Newsletter Nr. 3 vom 26. Februar 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Anhörung des Deutschen Bundestags zu Ehrenamt und Blaulichtorganisationen
4. Jahrestag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine
Bundesweites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen unterzeichnet Statement zur gesellschaftlichen Relevanz Dritter Orte
Hürdenlauf zur Wahlurne: Warum die Stimmabgabe für junge Menschen kein Selbstläufer ist
»Bilanz des Helfens 2025«: Spendenentwicklung im Überblick
Ein Jahr nach der Kleinen Anfrage »Politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen«
Zivilgesellschaft fordert klare Unterstützung und Stärkung der Demokratie in Brandenburg
Politisches Vertrauen und soziale Exklusion: Empirische Befunde des Deutschen Alterssurvey
Video-Kampagne zur Vielfalt des Ehrenamts erweitert
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
BBE-Adhoc-Gruppe »Engagement in ländlichen Räumen«: konstituierende Sitzung
Bericht aus der Sitzung der Arbeitsgruppe »»Kommune und Engagement«
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Bündniskonferenz des Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft
Barcamp-Day in Greifswald: Zivilgesellschaft und Kultur gemeinsam stärken
Förderaktion: Zeichen setzen!
Museum für Werte bietet zertifizierte Ausbildung für Werte-, Kultur und Community Building
Bundespreis »Blauer Kompass« 2026: Innovative Klimavorsorgeprojekte
Praxisnahes Lernen und Vernetzung für Kommunen
Online-Seminar zu Fördermöglichkeiten für Kultur und bürgerschaftliches Engagement
Politisches Stiftungsfrühstück: Arbeiten in gemeinnützigen Organisationen
Save-the-Date: Wegweiser Quartier und Einsamkeit
Kewes: Freiwilliges Engagement in der Gesellschaft: Soziologische Zugänge für Forschung und Praxis
»Widerstand lernen – Demokratie stärken«: Demokratiepädagogik als Praxis und Theorie
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Anhörung des Deutschen Bundestags zu Ehrenamt und Blaulichtorganisationen
Am 25. Februar 2026 traf sich der Ausschuss für Sport und Ehrenamt im Paul-Löbe-Haus in Berlin zu seiner 17. Sitzung. Thema der öffentlichen Anhörung war ein Austausch mit Vertreter*innen von Blaulichtorganisationen – Hilfs- und Rettungsdiensten wie Feuerwehr, Rettungsdienst und THW. In der Sitzung trugen Sachverständige ihre Perspektiven vor und diskutierten mit den Abgeordneten über Herausforderungen, Aufgaben und die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements im Bereich der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. Die Veranstaltung wurde öffentlich übertragen und bot Einblicke in aktuelle fachpolitische Debatten des Ausschusses. Dies spiegelte die zunehmend an Bedeutung gewinnende Debatte über die Rolle von Zivilgesellschaft auch im Kontext von Sicherheitsfragen in einer global komplexer werdenden Welt wider.
4. Jahrestag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine
Zum vierten Jahrestag des vollumfänglichen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine am 24. Februar 2026 wird einmal mehr deutlich, wie wichtig Solidarität für die Menschen ist, deren Heimat zerstört und deren Demokratie bedroht wird. Zahlreiche europäische Spitzenpolitiker*innen reisten nach Kiew; die G7-Staaten verdeutlichten mit einer Erklärung, dass sie weiterhin hinter der Ukraine stehen. Doch nicht nur Politiker*innen bringen sich ein, vor allem sind viele Engagierte seit über vier Jahren für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine, auf der Flucht und bei uns in Deutschland aktiv. Ukrainische Vereine engagieren sich in der Hilfe für ihre Landsleute. Zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter zahlreiche BBE-Mitglieder, setzen sich weiterhin ein für Ukrainer*innen, die in Deutschland Schutz gesucht haben und unterstützen sie zugunsten besserer gesellschaftlicher Teilhabe und Inklusion. Unsere Solidarität gilt der mutigen Zivilgesellschaft, der vom Krieg betroffenen Bevölkerung und den geflüchteten Menschen in Deutschland.
Bundesweites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen unterzeichnet Statement zur gesellschaftlichen Relevanz Dritter Orte
Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen hat am 26. Februar 2026 in Hamburg ein gemeinsames Statement zur gesellschaftlichen Relevanz sogenannter »Dritter Orte« veröffentlicht. Initiiert wurde die Erklärung von der Körber-Stiftung. Darin werden Dritte Orte als offene soziale und kulturelle Treffpunkte beschrieben, die Begegnung, Mitgestaltung und Zusammenhalt ermöglichen und damit Polarisierung und sozialem Rückzug entgegenwirken. Ziel ist es, ihre strukturelle Verankerung in kommunalen Infrastrukturen zu stärken. Zu den Unterzeichnenden zählt auch das BBE, das sich dafür mit mehreren Stiftungen, Fachverbänden und Forschungsinstituten zusammen schloss. Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen der Fachkonferenz »dOrt – Die Dritte Orte Konferenz 2026« im KörberHaus in Hamburg-Bergedorf. Mit der dazugehörigen Social-Media-Mitmach-Kampagne »Dritte Orte für Begegnung« werden Einzelpersonen und Organisationen dazu eingeladen, ihre Perspektiven zu der Relevanz von dritten Orten zu teilen. Vorlagen für Social Media stehen zur Verfügung.
Weitere Informationen und Pressemitteilung (26.2.2026) (PDF)
Hürdenlauf zur Wahlurne: Warum die Stimmabgabe für junge Menschen kein Selbstläufer ist
Die neue Studie der Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) »Hürdenlauf zur Wahlurne« (24. Februar 2026) zeigt, dass die geringere Wahlbeteiligung junger Menschen (18–29 Jahre) nicht auf mangelndes Interesse, sondern auf strukturelle Barrieren zurückzuführen ist. Auf Basis quantitativer Analysen (GLES 2024) und qualitativer Fokusgruppen werden vier aufeinander aufbauende Hürden identifiziert: Zugang, Kompetenz, Motivation und Resonanz. Neben sozioökonomischen Ungleichheiten und biografischen Umbrüchen erschweren Unterschiede in politischer Bildung und wahrgenommener Selbstwirksamkeit die Wahlteilnahme. Hinzu kommen Zweifel an politischer Responsivität und unzureichender Repräsentation. Gleichzeitig verfügen junge Menschen über ein hohes demokratisches Potenzial und vergleichsweise großes institutionelles Vertrauen. Die Studie plädiert für niedrigschwellige Zugänge, stärkere politische Bildung, frühe Beteiligungserfahrungen und eine dialogorientierte Politik.
Weitere Informationen und Studie zum Herunterladen
»Bilanz des Helfens 2025«: Spendenentwicklung im Überblick
Die vom Deutschen Spendenrat e.V. gemeinsam mit YouGov veröffentlichte »Bilanz des Helfens 2025« prognostiziert für das Jahr 2025 ein Spendenvolumen von 4,649 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 15,8 Millionen Menschen spendeten, die Spenderreichweite liegt bei 24 Prozent. Die durchschnittliche Spende pro Spendenakt stieg auf 46 Euro. Im Dezember wurden mit 1,124 Mrd. Euro 24 Prozent des Jahresaufkommens gespendet. Die Altersgruppe 60+ trägt mit 58 Prozent weiterhin den größten Anteil zum Spendenvolumen bei, verzeichnet jedoch geringere Werte als im Vorjahr. Zuwächse zeigen sich bei den 40- bis 49-Jährigen sowie den 60- bis 69-Jährigen. 35 Prozent der Mittel fließen in lokale Projekte. Während die Spenden für die Not- und Katastrophenhilfe unter dem Vorjahresniveau liegen, steigen die Spenden für soziale Zwecke wie Armuts- und Seniorenhilfe.
Pressemitteilung der Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung: Jahrestag der kleinen Anfrage zu »Politischer Neutralität«
Die Allianz für Rechtssicherheit hat eine Pressemitteilung zur Kleinen Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur »Politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen« herausgegeben. Diese jährt sich am 24. Februar 2026. Die Allianz betont in ihrer Pressemitteilung, dass die Anfrage zu massiver Verunsicherung bei zivilgesellschaftlichen Organisationen geführt habe. Viele Vereine seien unsicher, welche Aktivitäten noch als »neutral« gelten, etwa die Teilnahme an Straßenfesten oder die Durchführung politisch orientierter Workshops. Diese Unsicherheit beeinträchtige das ehrenamtliche Engagement und binde Ressourcen, die für die eigentlichen Vereinsaufgaben und Projekte fehlen, so die Mitteilung weiter
Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU (Drucksache 20/15035)(PDF)
Zivilgesellschaft fordert klare Unterstützung und Stärkung der Demokratie in Brandenburg
Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen in Brandenburg haben am 23. Februar 2026 anlässlich der Großen Anfrage zur Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit von Seiten der AfD ein gemeinsames Statement veröffentlicht. Zu den Unterzeichnenden zählen Gewerkschaften, Verbände der freien und gemeinnützigen Wohlfahrtspflege, freie Träger der Kultur- und Soziokultur, Bildungseinrichtungen, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie zahlreiche weitere zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse. Darin betonen sie ihre zentrale Rolle in politischer Bildung, Demokratieförderung, Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsarbeit sowie im Einsatz gegen Diskriminierung. Die Anfrage wird als parteipolitisch motiviert bezeichnet. Gemeinnützige Organisationen müssten demokratisch handeln dürfen. »Mit der großen Anfrage sollen Zweifel an der politischen Unabhängigkeit öffentlich geförderter Zivilgesellschaft gesät werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die genannten Vereine sind wichtige Akteure in einer pluralen Demokratie.«, so Oliver Wiedmann von Mehr Demokratie e.V. Die Landespolitik solle – so die Unterzeichnenden der Erklärung - diese Arbeit aktiv unterstützen, sachlich und transparent über Förderung debattieren und zivilgesellschaftliche Strukturen langfristig als Teil einer wehrhaften, pluralen Demokratie stärken.
Politisches Vertrauen und soziale Exklusion: Empirische Befunde des Deutschen Alterssurvey
Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine bundesweit repräsentative Quer- und Längsschnittstudie zu Lebenslagen und Lebensverläufen von Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Seit nahezu drei Jahrzehnten begleitet die Untersuchung Personen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter durch wiederholte Befragungen. Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) widmet sich der Frage, wie ausgeprägt das Vertrauen in politische Institutionen und politische Akteure ist. 2023 zeigte sich bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte ein differenziertes Vertrauen in politische Institutionen und Akteure. Hohes Vertrauen genossen Justiz, Wissenschaft und Polizei, deutlich geringer war es gegenüber Bundestag, Bundesregierung und Europäischer Union; am niedrigsten fiel es für politische Parteien und Medien aus. Am wichtigsten scheint derweil eine wahrgenommene soziale Ausgrenzung ausschlaggebend für das Vertrauen zu sein: Personen ab 43 Jahren mit entsprechender Wahrnehmung vertrauten politischen Institutionen um 12 bis 28 Prozentpunkte seltener – stärker als alle soziodemografischen Unterschiede.
Video-Kampagne zur Vielfalt des Ehrenamts erweitert
Die Video-Kampagne der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt wurde erstmals im BBE-Newsletter vom 23. Januar 2026 vorgestellt. Inzwischen wurden weitere Videos ergänzt, sodass das Spektrum der dargestellten Engagementbereiche erweitert wurde. Die Kampagne stellt unterschiedliche Facetten des freiwilligen Engagements in den Mittelpunkt und zeigt Engagementformen, Motivationen und gesellschaftliche Wirkungen. Ergänzend wurde ein Film zur Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2025 veröffentlicht. Die seit Dezember 2025 laufende Kampagne soll 2026 auf verschiedenen Social-Media-Kanälen fortgeführt und ausgebaut werden. Ziel ist es, Ehrenamt und Engagement sichtbarer zu machen. Die Initiative ist Teil der ressortübergreifenden Engagementpolitik der Bundesregierung, zu der beispielsweise Maßnahmen im Rahmen des »Zukunftspakts Ehrenamt« zählen.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
BBE-Adhoc-Gruppe »Engagement in ländlichen Räumen«: konstituierende Sitzung
Am 17. Februar 2026 fand die konstituierende Sitzung der neuen BBE-Adhoc-Gruppe »Engagement in ländlichen Räumen« statt. Knapp 100 Exptert*innen nahmen digital und analog teil und kamen in einen ersten Austausch darüber, welche Themen und Ziele die Ad-Hoc-Gruppe verfolgen sollte. Einen inhaltlichen Impuls gab Prof.‘in Claudia Neu von der Universität Göttingen in ihrem Vortrag zu den Ergebnissen der aktuellen Mitte-Studie »Die angespannte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland«. Sie eröffnete darin explizit einen Blick auf ländliche Räume und sprach Fragen der Daseinsvorsorge, der Demokratieskepsis und des Landpopulismus an. In der nächsten Sitzung sollen die bereits angesprochenen Themen weiter diskutiert und der Wunsch der Mitglieder, sich im Netzwerk zu einem konstruktiven Bündnis zusammenzuschließen, aufgegriffen werden. Auch sollen Sprecher*innen gewählt werden, die die inhaltliche Gestaltung, Netzwerkarbeit und die Vertretung in den BBE-Gremien übernehmen. Zudem wird weiter geschärft, wie die Gruppe Wirkung entfalten will. Bei Interesse an einer Mitwirkung sowie einer Eintragung in den Mail-Verteiler genügt eine Mail an info@b-b-e.de.
Weitere Informationen zur Adhoc-Gruppe
Bericht aus der Sitzung der Arbeitsgruppe »Kommune und Engagement«
Die Sitzung der Arbeitsgruppe Kommune & Engagement am 10. Februar 2026 widmete sich der Zukunft des Programms »Engagierte Stadt«. Aus einem geförderten Einzelprojekt hat sich ein bundesweites Netzwerk entwickelt, das Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft im Sinne der Trisektoralität verbindet. Mit dem Auslaufen der Bundesförderung Mitte 2026 steht die institutionelle Neuaufstellung im Fokus. Zur Selbstorganisation wurde der Verein Netzwerk Engagierte Stadt e.V. gegründet. Diskutiert wurden die Öffnung des Netzwerks für weitere Kommunen, mögliche Qualitätskriterien für eine Netzwerkzugehörigkeit und weitere aktuelle Fragestellungen und Erfolgsfaktoren des Netzwerks der Engagierten Städte. BBE-Geschäftsführerin Lilian Schwalb betonte, dass weiter eine Brücke ins BBE gebaut werden solle, um die Strukturstärkung und Netzwerkentwicklung BBE-seitig nach Möglichkeit zu unterstützen, auch wenn das Programmbüro ab Juli 2026 aufgrund der auslaufenden Förderung nicht mehr für die Engagierten Städte arbeiten könne. Der fachliche Austausch zwischen Arbeitsgruppe und Netzwerk soll unabhängig von institutionellen Veränderungen fortgeführt werden.
Bericht aus der Sitzung der Arbeitsgruppe »Kommune und Engagement« (PDF)
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Bündniskonferenz des Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft
Die BKON 2026 des Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft steht unter dem Titel »Wie politisch muss Bildung sein?!« und nimmt die aktuelle Situation demokratischer Bildungsarbeit in den Blick. Zivilgesellschaftliche Akteur*innen, pädagogische Fachkräfte und Organisationen, die sich für demokratische Teilhabe einsetzen, sehen sich zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen gegenüber. Ihre Arbeit wird mancherorts in Frage gestellt, während gleichzeitig die Anforderungen an demokratische Bildung steigen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtiger denn je, Netzwerke zu stärken, Wissen zu teilen und gemeinsam Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft bietet dafür eine zentrale Plattform. Die Bündniskonferenz 2026 bringt Partnerorganisationen zusammen, um Austausch, gegenseitige Unterstützung und strukturelle Zusammenarbeit zu fördern. Die Konferenz findet in Partnerschaft mit der Bertelsmann Stiftung und mit dem Kooperationsverbund »Demokratiebildung im Kindesalter« statt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung
Barcamp-Day in Greifswald: Zivilgesellschaft und Kultur gemeinsam stärken
Vor dem Hintergrund der Schließung mehrerer Kulturräume in Greifswald haben sich engagierte Akteure aus Kultur, Musik und Zivilgesellschaft im Team Future zusammengeschlossen. Ziel ist es, gemeinsam mit Stadtverwaltung, Politik und lokalen Initiativen tragfähige Lösungen für eine lebendige Kulturlandschaft zu entwickeln. Am Samstag, 7. März 2026, veranstaltet das Bündnis gemeinsam mit der Fête de la Musique Deutschland einen Barcamp-Day in der STATION Greifswald (Bahnhofstraße 44/45). Die Veranstaltung richtet sich an Ehrenamtliche, Kulturschaffende, Kommunalakteur*innen und zivilgesellschaftliche Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit. Der Barcamp-Day bietet Raum für Austausch, Vernetzung und praxisnahe Lösungsansätze, um ehrenamtliches Engagement in ländlichen Regionen nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, bestehende Strukturen abzusichern, neue Kooperationen anzustoßen und die zivilgesellschaftliche Beteiligung in der Kultur weiter zu fördern. Interessierte aus Kultur, Ehrenamt und zivilgesellschaftlicher Arbeit sind eingeladen, diese Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung zu nutzen.
Anmeldung, Vernetzungstag »Raum für Morgen - Clubkultur & freie Szene in MV«
Förderaktion: Zeichen setzen!
Die Aktion Mensch fördert mit »Zeichen setzen!« inklusive Projekte, die junge Menschen bis 27 Jahre befähigen, Ausgrenzung und Mobbing zu erkennen und aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen. Gefördert werden sowohl analoge als auch digitale Formate, die Partizipation, Wertebildung und Handlungskompetenz stärken. Das Programm stellt bis zu 5 Mio. € bereit, Projekte können mit maximal 7.500 € unterstützt werden. Gefördert werden kreative Aktionen, Kampagnen und Social-Media-Formate in zwei Handlungsfeldern: »Verstehen und Handeln« – Bildungs- und Reflexionsangebote, sowie »Laut werden und Zeichen setzen«. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Einrichtungen oder Träger mit Mitgliedschaft in einem Wohlfahrtsverband. Projekte müssen inklusiv ausgerichtet sein und die aktive Beteiligung junger Menschen mit und ohne Behinderung sicherstellen. Anträge können bis zum 31. März 2026 eingereicht werden.
Museum für Werte bietet zertifizierte Ausbildung für Werte-, Kultur und Community Building
Die zertifizierte Ausbildung für Werte-, Kultur- und Community Building des Museum für Werte vermittelt Grundlagen und praxisorientierte Methoden der Wertearbeit sowie der Facilitation. Ziel ist es, Teilnehmende dabei zu unterstützen, tragfähige Haltungen und Prozesse zu entwickeln, die Zusammenarbeit und Verständigung in unterschiedlichen Kontexten fördern. Im Rahmen von fünf aufeinander aufbauenden Modulen werden aus ersten Ideen konkrete Praxisprojekte entwickelt – beispielsweise im unternehmerischen, kulturellen oder zivilgesellschaftlichen Umfeld. Die Ausbildung verbindet theoretische Grundlagen mit anwendungsbezogenen Formaten und ermöglicht den Austausch in einer interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe. Info-Session Termine: 12. März 2026, 26. März 2026 und 9. April 2026.
Bundespreis »Blauer Kompass« 2026: Innovative Klimavorsorgeprojekte
Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt suchen bis zum 20. März 2026 die besten Projekte zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zu denen beispielsweise Hitze, Dürre und Starkregen gehören. Der »Blaue Kompass« ist die höchste staatliche Auszeichnung für Projekte zu Klimafolgen und ist mit 25.000 € pro Preisträger dotiert. Bewerben können sich Kommunen, Unternehmen, Schulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Vereine, Verbände und Stiftungen. Ausgezeichnet werden Projekte, die innovative, wirksame und nachhaltige Lösungen bieten, beispielsweise klimaresiliente Produktkreisläufe, Schutzmaßnahmen für gefährdete Gruppen, naturbasierte Starkregenvorsorgeprojekte, der Anbau klimaangepasster Pflanzen oder die Renaturierung von Mooren und Wäldern. Neu ist eine eigene Kategorie für Schulen. Von den 25 nominierten Projekten wird der Community-Preis im Juni 2026 per Online-Voting vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet am 17. September 2026 im BMUKN in Berlin statt. Die Projekte werden nach den Kriterien Wirksamkeit, Robustheit, Nachhaltigkeit, finanzielle Tragbarkeit, Flexibilität und zusätzlichen positiven Effekten für Umwelt und Gesellschaft bewertet.
Praxisnahes Lernen und Vernetzung für Kommunen
Das Projekt »Lokal. Digital. Gemeinsam.« richtet sich an Verwaltungsangestellte, Bürgermeister*innen, Mandatsträger*innen und kommunal Engagierte, insbesondere aus kleinen Kommunen. Über 18 Monate bietet das Programm eine Mischung aus interaktiven Online-Lernmodulen, Workshops, Podcasts und Vor-Ort-Events, um digitale Bürgerbeteiligung praxisnah umzusetzen, aufsuchende Beteiligung zu kombinieren und Kommunikation in Konfliktsituationen zu stärken. Teilnehmende profitieren von einem Peer-to-Peer-Ansatz, digitalen Foren, regelmäßigen Online-Meetups und sechs Präsenzveranstaltungen zum Netzwerken. Das Programm ist flexibel gestaltet und berücksichtigt die Ressourcen kleiner Kommunen, ohne unnötigen Mehraufwand. Ziel ist es, Bürger*innen niedrigschwellig einzubinden, Konflikten vorzubeugen und die lokale Demokratie zu stärken. Erfolgreiche Teilnehmende erhalten ein Zertifikat. Interessierte können sich bis zum 22. April 2026 per E-Mail bewerben und an einem der regelmäßigen Infogespräche zwischen 21. Januar und 21. April teilnehmen.
Online-Seminar zu Fördermöglichkeiten für Kultur und bürgerschaftliches Engagement
Am 4. März 2026 lädt Resonanzboden // House of Resources zum Online-Seminar »förderBar – LOKAL – Programm für Kultur und Engagement« ein. Ziel der digitalen Reihe ist es, Projektakteur*innen und Fördermittelgeber*innen zusammenzubringen, Fördermöglichkeiten vorzustellen und Fragen zu Finanzierung, Bedarfen und Projektideen zu diskutieren. Den Auftakt bildet Dr. Frauke Wetzel von der Kulturstiftung des Bundes, die das antragsoffene Modellprogramm »LOKAL« präsentiert. Dieses unterstützt bundesweit den Aufbau dauerhafter Kulturnetzwerke in Städten und Gemeinden unter 100.000 Einwohner*innen sowie neue Kooperationen zwischen Kulturakteur*innen und lokalen Einrichtungen. Die Teilnahme ist kostenfrei; Anmeldeschluss ist der 3. März 2026.
Weitere Informationen und Anmeldung
Politisches Stiftungsfrühstück: Arbeiten in gemeinnützigen Organisationen
Die Stiftung Zukunft Berlin veranstaltet in Kooperation mit dem Verein Berliner Stiftungen e. V. und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen der Berliner Stiftungswoche 2026 ein Politisches Stiftungsfrühstück zum Thema »Arbeiten in gemeinnützigen Organisationen: demokratischer Anspruch und gelebte Organisationskultur«. Im Fokus steht dabei die Frage, wie demokratische Resilienz nicht nur durch Programme, sondern auch durch Mitbestimmung, transparente Entscheidungsstrukturen und partizipative Arbeitskulturen entsteht. Bei der Veranstaltung werden Strategien demokratischer Organisationsentwicklung, Spannungsfelder zwischen Effizienz und Beteiligung, positive Praxisbeispiele sowie die Rolle staatlicher Förderlogiken diskutiert. Sie dient als Dialogplattform für Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um demokratische Werte intern und extern zu stärken. Da die Plätze auf 80 Personen begrenzt sind, wird um verbindliche Anmeldung bis zum 31. März 2026 gebeten.
Save-the-Date: Wegweiser Quartier und Einsamkeit
Am 25. Juni 2026 wird in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin der neue »Wegweiser Quartier und Einsamkeit« vorgestellt. Der Leitfaden bündelt drei Jahre gemeinsamer Arbeit von Kommunen, Wohnungsunternehmen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Ziel ist es, einsamkeitsresiliente Quartiere zu fördern, wirksame Instrumente zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft zu geben. Die Veranstaltung bietet zudem Gelegenheit zum Dialog und Networking, um Kooperationen zu entwickeln und Erfahrungen auszutauschen. Das detaillierte Programm wird zeitnah veröffentlicht.
Lehrbuch erschienen: Freiwilliges Engagement in der Gesellschaft: Soziologische Zugänge für Forschung und Praxis
Freiwilliges Engagement prägt unsere Gesellschaft, ob in Kirchen, Schulen, Sportvereinen oder kommunalen Ehrenämtern. Engagement ist nicht nur Ausdruck von Solidarität und Gemeinsinn. Es kann auch Schattenseiten haben: etwa wenn Ehrenamt professionalisierte Strukturen ersetzt oder soziale Ungleichheiten reproduziert. Dr. Andreas Kewes setzt hier an und präsentiert freiwilliges Engagement in seinem Lehrbuch als sozialwissenschaftlichen Forschungsgegenstand. Er stellt verschiedene Theorien und Forschungsansätze vor, um in die soziologische Analyse von freiwilligem Engagement einzuführen. Der Band will eine kritische, differenzierte Sicht auf ein zentrales Element demokratischer Gesellschaften jenseits idealisierender Narrative eröffnen.
»Widerstand lernen – Demokratie stärken«: Demokratiepädagogik als Praxis und Theorie
Der Sammelband, herausgegeben von Christiane Ruberg, Matthias Busch und Markus Gloe, thematisiert, wie viel Widerstand eine Demokratie braucht und welche Formen diesen stärken. Er verknüpft theoretische Reflexionen über Demokratie, Autoritarismus, Utopie, Emotionen und Diversität mit praxisorientierten Impulsen für Schule und Gesellschaft. Die Beiträge thematisieren Demokratiepädagogik als Ansatz zur Stärkung demokratischer Kompetenzen, zeigen Möglichkeiten für kreative Lernräume und biografische Zugänge auf und diskutieren, wie Lernorte gestaltet werden können, um demokratisches Bewusstsein zu fördern und unterschiedliche Perspektiven zu reflektieren. Im Praxis‑Teil werden u. a. schulische Entwicklungsprozesse, Schülervertretungserfahrungen und Projekte gegen Rassismus vorgestellt. Der Band versteht Demokratiebildung als widerständige Praxis und ruft dazu auf, Schule und Gesellschaft als lernende Räume demokratischer Transformation zu gestalten.
Hinweis
Der nächste Newsletter erscheint am 26. Februar 2026.
Redaktionsschluss ist der 23. Februar 2026.
Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de
Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteur*innen im BBE und im Feld der Engagementförderung und -debatte. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellen und wichtigsten Nachrichten für die Leser*innen zusammenzustellen.
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Redaktion: Dr. Lilian Schwalb (V.i.S.d.P.), Dr. Behzad Förstl und Nino Kavelashvili.
Eine Übersicht über die geplanten Ausgaben finden Sie unter Kommende Themen.
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
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Geschäftsführung: Dr. Lilian Schwalb
Kontakt: lilian.schwalb[at]b-b-e.de