Eine Engagement-Plattform ist nicht die Lösung

Georg Staebner/ Sebastian Spiller

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Engagement und Digitalisierung

Es gibt zahlreiche Apps und Portale, um Menschen für soziales Engagement zu bewegen. Auf helpteers.net/Plattformen sind viele dieser Engagement-Plattformen gelistet.

Viele der Portale haben den Wunsch sich als die große Engagement-Plattform zu etablieren. Doch ist das überhaupt möglich? Ist eine große Plattform die Lösung für mehr Engagement? Lassen sich die Gemeinschaften, die engagierte Menschen zusammenbringen, auf einem einzigen Portal abbilden?

Das Sozialunternehmen helpteers ist überzeugt davon, dass Engagement vor allem auf eine Zusammengehörigkeit und auf Gemeinschaften baut. Daher geht helpteers einen anderen Weg. Helpteers unterstützt Organisationen bei der Stärkung ihrer Gemeinschaft und beim Aufbau ihrer digitalen Communities. Denn Menschen engagieren sich nicht nur, weil sie sich einem Thema verbunden fühlen, sondern weil sie ein Teil einer Gemeinschaft mit gleichen Werten sein möchten.

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Umweltschutz ist nicht gleich Umweltschutz

So zeigt sich zum Beispiel im Umweltschutz, dass es mehrere Organisationen gibt, die sich für das gleiche Thema einsetzen, aber auf unterschiedlichem Weg, mit unterschiedlichen Herangehensweisen und unterschiedlichen Werten. Dies verdeutlichen beispielsweise Greenpeace und der WWF sehr gut. Die Menschen, die sich bei Greenpeace und beim WWF engagieren haben gemeinsam, dass sie den Umweltschutz verbessern wollen. Der Typ von Menschen und ihre Sichtweise wie das Ziel erreicht werden kann, unterscheiden sich jedoch sehr. Greenpeace und der WWF haben unterschiedliche Communities.

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Eine Plattform ist nicht die Lösung

Helpteers unterstützt Organisationen Communities aufzubauen, indem wir Plattformen für die Communities realisieren. Helpteers glaubt, dass Engagement Gemeinschaften braucht.

Anders als eine Homepage, auf der Informationen über eine Organisation zur Verfügung gestellt werden, gibt eine Plattform die Möglichkeit zur Interaktion, z.B. von engagierten Freiwilligen.

Der nestwärme e.V. verbindet beispielsweise Familien mit chronisch kranken oder behinderten Kindern, mit ehrenamtlichen Helfern. Dies macht er schon lange und dieser Service wurde auch in immer mehr Städten nachgefragt. Dafür war aber in jeder Stadt eine Person nötig, die diese Verbindungen über Telefon oder E-Mail herstellte. Diese verbindenden Personen zu finden, war nicht immer einfach. Daher hatte nestwärme die Idee zu einem digitalen Entlastungsnetzwerk in Form einer Plattform, auf der sich beide Seiten verbinden konnten. Dies erweitert die bestehende Gemeinschaft um eine digitale Community.

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Engagieren für eine Gemeinschaft

Finn hat beispielsweise in dieser Community sein handwerkliches Geschick angeboten, um etwas für die Familien zu bauen. Dieses Engagement bot er nicht für jeden, er wollte gezielt die Familien mit behinderten Kindern unterstützen, weil es ihm ein wichtiges Anliegen war. Daher hatte er auf der Plattform meine-nestwaerme.de ein Projekt erstellt, in dem er dieses Unterstützungsangebot machte. Mit einem Klick konnten die Familien diese Unterstützung annehmen.

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Wege zu einem Engagement

Menschen können über viele Wege für Engagement gewonnen werden: Über Social Media, über Email, über einen Aushang und viele weitere Möglichkeiten. Eine App oder eine Plattform sind eine weitere Möglichkeit, über die es zu einem Engagement kommen kann. Eine Plattform alleine ist jedoch nicht die Lösung. Eine Plattform muss in das bestehende Netzwerk von Engagierten passen, denn eine Engagement-Plattform ist mehr als eine Suche/Biete-Börse. Menschen suchen nicht nur nach einem Engagement, sie suchen nach einer Gemeinschaft.

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Gemeinsame Werte führen zu mehr Engagement

Sebastian engagiert sich beispielsweise für helpteers, weil bei helpteers gemeinschaftlich Herausforderungen bewältigt werden und er durch den Austausch in der Gemeinschaft persönlich wächst.

Pfadfinder finden den Weg zum Engagement durch den gemeinsamen Wunsch, Abenteuer zu bewältigen und Teil einer Gemeinschaft mit positiven Werten zu sein. Menschen engagieren sich in der Kirche, weil der gemeinsame Glaube sie zusammengeführt hat und sie diese Gemeinschaft und die Werte, für die sie steht, unterstützen wollen.

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Mehr erreichen mit digitalen Communities

Auch Online gibt es Gemeinschaften, die gemeinsam Ziele verwirklichen. So bringt z.B. Crowdfunding Menschen zusammen, die gemeinsam etwas verwirklichen wollen, indem sie eine Idee und ihre Realisierung finanziell unterstützen. Eine Crowdfunding Plattform ist ein digitales Werkzeug, das Gemeinschaften bei der Umsetzung von Ideen unterstützt und Menschen verbindet.

Eine Crowdfunding-Plattform alleine ist jedoch auch nicht die Lösung. Erst durch die Kombination mit Social Media und der Verbindung von Menschen zu einer Community, entfaltet Crowdfunding seine Wirkung. Die Digitalisierung erleichtert es dabei, viel mehr Menschen zu erreichen und zu verbinden.

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Mit Crowdmoving gemeinsam die Welt bewegen.

Crowdmoving funktioniert ähnlich wie Crowdfunding. Es ist eine Methode, die Menschen für ein gemeinsames Vorhaben verbindet. Bei einem Crowdmoving-Projekt geht es jedoch nicht wie beim Crowdfunding, um die finanzielle Unterstützung, sondern um die aktive Unterstützung. Auf einer Crowdmoving-Projektseite wird wie bei einem Crowdfunding-Projekt das Vorhaben beschrieben. Es sind einzelne Aufgaben gelistet und mit einem Klick können Unterstützende eine Aufgabe übernehmen.

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Nicht Unterstützende suchen, Teilhabe bieten

Bei einem Crowdmoving-Projekt steht somit nicht die Suche nach Unterstützenden im Vordergrund, sondern das gemeinsame Verwirklichen eines Vorhabens. Es hat sich gezeigt, dass mehr Menschen aktiv werden, wenn sie nicht um Hilfe gebeten werden, sondern Ihnen die Möglichkeit gegeben wird etwas mit zu bewegen. Nicht bitten, bieten!

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Hemmschwelle senken

Die konkreten Aufgaben beim Crowdmoving senken auch die Hemmschwelle zum Engagement. Margit erzählte beispielsweise dem helpteers Team, dass sie zwar wusste, welchen Verein sie unterstützen wollte. Sie traute sich aber nicht zu fragen: »Hallo, wie kann ich helfen?« Sie befürchtete, dass die Antwort etwas ist, das sie nicht machen kann oder will. Als Margit dann ein Crowdmoving-Projekt des Vereins über Social Media entdeckte, fand sie darin eine Aufgabe, bei der sie sich wohl fühlte. Mit einem Klick übernahm sie die Präsentation an einem Infostand. Sie wurde so herzlich in dem Verein aufgenommen, dass sie mittlerweile diejenige ist, die alle Ehrenamtlichen des Vereins koordiniert. Das hatte sie sich zuvor nicht vorstellen können.

Crowdmoving macht durch die Senkung der Hemmschwelle den Weg zu einem langfristigen Engagement frei.

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Vorhaben mit Sinn werden gerne geteilt

Da das Vorhaben im Vordergrund steht, wird ein Crowdmoving-Projekt von allen geteilt, die dieses Vorhaben für unterstützenswert halten. Sogar unabhängig davon, ob sie daran teilnehmen. So wird beispielsweise jährlich auf helpteers.net ein Crowdmoving-Projekt eingestellt, über das sich Unterstützende für eine Adventskalender-Aktion auf dem Kaufbeurer Weihnachtsmarkt finden. Dieses Projekt wird nicht nur von den Organisator*innen in sozialen Medien geteilt, sondern auch von den Unterstützenden, da sie auf diesem Weg weitere Freunde in ihrem Netzwerk aktivieren wollen. Das gemeinsame Ziel, den Adventskalender zu realisieren, steht im Vordergrund. Selbst der Kaufbeurer Bürgermeister lässt es sich nicht nehmen, Teil dieses Vorhabens zu sein. Gemeinsam wird dadurch jedes Jahr ein Lächeln in die Gesichter vieler Kinder gezaubert. Dieses Beispiel zeigt gut, was helpteers mit »gemeinsam die Welt bewegen« meint.

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Von der Gemeinschaft zur online Community

Auch soziale Organisationen sind mit ihren Ehrenamtlichen Gemeinschaften. Wäre es eine gute Idee, diese auch online sichtbar zu machen und zu stärken? Das will helpteers vielen Organisationen ermöglichen. Helpteers erstellt Engagement-Plattformen für Communities als Software-as-a-Service.

Das bedeutet, dass nicht jede Organisation ihre eigene Engagement-Plattform von Null entwickeln muss, sondern dass sie das helpteers- »Baukastensystem« nutzen können, um eine eigene individuelle »schlüsselfertige Plattform« zu erhalten. Für die Realisierung wird kein technisches Know-how benötigt.

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Gemeinsam wachsen

Das Großartige bei dieser Herangehensweise ist, dass nicht nur jede Plattform eine Gemeinschaft bildet, sondern alle Plattformen untereinander wiederum eine Gemeinschaft sind. So profitieren alle voneinander, da eine Verbesserung, die für eine Organisation entwickelt wurde, auch allen anderen zur Verfügung gestellt wird. Es entsteht ein Netzwerk von Engagement-Plattformen, das gemeinsam auch im Funktionsumfang wächst. Wir lernen gemeinsam mit den Organisationen, was funktioniert und was nicht und alle Organisationen profitieren davon.

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Auf helpteers.net gibt es noch viele weitere Informationen

Neben weiteren Informationen zum Service von helpteers findet sich auch ein kostenloses E-Book, ein Newsletter und Videos zum Thema Engagement und Digitalisierung:

Um mehr Organisationen einen Zugang zu diesem Wissen zu geben, findet am Donnerstag, den 13. Juni 2019 um 20:00 Uhr ein weiteres Webinar zum Thema »Menschen über digitale Kanäle aktivieren« statt. Ab Mittwoch, den 26. Juni 2019 beginnt ein Onlinekurs, in dem dieses Wissen noch mehr vertieft wird.

Helpteers und die von helpteers unterstützten Communities freuen sich über neue Verbindungen und neues Engagement. Für weitere Fragen kann helpteers gerne direkt über kontakt@helpteers.net kontaktiert werden.

Lasst uns gemeinsam die Welt bewegen!

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Beitrag im Newsletter Nr. 12 vom 13.6.2019

Für den Inhalt sind die Autor*innen des jeweiligen Beitrags verantwortlich.

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Autoren

Georg Staebner ist der Gründer von helpteers. Das soziale Unternehmen verfolgt die Vision, mit Werkzeugen und Wissensvermittlung Menschen zu aktivieren, gemeinsam die Welt zu bewegen. Inzwischen unterstützt helpteers die Kindernothilfe, nestwärme und viele weitere kleinere Organisationen.

Sebastian Spiller unterstützt seit 2017 als Programmierer helpteers und möchte mit seiner Arbeit das menschliche Miteinander verbessern. Er arbeitet gerne im Team und ist fasziniert von sozialen Projekten.

Kontakt: kontakt(at)helpteers.net

Weitere Informationen:

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