BBE Europa-Nachrichten - Newsletter für Engagement und Partizipation Nr. 9 vom 30.9.2014

Pätzold, MdB: Corporate Volunteering

Corporate Volunteering (CV) als Mehrwert für die Unternehmen im internationalen Wettbewerb ist das Thema des Gastbeitrages von Dr. Martin Pätzold, MdB, Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union, im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Pätzold diskutiert unterschiedliche Ebenen, über die CV zu einem Wettbewerbsvorteil wird. Zugleich weist er auf Lücken hin, etwa im Bereich der Evaluation. Aus seiner Sicht spricht vieles dafür, in einer entwickelten CV-Kultur einen echten Standortvorteil im globalen Wettbewerb zu sehen. Deshalb resümiert er: »Zur Stärkung der sozialen Marktwirtschaft sind der Ausbau und die Unterstützung von Corporate Volunteering staatlicherseits zu unterstützen.«


Gastbeitrag von Dr. Martin Pätzold, MdB unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/09/enl9_gastbeitrag_paetzold.pdf (206 kB)

Prinz: Wirtschaft und Menschenrechte

Das Verhältnis von Wirtschaft und Menschenrechten als Gegenstand nationaler und internationaler Aktivitäten ist das Thema des Gastbeitrages von Dr. Thomas Prinz, Leiter des Referats 402 »Grundsatzfragen Außenwirtschaftsförderung« im Auswärtigen Amt und Koordinator des Prozesses zu einem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte. Von Gütesiegeln über die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen bis hin zu den »Ruggie-Prinzipien« stellt er das im letzten Jahrzehnt dynamisch entwickelte Feld im zwischenstaatlichen Raum mit Beteiligung der Wirtschaftsakteure dar. Die Umsetzung der Ruggie-Prinzipien, d.h. der 2011 vom Menschenrechtsrat der VN einstimmig angenommenen Leitprinzipien »Wirtschaft und Menschenrechte«, wurde im Koalitionsvertrag beschlossen. Der Beitrag berichtet auch über den Stand der Arbeiten unter Federführung des Auswärtigen Amtes.


Gastbeitrag von Dr. Thomas Prinz unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/09/enl9_gastbeitrag_prinz.pdf (210 kB)

Corporate Volunteering: Interview mit Prof. Dr. Theo Wehner

Prof. Dr. Theo Wehner, emeritierter Professor an der ETH (Idgenössische Technische Hochschule) Zürich für das Fach Arbeits- und Organisationspsychologie, beantwortet im Interview Fragen zur Bedeutung von Corporate Volunteering und zu Motivlagen bürgerschaftlichen Engagements. Er sieht Unternehmen im Spannungsfeld von Effizienz und Ethik. Dabei greift er auf Untersuchungen des von ihm bis 2014 geleiteten Zentrums für Organisations- und Arbeitswissenschaften der ETH zurück. Er situiert das Thema in den konkreten Kontext der Schweizer Zivilgesellschaft und Unternehmenskultur. Die Unternehmen sieht er noch auf der Suche nach einer Praxis des Engagements.


Interview mit Prof. Dr. Theo Wehner unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/09/enl9_interview_wehner.pdf (211 kB)

Dodds: The Corporation – 10 Years after — We’re not Done Yet!

In ihrem Gastbeitrag thematisiert die Filmemacherin Katherine Dodds, wie Kunst und Zivilgesellschaft im Feld der Ökonomie- und Gesellschaftsveränderung kooperieren können und welche Möglichkeiten die Kunst dabei hat. Ihre Überlegungen führt sie anhand des kanadischen Dokumentarfilms »The Corporation« von 2003 aus, in dem das Verhalten von Großunternehmen im Geschäftsleben kritisch dargestellt wird. Sie erläutert spezielle Verbreitungswege, die Gründung zivilgesellschaftlicher Organisationen mit Bezug auf den Film und Crowdfunding-Strategien, um den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Zugleich zeigt sie, wie Reaktionen auf den Film weit dazu geführt haben, ihn neu zu bearbeiten, um ihn etwa im Rahmen von Schulunterricht nutzen zu können.


Gastbeitrag von Katherine Dodds unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/09/enl9_gastbeitrag_dodds.pdf (270 kB)

Theurer, MdEP: Plädoyer für die Bürgerrepublik Europa

Das Ziel einer Bürgerrepublik Europa ist das Thema des Gastbeitrages von Michael Theurer, MdEP, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, im Ausschuss für Haushaltskontrolle sowie stellvertretendes Mitglied im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments. Theurer sieht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Großkrisen – von der Ukraine bis zur Arbeitslosigkeit –, denen Europa gegenüber steht, und dem bürokratischen Kleinklein, mit dem sich Europa tatsächlich befasst. Die Konzentration auf wenige, wichtige Angelegenheiten tut not, wenn die EU wieder mehr Rückhalt bekommen will: »Nur ein dezentraler, föderaler Bundesstaat – eine Bürgerrepublik Europa – wird langfristig die demokratische Legitimation und damit das notwendige Vertrauen, Verantwortungsgefühl und Engagement der Menschen haben, die unser einzigartiges Friedens- und Freiheitsprojekt dringend braucht.«


Gastbeitrag von Michael Theurer, MdEP unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/09/enl9_gastbeitrag_theurer.pdf (156 kB)

TTIP: Jenseits der Bürgerrepublik

Am Vorabend der nächsten TTIP-Runde vom 29. September bis 3. Oktober 2014 in Washington herrscht bei zivilgesellschaftlichen Akteuren eine Mischung von fortgesetzter Verwunderung, Entsetzen und Kopfschütteln über die Politik und Argumentation der Europäischen Kommission. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, stellte am 11. September fest: »Ohne Transparenz sind TTIP und CETA zum Scheitern verurteilt, das hat die Europäische Kommission offensichtlich immer noch nicht verstanden.« Anlass ist, die Weigerung der Kommission, eine Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA offiziell zu registrieren. Die Ablehnung der EBI wird durch die Europäische Kommission damit begründet, die Verhandlungsmandate zu TTIP und zum CETA seien keine Rechtsakte, sondern interne Vorbereitungsakte zwischen den EU-Organen und insofern durch eine Bürgerinitiative nicht anfechtbar. Außerdem dürfe sie keine negativen Ratifizierungsvorschläge machen, d.h. die Verhandlungen nicht aussetzen. Das bedeutet, so Zimmermann, »dass bei Verhandlungen internationaler Verträge durch die Europäische Kommission eine Kontrolle durch die Zivilgesellschaft fast unmöglich ist.« Die Kontaktperson des EBI-Bündnisses »Stopp TTIP«, Michael Efler, stellt ebenfalls am 11. September fest: »Das erscheint aus Bürgersicht als Akt der Willkür, verprellt engagierte Menschen in Europa und ist Wasser auf die Mühlen der Europa-Gegner.« Steffen Stierle von attac wirft die Frage in einem Kommentar bei euractiv auf, »ob diese EU überhaupt noch demokratisierbar ist«.

Mitteilung von Deutschem Kulturrat unter
www.kulturrat.de/detail.php
 
»Demokratie vs. Europäische Integration? Zum Stopp der Bürgerinitiative gegen TTIP« unter
www.euractiv.de/sections/verbraucherschutz/demokratie-vs-europaeische-integration-zum-stopp-der-buergerinitiative
 
Pressemitteilung von »Stopp TTIP« unter
stop-ttip.org/europaeische-kommission-will-buergereinfluss-bei-ttip-und-ceta-ausschalten/

Kulturpolitische Forderungen und ein Nein zu Tibor Navracsics

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat sich in seiner Sprecherratssitzung am 24. September 2014 mit den anstehenden Anhörungen und Befragungen der designierten EU-Kommissare im Europäischen Parlament befasst. Dabei hat er in einer Resolution sechs kulturpolitische Prüfkriterien beschlossen, denen die EU-Kommissare, die jetzt vom Europäischen Parlament befragt werden, genügen sollen. Diese reichen vom Sichern kultureller Vielfalt über den Schutz der Kunst-, Presse- und Medienfreiheit bis hin zu einer vernetzten Kulturpolitik. Ebenso hat sich der der Kulturrat gegen Tibor Navracsics als neuen EU-Kommissar für Bildung, Jugend, Kultur und Bürgergesellschaft ausgesprochen. Geschäftsführer Olaf Zimmermann stellt fest: »Ein Mann, der in Ungarn als Justizminister direkt mit dafür verantwortlich ist, dass in dem Land die Bürgerrechte und die Pressefreiheit eingeschränkt wurden (…), darf die Verantwortung für die Kultur in Europa nicht übernehmen.«

Weitere Informationen unter
www.kulturrat.de/detail.php

Ein weiteres Nein zu Tibor Navracsics

The European Association for the Defence of Human Rights (AEDH) drückt in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments ihr Entsetzen aus, dass Tibor Navracsics neuer EU-Kommissar ausgerechnet für Bildung, Jugend, Kultur und Bürgergesellschaft werden soll. AEDH sieht in ihm einen Mitverantwortlichen für die Implementierung einer freiheits- und zivilgesellschaftsfeindlichen Politik in Ungarn, die mittlerweile zivilgesellschaftliche Akteure wie in Russland als »ausländische Agenten« charakterisiert und von einem Großungarn als Referenzraum spricht: »It is up to you to reject this nomination contrary to the objectives of education for all, of diverse culture, of an open citizenship. Anything else would be a shame for Hungary, a danger to its associations and a corruption of democracy.«

Europäisches Jahr 2012: Evaluationsbericht

Die Europäische Kommission hat am 15. September 2014 einen Bericht über die Durchführung und Ergebnisse des Europäischen Jahres 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen verabschiedet, in dem sie das Jahr zugleich aus Kommissionssicht bewertet. Positiv wird gewürdigt, dass viele Mitgliedstaaten und Organisationen der Zivilgesellschaft das Europäische Jahr als Möglichkeit zur Entwicklung neuer Initiativen oder zum Ausbau bestehender Projekte genutzt haben. Als wichtig wird angesehen, die im Kontext des Jahres entwickelte Instrumente, etwa den Index für aktives Altern, die Grundsätze des aktiven Alterns oder das Abkommen zum demografischen Wandel aktiv zu beleben. Der Bericht steht in allen EU-Sprachen zur Verfügung. Die externe Evaluierung ist in englischer Sprache verfügbar, ihre Zusammenfassung auf Englisch, Französisch und Deutsch.

Weitere Informationen unter
ec.europa.eu/social/main.jsp

Kampagne für inklusiven Freiwilligendienst weltwärts

Die Organisation »Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.« (bezev) hat die Kampagne »Einfach machen – Der Freiwilligendienst für alle!« als Teil des Freiwilligenprogramms »weltwärts alle inklusive!« gestartet. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Behinderung einen internationalen Freiwilligendienst zu ermöglichen und zugleich mehr junge Menschen mit und ohne Behinderung für den internationalen Freiwilligendienst »weltwärts« zu gewinnen. Das Kampagnen-Video handelt von zwei Freiwilligen mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen, die über ihre Erlebnisse und Herausforderungen während ihres Freiwilligendienstes in Kamerun erzählen. Auf dem Internetportal der Kampagne erhalten Interessierte auch alle wichtigen Informationen zum inklusiven Freiwilligendienst. Für das nächste Jahr sucht bezev noch BewerberInnen mit und ohne Behinderung. Die Bewerbungsfrist für eine Teilnahme im Sommer 2015 endet am 30. September 2014.

Weitere Informationen unter
www.jetzt-einfach-machen.de

Erasmus-Statistik 2012/2013

Im Studienjahr 2012/2013 haben annähernd 270.000 Studierende Stipendien der EU für Studien- oder Berufsbildungsaufenthalte im Ausland erhalten. Dies ist den von der Europäischen Kommission am 10. Juli 2014 veröffentlichten Statistiken zu entnehmen. Mittlerweile ein Fünftel der Studierenden entschied sich dabei für Erasmus-Praktika in Unternehmen. Die/Der gemittelte Erasmus-StudentIn ist 22 Jahre alt, erhält 272 Euro Stipendium und bleibt 6 Monate im Gastland. Die drei beliebtesten Zielländer für Erasmus-Studierende waren 2012/2013 Spanien, Deutschland und Frankreich. Gleichwohl ist auch hier Deutschland »Geberland«, denn es gingen gut 4000 Studierende mehr aus Deutschland in ein anderes europäisches Land als umgekehrt nach Deutschland kamen. Gemessen an der Gesamtzahl der HochschulabsolventInnen im Land entsandten Luxemburg, Liechtenstein, Finnland, Lettland und Spanien die meisten Studierenden.

UNO und Engagement in der EZ: Öffentliche Konsultation

Auf der Ebene der Vereinten Nationen wird an einem Aktionsplan »Bürgerschaftliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit 2016-2025« gearbeitet. Grundlage ist eine Resolution der UNO-Vollversammlung vom 20. Dezember 2012, mit der die Vorbereitung eines solchen Aktionsplans durch das United Nations Volunteers programme (UNV) beschlossen wurde. Der Entwurf mit dem Namen »Zero Draft of the 10 Year Plan of Action 2016-2025« liegt vor und ist jetzt Gegenstand einer internationalen öffentlichen Konsultation. Der daraufhin überarbeitete Entwurf soll 2015 in die UNO-Vollversammlung eingebracht wird.

TTIP und CETA: Selbstorganisierte EBI

Gegen die Weigerung der Kommission vom 10. September 2014, eine Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA offiziell zu registrieren, will das EBI-Bündnis »Stopp TTIP«, das aus über 240 Organisationen in Europa besteht, zweigleisig reagieren. Einerseits soll der juristische Weg beschritten werden, andererseits soll eine EBI selbstorganisiert durchgeführt werden – was bei diesem noch jungen Instrument ein Novum wäre. Für Letzteres laufen die Vorarbeiten. Aktuell kann man sich schon per E-Mail registrieren lassen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Begründung der Ablehnung unter
ec.europa.eu/citizens-initiative/public/initiatives/non-registered/details/2041
 
Weitere Informationen von »Stopp TTIP« unter
stop-ttip.org/de/

Europa 2020: Öffentliche Konsultation

Das Ende der Europa 2020-Strategie kommt schneller als man denkt, denn spätestens in sechs Jahren ist 2020 erreicht. Deshalb laufen die Vorbereitungen für eine Weiterentwicklung für die Zeit danach und zugleich wird der bisher mit der 2020-Strategie beschrittene Weg überprüft. Dazu führt die Kommission noch bis zum 31. Oktober 2014 eine öffentliche Konsultation durch, die in einen Kommissionsvorschlag im Verlauf des Jahres 2015 eingehen soll. Ziel der Konsultation ist es, Informationen zur Überprüfung der Strategie »Europa 2020« und Meinungen zu ihrer Weiterentwicklung zu bekommen. Die Beiträge können auf Deutsch eingereicht werden.

»MehrWert AusTausch« zur Stärkung des europäischen Fachaustauschs

Die Unterstützung der Infrastruktur nimmt in der Engagementförderung eine Schlüsselrolle ein. Das Spannungsfeld zwischen einer hohen Erwartungshaltung an Engagementinfrastruktur einerseits und ihrer ungenügenden Ausstattung andererseits kennzeichnet die deutsche engagementpolitische Fachdebatte und Förderpraxis seit vielen Jahren. Aber auch in den meisten anderen europäischen Ländern wird diese Diskussion intensiv geführt. Dabei sind innovative und nachhaltig Erfolg versprechende Ansätze und Methoden entwickelt worden, die für die deutsche Debatte einen Mehrwert bedeuten könnten. Mit dem Projekt »MehrWert AusTausch« möchte das BBE den europäischen Fachdiskurs zu nachhaltiger Engagementinfrastruktur und konkrete Maßnahmen anderer europäischer Länder für die deutsche Diskussion aufarbeiten, auf ihr Transferpotential prüfen und in die deutsche Debatte einbringen. Das Projekt erhebt Diskurse, Strukturen und Fördermaßnahmen der nachhaltigen Engagementinfrastruktur der europäischen Ebene und anderer europäischer Länder. Die Ergebnisse der Recherche werden auf einer Fachtagung vorgestellt und mit ExpertInnen aus Deutschland und ausgewählten europäischen Ländern diskutiert. Zudem werden konkrete Handlungsvorschläge für die deutsche Engagementförderung erarbeitet.

Eine ausführliche Beschreibung des Projekts folgt in Kürze unter
www.b-b-e.de

»Wir müssen reden«: TTIP-Bürgerdialoge der EUD

Am 7. Oktober 2014 findet in Kiel der erste TTIP-Bürgerdialog der Europa-Union Deutschland (EUD) statt. Bis zum Sommer 2015 sollen sieben Bürgerdialoge in ganz Deutschland durchgeführt werden, bei denen sowohl SkeptikerInnen als auch BefürworterInnen gleichermaßen zu Wort kommen. Die Bürgerdialoge »TTIP- wir müssen reden!« sollen überparteilich und ergebnisoffen und ein Beitrag zu mehr Transparenz sein. Sie werden in Zusammenarbeit u.a. mit der American Chamber of Commerce in Germany, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD) sowie TTIP unfairhandelbar durchgeführt. Neben den Bürgerdialogen vor Ort ist auch online die Diskussion auf Publixphere möglich. Die Onlinediskussionen werden nach Möglichkeit in die Bürgerdialoge vor Ort mit einfließen.

Weitere Informationen unter
www.europa-union.de/ttip-buergerdialoge/

»Europa gemeinsam gestalten«: Veranstaltungsbericht

Das Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« in der neuen Förderperiode (2014-2020) war das Thema des Seminars »Europa gemeinsam gestalten« am 17. September 2014 im Europäischen Informationszentrum in Berlin. Das Seminar war eine Kooperationsveranstaltung des Europäischen Informationszentrums Berlin und der Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger« bei der Kulturpolitischen Gesellschaft. VertreterInnen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kommunen und anderen Einrichtungen, die sich europäischen Fragestellungen widmen, informierten sich über Ziele, Struktur und prioritäre Themen des Programms »Europa für Bürgerinnen und Bürger« und versuchten zu klären, ob ihre Aktivitäten aus diesem EU-Programm gefördert werden können. Christine Wingert, Leiterin der KS EfBB, erläuterte die beiden Förderbereiche »Europäisches Geschichtsbewusstsein« und »Demokratisches Engagement und Partizipation«. Besonderes Augenmerk sei, so Wingert, auf die Darstellung der europäischen Dimension eines Projektes zu legen. Um mögliche Konzeptionen von transnationalen Kooperationsprojekten zu veranschaulichen, stellte sie bereits geförderte Projekte vor. »Kommunen, Vereine, Verbände und andere Organisationen ausführlich zu informieren und sie in allen Phasen der Antragstellung zu begleiten, ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit. Das ist unser Beitrag, den wir leisten können, wenn es darum geht, Bürgerinnen und Bürgern die Europäische Union näherzubringen.«, unterstrich Christine Wingert.

Weitere Informationen unter
www.kontaktstelle-efbb.de

Partizipation im Wandel: Veranstaltungsbericht

Die politische Kultur befindet sich im Wandel. Partizipative und direktdemokratische Verfahren sind mittlerweile ebenso wichtig geworden wie die traditionellen Beteiligungsformen der repräsentativen Demokratie. Diese Wandlungen stehen im Zentrum der umfassenden Analyse zu systematischen Wirkungen der Partizipation, zusammengefasst im Band „Partizipation im Wandel – unsere Demokratie zwischen Wählen, Mitmachen und Entscheiden“ (2014, Verlag Bertelsmann Stiftung). Um zentrale Ergebnisse der Studie zu präsentieren, lud die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, Gisela Erler, am 9. September 2014 in die baden-württembergische Landesvertretung in Berlin ein. Zusammen mit namhaften VertreterInnen aus Politik und Wissenschaft wurden die Ergebnisse näher beleuchtet. Diskutiert wurde nicht nur über die Partizipation in deutschen Kommunen und Bundesländern, sondern auch über die »Partizipation im internationalen Vergleich«. Diesen Teil der Analyse präsentierte Prof. Dr. Brigitte Geissel, Leiterin der Forschungsstelle »Demokratische Innovationen«: Die vorgestellte empirische Analyse fasst ausgewertete Demokratieindizes und -Audits für über 30 Länder sowie Fallstudien über die aktuellen Entwicklungen der direktdemokratischen und dialogorientierten Partizipationsverfahren in den vier Ländern - Schweiz, Österreich, Brasilen und Kanada - zusammen. Im Allgemeinen gilt: Wählen, Mitmachen und Entscheiden sind die drei Säulen, die sich gegenseitig stützen und in ihrer Kombination zu einer Stärkung der Demokratie führen.

Europäischer Tag der Stiftungen

Am 1. Oktober 2014 findet der »European Day of Foundations and Donors« statt, an dem sich 12 Länder beteiligen. Der europaweite Aktionstag wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Ziel des Tages ist es, für die Idee des Stiftens zu werben. Dazu wird es in einigen Ländern wie der Schweiz oder Norwegen zentrale Diskussionsveranstaltungen geben. Andere Stiftungsverbände setzen auf ihre Mitglieder: In Deutschland, Spanien und Finnland geben Stiftungen Einblicke in ihre Arbeit.

Food movements in China and Europe: Workshop

Am 10. Oktober 2014 findet in Köln ein Workshop zu zivilgesellschaftlichen Bewegungen in China und Europa statt, die sich mit der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln befassen. Was steht im Mittelpunkt der Bewegungen, was wird unter nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft verstanden? Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit könnte es geben? Solche und weitere Fragen werden mit Aktivisten und Fachleuten aus China und Europa diskutiert. Veranstalter sind die Stiftung Asienhaus, unterstützt von MISEREOR. Die Veranstaltung steht im Kontext eines mehrmonatigen Studienaufenthalts zweier chinesischer Aktivisten. Um Voranmeldung wird gebeten.

Soziale Bewegungen in Afrika: Veranstaltung

Am 15. Oktober 2014 findet in Berlin eine Veranstaltung zu sozialen Bewegungen in Afrika statt. Veranstalter sind der Berliner Afrikakreis der Initiative Südliches Afrika (INISA) und der Society for International Development (SID-Berlin) in Kooperation mit dem Berliner Afrikahaus. Anlass ist das Erscheinen der aktuellen Ausgabe des Forschungsjournals Soziale Bewegungen mit dem Themenschwerpunkt »Global, lokal, vernetzt - Soziale Bewegungen in Afrika«. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kommunale Partnerschaften mit Asien: Konferenz

Am 17. und 18. November 2014 veranstaltet die Servicestelle Kommunen in Einer Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH in Berlin die erste bundesweite Konferenz »Kommunale Partnerschaften mit Asien«. Die Partnerschaftsarbeit, ihre Rahmenbedingungen und Schwerpunkte bei der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit werden diskutiert und Kooperationsmöglichkeiten sowohl für bestehende als auch für neue Partnerschaftsvorhaben aufgezeigt. Die Veranstaltung richtet sich an VertreterInnen von deutschen Kommunen und Ländern aus den Fachbereichen Internationales, Städtepartnerschaften, Lokale Agenda 21 sowie an VertreterInnen von Partnerschaftsvereinen und entwicklungspolitisch aktiven Migrantenorganisationen, die kommunale Partnerschaftsbeziehungen mit Asien pflegen bzw. aufbauen. In einem gewissen Rahmen können Reisekosten übernommen werden.

Save the Date: Fachtagung »Demokratie für Alle!«

Eine lebendige Demokratie bedarf einer Fortentwicklung der bestehenden Partizipationsmöglichkeiten damit ihre politischen Entscheidungen Legitimität beanspruchen können. Insbesondere die bestehenden Barrieren für Beteiligung müssen gesenkt werden. Diese Überzeugung liegt der Fachtagung »Demokratie für Alle! - Zuwanderung, Mitsprache, politische Beteiligung« zugrunde, die am 5. Dezember 2014 von 10.00 bis 17.00 Uhr im Abgeordnetenhaus von Berlin stattfindet. Der Verein »Jede Stimme e. V.«, der die Veranstaltung durchführt, möchte hochrangige VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zur Bedeutung von politischer Partizipation und Engagement von MigrantInnen ins Gespräch bringen. Im Zentrum der Fachtagung steht eine aktuell erarbeitete Studie, die europaweit die Förderung der politischen Partizipation bzw. des Wahlrechts von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und damit verbundene Projekte untersucht hat. Die wichtigsten Facetten des Themas werden im Rahmen von »Gesprächsinseln« intensiv diskutiert. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Aspekte Wahlrecht, bürgerschaftliches Engagement und politische Repräsentation von MigrantInnen vertieft und in einer Podiumsdiskussion reflektiert. Ein genaues Programm folgt in Kürze.

Weitere Informationen unter
www.jedestimme.eu

Hinweis

Redaktionsschluss für den nächsten Newsletter ist der 21. Oktober 2014. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an
E-Mail: europa-bbe(at)b-b-e.de

Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im Europa-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel und Nino Kavelashvili.

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Themen.

Dieser Newsletter wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMfSFJ).

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) 
- Geschäftsstelle -
Michaelkirchstr. 17-18 
10179 Berlin-Mitte 
www.b-b-e.de

V.i.S.d.P.: Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

Gefördert vom



Newsletter-Abo

BBE-Newsletter:
BBE Europa-Nachrichten:
E-Mail:
Name:


Aktuelle BBE Europa-Nachrichten

01.10.2014

Engagement für Flüchtlinge: Willkommenskultur stärken

Das Land Berlin richtet auf seinem Engagementportal »bürgeraktiv« eine eigene Unterseite für das…

mehr…

30.09.2014

25 Jahre Seniorenpolitik im Wandel: BAGSO-Jahrestagung 2014

Im Mittelpunkt der Tagung steht das Thema »25 Jahre Seniorenpolitik im Wandel«. Welche Ziele…

mehr…

30.09.2014

Ehrenamt sicher in die Zukunft: Abschlusstagung

Ehrenamtliches Engagement spielt sich vorrangig in Vereinen ab. Rund zwei Drittel der Menschen in…

mehr…