Newsletter Nr. 9 vom 2. Juni 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Sitzung vom 20. Mai 2026
77. Geburtstag des Grundgesetzes: Ehrentag
Jugendengagementkongress 2026
Neue Beteiligungsplattform für junge Menschen gestartet
Bürokratieabbau: Hessen ändert das Stiftungsgesetz
Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Stärkung des zivil- und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt
DOSB gründet E-Sports gGmbH
Neue Vorständin der DSEE berufen
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
BBE: Positionspapier »Zivilgesellschaft gestalten – jetzt«
BBE-Policy Paper zu KI und Zivilgesellschaft vorgestellt
BBE zu Gast bei »Volle Kanne« im ZDF
Ernennung der Engagement-Botschafterin 2026 und Start des Kampagnenjahres »Miteinander Zukunft gestalten«
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Tag der Nachbarschaft
Deutscher Amateurtheaterpreis 2026 für die Freilichtbühne Alfter
startsocial: 25 Initiativen der Bundesauswahl 2025/26 stehen fest
Aktivierung und Stärkung des demokratischen Engagements in strukturschwachen Räumen
Fachkonferenz zu Engagement und Freiwilligenmanagement in unsicheren Zeiten
Evaluationsstudie zur Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit im Alter wird vorgestellt
Kurs Z: Campaigning und mehr für junge Umweltengagierte
30. Grundrechte-Report 2026 vorgestellt
Katholikentag in Würzburg beendet – Rückblick verfügbar
Fachtag »Das Altersheim kann warten – KI und sorgende Gemeinschaften«
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Ausschuss für Sport und Ehrenamt: Sitzung vom 20. Mai 2026
Im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestags waren am 20. Mai 2026 fünf Gewinner*innen des Deutschen Engagementpreises 2025 zu Gast. Die öffentliche Sitzung stand unter dem Motto »Mitmachen für Demokratie und Grundgesetz«. Vertreter*innen verschiedener Initiativen stellten ihre Arbeit vor. Coexister Germany e.V. berichtete über interreligiöses und interweltanschauliches Engagement junger Menschen sowie über die Bedeutung langfristiger und verlässlicher Strukturen für demokratiefördernde Arbeit. Der Verein EndEndoSilence thematisierte Endometriose als gesellschaftliches Gesundheits- und Demokratiethema. Die Dresdner Initiative Spreuweizen stellte Projekte zur Förderung von Nachrichtenkompetenz und Medienbildung vor. War Child Deutschland präsentierte das Programm »TeamUp« zur psychosozialen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus Kriegsgebieten. Der Verein zur Förderung des Frauen- und Kinderschutzhauses Heidenheim verwies auf den Ausbau von Schutz- und Beratungsangeboten im Zusammenhang mit dem Gewalthilfegesetz. Zu Beginn der Sitzung hatte Staatssekretärin Dörte Dinger, Bundespräsidialamt, das Sitzungsthema in den Zusammenhang mit dem vom Bundespräsidenten initiierten Ehrentag gesetzt und dessen Kernidee erläutert (siehe nachfolgenden Beitrag zum Ehrentag).
Aufzeichnung der 24. Ausschusssitzung
77. Geburtstag des Grundgesetzes: Ehrentag
Zum 77. Jubiläum der Verfassung, in Kraft getreten am 23. Mai 1949, rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den sogenannten Ehrentag aus. Verbunden mit der Botschaft, dass unsere Demokratie von Menschen lebt, die mitmachen, lud er Bürger*innen zur Beteiligung ein. In einem Zeitraum vom 16. bis zum 31. Mai 2026 fanden bundesweit Aktionen und Mitmachformate statt, die Engagement und Ehrenamt sichtbar machen und Menschen zum Mitmachen ermutigen sollten. Maßgeblich organisiert wurden die Aktionen durch Vereine, Verbände und Kommunen; auch Unternehmen und Einzelpersonen waren durch das Bundespräsidialamt und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE), die gemeinsam für die Umsetzung des Ehrentags zuständig waren, angesprochen worden. Zudem gab es eine Ehrentags-Kampagne via Social Media. Die DSEE unterstützte die Umsetzung einzelner Aktionen finanziell im Rahmen eines Aktionsförderprogramms mit bis zu 500 Euro. Dafür hatte sie auch Unternehmen und Stiftungen zur finanziellen Beteiligung gewonnen. Des Weiteren wurden kommunikative Aktivitäten von Partner*innen des Ehrentages durch die DSEE mit höheren Budgets gefördert. Bundespräsident Steinmeier selbst engagierte sich als Initiator und Schirmherr des Ehrentages ebenfalls am 23. Mai 2026: Er las Kindern in einer Berliner Bibliothek vor, half anschließend bei Gärtnerarbeiten und besuchte ein Seniorenheim.
Der Bundespräsident - Der Ehrentag
»Ehrentag« fürs Ehrenamt: Bundespräsident feiert Grundgesetz
tagesschau.de: Demokratie braucht laut Steinmeier »aktive Bürger«
Weitere Informationen zum Ehrentag
Jugendengagementkongress 2026
Vom 20. bis 24. Mai 2026 kamen rund 300 engagierte junge Menschen aus ganz Deutschland in Berlin zum Jugendengagementkongress zusammen. Der jährlich durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ausgerichtete Kongress bietet in Workshops und Exkursionen Möglichkeiten, Formen zivilgesellschaftlichen Engagements kennenzulernen und sich mit anderen Engagierten zu vernetzen. Der Kongress dient der weiteren Professionalisierung junger Engagierter. Er soll vielfältige Anregungen bieten, wie Demokratie und Zivilgesellschaft aktiv mitgestaltet werden können. Zur Eröffnung hob Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch anlässlich des von ihm initiierten Ehrentags die Bedeutung freiwilligen Engagements für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor: »Jede Form des Engagements, ob klein oder groß, in der Nachbarschaft, der Stadt oder der Region, ist eine Bereicherung für unser Land«, sagte der Bundespräsident. Zudem verwies er auf die hohe Bedeutung junger Engagierter für die Demokratie. Freiwilliges Engagement ermögliche die Erfahrung, »etwas verändern zu können« und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Der Bundespräsident sprach auch Herausforderungen an. Ehrenamtliche seien zunehmend mit Hass und Hetze konfrontiert, insbesondere in sozialen Medien. Demokratie brauche deshalb Menschen, »die sich für sie einsetzen«.
Neue Beteiligungsplattform für junge Menschen gestartet
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am 18. Mai 2026 die digitale Plattform mitwirken.gov.de gestartet. Sie bündelt erstmals bundesweit Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche an einem zentralen Ort. Junge Menschen können sich dort über Formate informieren und sich direkt anmelden. Bund, Länder, Kommunen, Verbände und weitere Organisationen haben die Möglichkeit, ihre Beteiligungsangebote auf der Plattform zu veröffentlichen. Nach redaktioneller Prüfung werden die Inhalte veröffentlicht und sichtbar gemacht. Bundesministerin Karin Prien erklärte dazu: »Kinder und Jugendliche wollen ihre Gesellschaft mitgestalten. Mit mitwirken.gov.de schaffen wir einen modernen und niedrigschwelligen Zugang zu Beteiligung – sichtbar, digital und bundesweit vernetzt.« Die Plattform wurde gemeinsam mit Jugendlichen und Anbietern von Beteiligungsformaten entwickelt. Sie enthält zudem eine Veranstaltungsverwaltung, über die Einladungen versendet, Veranstaltungen organisiert und Informationen veröffentlicht werden können. Externe Anmeldetools können eingebunden werden.
Plattform für Kinder- und Jugendbeteiligung: mitwirken.gov.de
Bürokratieabbau: Hessen ändert das Stiftungsgesetz
Der Hessische Landtag hat eine Änderung des Hessischen Stiftungsgesetzes beschlossen. Hintergrund ist die ab 2028 Einführung eines bundesweiten Stiftungsregisters mit Publizitätswirkung durch den Bund. Dadurch entfallen unter anderem das Hessische Stiftungsverzeichnis sowie die Ausstellung von Vertretungsbescheinigungen. Laut dem Innenministerium werden dadurch künftig rund 200 stiftungsrechtliche Bekanntmachungen pro Jahr weniger erforderlich sein. Zudem sieht das Gesetz Änderungen bei der Stiftungsaufsicht vor. So soll die Prüfung von Jahresabschlüssen künftig über ein risikoorientiertes Stichprobenverfahren erfolgen. Für Mittel- und Nordhessen wird die Stiftungsaufsicht beim Regierungspräsidium Gießen gebündelt. Innenminister Roman Poseck erklärte, mit dem Gesetz würden »verlässliche und moderne Rahmenbedingungen« für Stiftungen geschaffen. Laut dem Bundesverband Deutscher Stiftungen gibt es in Hessen rund 2.800 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. Sie engagieren sich insbesondere in den Bereichen soziale Dienste, Bildung, Kultur sowie Wissenschaft und Forschung.
Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz (19.5.2026)
Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Stärkung des zivil- und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt
Der Deutsche Frauenrat (DF) begrüßt den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung des zivil- und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt. Der Entwurf sieht unter anderem vor, bildbasierte sexualisierte Gewalt, sexualisierte Deepfakes sowie heimliche digitale Überwachung stärker strafrechtlich zu erfassen und die zivilrechtlichen Schutzmöglichkeiten für Betroffene auszubauen. Positiv bewertet der DF insbesondere, dass künftig sowohl die Herstellung als auch die Verbreitung sexualisierter Deepfakes strafbar sein sollen. Zugleich kritisiert der Deutsche Frauenrat, dass sich der Gesetzentwurf nicht ausdrücklich an der Istanbul-Konvention orientiert und keine Definition geschlechtsspezifischer digitaler Gewalt enthält. Zudem fehle ein stärkerer Fokus auf Prävention. Der DF fordert unter anderem, dass bildbasierte digitale Gewalt auch ohne Antrag der Betroffenen strafrechtlich verfolgt werden kann. Darüber hinaus weist der Verband darauf hin, dass Polizei und Justiz stärker zu digitaler Gewalt geschult werden müssen. Gemeinsam mit Fachverbänden fordert der DF deshalb verpflichtende Fortbildungen sowie mehr Ressourcen für Prävention und Fachberatung.
Vollständige Stellungnahme (22.5.2026)
DOSB gründet E-Sports gGmbH
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gründet die DOSB E-Sports gGmbH mit dem Ziel, gemeinsam mit Akteuren aus den Bereichen E-Sports, Gaming, Sport, Politik und Gesellschaft nationale Strukturen und Projekte zu entwickeln. Damit schafft der DOSB eine eigenständige organisatorische Plattform, um sein zukünftiges Engagement im Bereich E-Sport strukturiert, partnerschaftlich und werteorientiert weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Koordination und Betreuung deutscher Nationalmannschaften bei internationalen E-Sport-Wettbewerben, die Entwicklung nachhaltiger Leistungs- und Förderstrukturen sowie die Vernetzung von organisiertem Sport, E-Sport, Politik, Wirtschaft und Community. Darüber hinaus sollen gesellschaftliche und werteorientierte Projekte an der Schnittstelle von Sport und digitaler Kultur entstehen. Leon Ries, Vorstand Jugend im DOSB, erklärt: »E-Sports und Gaming sind für Millionen junger Menschen ein selbstverständlicher Teil ihrer Lebensrealität. Als organisierter Sport sehen wir darin die Chance, Bewegung, Leistung, Gemeinschaft und Werte auch im digitalen Raum sichtbar zu machen und gemeinsam mit bestehenden Akteuren Verantwortung für positive Entwicklungen zu übernehmen.« Der DOSB betont, dass die neue Gesellschaft bestehende Strukturen nicht ersetzen, sondern als Plattform für Kooperation, Koordination und nationale Verantwortung wirken soll. Hintergrund ist unter anderem die seit Jahresbeginn geltende Gemeinnützigkeit für E-Sports im Vereinssport.
Neue Vorständin der DSEE berufen
Mit Wirkung zum 1. August 2026 wurde durch Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein im Namen des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) Lena Bloemacher als neue Vorständin bestellt. Darüber berichtete die DSEE am 21. Mai 2026. Lena Bloemacher, derzeit Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings, wird gemeinsam mit Jan Holze die Geschäfte der DSEE führen. Sie folgt Katarina Peranic nach, die die Stiftung seit deren Gründung im Jahr 2021 bis Anfang 2026 zusammen mit Jan Holze aufgebaut und geleitet hat. Die Aufgabe der DSEE ist es, insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Regionen Engagement und Ehrenamt nachhaltig zu unterstützen. Dafür erhält sie durch den Bund derzeit 30 Millionen Euro pro Jahr. Seit dieser Legislaturperiode liegt die Zuständigkeit für Engagement und Ehrenamt federführend im Bundeskanzleramt. Staatsministerin Dr. Schenderlein ist seit April 2026 Vorsitzende des Stiftungsrates der DSEE. Das BBE wünscht Lena Bloemacher gutes Gelingen und viel Erfolg.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
BBE: Positionspapier »Zivilgesellschaft gestalten – jetzt«
Das BBE hat am 27. Mai 2026 ein neues Positionspapier »Zivilgesellschaft gestalten – jetzt« vorgelegt. Gerichtet an die Politik auf Bundesebene werden damit konkrete Anpassungen zugunsten verlässlicher politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen für Engagement und organisierte Zivilgesellschaft in Deutschland gefordert. Ein Handeln ist dringend erforderlich, denn Zivilgesellschaft und Engagementinfrastrukturen stehen unter Druck und sind nicht stabil. Es drohen gesellschaftliche Herausforderungen sowie Folgen für die Krisenbewältigung, die Widerstandsfähigkeit unserer Demokratie und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Entwicklung – so wird betont – ist allerdings gestaltbar. Die Unterzeichnenden appellieren an die Bundespolitik, die gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten zu nutzen und durch konkrete, im Positionspapier benannte Maßnahmen die Engagementlandschaft zu stärken, Kooperation zu ermöglichen und Zukunftsgestaltung zu fördern. Verabschiedet und erstunterzeichnet wurde das Papier durch eine Strategierunde, bestehend aus Mitgliedern des Koordinierungsausschusses des BBE. Weitere Mitglieder schließen sich den Positionen aktuell an und zeichnen es sukzessive mit.
BBE: Positionspapier »Zivilgesellschaft gestalten – jetzt« (PDF)
Pressemitteilung: Positionspapier »Zivilgesellschaft gestalten – jetzt!«
BBE-Policy Paper zu KI und Zivilgesellschaft vorgestellt
Beim Deutschen Stiftungstag des Bundesverbands Deutscher Stiftungen hat Dr. Stephanie Kowitz-Harms (Stiftung Bürgermut), BBE-Themenpatin für Digitale Transformation und KI, ein neues BBE-Policy Paper vorgestellt. Danach soll Künstliche Intelligenz nicht ausschließlich technologisch oder wirtschaftlich betrachtet werden. Erforderlich sei vielmehr die Einbindung der Zivilgesellschaft für eine demokratische, inklusive und gemeinwohlorientierte Gestaltung. Das BBE formuliert dazu mehrere Forderungen: eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft bei Entwicklung, Regulierung und Anwendung von KI, den systematischen Aufbau von KI- und Digitalkompetenzen in allen Altersgruppen sowie eine verlässliche Finanzierung zivilgesellschaftlicher KI-Projekte, Infrastruktur und Qualifizierung. Zudem werden der Abbau von Zugangsungleichheiten, Transparenz- und Fairnessanforderungen für KI-Systeme sowie eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft genannt. Im Rahmen der Veranstaltung »KI im Stiftungsalltag – was heute schon möglich ist« wurden zudem Anwendungen von KI in Bereichen wie Fördermittelanalyse und internen Verwaltungsprozessen vorgestellt.
BBE zu Gast bei »Volle Kanne« im ZDF
Am 20. Mai 2026 war Dr. Lilian Schwalb, Geschäftsführerin des BBE, zu Gast im ZDF-Magazin »Volle Kanne«. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und wachsender Herausforderungen für Demokratie und Zusammenhalt. Anhand konkreter Beispiele, dem Engagement für das Quartier in der Oststadt Fürth im genossenschaftlichen Wohnprojekt »Spiegelfabrik« sowie dem inklusiven Ort »Zukunftsschloss Gadebusch«, mit dem Teilhabe und lokale Entwicklung im Landkreis Nordwestmecklenburg gestärkt wird, wurde deutlich, wie vielfältig, wirksam und verbindend Engagement in Quartieren und ländlichen Räumen wirken kann. Mit der Kampagne »Engagement macht stark!« 2026 stellt das BBE genau solche guten Beispiele in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Einen Tag nach dem offiziellen Kampagnenstart und der Ernennung von Vanessa Beyer von der Initiative »k_einheit« zur Engagementbotschafterin 2026 konnte Dr. Schwalb hervorheben, wie wichtig Sichtbarkeit, Anerkennung und gute Rahmenbedingungen für Engagierte und ihre Organisationen sind. Im Gespräch wurde deutlich: Engagement ist kein »Nice-to-have«, sondern eine tragende Säule demokratischer Gesellschaften. Es schafft Räume für Begegnung, stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt und ermöglicht Teilhabe und Mitgestaltung vor Ort.
»Bürgerschaftliches Engagement – Was bedeutet es für die Gesellschaft?« in ZDF-Mediathek
Ernennung der Engagement-Botschafterin 2026 und Start des Kampagnenjahres »Miteinander Zukunft gestalten«
Mit einer Ideen-Werkstatt, intensiven Diskussionen und der feierlichen Ernennung von Vanessa Beyer zur Engagement-Botschafterin 2026 ist die Kampagne »Engagement macht stark!« am 19. Mai 2026 in der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek in das neue Kampagnenjahr gestartet. Das diesjährige Motto lautet »Miteinander Zukunft gestalten«. An der Veranstaltung nahmen Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Initiativen teil. Im Rahmen einer Ideen-Werkstatt diskutierten die Teilnehmenden über gesellschaftlichen Zusammenhalt, Beteiligungsformate und die Rolle von Begegnungsräumen. Die Ergebnisse wurden anschließend in einer Fishbowl-Diskussion aufgegriffen. Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein hob in ihrem Grußwort die Rolle freiwilligen Engagements für gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Dr. Lilian Schwalb, Geschäftsführerin des BBE, betonte die Bedeutung von Räumen für Dialog und Zusammenarbeit. Vanessa Beyer wurde gemeinsam mit ihrer Initiative »k_einheit« als Engagement-Botschafterin 2026 vorgestellt. Die Initiative setzt sich mit ostdeutschen Perspektiven, gesellschaftlicher Teilhabe und Dialog auseinander. Zum Abschluss wurde gemeinsam mit Aktion Mensch die neue Engagement-Plattform für die Woche des bürgerschaftlichen Engagements vorgestellt. Dort können ab sofort wieder Veranstaltungen und Projekte für den Engagement-Monat September eingetragen werden. Herzlich laden wir dazu ein, das Motto der diesjährigen Kampagne ab sofort mit Leben zu füllen, um Engagement nicht ausschließlich in der Aktionswoche sichtbar zu machen, sondern grundsätzlich Verbindungen zu stärken und Menschen positiv und gestaltend durch Engagement zusammenzubringen.
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Tag der Nachbarschaft
Am 29. Mai 2026 fand zum neunten Mal der bundesweite »Tag der Nachbarschaft« statt. Unter dem Motto »Nachbarschaft feiern. Vielfalt erleben.« rief die nebenan.de Stiftung Menschen in ganz Deutschland dazu auf, mit kleinen und großen Aktionen ein Zeichen für Zusammenhalt, Offenheit und solidarisches Miteinander zu setzen. Ob Nachbarschaftsfest, gemeinsamer Spaziergang, Pflanzaktion oder Kaffeerunde – der Aktionstag soll Begegnungen im direkten Wohnumfeld fördern und nachbarschaftliche Beziehungen stärken. Jährlich beteiligen sich hunderttausende Menschen an dem Aktionstag. Auf der Website des Tags der Nachbarschaft können Interessierte bundesweit Aktionen und Veranstaltungen in ihrer Nähe finden sowie eigene Nachbarschaftsaktionen eintragen. Ziel ist es, demokratisches Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar zu machen.
Deutscher Amateurtheaterpreis 2026 für die Freilichtbühne Alfter
Der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) hat die Freilichtbühne Alfter in Nordrhein-Westfalen mit dem 9. Deutschen Amateurtheaterpreis »amarena« ausgezeichnet. Das Kuratorium würdigte dabei insbesondere die Verbindung aus »hoher künstlerischer Qualität«, »tiefer sozialer Wärme« und »integrativer Kraft«. Die Bühne aus der Nähe von Bonn stehe beispielhaft für die Verbindung von künstlerischem Anspruch, gesellschaftlichem Engagement und gemeinschaftlichem Miteinander. Die Preisverleihung findet im September 2026 in Alfter statt. Insgesamt hatten sich 118 Amateurtheater um den mit 2.000 Euro dotierten und vom Bund geförderten Preis beworben. Das Kuratorium hob die große Vielfalt des Amateurtheaters hervor, von inklusiven Theaterprojekten über Studierendenbühnen bis hin zu Freilicht- und Dorftheatern. In Alfter wurde besonders der partizipative Ansatz mit barrierefreien Formaten und die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung gewürdigt. Zusätzlich wurde der Sonderpreis »amarena PLUS« für Senior*innentheater an das Seniorenkabarett »Die Lüneburger – gepfeffert und gesalzen« vergeben.
Pressemitteilung (26.5.2026) (PDF)
startsocial: 25 Initiativen der Bundesauswahl 2025/26 stehen fest
Der gemeinnützige Verein startsocial e.V. fördert jährlich 100 ehrenamtliche Initiativen durch ein viermonatiges Beratungsstipendium mit Fach- und Führungskräften aus der Wirtschaft. Im Wettbewerb 2025/26 wurden nun 25 Initiativen für die Bundesauswahl benannt, die sich im Rahmen dieser Begleitung besonders weiterentwickelt haben. Im Mittelpunkt des Stipendiums standen die Weiterentwicklung von Projektkonzepten, der Aufbau organisatorischer Strukturen sowie die Arbeit an Strategien für Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit. Auf dieser Grundlage erfolgte die Auswahl der Bundesauswahl. Die 25 Initiativen werden in Berlin im Rahmen einer Preisverleihung geehrt. Sieben Projekte erhalten zusätzlich Geldpreise im Gesamtwert von 35.000 Euro, einschließlich eines Sonderpreises. Eine Übersicht der ausgewählten Initiativen mit Kurzporträts ist veröffentlicht. Bewerbungen für die nächste Wettbewerbsrunde sind bis zum 10. Juli 2026 möglich.
Aktivierung und Stärkung des demokratischen Engagements in strukturschwachen Räumen
Die Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) starten am 24. Juni 2026 von 10.00 bis 14.00 Uhr online die Veranstaltungsreihe »Growing Spaces statt Lost Places«. Im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung steht die Frage, welche Bedeutung aktiven Ortsgemeinschaften für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratisches Miteinander insbesondere in strukturschwachen Regionen zukommt. Diskutiert wird, wie sich Engagement und Ehrenamt vor Ort stärken lassen und welche Voraussetzungen Beteiligung und Mitwirkung fördern können. Einblicke in ihre Erfahrungen und Motivationen geben Luca Piwodda, Bürgermeister von Gartz (Oder), sowie Judith Strohm, zuständig für Koordination und Pressearbeit beim Bündnis »Bad Freienwalde ist bunt«. Sie berichten aus ihrer Praxis, wie Menschen für gemeinschaftliches Engagement gewonnen werden können. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich mit Fragen, Diskussionsbeiträgen und eigenen Perspektiven in die Veranstaltung einzubringen.
Weitere Informationen und Anmeldung
Fachkonferenz zu Engagement und Freiwilligenmanagement in unsicheren Zeiten
Die Landesfreiwilligenagentur Berlin lädt am 18. Juni 2026 zur Fachkonferenz »Anker im Wandel?! – Engagement und Freiwilligenmanagement in unsicheren Zeiten: Aus Erfahrung Zukunft gestalten« nach Berlin ein. Anlass ist das 38-jährige Bestehen der Landesfreiwilligenagentur im Bereich Engagementförderung und Freiwilligenmanagement. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen Fragen nach der Rolle von Engagement und Freiwilligenmanagement in gesellschaftlichen Umbruchphasen sowie nach der strukturellen Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure. Thematisiert werden unter anderem gesellschaftliche Unsicherheiten, Druck auf die Zivilgesellschaft sowie die Sicherung von Wissen und Erfahrungen. Zudem verweist die Landesfreiwilligenagentur auf zehn Jahre »Engagement für Geflüchtete«. In diesem Zusammenhang wurde in Zusammenarbeit mit der Berliner Verwaltung und dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten die Ehrenamtskoordination in Unterkünften für Geflüchtete entwickelt und in Betreiberverträgen verankert. Das Programm der Fachkonferenz wird durch Workshops und ein Zukunftslabor ergänzt.
Weitere Informationen, Programm und Anmeldung
Evaluationsstudie zur Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit im Alter wird vorgestellt
Erreicht die Telefon-Hotline gegen Einsamkeit im Alter des Vereins Silbernetz Menschen ab 60 Jahren? Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) untersucht dies im Projekt ReWiSil (Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline), gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die Ergebnisse werden am 24. Juni 2026 in Berlin sowie online im Rahmen der Aktionswoche »Gemeinsam aus der Einsamkeit« (22.-28. Juni 2026) vorgestellt. Die Veranstaltung kann auch über einen Livestream verfolgt werden. In Zusammenarbeit mit Silbernetz evaluiert das DZA, wie viele Menschen das Angebot erreicht und ob die vertraulichen Gespräche mit der Hotline helfen, Einsamkeit zu verringern.
Weitere Informationen zur Evaluationsstudie
Weitere Informationen zur Aktionswoche Gemeinsam aus der Einsamkeit
Kurs Z: Campaigning und mehr für junge Umweltengagierte
Seit 25 Jahren bietet der Kurs »Kurs Z – Campaigning und mehr für eine bessere Welt« Qualifizierung, Empowerment und Vernetzung für Menschen, die sich zu Themen wie Klima, Umwelt, Demokratie, Gerechtigkeit und Anti-Rassismus engagieren. Das Angebot richtet sich an ehrenamtlich Engagierte, Hauptamtliche, Berufseinsteiger*innen und Trainees im Alter von etwa 20 bis 35 Jahren. Vermittelt werden unter anderem Inhalte zu Campaigning, Projektmanagement und Online-Öffentlichkeitsarbeit. Das Angebot richtet sich sowohl an Einsteiger*innen als auch an Fortgeschrittene. Informationswebinare zum aktuellen Jahrgang finden am 3. und 23. Juni 2026 statt. Anmeldungen für den Kurs sind bis zum 30. Juni 2026 möglich.
30. Grundrechte-Report 2026 vorgestellt
In der Stiftung Forum Recht ist am 21. Mai 2026 der »Grundrechte-Report 2026 – Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland« vorgestellt worden. Die Jubiläumsausgabe des Reports befasst sich mit der Lage der Grund- und Menschenrechte im Jahr 2025. Thematisiert werden unter anderem die Ausweitung staatlicher Überwachungs- und Eingriffsbefugnisse, die Stärkung der Bundeswehr, der Einsatz von Technologien wie Gesichtserkennung und Datenanalysen sowie Entwicklungen in den Bereichen Wohnen, Klimawandel, Flucht und soziale Sicherung. Der Report versteht sich als »alternativer Verfassungsschutzbericht« und wird von zehn Bürgerrechtsorganisationen herausgegeben, darunter PRO ASYL, Gesellschaft für Freiheitsrechte und die Humanistische Union. Bei der Vorstellung betonte Herta Däubler-Gmelin die Bedeutung des Schutzes von Grund- und Menschenrechten angesichts autoritärer Tendenzen und technologischer Entwicklungen.
Katholikentag in Würzburg beendet – Rückblick verfügbar
Der 104. Deutsche Katholikentag fand vom 13. bis 17. Mai 2026 in Würzburg statt. Viele BBE-Mitglieder und Partner*innen waren vertreten. Nun steht auf der Website des Katholikentages ein Rückblick mit Impressionen, Programmübersichten, Dokumenten und Medienmaterial zur Veranstaltung zur Verfügung. Der Katholikentag umfasste nach Angaben der Veranstalter rund 900 Einzelveranstaltungen, darunter Gottesdienste, Diskussionen, Kultur- und Begegnungsformate. Insgesamt wurden etwa 34.000 Eintrittskarten verkauft, zusätzlich nahmen rund 40.000 Personen an frei zugänglichen Angeboten teil. Der Rückblick dokumentiert die thematische Bandbreite der Veranstaltung sowie die hohe Beteiligung von Ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Die Zeit (17.5.2026): 74.000 Menschen kommen zum Katholikentag nach Würzburg
Fachtag »Das Altersheim kann warten – KI und sorgende Gemeinschaften«
Am 23. und 24. Juni 2026 findet in Berlin der Fachtag »Das Altersheim kann warten – KI und sorgende Gemeinschaften« statt. Im Mittelpunkt stehen die Verbindung von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und sozialen Unterstützungsstrukturen in der Pflege und Altenhilfe. Diskutiert werden politische Rahmenbedingungen, Quartiersansätze sowie technologische Assistenzsysteme zur Unterstützung von Autonomie im Alter. Am ersten Tag werden unter dem Motto »Starke Netze für ein langes Leben« insbesondere sorgende Gemeinschaften, Quartierskonzepte und die Rolle von Ehrenamt und professionellen Strukturen thematisiert. Beiträge kommen u. a. aus der Pflegepolitik und von Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen. Der zweite Tag steht unter dem Motto »Autonomie durch Innovation« und befasst sich mit digitalen Technologien und KI-Anwendungen in der Pflege. Vorgestellt werden unter anderem Assistenzsysteme, Sensorik und digitale Anwendungen für den Alltag sowie ethische und sicherheitsbezogene Fragen. Die Tagung ist als interdisziplinäres Format mit Impulsen, Podien, Workshops und Praxisbeispielen angelegt und richtet sich an Akteurinnen und Akteure aus Pflege, Politik, Zivilgesellschaft, Technikentwicklung und Verwaltung. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
Hinweis
Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de
Redaktionsschluss ist der 4. Juni 2026.
Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteur*innen im BBE und im Feld der Engagementförderung und -debatte. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellen und wichtigsten Nachrichten für die Leser*innen zusammenzustellen. Die PDF-Dokumente der Beiträge im Schwerpunkt des Newsletters werden möglichst barrierearm gestaltet.
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Redaktion: Dr. Lilian Schwalb (V.i.S.d.P.), Charlotte Wallor und Nino Kavelashvili.
Eine Übersicht über die geplanten Ausgaben finden Sie unter Kommende Ausgaben & Fristen
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
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