Digitalisierung für Vereine: Drei Möglichkeiten das Thema anzupacken

Vereine und gemeinnützige Organisationen hinken beim Thema Digitalisierung hinterher und oft wissen Sie nicht, wie sie das Thema für sich gewinnbringend nutzen können. Die einzige Idee, das Thema zu behandeln, liegt oftmals in der Nutzung von Social Media oder der Durchführung von thematischen Diskussionen über Trolle und Hate Speech. Damit werden Vereine dem Thema aber nicht gerecht, da der digitale Wandel grundlegend auch die DNA eines Vereins verändert. Damit gehen starke Veränderungen in der Organisation von Prozessen, dem Blick für neue Themen und auch der Mitgliederstruktur einher.

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Satzung – Elektronische Vorgänge ermöglichen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, an das Thema Digitalisierung in Vereinen heranzugehen, wenngleich mehrere Hausaufgaben zu machen sind. Die wichtigste Aufgabe von Vereinen ist es, ihre Satzung für das digitale Zeitalter vorzubereiten. Es müssen verschiedene Regelungen vereinbart werden, damit die Handlungsfähigkeit in der Zukunft sichergestellt ist. Dies umfasst Regelungen für die Nutzung digitaler Dienste und eine Klarheit über Entscheidungswege mit Blick auf die digitalen Möglichkeiten.

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Prozesse digitalisieren und Ressourcen freisetzen

Ein zweiter Ansatzpunkt wird oft mit der Anpassung der Satzung verbunden und ist für viele Engagierte besser greifbar. Es ist die Auseinandersetzung mit den vereinsinternen Prozessen. Diese sind oft sehr individuell und in vielen Fällen gibt es zu viele Prozesse, die überflüssig oder zu aufgebläht sind. Die Digitalisierung und Verschlankung der Prozesse sind für Vereine aus mehreren Gründen interessant: Auf der einen Seite kann Geld eingespart werden. Auf der anderen Seite kann durch die Digitalisierung das Ehrenamt stark von Verwaltungsaufgaben entlastet werden, was zu mehr Zeit für die eigentlichen Vereinszwecke führt. Ein wichtiger weiterer Punkt ist die Nähe zu den Mitgliedern, die durch den geschickten Einsatz von digitalen Tools verbessert werden kann.

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Vereinsinhalte für ein digitales Zeitalter

Der dritte und letzte Ansatzpunkt ist die thematische Auseinandersetzung mit dem Thema des digitalen Wandels. Dabei darf der visionäre Blick in den eigenen Verein nicht fehlen, wenngleich dieser meistens schmerzt und Handlungsbedarfe sichtbar macht.

Es ist zwar positiv, dass viele Vereine sich schon heute öffentlichkeitswirksam durch Veranstaltungen mit der sich verändernden Welt beschäftigen, doch der scharfe Blick durch die Brille der »Digitalisierung« auf die eigenen Strukturen, Projekte und Satzungsinhalte darf nicht fehlen. Wer als Funktionsträger heute vergisst, die Aufgaben seines Vereins in das digitale Zeitalter zu übersetzen, der handelt fahrlässig und darf sich nicht wundern, wenn er in der Zukunft keinen Orden oder Ehrentitel mehr durch die nächste Generation verliehen bekommt.

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Beitrag im Newsletter Nr. 12 vom 13.6.2019

Für den Inhalt sind die Autor*innen des jeweiligen Beitrags verantwortlich.

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Autor

Stefan Lesting ist ehrenamtliches Mitglied der Steuerungsgruppe des Netzwerk Bürgerengagement der Stadt Köln. Im Hauptberuf ist Lesting Geschäftsführer der Lesting Media & Consulting und berät Unternehmen und Organisationen bei Fragestellungen des digitalen Wandels und im Bereich des Online-Marketings.

Kontakt: kontakt(at)lesting.org

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