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Freiwilligensurvey

Freiwilliges Engagement in Deutschland: Zentrale Ergebnisse des Fünften Deutschen Freiwilligensurveys (FWS 2019) veröffentlicht

Der Deutsche Freiwilligensurvey (FWS) ist eine repräsentative Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland, die sich an Personen ab 14 Jahren richtet. Auf 57 Seiten lassen sich die zentralen Ergebnisse des Fünften Deutschen Freiwilligensurveys (FWS 2019) zum freiwilligen Engagement in Deutschland nachlesen.

Der Deutsche Freiwilligensurvey (FWS) ist seit zwei Jahrzehnten die Basis für die Berichterstattung zum aktuellen Stand und zur Entwicklung des freiwilligen Engagements in Deutschland. In der Publikation ziehen die Autor*innen ein Fazit zu gleichwertigen Teilhabechancen, einerseits als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, andererseites eng mit Implikationen für die Engagementpolitik verbunden. Gleichwertige Teilhabe von Frauen und Männern beispielsweise, könne nur dann gelingen, wenn es auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere bei beruflichen und familiären Aufgaben, eine gerechte Arbeitsaufteilung gibt.

Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie für die gleichwertigen Teilhabchancen marginalisierter Gruppen hat, muss an dieser Stelle vorerst unklar bleiben. So beschreiben die Autor*innen klar die Grenzen der eigenen Arbeit: »Wie wird sich freiwilliges Engagement in den nächsten Jahren weiterentwickeln? Diese Frage lässt sich allein auf der Grundlage eines bevölkerungsrepräsentativen Surveys, der eine Momentaufnahme darstellt, nicht beantworten. Mit der Corona-Pandemie im Jahr 2020 kam es zu weitreichenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einschnitten. Hiervon war und ist auch die Zivilgesellschaft maßgeblich betroffen.«

Im Kurzbericht werden zentrale Ergebnisse des Freiwilligensurveys vorgestellt, in den ersten vier Abschnitten geht es um freiwilliges Engagement in der Gesellschaft. In den nachfolgenden Abschnitten werden Aspekte der Ausgestaltung des freiwilligen Engagements vorgestellt. Der Hauptbericht zum Freiwilligensurvey 2019 wird im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht.

Im Kurzbericht zum Freiwilligensurvey halten die Autor*innen zwölf Kernaussagen fest:

• Im Jahr 2019 engagieren sich 28,8 Millionen Menschen freiwillig – das sind 39,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland.

• Der Anteil freiwillig engagierter Menschen ist in den letzten zwanzig Jahren gestiegen.

• Erstmals werden die Ergebnisse für alle Erhebungswellen des Freiwilligensurveys nach Bildung gewichtet dargestellt. Die nun durchgängig nach Bildung gewichteten Ergebnisse repräsentieren die Verhältnisse in der Bevölkerung angemessener als bisher.

• Frauen und Männer unterscheiden sich 2019 zum ersten Mal seit 1999 nicht hinsichtlich der Engagementquote.

• Die Anteile freiwillig Engagierter haben seit 1999 in allen Altersgruppen zugenommen.

• Die Unterschiede in der Engagementbeteiligung zwischen den Bildungsgruppen haben zwischen 1999 und 2019 zugenommen.

• Die Beteiligung im Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund hat sich zwischen 2014 und 2019 nicht verändert.

• Die Engagementquoten in Ost- und Westdeutschland haben sich seit 1999 sukzessive angenähert.

• Acht Prozent der freiwillig Engagierten geben 2019 an, sich für Geflüchtete oder Asylsuchende zu engagieren.

• Im Jahr 2019 wenden etwa siebzehn Prozent der Engagierten mit sechs und mehr Stunden viel Zeit für ihre freiwillige Tätigkeit auf.

• Jede vierte freiwillig engagierte Person hat 2019 eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion in ihrer freiwilligen Tätigkeit.

• Ein großer Teil der Engagierten nutzt 2019 das Internet im Rahmen der freiwilligen Tätigkeit.

Seit 20 Jahren: Befragungen seit 1999

Die ersten drei Wellen des Freiwilligensurveys wurden in den Jahren 1999, 2004 und 2009 erhoben. Der Deutsche Freiwilligensurvey wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Freiwillige Tätigkeiten und die Bereitschaft zum Engagement werden in telefonischen Interviews erhoben und können nach Bevölkerungsgruppen und Landesteilen dargestellt werden. Außerdem können die Engagierten und Personen, die sich nicht bzw. nicht mehr engagieren, beschrieben werden. Seit Ende 2011 liegt die wissenschaftliche Leitung beim Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA). Die Befragungen der vierten Welle 2014 und der fünften Welle 2019 wurden von infas – Institut für angewandte Sozialwissenschaft durchgeführt.

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