Newsletter Nr. 1 vom 23. Januar 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zur Menschenrechtspolitik
Steueränderungsgesetz 2025: Auswirkungen für Ehrenamt und Nonprofit-Organisationen
Kompetenzzentrum Bildung im Strukturwandel wird fortgeführt
Wirkungsmonitoring des Bundesprogramms »Gesellschaftlicher Zusammenhalt«
»Miteinander Reden« endet 2026
Malteser-Umfrage: Viele bereit, gegen Einsamkeit aktiv zu werden
Mehrheit der Bevölkerung hält Zivilgesellschaft für unverzichtbar
Video-Kampagne zur Vielfalt des Ehrenamts gestartet
Roth / Unger / Nicke: Politische Neutralität von zivilgesellschaftlichen Organisationen
Schwerpunkt: Service Learning – Lernen durch Engagement
Editorial zum Schwerpunktthema
Walk / Schneemilch: Service Learning
Koch: Vom Lernen in Projekten zu Campus Community Partnerships
Sydlik: Das Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung e.V.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Adhoc-Gruppe »Engagement in ländlichen Räumen«
dOrt – Die Dritte Orte Konferenz
Engagement-Botschafter*in 2026 gesucht
Vielfalt, Begegnung, Engagement – Rückblick Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2025
BBE beim Kongress Sinn I Macht I Gewinn(2025)
BBE beim 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der Grünen Woche
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Fördertopf »Bewegung. Begegnung. Zukunft.«
Digitale Projektvorstellung »Ländliche Regionen engagiert gegen Rassismus«
Engagement-Botschafter*in 2026 gesucht
Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026
Berliner Stiftungswoche 2026: Aufruf zur Teilnahme
Jugendengagementkongress 2026
Thementag »Engagement – wer kann sich das leisten?«
Themenreport Desinformation und Diskriminierung
Neue Publikation zu Bildung und Engagement im ländlichen Raum
Aufruf zur Beteiligung: Studie zur Bedeutung kleinerer Fördermittel für Organisationen und Initiativen gestartet
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zur Menschenrechtspolitik
Der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe diskutierte am 14. Januar 2026 den 16. Bericht der Bundesregierung zur Menschenrechtspolitik. Sachverständige äußerten Kritik an der Lage in Deutschland, etwa zu Polizeigewalt gegen Demonstrierende. Auch transnationale Repressionen durch autoritäre Staaten, Umsetzungsmängel beim Lieferkettensorgfastpflichtengesetz und soziale Ungleichheit wurden thematisiert. Forderungen betrafen den Schutz der Meinungsfreiheit, die Sicherung der Handlungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Organisationen, die Stärkung von Behörden gegen transnationale Repression und die Durchsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Diskussionsteilnehmende betonten, dass Menschenrechte vor allem dann glaubwürdig sind, wenn sie im Alltag wirksam werden, und wiesen auf die Bedeutung transparenter staatlicher Maßnahmen, effektiver Rechtsdurchsetzung und eines belastbaren Lagebildes hin.
Steueränderungsgesetz 2025 in Kraft getreten: Auswirkungen für Engagement und Zivilgesellschaft
Am 19. Dezember 2025 hat der Bundesrat dem Steueränderungsgesetz zugestimmt und damit den Weg frei gemacht für das Inkrafttreten des Gesetzes. Dieses bringt einige wichtige Neuerungen für das Engagement ab 2026 mit sich: So sollen Engagierte und Ehrenamtliche in Vereinen künftig besser rechtlich abgesichert werden, etwa durch erweiterte Haftungsprivilegien. Damit soll das Engagement gestärkt und die gesellschaftliche Anerkennung gesteigert werden. Außerdem werden die steuerfreien Pauschalen erhöht: Die Übungsleiterpauschale wird auf 3.300 Euro und die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro angehoben. Neu ist auch, dass E-Sport künftig als gemeinnützig gilt. Zudem können Gewerkschaftsbeiträge künftig zusätzlich zu Pauschbeträgen und Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden.
Stellungnahmen zum Referentenentwurf auch zivilgesellschaftlicher Organisationen
Beschluss des Bundesrates Steueränderungsgesetz 2025 (19.12.2025) (PDF)
Kompetenzzentrum Bildung im Strukturwandel wird fortgeführt
Das Kompetenzzentrum Bildung im Strukturwandel (KoBiS) wird bis 2029 fortgeführt. Dies hat das Bund-Länder-Koordinierungsgremium des Strukturstärkungsgesetzes beschlossen. Mit der weiteren Förderung werden die Netzwerkbüros in der Lausitz und im Rheinischen Revier unterstützt, um die Transformationsprozesse in den Kohleregionen auch zukünftig aktiv zu begleiten und die regionalen Bildungslandschaften zu stärken. Das Kompetenzzentrum wurde 2020 im Rahmen der Transferinitiative »Kommunales Bildungsmanagement« ins Leben gerufen und unterstützt die Braunkohleregionen bei den Herausforderungen des Strukturwandels. Die Netzwerkbüros analysieren regionale Entwicklungen, vernetzen Bildungsakteure und erarbeiten praxisnahe Handlungsempfehlungen. Thematische Werkstattberichte ermöglichen zudem einen regionsübergreifenden Austausch.
Wirkungsmonitoring des Bundesprogramms »Gesellschaftlicher Zusammenhalt«
Das Bundesprogramm »Gesellschaftlicher Zusammenhalt« (BGZ) fördert Projekte, die das Miteinander, Integration und freiwilliges Engagement in Städten und Kommunen unterstützen. Das aktuelle Wirkungsmonitoring zeigt: An rund 200 Standorten bundesweit haben 96 % der Projekte ihre Ziele vollständig oder größtenteils erreicht. 92 % verbesserten den Zugang der Teilnehmenden zu gesellschaftlicher Partizipation, 97 % stärkten das Selbstvertrauen im Umgang mit Vielfalt. Viele Projekte konnten auch nach Förderende fortgeführt werden. Ziel des BGZ ist, Begegnungsräume zu schaffen, in denen Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenkommen. »Das aktuelle Monitoring des Bundesprogramms ›Gesellschaftlicher Zusammenhalt‹ macht erneut deutlich, wie durch gezielte Projektförderung nicht nur der Einzelne, sondern die Gesamtgesellschaft nachhaltig verändert und gestärkt werden kann«, so Uta Saumweber-¬Meyer, BAMF Abteilungsleiterin für »Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt«.
»Miteinander Reden« endet 2026
Das bundesweite Dialogprogramm »Miteinander Reden« wird 2026 nicht fortgesetzt. Das Programm förderte in den vergangenen Jahren Projekte in ländlichen Räumen, die Austausch, Beteiligung und Begegnung vor Ort ermöglichten. Das Programm wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) initiiert und finanziert, vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume und dem Deutschen Volkshochschul-Verband unterstützt und von der Bildungsagentur labconcepts realisiert. Nun stellte das Programmbüro nach sechs Jahren seine Aktivitäten aus nicht weiter spezifizierten Verwaltungsregelungen der bpb ein. Materialien, Videoaufzeichnungen und Inhalte bleiben bis Ende 2026 verfügbar. Interessierte können sich für Informationen zu künftigen Initiativen eintragen.
WEITER MITEINANDER REDEN: in Kontakt bleiben
Malteser-Umfrage: Viele bereit, gegen Einsamkeit aktiv zu werden
Fast die Hälfte der Deutschen (47 %) kann sich vorstellen, mit einsamen Menschen zu telefonieren. Wie der aktuelle Malteser Ehrenamtsmonitor zeigt, tun dies jedoch bislang nur wenige. Die Mehrheit (91 %) erwartet, dass Einsamkeit in Deutschland weiter zunimmt, besonders in der Weihnachtszeit. Die Befragung von über 2.000 Personen verdeutlicht: Niedrigschwellige Engagementformen stoßen auf großes Interesse. So geben 40 % an, spontan helfen zu wollen, und 32 % können sich digitales Engagement vorstellen, beispielsweise von zu Hause aus. Malteser-Vizepräsidentin Alexandra Bonde hebt hervor, dass Angebote wie das »Plaudernetz« flexible Zugänge zum Engagement eröffnen und dabei helfen, dieses breiter in der Gesellschaft zu verankern.
Mehrheit der Bevölkerung hält Zivilgesellschaft für unverzichtbar
Eine aktuelle Untersuchung von More in Common Deutschland zeigt, dass eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland der Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle beim gesellschaftlichen Zusammenhalt zuschreibt. 56 % der Befragten geben an, dass Initiativen, Vereine und Verbände ausreichend Verantwortung für die Zukunft übernehmen – mehr als Politik, Wirtschaft oder Medien. 79 % sehen zivilgesellschaftliche Organisationen als wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft an. Zudem befürworten 76 %, dass sie sich politisch äußern dürfen. Damit signalisiert die Bevölkerung nicht nur ein hohes Vertrauen in zivilgesellschaftliche Akteur*innen, sondern auch die Erwartung, dass sie sich in gesellschaftliche Debatten einbringt. Die Ergebnisse stehen im Kontext aktueller öffentlicher Diskussionen über Neutralität und politischer Betätigung gemeinnütziger Organisationen und zeigen, dass breite Teile der Gesellschaft eine aktive, engagierte Zivilgesellschaft befürworten und als Partner im demokratischen Prozess sehen.
Video-Kampagne zur Vielfalt des Ehrenamts gestartet
Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt hat eine Videokampagne veröffentlicht, die die verschiedenen Facetten des Ehrenamts in den Mittelpunkt stellt. Zunächst werden drei Filme gezeigt, die verschiedene Engagementformen, Motivationen der Engagierten und ihre Wirkung in der Gesellschaft abbilden. Ergänzend wird ein Film über die Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2025 ausgestrahlt. Die seit Dezember 2025 laufende Kampagne soll 2026 auf verschiedenen Social-Media-Kanälen fortgeführt und ausgeweitet werden. Mit der Veröffentlichung will die Bundesregierung Ehrenamt und Engagement sichtbarer machen. Die Kampagne ist in die ressortübergreifende Engagementpolitik eingebettet, zu der unter anderem die Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie der Bürokratieabbau im Rahmen des »Zukunftspakts Ehrenamt« zählen.
Roth / Unger / Nicke: Politische Neutralität von zivilgesellschaftlichen Organisationen
Roland Roth, Sebastian Unger und Sascha Nicke untersuchen die rechtlichen Rahmenbedingungen für politisches Engagement von gemeinnützigen Organisationen (ZGO) in Deutschland. Die Frage der politischen Neutralität prägt seit Jahren die Debatte, da der gesetzliche Rahmen unklar ist und Organisationen unsicher agieren und hat aktuell zunehmend an Aktualität gewonnen. Seit der Kleinen Anfrage der CDU/CSU 2025 werden politische Aktivitäten von ZGO öffentlich hinterfragt, während die AfD strategisch gegen Organisationen vorgeht, die sich etwa gegen Rechtsextremismus engagieren, indem sie deren Gemeinnützigkeit infrage stellt. Juristisch gilt: Ein allgemeines Neutralitätsgebot besteht nur für staatliche Akteure, nicht für ZGO. Steuerbegünstigte Organisationen müssen parteipolitisch neutral bleiben, dürfen aber im Rahmen ihrer Satzungszwecke politisch tätig sein, z. B. für Menschenrechte, Umweltschutz oder soziale Gerechtigkeit. Auch bei staatlichen Fördermitteln richtet sich die politische Betätigung nach den Vorgaben des Zuwendungsbescheids. Die Autor*innen empfehlen, das Gemeinnützigkeitsrecht zu modernisieren und ZGO bei politischer Bildungsarbeit und Engagement für demokratische Grundwerte zu stärken.
Schwerpunkt: Service Learning – Lernen durch Engagement
Editorial zum Schwerpunktthema
Service Learning verbindet Studieren an der Hochschule mit gesellschaftlichem Engagement und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Kompetenzentwicklung von Studierenden sowie zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Es zielt darauf, fachliche Qualifizierung, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung konsequent miteinander zu verknüpfen. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Schwerpunkt dieses Newsletters »Service Learning« aus unterschiedlichen Perspektiven. Vorgestellt werden demokratiepädagogische Ansätze und Praxisbeispiele der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, curricular verankerte Lehrformate und förderliche Organisationsstrukturen an der Frankfurt University of Applied Sciences, sowie Strategien zum Aufbau von Campus-Community-Partnerships an der Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung e.V. im Themenfeld »Lernen durch Engagement«. Deutlich wird, welche strukturellen, didaktischen und strategischen Voraussetzungen für eine nachhaltige Verankerung von Service Learning in Hochschulen erforderlich sind. Die Beiträge vereint somit die Überzeugung, dass Service Learning kein optionales Format neben der Lehre ist, sondern einerseits ein wirksames Instrument zur Öffnung von Hochschulen für Engagement und andererseits zur Stärkung von Demokratiebildung. Sie laden damit auch ein, Hochschulen als Orte der Engagementförderung und Demokratiestärkung wahrzunehmen.
Walk / Schneemilch: Service Learning
Service Learning in der akademischen Lehre – wo liegt der Ursprung und welcher Anspruch ist damit verbunden? Heike Walk, Professorin für Nachhaltigkeitstransformation und partizipative Governance an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, und Steffi Schneemilch, wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2019 Beauftragte zur Etablierung von Service Learning in der akademischen Lehre, beschreiben Service Learning als didaktischen Ansatz, der akademisches Lernen mit zivilgesellschaftlichem Engagement verbindet. Der Beitrag verdeutlicht, wie Service Learning gesellschaftliche Kernkompetenzen stärkt, demokratische Teilhabe erlernbar macht und Fachinhalte mit Verantwortung verbindet, als Grundlage einer praxisorientierten, nachhaltigen und innovativen Hochschullehre. »Zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe kann und muss gelernt werden. Die Verbindung dessen mit Fachinhalten der jeweiligen akademischen Profession setzt die Grundpfeiler einer praxisorientierten, nachhaltigen und innovativen Lehre und beschreibt die Verantwortung akademischer Bildungseinrichtungen nicht nur ökonomisch verwertbare Kompetenzen zu stärken.«, so die Autorinnen.
Beitrag von Heike Walk und Steffi Schneemilch (PDF)
Koch: Vom Lernen in Projekten zu Campus Community Partnerships
Prof. Dr. Susanne Koch ist geschäftsführende Direktorin der School of Personal Development and Education an der Frankfurt University of Applied Sciences. Sie lehrt am Fachbereich Wirtschaft und Recht. In ihrem Beitrag beschreibt sie die Entwicklung vom projektbasierten Lernen in der Logistiklehre zu hochschulweiten Campus Community Partnerships. Im Zentrum steht das Lehr-Lernformat »Service Learning«, das fachliche Qualifizierung mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Neben der curricularen Verankerung unterstützt ScoPE Lehrende bei der Umsetzung von Service-Learning-Veranstaltungen und initiiert Projekte zu Engagement, Demokratiebildung und sozialer Nachhaltigkeit, die gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern lokal, regional und international realisiert werden. Der Beitrag zeigt, wie der Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gestärkt und der Erwerb fachlicher, sozialer und personaler Kompetenzen systematisch gefördert wird.
Beitrag von Prof. Dr. Susanne Koch (PDF)
Sydlik: Das Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung e.V.
Tim Sydlik, Geschäftsführer des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung e.V. (HBdV), beschreibt das Netzwerk als zentrale Plattform für Hochschulen im deutschsprachigen Raum, die gesellschaftliche Verantwortung in Lehre, Forschung und Transfer stärken. Seit 2009 vereint das HBdV 46 Hochschulen und neun zivilgesellschaftliche Partner und fördert Formate wie Service Learning, Campus-Community-Partnerships, Community Research und Social Entrepreneurship Education. Mit Veranstaltungen wie dem »Campus-meets-Community-Festival« sowie dem aktuellen Strategiepapier zu Campus-Community-Partnerships zeigt das Netzwerk praxisnah, wie Hochschulen ihre gesellschaftliche Rolle aktiv gestalten, den Wissenstransfer systematisch fördern und Partnerschaften mit der Zivilgesellschaft nachhaltig verankern.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Adhoc-Gruppe »Engagement in ländlichen Räumen«
Bei der letzten BBE-Mitgliederversammlung im Herbst 2025 wurde die neue Adhoc-Gruppe »Engagement in ländlichen Räumen« einberufen. Gemeinsam mit Mitgliedern aus dem BBE-Netzwerk sowie Interessierten soll die Frage bearbeitet werden, wie Engagementförderung speziell in ländlichen Räumen gestaltet und vorangetrieben werden kann: Welche speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen hat Zivilgesellschaft in ländlichen, strukturschwachen Regionen, um aktiv zu bleiben oder zu werden? Welche Engagementstrukturen funktionieren für diese Bedarfe? Es sollen politische Impulse gesetzt werden, die auf dem kürzlich veröffentlichten Empfehlungspapier aufbauen. Die konstituierende Sitzung findet am 17. Februar 2026 statt. Interessierte an der Mitarbeit in der Adhoc Gruppe können sich an das Sekretariat der BBE-Geschäftsstelle wenden (info@b-b-e.de).
dOrt – Die Dritte Orte Konferenz
Wie können Orte entstehen, an denen Engagement, Begegnung und Beteiligung wirklich gelebt werden? Die Körber-Stiftung lädt am 26. und 27. Februar 2026 zu dOrt- Die Dritte Orte Konferenz ins KörberHaus in Hamburg-Bergedorf ein, um diesen und weiteren Fragen Raum zur Diskussion zu bieten. Die Fachkonferenz richtet sich an alle, die Begegnung möglich machen: Engagierte, kommunale Vertreterinnen und Vertreter, Träger, Kulturakteure und Forschende. Im Mittelpunkt stehen Austausch und praxisnahe Impulse sowie Workshops und Podiumsdiskussionen, die neue Ideen, konkrete Anregungen und Impulse für die eigene Arbeit mitgeben. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Das BBE ist mit einem Workshop am Programm beteiligt.
Engagement-Botschafter*in 2026 gesucht
Zum Jahresthema »Miteinander Zukunft gestalten« sucht die Kampagne »Engagement macht stark!« des BBE eine*n Engagement-Botschafter*in, der*die zeigt, wie Zusammenarbeit gelingt und Zusammenhalt entsteht. Gemeinsam wollen wir sichtbar machen, wie freiwilliges Engagement Menschen verbindet und neue Wege des Miteinanders schafft. Jede Stimme zählt – zeigt uns die Menschen, die mit Herz, Ideen und Tatkraft unsere Gesellschaft stärken. Kennt ihr jemanden, der Menschen verbindet, neue Kooperationen initiiert und Herausforderungen aktiv anpackt? Die Vorschläge können bis 8. Februar 2026 eingereicht werden.
Vielfalt, Begegnung, Engagement – Rückblick Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2025
Mit rund 20.000 Aktionen im ganzen Land zeigte die Engagement-Woche 2025, wie bunt und vielfältig bürgerschaftliches Engagement in Deutschland ist. Im Mittelpunkt stand das Thema »Einsamkeit«, das bei zahlreichen Veranstaltungen aufgegriffen wurde. Zwei Thementage mit nebenan.de, der Bertelsmann Stiftung und der Bürgerstiftung Hamburg ermöglichten eine vertiefte Auseinandersetzung. Ein besonderes Highlight war die Ernennung von Tim Kramer zum Engagement-Botschafter 2025, der mit seinem Einsatz Begegnungsräume schafft und ein starkes Zeichen gegen Einsamkeit setzt. Von gemeinschaftlichen Parkaktionen über Kulturcafés bis hin zu Mitmachfesten: Fast 60 Initiativen zeigen, wie Engagement Menschen zusammenbringt und Gemeinschaft stärkt – von Erzählcafés und Familienfrühstücken bis zu Sport- und Kulturangeboten wie den Berliner Freiwilligentagen oder dem Veganen Mitbring-Brunch.
Alles zum Nachlesen finden Sie auf der Website der Kampagne »Engagement macht stark!«
KMU und Zivilgesellschaft für eine starke Demokratie: Kongress Sinn I Macht I Gewinn
»Unternehmer*innen für eine Enkeltaugliche Zukunft« trafen sich gleich zu Jahresbeginn beim 7. SINN|MACHT|GEWINN Kongress 2026 in Berlin. Der Kongress brachte über 100 Teilnehmende zusammen, um über verschiedene Aspekte nachhaltigen Wirtschaftens zu diskutieren und sich auszutauschen, bei diversen Keynotes und in Foren. Dr. Christoph Golbeck, Autohaus Golbeck/ BBE-Mitglied und Dr. Lilian Schwalb, BBE-Geschäftsführung gingen in ihrem Workshop zum Thema »KMU & Zivilgesellschaft: Gemeinsam für eine starke Demokratie« zusammen mit vielfältig engagierten Teilnehmenden der Frage nach, wie unser Mittelstand & die Zivilgesellschaft zu lebendigen Demokratiestützpunkten ausgebaut werden können. Ziel der Initiative ist, entscheidende Veränderungsenergie dort zu bündeln, wo in unserer Gesellschaft Zukunft gestaltet wird: in der MITTE. Folgeaktivitäten sind geplant. Wir berichten in den folgenden Newslettern und auf unserer Website. Interessierte können sich gerne an die BBE-Geschäftsführung wenden.
BBE beim 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf der Grünen Woche
Bundesminister Alois Rainer eröffnete das diesjährige Zukunftsforum »Land: Raum für Zukunft« gemeinsam mit Ralph Spiegler vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und Götz Ulrich vom Deutschen Landkreistag. Über 2.000 Menschen nahmen digital und analog beim größten nationalen Forum zur Zukunft der ländlichen Räume teil. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr auf den Themen Flächennutzung und Orte des Miteinanders. Das BBE organisierte gemeinsam mit Aller.Land, dem Netzwerk Zukunftsorte sowie der Nebenan.de Stiftung ein Fachforum mit dem Titel »Rezepte für Orte mit Wirkung – Engagement fördern, Leerstand beleben«. In vier Thementischen wurden die Fragen diskutiert: Wie entstehen Orte, an denen Menschen sich begegnen, engagieren und gemeinsam Neues schaffen und was brauchen sie, um ihre Wirkung langfristig zu entfalten? Bei einem Stand auf dem »Markt der Möglichkeiten« präsentierte das BBE außerdem sein kürzlich veröffentlichtes Empfehlungspapier zu einer nachhaltigen Engagementpolitik für ländliche Räume und vernetzte sich mit zahlreichen weiteren Akteur*innen aus dem Feld.
Weitere Informationen und Dokumentation
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Fördertopf »Bewegung. Begegnung. Zukunft.«
Einmal jährlich vergibt der Fördertopf »Bewegung. Begegnung. Zukunft.« Mittel an Projekte und Initiativen mit thematischem Schwerpunkt auf Sport als verbindendem Element der Gesellschaft. Ziel ist es, Begegnungen im und durch Sport zu fördern, die Zugehörigkeit, Vertrauen und Anerkennung schaffen sowie den Austausch zwischen unterschiedlichen Gruppen erleichtern. Gefördert werden gemeinnützige Organisationen mit bis zu 7.500 € pro Projekt. Bewerbungsschluss ist der 1. März 2026. Die Ausschreibung richtet sich an Initiativen, die sportliche Aktivitäten zur Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders nutzen, und lädt zur Beteiligung sowie zur Weiterleitung der Informationen an potenzielle Projekte ein.
Digitale Projektvorstellung »Ländliche Regionen engagiert gegen Rassismus«
Im Januar startete die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus das neue Projekt »Ländliche Regionen engagiert gegen Rassismus«, das bis Dezember 2028 läuft. Ziel ist es, bürgerschaftliches Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung in ländlichen Räumen zu stärken und rassismuskritisches Handeln nachhaltig zu fördern – insbesondere im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (21. März) und zum Tag des Grundgesetzes (23. Mai). Das Projekt richtet sich vor allem an Engagierte aus Vereinen und Bündnissen, aber auch zivilgesellschaftliche Organisationen und kommunale Akteur*innen können die Angebote nutzen. Dazu gehören Beratungen, Schulungen und Materialien, die lokales Engagement unterstützen. Zum Projektstart lädt die Stiftung am 28. Januar 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr zu einer digitalen Vorstellung über Zoom ein, in der Zielsetzung, Bausteine und geplante Angebote präsentiert werden.
Anmeldung: ed[at]stiftung-gegen-rassismus.de
Migrantisch engagiert: Zwischen Empowerment,
Verunsicherung und Diskriminierung Empirische Studien zeigen seit Jahren: Menschen mit Migrationsgeschichte und ohne deutsche Staatsbürgerschaft sind im bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland weiterhin unterrepräsentiert. Gleichzeitig spielt Engagement für viele eine zentrale Rolle bei Teilhabe, Empowerment und gesellschaftlicher Mitgestaltung. Welche Bedeutung hat dabei Diskriminierung – als Hürde, aber auch als Ausgangspunkt für solidarisches Handeln? Im Rahmen einer Lunch Discussion am 29. Januar 2026 stellt das DeZIM-Institut erste Ergebnisse aus dem gemeinsam mit GoVolunteer e. V. durchgeführten Forschungsprojekt »Diskriminierung und Engagement« vor. Anschließend diskutieren Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Engagementpraxis über Chancen und Herausforderungen migrantischen Engagements, über Zugangshürden, strukturelle Ungleichheiten und notwendige politische Rahmenbedingungen. Die Veranstaltung lädt zum fachlichen Austausch und zur gemeinsamen Reflexion darüber ein, wie Engagement inklusiver gestaltet und Diskriminierung wirksam begegnet werden kann. Anmeldung ist bis Mittwoch, den 28. Januar 2026 um 18:00 Uhr möglich.
Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026
Bis zum 31. März 2026 können sich Städte, Gemeinden und Landkreise aus ganz Deutschland für den Wettbewerb »Klimaaktive Kommune 2026« bewerben. Gesucht werden erfolgreich umgesetzte, innovative und wirksame Klimaschutzprojekte zur Vermeidung oder Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Der Wettbewerb wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz ausgerichtet. Es gibt vier Kategorien: Großstädte, Mittelstädte, kleine Städte und Gemeinden sowie Landkreise. Auch Kooperationsprojekte mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, der Wirtschaft oder anderen Kommunen sind ausdrücklich erwünscht. Voraussetzung ist, dass die Projekte abgeschlossen sind oder bereits messbare Ergebnisse vorliegen. Eine Jury wählt insgesamt sechs Gewinnerprojekte aus. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro verbunden und wird im November 2026 auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin verliehen.
Berliner Stiftungswoche 2026: Aufruf zur Teilnahme
Vom 14. bis 24. April 2026 präsentiert die Berliner Stiftungswoche die Vielfalt und Wirkung des gemeinnützigen Engagements in der Hauptstadt. Unter dem Leitthema »WARUM DIE ZUKUNFT UNS BRAUCHT« steht die Frage im Mittelpunkt, wie eine positive Zukunft gemeinsam gestaltet werden kann und welchen Beitrag Stiftungen, NPOs und zivilgesellschaftliche Akteure bereits heute leisten. Die Berliner Stiftungswoche bietet Raum für unterschiedliche Formate: Tage der offenen Tür, Diskussionsveranstaltungen, Workshops, Online-Formate, Projektstarts oder Kooperationen zwischen Organisationen. Sie versteht sich als Plattform für Vernetzung, Austausch und gemeinsames Lernen und lädt dazu ein, gesellschaftliche Zukunftsfragen öffentlich zu diskutieren. Die Registrierung für Beiträge wurde am 15. Januar 2026 geöffnet und ist bis zum 15. März möglich.
Weitere Informationen: FAQ oder: Was Sie wissen sollten
Jugendengagementkongress 2026
Vom 20. bis 24. Mai 2026 kommen anlässlich des Tags des Grundgesetzes junge Engagierte aus dem gesamten Bundesgebiet in Berlin zusammen. Der Kongress bietet ein vielfältiges Programm aus Workshops, Exkursionen und interaktiven Formaten. Diese ermöglichen Austausch, Qualifizierung und neue Impulse für demokratisches und zivilgesellschaftliches Engagement. Eingeladen sind junge Menschen im Alter von 16 bis 23 Jahren, die sich bereits ehrenamtlich oder zivilgesellschaftlich für Demokratie, Toleranz und das Gemeinwohl einsetzen, sowie junge Menschen, die kurz vor dem Einstieg in ein solches Engagement stehen. Ein besonderer Höhepunkt ist der 23. Mai mit einer Engagement-Rallye durch Berlin und einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung. Die Teilnahme ist kostenfrei, Unterkunft, Verpflegung und ein BVG-Ticket für Berlin AB sind inklusive. Anmeldeschluss ist der 1. März 2026.
Weitere Informationen und Anmeldung
Thementag »Engagement – wer kann sich das leisten?«
Freiwilligenagenturen haben die Aufgabe, Menschen für ein Engagement zu gewinnen, sie zu beraten und zu begleiten. Der Vierte Engagementbericht der Bundesregierung zeigt jedoch, dass die Zugangschancen zu freiwilligem Engagement ungleich verteilt sind und insbesondere von Armut betroffene Menschen vor materiellen, finanziellen und sozialen Hürden stehen. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage nach Kosten, Erstattungen und Unterstützungsstrukturen im Engagement erneut in den Fokus. Der Thementag »Engagement – wer kann sich das leisten? Wie Freiwilligenagenturen mit Armut und der Fragen nach Zugängen zum Engagement umgehen.« greift diese Debatte auf und diskutiert, wie Freiwilligenagenturen die Perspektiven von Menschen in Armut stärker berücksichtigen können. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Erkenntnisse zu Zugangsbarrieren, der Umgang mit Armut und sozialer Ungleichheit sowie Erfahrungen aus der Praxis von Freiwilligenagenturen. Ziel ist es, gemeinsam Wege zu erörtern, wie Schwellen ins Engagement abgebaut und neue Zugänge eröffnet werden können. Der Thementag findet am 9. Februar 2026 in Offenbach am Main in Kooperation mit dem Freiwilligenzentrum Offenbach e. V. statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Weitere Informationen und Programm
Themenreport Desinformation und Diskriminierung
Desinformation und Diskriminierung spalten unsere Gesellschaft – doch es gibt wirksame Gegenstrategien. Der neue Themenreport von PHINEO zeigt, wie zivilgesellschaftliche Initiativen mit innovativen Ansätzen Hassrede entkräften, Fakten stärken und Betroffene unterstützen. Der Report gibt Einblicke, praktischen Fördertipps und stellt 37 Projekte vor, die wir für ihre herausragende Arbeit mit dem PHINEO Wirkt-Siegel ausgezeichnet haben.
Neue Publikation zu Bildung und Engagement im ländlichen Raum
Die neue Broschüre »Hier wächst Zukunft – Bildung und Engagement im ländlichen Raum« zeigt, wie Bodenschutz mit jungen Menschen praxisnah, partizipativ und lokal verankert gestaltet werden kann. Enthalten sind erprobte Methoden, Beispiele aus der Praxis sowie Einblicke in das Projekt »Rural Voices 2030«. Die Broschüre richtet sich an alle, die Bildungsarbeit im ländlichen Raum machen oder neue Impulse suchen, z. B. Schulen, außerschulische Bildungsträger oder Vereine.
Bundesweite Studie zur Bedeutung kleinerer Fördermittel für Organisationen und Initiativen gestartet
Es müssen nicht immer große Förderprogramme sein, um gemeinnützige Organisationen und Initiativen mit finanziellen Ressourcen auszustatten. Auch kleinere Mitteltöpfe sind von Interesse, etwa für bestimmte Vorhaben oder Anschaffungen. Die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen und ZiviZ im Stifterverband möchten besser verstehen, wofür Organisationen und Initiativen Mittel beantragen, wie aufwendig sie die Verfahren erleben und welche Verbesserungen sie sich wünschen. Hierfür laden sie zur Teilnahme an der Studie ein. Die Ergebnisse sind wertvoll, um Förderinstitutionen Empfehlungen für die Zukunft zu geben.
Hinweis
Der nächste Newsletter erscheint am 5. Februar 2026
Redaktionsschluss ist der 30. Januar 2026.
Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de
Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteur*innen im BBE und im Feld der Engagementförderung und -debatte. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellen und wichtigsten Nachrichten für die Leser*innen zusammenzustellen.
Die PDF-Dokumente der Beiträge im Schwerpunkt des Newsletters werden möglichst barrierearm gestaltet.
Redaktion: Dr. Lilian Schwalb (V.i.S.d.P.), Dr. Behzad Förstl und Nino Kavelashvili.
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Geschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17-18
10179 Berlin-Mitte
www.b-b-e.de
Geschäftsführung: Dr. Lilian Schwalb
Kontakt: lilian.schwalb[at]b-b-e.de