen/Zivilgesellschaft

Zusammenarbeit gemeinnütziger Organisationen mit kleinen und mittleren Unternehmen in der Region

Das Agenda-Thema »Unternehmen und Engagement« hat viele Facetten. Ein Projekt betrifft nach jahrelangen umfänglichen Vorbereitungen die Zusammenarbeit von gemeinnützigen Organisationen der Zivilgesellschaft und Unternehmen der Wirtschaft am Beispiel der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU). Mehr gezielt mögliche Synergie zwischen diesen beiden - neben den Verwaltungen - in unserer Gesellschaft beteiligten Sektoren wird beschrieben und soll gebahnt werden.

Dabei werden die so unterschiedlichen Rechtsrahmen, Ziele, Verantwortungen, Methoden und Kulturen dieser Sektoren zum Ausgangspunkt gemeinsamer Perspektiven genommen und respektiert. Denn gerade darin liegen für beide Seiten die Chancen der Kooperation. Das BBE und die Offensive Mittelstand (OM), offensive-mittelstand.de, haben dabei mit den hier zitierten Ergebnissen eng zusammengearbeitet und beabsichtigen das auch für die zweite Umsetzungsstufe (siehe im Folgenden).

Die dafür zu bewältigenden Fragen, Probleme und Herausforderungen sind insoweit zum Projekt »Synergie Unternehmen/Zivilgesellschaft - Zusammenarbeit gemeinnütziger Organisationen mit kleinen und mittleren Unternehmen in der Region« zusammengefasst worden. Dies schließt auf Seiten der Wirtschaft schon unmittelbar ca. 70 Prozent des Arbeitsmarktes ein, gilt aber entsprechend auch für den übrigen Wirtschaftssektor.

Umsetzung in zwei Stufen

Für das Projekt sind zwei Umsetzungsstufen vorgesehen. Ab 2018 sind zunächst die angesichts der bisherigen Entwicklungen und Sondierungen aufgeworfenen Fragen, Probleme und Herausforderungen näher untersucht und auf dieser Basis Wege zu einer konsolidierten Zusammenarbeit skizziert worden. Dabei hat sich ergeben, dass wünschenswerte Schritte zum Teil sofort eingeleitet werden können (noch 1. Umsetzungsstufe).

Zum Teil sind aber weitere Vorbereitungen erforderlich. Diese sind zwar zu wirkungsvoller Zusammenarbeit unverzichtbar, brauchen aber Vorläufe auf den Gebieten der Beratung und Unterstützung mit entsprechender Organisation, den Bedarfen entsprechende digitalisierte Informationsangebote, gewisse nur über Pilotentwicklungen zu erreichende Verfahrenskonventionen und ergänzende Dispositionen insbesondere im Bereich der Bildung (2. Umsetzungsstufe).

1. Umsetzungsstufe

Auf die erwähnten Zusammenhänge geben die zunächst 2019 erarbeiteten Materialien, der Recherchebericht Hans Sendler »Synergie Unternehmen/Zivilgesellschaft« und der Leitfaden zur Förderung der Synergien »Zusammenarbeit gemeinnütziger Organisationen mit kleinen und mittleren Unternehmen in der Region« ausführlicher Aufschluss.

Und für die danach jeweils unmittelbar möglichen Schritte der einzelnen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen sind zwei Praxishilfen entwickelt worden, die bereits in die Transferkanäle eingespeist sind und ab sofort genutzt werden können. Für die Themen einer Kooperation gibt es keine klaren Grenzen. Das Feld ist sehr entwicklungsfähig. Die Praxishilfen gehen dazu beispielhaft auf eine Reihe sehr konkreter und großenteils schon bisher vereinzelt praktizierter Falltypen und Umsetzungsanregungen zu unterschiedlichen Unternehmens- und Engagement-Bereichen ein, die den Einstieg erleichtern können.

  • Praxishilfe für kleine und mittlere Unternehmen zur »Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen in der Region systematisch angehen - Neue Potenziale für ein erfolgreiches Unternehmen nutzen. Eine Selbstbewertung« mehr...  

  • Praxishilfe für gemeinnützige Organisationen zur »Zusammenarbeit mit KMU in der Region systematisch angehen - Neue Potenziale nutzen. Eine Selbstbewertung« mehr... 

Die zitierten Papiere sind in den Gremien beider Netzwerke, beim BBE also der Agenda-Konferenz für die Agenda 2019 - 2021dem Koordinierungsausschuss und der Mitgliederversammlung Ende 2019 beraten und inzwischen als »call for action« in die Transfermedien eingespeist worden. Weitere Informationen

2. Umsetzungsstufe

Bei diesen Beratungen sind auch mehrere Folgeschritte adressiert worden.

  • Das Projekt ist mit beiden Stufen Teil der aktuellen BBE-Themenfelder 2019 – 2021.

  • Nach innen wird mit den interessierten Mitgliedern und Themenverantwortlichen ein Diskurs zu weiteren Schritten und Schlussfolgerungen aus diesem Querschnittsthema eingeleitet. Das dürfte aus dem Blickwinkel fachlicher Fragen eine ganze Reihe von weiteren Themenfeldern betreffen, etwa der Bildung im gesellschaftlichen Raum, der Kommunen, der Digitalisierung, der sozialen Gerechtigkeit, der Gendergerechtigkeit des jungen Engagements, der Kommunikation, der Migration, der Teilhabe, der Vielfalt und der Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement. Das gilt auch für die aktuellen BBE-Projekte zur engagierten Stadt, zum Klimaschutz, zu Pat*innen, Mentor*innen und Lots*innen und zur Digitalisierung im Forum Digitalisierung und Engagement sowie der Digitalen Nachbarschaft, zu denen es eine Anzahl von in der Sache liegenden Überschneidungen operativer, taktischer und strategischer Art geben könnte.

  • Parallel sind zur Ergänzung der zur Umsetzung des Leitfadens erforderlichen Infrastruktur, der Instrumente und Verfahren weitere Projektbausteine mit noch zu klärender Beteiligung, Finanzierung und entsprechendem, auch die Auswirkungen der Corona-Krise berücksichtigendem Zeitplan zu entwickeln (wegen von daher offenen Fragen ist dieses Projekt zwischen dem ersten und zweiten Umsetzungsschritt derzeit in der Rubrik Themenfelder zu finden). Sie beziehen sich darauf,

    • die Voraussetzungen für »Häuser der Kooperation« als allgemeine wettbewerbsneutrale Ansprechstellen für Information und Beratung zu klären und zu schaffen und diese Einrichtungen arbeitsfähig zu machen,

    • eine bundesweite Informationsplattform mit klaren regionalen Bezügen zu allen für die Zusammenarbeit der Sektoren relevanten Fragen bereitzustellen,

    • anstehende systematische Fragen an der Schnittstelle zum Bildungsbereich mit den einschlägigen Partnern zu klären,

    • Verfahrenskonventionen zur Regelung grundsätzlicher Fragen der Zusammenarbeit auf den einzelnen Ebenen, und zwar für die Einzelfälle vor Ort, das heißt in den Regionen, aber auch auf den Ebenen der Länder und des Bundes durch die jeweiligen Intermediäre, zu entwickeln.

Für diese vier Arbeitspakete (Projektbausteine) und die letztlich integrierte Installation der entsprechenden Module bietet es sich an, in einer begrenzten Zahl von Regionen unterschiedlicher Struktur mehrjährige Modellentwicklungen einzuleiten, deren Ergebnisse dann allgemein als Blaupausen zur Verfügung regionaler operativer Gestaltungsentscheidungen stehen.

Weitere neuere Veröffentlichungen dazu:

  • Hans Sendler/Serge Embacher, Auf dem Weg zu neuen Synergien? Zur Kooperation von Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen, BBE-Newsletter 18/2019 und Jahrbuch Engagementpolitik 2020 S. 78

  • Hans Sendler, Kooperationskulturen zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft, BBE-Newsletter 21/2019

  • Serge Embacher, Kooperationen zwischen KMU und gemeinnützigen Organisationen, BBE-Europanachrichten 1/2020

  • Hans Sendler, Klima-Synergie für die Vielen erleichtern - integrierende Klima-Informationsplattform aufbauen, BBE-Newsletter 4/2020

  • Hans Sendler, Trisektoralität und Corona-Krise, BBE-Newsletter 8/2020

Im Übrigen wird auf die jeweils aktuellen Fassungen zum Agenda-Themenfeld Unternehmen und Engagement und etwaige Hinweise in der Rubrik »Aktuelles« der BBE-Website Bezug genommen.