Ein neuer Ansatz zur Förderung des freiwilligen Engagements: Die Schweizer App »Five up«

Die sinkende Zahl von Freiwilligen stellt ein Problem für den Zusammenhalt und die Dienstleistungen unserer Gesellschaft dar. Obwohl die Forschung aufzeigt, dass sich viele Menschen gerne engagieren und auch einen Sinn darin sehen, ist der statistische Trend des effektiven Engagements negativ. Gründe dafür finden sich sowohl in veralteten, komplexen Strukturen und Prozessen, wie auch in einer hohen Fragmentierung der beteiligten Akteure. Traditionelle geschlossene Vereinsstrukturen, fehlende Zusammenarbeit zwischen den Bereichen, umfangreiche Registrationsprozesse und das Fehlen moderner Technologie sind keine guten Voraussetzungen, um den heutigen Bedürfnissen und Trends zu Digitalisierung, Spontanität und Flexibilität der Menschen gerecht zu werden.

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»Five up« verwendet einen systemischen Ansatz, um dem Rückgang des freiwilligen Engagements entgegenzuwirken. Mit seiner gleichnamigen App verbindet das Schweizer Startup sowohl private wie auch institutionelle Netzwerke an einem einzigen Ort. Anstelle von isolierten Silo-Strukturen einzelner Organisationen und privater Gruppen wird so für engagierte Personen ein gemeinsamer, niederschwelliger Zugang zu Engagements jeglicher Art geschaffen. Das Finden und Koordinieren von freiwilligen Helfern wird mit der App sowohl im privaten Umfeld wie auch für Institutionen erleichtert. Im Zentrum stehen dabei einfache Funktionen wie Terminplanung, Gruppenmanagement und ein One-Click-Bewerbungsprozess – spezifisch optimiert für den Anwendungsbereich des freiwilligen Engagements.

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Personen und Institutionen mit einem Unterstützungsbedarf und engagierte Freiwillige kommen dadurch auf einfachste Weise miteinander in Kontakt.

»Five up« bietet bestehenden Netzwerken die Möglichkeit, sich einem simplen Tool mit einer wachsenden Community anzuschliessen, und so eine neue Reichweite und Sichtbarkeit für ihre Inhalte zu erhalten. Für engagierte Menschen entfällt das aufwändige Sondieren in den verschiedenen Bereichen, sie haben alle Engagements in einer App und können sich spontan und flexibel dort einsetzen, wo sie gerade sind und Zeit haben – oder sich selbst bei Bedarf Unterstützung in ihrem Umfeld organisieren.

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Die Bedürfnisse von Freiwilligen im Zentrum

Die zur Verfügung stehende Technologie und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten haben einen Einfluss darauf, wie sich die Gesellschaft engagiert. Um die Partizipation und das Engagement zu fördern, müssen sich moderne technologische Lösungen an den Bedürfnissen ihrer Nutzer orientieren. Die Stärke von »Five up« liegt in diesem nutzerzentrierten Ansatz und in der engen Zusammenarbeit mit den einzelnen Zielgruppen. Ausgehend von den Bedürfnissen einer engagierten oder bedürftigen Person wurde ein Netzwerk mit allen Akteuren geschaffen, das mit den sich verändernden Nutzerbedürfnissen laufend weiterentwickelt wird. Eine Erweiterung der Plattform mit einer Web-Version und einem Web-Cockpit für Institutionen ist in Planung. Bestehende Plattformen und CRM-Systeme von Organisationen können bereits jetzt via API an »Five up« angeschlossen werden.

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Getragen durch ein starkes Netzwerk

In der Schweiz zählt »Five up« auf ein grosses, wachsendes Netzwerk. Nebst der Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, welche beide am Unternehmen beteiligt sind, bestehen offizielle Partnerschaften mit wichtigen nationalen Non-Profit Organisationen wie Pro Juventute, dem Schweizer Musikrat oder der Vereinigung Cerebral Schweiz, sowie regionalen und lokalen Institutionen und Vereinen. Die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern besteht in erster Linie in der gemeinsamen Kommunikation zu deren Mitgliederbasis. Durch das bereichsübergreifende Community-Building werden gleichzeitig die Bedürfnisse der Basis abgeholt. Diese Erfahrungen fliessen direkt in die Weiterentwicklung von »Five up« ein.

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Warum eine Aktiengesellschaft als Unternehmensform?

»Five up« ist sowohl ein soziales wie wirtschaftliches Unternehmen. Im Zentrum soll dabei ein Geschäftsmodell stehen, welches wirtschaftlich nachhaltig funktioniert und eine von Spendengeldern unabhängige Weiterentwicklung der Plattform ermöglicht. Ethische und soziale Aspekte werden in der Geschäftsentwicklung gleichwertig wie wirtschaftliche Anliegen behandelt. Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit wird als zwingend erachtet, um mit der technologischen Entwicklung Schritt halten zu können und um längerfristig unabhängig zu bleiben. 

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Um diese strategische Ausrichtung langfristig sicherzustellen, sind deshalb sowohl gemeinnützige Institutionen wie das Schweizerische Rote Kreuz, als auch private Geldgeber am Unternehmen beteiligt. Das passende Geschäftsmodell zur Betreibung der Plattform wird mit den laufenden Erfahrungen entwickelt.

Mit diesem Ansatz bietet das Schweizer Startup funktional sowie ethisch eine Alternative zu den grossen sozialen Netzwerken wie Facebook oder WhatsApp, die für ihren Umgang mit Nutzerdaten zuletzt immer wieder in der Kritik standen.

Die App wurde Ende März in vier Sprachen lanciert und ist international in den App-Stores erhältlich. Das Unternehmen plant den sukzessiven Ausbau der Kommunikation in den Nachbarländern zusammen mit den Partnernetzwerken. Anfragen von interessierten Organisationen und Institutionen für eine zukünftige Zusammenarbeit sind willkommen.

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Beitrag im Newsletter Nr. 12 vom 13.6.2019

Für den Inhalt sind die Autor*innen des jeweiligen Beitrags verantwortlich.

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Autorin

Maximiliane Basile ist CEO der Five up Community AG.

Kontakt: maximiliane.basile(at)fiveup.org

Weitere Informationen:

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