Newsletter Nr. 12 vom 26.6.2014

Zimmer: Auslaufmodell Verein?

Prof. Dr. Annette Zimmer, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft und Sozialpolitik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster, behandelt in ihrem Gastbeitrag aus historischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive die Zukunftsfähigkeit des Vereins. Sie stellt den Verein im historischen Kontext als eine soziale Innovation dar, die zu einem tragenden Strukturelement der deutschen Zivilgesellschaft wurde. Allerdings lebte der Verein auch von stillschweigenden Voraussetzungen, die sich in der Nachkriegsgesellschaft und besonders seit den 1980er Jahren rapide auflösten. Während die Auflösung von homogenen sozialen Milieus und eine erhöhte räumliche und soziale Mobilität der Individuen bei Mitgliederorganisationen - wie Parteien, Kirchen und Gewerkschaften - zu rapiden Rückgängen an Mitgliedern führten, schien die sonstige Vereinswelt davon abgekoppelt zu sein. Tatsächlich aber haben sich die Sportvereine bei wachsenden Mitgliedszahlen unter der Hand verändert, indem sie zu Sport- und Gesundheitsdienstleistern werden und einen Prozess der »Verbetriebswirtschaftlichung« durchlaufen. Hier zeigen sich die Probleme vom Kopf her, dem zunehmendem Fehlen von Vereinsvorständen. Verschärft werden diese Probleme durch die Konkurrenz von NGOs, die für jüngere Aktive attraktiver sind. Rekrutierungsprogramme wie »Engagement braucht Leadership« sind ohne Zweifel wichtig und notwendig, doch für eine Zukunft der Vereine braucht es noch etwas ganz Anderes in der Gesellschaft, die immer ungleicher wird: »Was derzeit fehlt, ist ein gezieltes Marketing für den Wert von Gemeinschaft.« Der Beitrag »Auslaufmodell Verein?« ist zuerst erschienen in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit (TUP), 64 Jg. Heft 6, S. 447-455. Die Zeitschrift wird vom Beltz Juventa Verlag verlegt.

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Stamer: Warum man in den USA leichter Vereinsvorstände findet

Das Besetzen von Vorstandspositionen ist eines der größten Problemfelder für die Vereine in Deutschland geworden. Dr. Katja Stamer, Professorin für Wirtschaftswissenschaften und Referentin für Ehrenamtsentwicklung und -förderung, zeigt in ihrem Gastbeitrag, warum es in den USA im Sportbereich leichter als in Deutschland fällt, Vereinsvorstände zu finden. Ein wichtiger Grund scheint darin zu liegen, dass im amerikanischen Sport praktisch in jedem Verein auch Hauptamtliche tätig sind. In deutschen Vereinen ist dies nur in einer Minderheit der Sportvereine der Fall. Zugleich geht es bei der ehrenamtlichen Personalrekrutierung professioneller zu: Organigramme zeigen potenziellen Ehrenamtlichen Aufgaben- und Verantwortungsfelder und eine Vielzahl an erforschten Motivationen wie zum Beispiel Leistungs- und Machtmotive oder die Bedeutung einer biografischen Passung für FunktionsträgerInnen im Verein. Aktiv und positiv angesprochen werden Herausforderungen beim Aufbau von Netzwerken und Beziehungen. Nicht alles, aber einiges können deutsche (Sport)Vereine hier lernen und übernehmen, so Stamer.

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Michael: Frauen in ehrenamtlichen Vereinsvorständen

Dr. Monika Michael, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen LandFrauenverbandes e.V. (dlv), diskutiert in ihrem Gastbeitrag die Problemfelder, die zu bearbeiten sind, wenn die ehrenamtliche Basisstruktur auf dem Land in Form der Landfrauenvereine Zukunft haben soll. Zu den Themen gehören etwa veränderte Geschlechterrollen versus fortgesetzte Erwartungsklischees oder eine wachsende Zeitverknappung in der Berufs-, Karriere- und Kinderphase versus steigende Ansprüche an ehrenamtliche Vorstandsarbeit. Einen wichtigen Problemhorizont sieht sie in der Funktionalisierung durch Politik und Verwaltung: Sie unterstützen bislang gerne den Bundesfreiwilligendienst oder Pilotprojekte, ohne in den anderen ehrenamtlichen Strukturen für einen Ressourcenausgleich zu sorgen. Schlimmer noch fühlen sich Ehrenamtliche als Bittsteller, wenn sie von Politik und Verwaltung etwas benötigen: »Nötig ist daher eine Kultur des Gebens und Nehmens, in der ehrenamtlich geführte Vereine eben keine Bittsteller sind, sondern auf Augenhöhe agieren. Dazu braucht es verlässliche partnerschaftliche Beziehungen zwischen den ehrenamtlich geführten Vereinen, Politik und Gesellschaft.« Deshalb hat der dlv den Forderungskatalog »Ehrenamt braucht Unterstützung – Staat und Gesellschaft sind in der Pflicht« erstellt, den die Autorin abschließend kurz skizziert.

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Lindner: Vor-Stand statt Ruhe-Stand

Michael Lindner, Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), behandelt in seinem Gastbeitrag das Thema der ehrenamtlichen Mitarbeit in Vereinen im Hinblick auf Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung, die in den Ruhestand gehen. Er stellt dar, wie schnell das Gefühl, endlich frei von Zwängen, Verantwortung und Erreichbarkeit zu sein, im Ruhestand verbraucht ist. Mit ihren Erfahrungen und Eigenschaften können diese ehemaligen Führungskräfte sehr wertvoll für die Vereinsarbeit sein, müssen allerdings auch manche Besonderheiten akzeptieren lernen, die aus der egalitären Anlage eines Vereins folgen. Unterstützung finden sie dabei in Vermittlungs- und Beratungsstrukturen wie Freiwilligenagenturen und Seniorenbüros.

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Müller: Engagement braucht Leadership

Dipl. Päd. Martin Müller, Fachberatung Bürgerschaftliches Engagement, Bürgerbeteiligung und Inklusion beim Städtetag Baden-Württemberg, stellt in seinem Gastbeitrag dar, wie die Stärkung von Strukturen und Prozessen in gemeinwohlorientierten Vereinen sowie Netzwerken in Baden-Württemberg, die überwiegend ehrenamtlich arbeiten, mithilfe des Programms »Engagement braucht Leadership« der Robert Bosch Stiftung an sieben Standorten vor sich gehen soll. Dabei erläutert er die Zielformulierungen und Herangehensweise der Steuerungsgruppe, die aus dem Sozialministerium Baden-Württemberg, dem Landesjugendring, der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA), dem Gemeindetag und dem Gemeindenetzwerk, den Fachkräften im Landesnetzwerk BE (FALBE), dem Städtenetzwerk und dem Städtetag besteht. Eine wichtige Dimension sollen die Ergebnissicherung, Dokumentation und der Wissenstransfer bilden.

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Vereinsvorstände und BBE: Interview mit Anke Werner

Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände ist Gegenstand des Interviews mit Anke Werner, Bildungsreferentin und Projektleiterin in der Kölner Freiwilligen Agentur. In besonderer Weise geht es dabei um die Gewinnung externer Personen für die Vereinsvorstandsarbeit. Welche Vorteile zeigen sich dabei, welche Schwierigkeiten und welche Potenziale gibt es? Das Interview führten Katrin Gewecke und Mareike Jung vom BBE.

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Heye: Vereine in der Kommune – Arbeitshilfe im Praxistest

Im November 2013 veröffentlichte das BBE die Arbeitshilfe »Vereine in der Kommune - Chancen und Herausforderungen«, die sich an Kommunen und Vereine richtet. Dr. Werner Heye, Referent für Stadtentwicklung im Bereich Bürgerschaftliches Engagement und soziale Stadtteilentwicklung bei der Landeshauptstadt Hannover, stellt in seinem Gastbeitrag die Aufnahme der Broschüre und der dort präsentierten Empfehlungen durch Experten aus der Praxis dar, die in einem Workshop in Hannover zusammen kamen. Dabei zeigte sich, dass die Arbeitshilfe eine gute, kompakte Zusammenstellung ist, um in eine intensive Diskussion zu kommen. Für die Vereine und Kommunen bietet sie eine gute Grundlage. Allerdings bedarf die komplexe Arbeitshilfe einer Übersetzung in die konkreten Realitäten vor Ort. Deshalb müssen die intensiven Diskussionen begleitet werden – ein bloßes Verteilen in die Fläche wird kaum Wirkung haben.

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Evers: Weiterentwicklung von Bürgerbeteiligung

»Leuchttürme in Baden-Württemberg? Zur Weiterentwicklung von Bürgerbeteiligung im Land« ist der Titel des hier vorab dokumentierten Vortrages von Prof. Dr. Adalbert Evers. Ausgehend von den besonderen Bürgerbeteiligungsanstrengungen in Baden-Württemberg widmet der Autor sich einigen grundlegenden Perspektivfragen der Bürgerbeteiligung. Dabei befasst er sich insbesondere mit der Herausforderung, »heute bei Beteiligungskonzepten möglichst viel von dem zu aktivieren und einzubeziehen, was oft mit dem weiten und offenen Begriff ›Engagement‹ angesprochen wird«. Der Vortrag wurde gehalten bei der Tagung »Bis hier her und wie weiter? – eine Zwischenbilanz zur Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg« am 12. Februar 2014 in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Initiiert hatte diese Tagung die baden-württembergische Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler. Eine Tagungspublikation mit weiteren Beiträgen, u.a. von Gisela Erler und Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn, erscheint Anfang September. Informationen dazu bei Hannes Wezel, Stabsstelle der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung am Staatsministerium Baden-Württemberg.

 
Kontakt Hannes Wezel
E-Mail: hannes.wezel(at)stm.bwl.de

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Sächsischer Förderpreis für Demokratie: Ausschreibung

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird 2014 bereits zum achten Mal verliehen, gemeinsam ausgelobt von der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung, der Sebastian Cobler Stiftung und der Stiftung Elemente der Begeisterung. Mit zwei Hauptpreisen und acht Anerkennungspreisen soll mutiges Engagement von Initiativen und Projekten in Sachsen gewürdigt werden, die für die Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten eintreten, die Demokratie in ihrer Region stärken oder sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus oder Antisemitismus einsetzen. Neu in diesem Jahr ist, dass erstmals auch eine Kommune gewürdigt werden soll. Die Preisträger werden am 7. November 2014 im Neuen Rathaus in Leipzig geehrt. Mut gegen rechte Gewalt ist offizieller Medienpartner des Förderpreises. Bewerbungsschluss ist der 1. September 2014.

Weitere Informationen unter
www.demokratiepreis-sachsen.de

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Junge Islam Konferenz Berlin

Zum zweiten Mal findet die »Junge Islam Konferenz« (JIK) Berlin statt. Die JIK Berlin ist ein Wissens- und Austauschforum für junge Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund. Bis zum 10. September 2014 können sich Berlinerinnen und Berliner zwischen 17 und 23 Jahren um eine Teilnahme an dieser Veranstaltung bewerben. Die Konferenz ist mehrstufig angelegt und beginnt mit zwei Wochenenden im November, bei denen die Teilnehmenden zusammenkommen und zusammen mit ExpertInnen in einer Vielzahl von Formaten wie Planspiel und Dialogforum über die Rolle des Islam und von Muslimen in der Hauptstadt ergebnisorientiert diskutieren. Dort gewählte Delegierte werden die Berliner Ergebnisse in die Bundeskonferenz der JIK im nächsten Jahr einbringen. Die JIK Berlin ist ein Projekt der Stiftung Mercator, des Mercator Program Centers und der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen.

Weitere Informationen unter
www.junge-islamkonferenz.de

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Rede des Bundespräsidenten auf dem Stiftungstag 2014

Am 21. Mai 2014 hielt Bundespräsident Dr. h. c. Joachim Gauck die Eröffnungsrede des Deutschen Stiftungstages in Hamburg. Dabei würdigte er Stiftungen als Ausdrucksform bürgerlicher Freiheit und Selbstbestimmung und wichtiges Element der Bürgergesellschaft. Der Bundespräsident nahm das Motto »Mut zur Veränderung« des scheidenden Vorsitzenden des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Professor Krull, als Orientierung für seine Rede. Intensiv behandelte er Problemfelder im Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft und die Chancen, Zumutungen und Herausforderungen, denen sich Stiftungen dabei gegenüber sehen. Eingehend widmete Gauck sich den Unterschieden zwischen West und Ost in der Zivilgesellschaft und im Stiftungsbereich sowie den Anstrengungen, die unternommen werden, um eine tiefer verankerte Stiftungskultur auch im Osten Deutschlands zu entwickeln.

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Bundesregierung: Daueraufgabe Kampf gegen Rassismus

Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) hatte in ihrem am 25. Februar 2014 veröffentlichten Bericht die Bundesregierung für ihren Umgang mit Rassismus und Intoleranz gerügt. Das nahm die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/1373) zum Anlass, nach Einschätzungen und Maßnahmen der Bundesregierung zu Rassismus und Intoleranz in Deutschland zu fragen. In ihrer Antwort (18/1629) stellt die Bundesregierung fest, dass es sich bei der Bekämpfung von rassistischen und diskriminierenden Einstellungen um eine »wichtige gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe« handelt. Dieser stelle sich die Regierung seit Jahren mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, der alle gesellschaftlichen Ebenen erreichen will. Neben Repression komme dabei der Prävention eine hohe Bedeutung zu. Deshalb werde sie die Programme zur Extremismusprävention verstetigen und dafür die notwendigen finanziellen Mittel längerfristig zur Verfügung stellen. Das schließt den Kampf gegen Homophobie und Transphobie ein. Maßgeblich sei der »Nationale Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz«.

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»Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr« im Bundesrat

Das Land Niedersachsen hat in die 923. Plenarsitzung des Bundesrates am 13. Juni 2014 einen Antrag zur Einführung eines »Freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres« (FWJ) eingebracht (203/14 Grunddrucksache). Seit 2011 wird das FWJ in Niedersachsen als Pilotprojekt aus Sicht des Landes erfolgreich praktiziert. Mit dem Gesetzentwurf soll das FWJ als weitere Säule der Jugendfreiwilligendienste gesetzlich verankert werden. Damit könne dem Interesse an Einblicken in Wissenschaft und Forschung vor Aufnahme eines Studiums besser Rechnung getragen werden als mit den bisherigen, vereinzelten Möglichkeiten im FSJ. Der Antrag wurde in die Ausschüsse zur Beratung überwiesen.

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Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege gegründet

Am 3. Juni 2014 haben mehrere Migrantenorganisationen einen neuen Wohlfahrtsverband gegründet: den Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege (VIW). Zu den Initiatoren gehören der Bund der spanischen Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland, der Bundesverband der Vietnamesen, der Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine in Deutschland, der Bundesverband russischsprachiger Eltern, der Verein Korientation, der Kroatische Weltkongress, der Polnische Sozialrat, die Türkische Gemeinde in Deutschland sowie der Verband griechischer Gemeinden in Deutschland. Der neue Verband will eine innovative Kraft für soziale Dienstleistungen in der Einwanderungsgesellschaft werden. Dazu sollen insbesondere spezifisch angepasste Pflegeangebote für eingewanderte und eingebürgerte Menschen in Deutschland gehören. 

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AG 1 »Rahmenbedingungen des BE«: Sitzungsbericht

Die Arbeitsgruppe 1 »Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements« des BBE kam am 12. Mai 2014 in der Geschäftsstelle des Bundesnetzwerks zu ihrer zweiten Sitzung des Jahres 2014 zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich u.a. über aktuelle Informationen zur Infrastrukturförderung und den weiter dazu vorzubereitenden Arbeitsschritten aus. Ausführlich wurde über die bislang in einer Unterarbeitsgruppe zusammengestellten Eckwerte für die Verbesserung von förderlichen Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements beraten. Für die nächste Sitzung wurde vorgeschlagen, auf Basis einer Übersicht bestehender Modelle der Infrastrukturförderung auf kommunaler und Landesebene in der Arbeitsgruppe zu diskutieren, was formale Kriterien für eine Förderung sind, welche Fördermodelle funktionieren sowie Handlungsempfehlungen zu formulieren. Dabei sollen externe ExpertInnen und VertreterInnen der Politik einbezogen werden.

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AG 8 »Demografischer Wandel und BE«: Sitzungsbericht

Die Arbeitsgruppe 8 »Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement« des BBE kam am 3. Juni 2014 in den Räumlichkeiten der Diakonie Deutschland in Berlin zu ihrer zweiten Sitzung des Jahres 2014 zusammen. Zu Beginn der Sitzung wählten die Anwesenden Christoph Zeckra, Gesamtverantwortlicher Generali Zukunftsfonds, zum neuen stellvertretenden Sprecher der Arbeitsgruppe. Anschließend diskutierte die Arbeitsgruppe vor dem Hintergrund von »10 Thesen der Diakonie Deutschland zur Weiterentwicklung Freiwilligen Engagements« (Rainer Hub, Zentrum Familie, Bildung und Engagement der Diakonie Deutschland) das Konzept der »Sorgenden Gemeinschaften« und die Bedarfe der Engagementförderung. Dr. Frank Berner, Leiter der Geschäftsstelle im Deutschen Zentrum für Altersfragen, präsentierte Überlegungen zu »Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften« und unterstrich insbesondere die Rolle der Kommunen als Moderatoren bei der Gestaltung von Sorgestrukturen. In einem dritten Vortrag stellte Christoph Zeckra am Nachmittag die Generali Hochaltrigenstudie »Der Ältesten Rat« zu Teilhabe im hohen Alter vor.

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Deutscher Engagementpreis 2014: Endspurt

Der Deutsche Engagementpreis geht in den Endspurt: Noch bis zum 1. Juli 2014 können alle Bürgerinnen und Bürger engagierte Menschen oder Organisationen für die bundesweite Auszeichnung vorschlagen – ausgenommen sich selber. Das Bündnis für Gemeinnützigkeit ruft alle BürgerInnen dazu auf, ihre persönlichen Heldinnen und Helden freiwilligen Engagements ins Rennen zu schicken. Eine Experten-Jury bestimmt die GewinnerInnen der verschiedenen Preiskategorien und die 15 FinalistInnen für den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis, über den die BürgerInnen im Oktober online abstimmen. Die festliche Preisverleihung findet am Internationalen Tag des Ehrenamtes, dem 5. Dezember 2014, in Berlin statt. Der Deutsche Engagementpreis wird in den Kategorien Gemeinnütziger Dritter Sektor, Politik & Verwaltung, Einzelperson und Wirtschaft vergeben. In der zusätzlichen Schwerpunktkategorie geht es in diesem Jahr um das Engagement für ein Miteinander der Generationen.

Weitere Informationen unter
www.deutscher-engagementpreis.de

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Mitglied des Monats: Robert Bosch Stiftung

Soziale Verantwortung und Völkerverständigung waren Schwerpunkte des philanthropischen Wirkens von Robert Bosch. Die vor 50 Jahren gegründete Robert Bosch Stiftung führt das Vermächtnis des Unternehmers fort, indem sie selbst mit Programmen und Förderpreisen operativ tätig ist und modellhafte Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit, Völkerverständigung, Bildung, Gesellschaft und Kultur unterstützt. Seit 1992 ist die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement ein Schwerpunkt in der Arbeit der Stiftung, die auch Gründungsmitglied des BBE ist. Um den Problemen vieler Vereine bei der Besetzung ehrenamtlicher Vorstandsämter zu begegnen, startete die Stiftung 2011 in Kooperation mit dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern das Programm »Engagement braucht Leadership«. An drei Modellstandorten wurden von 2011 bis 2013 Maßnahmen und Unterstützungsangebote für Vereine und ihre Vorstände erprobt, die in der 2014 gestarteten zweiten Programmphase nun mit Blick auf die Verankerung des Ansatzes im politischen Handeln auf Landesebene vertieft werden. Parallel zu diesem Programm hat die Robert Bosch Stiftung das BBE-Projekt »Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände« gefördert, in dessen Rahmen auch dieser Themen-Newsletter erscheint.

Weitere Informationen zur Robert-Bosch-Stiftung unter
bit.ly/1ki5PVR
 
Weitere Informationen zum Projekt »Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände« unter
www.b-b-e.de/projekte/gewinnung-qualifizierung-und-entwicklung-ehrenamtlicher-vereinsvorstaende/

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11. Jugendmedienworkshop im Deutschen Bundestag

»Generation Grenzenlos - Welche Chancen eröffnet uns Europa?« ist das diesjährige Motto des Jugendmedienworkshops, einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), des Deutschen Bundestags und der Jugendpresse Deutschland. Teilnehmen können Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren. Es finden nicht nur Workshops mit ExpertInnen, ParlamentarierInnen und JournalistInnen mit vielen Kontaktmöglichkeiten statt. Es bestehen auch Möglichkeiten, in einer Hauptstadtredaktion zu hospitieren und in einem eigenen Artikel in einer Ausgabe der Veranstaltungszeitung »politikorange« darüber zu berichten. Der Jugendmedienworkshop findet vom 5. bis zum 11. Oktober 2014 in Berlin statt. Für die Teilnahme kann man sich mit einem journalistischen Artikel (bis 3000 Zeichen) zum Thema »Generation Grenzenlos« bewerben. Bewerbungsschluss ist der 21. Juli 2014.

Weitere Informationen unter
www.jugendpresse.de/bundestag/

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Diversität als Herausforderung: IDA-Seminar

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) e. V. führt für Ehren- und Hauptamtliche in der Jugendverbandsarbeit ein Seminar zum Thema »Diversität als Herausforderung für die Jugendverbandsarbeit - Für eine diversitätsbewusste (Jugend-)Bildungsarbeit« durch. Das Seminar möchte unter anderem folgende Leitfragen diskutieren: Warum noch eine weitere »Baustelle« neben Gender, Interkultureller Öffnung, Inklusion etc.? Und jenseits von Appellen und Sensibilisierung: Wie kann Diversitätsbewusstsein institutionalisiert werden? Wie praxistauglich ist das Thema Diversitätsbewusstsein in der Jugendverbandsarbeit? Das Seminar findet vom 10. bis 12. Oktober 2014 in Hannover statt. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 40 Euro, Anmeldeschluss ist der 31. August 2014.

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Modellkommune E-Government: Wettbewerb

In der zweiten Runde des Wettbewerbs »Modellkommune E-Government« sollen fünf Kommunen für Lösungen und Konzepte ausgewählt werden, die die Bürgerfreundlichkeit verbessern und die Effizienz des Verwaltungshandelns nachhaltig steigern. Die Instrumente des E-Government-Gesetzes sollen dabei möglichst umfassend genutzt werden. Die Modellkommunen erhalten je 60.000 Euro für die Konzeptionierung und Umsetzung von E-Government-Anwendungen. Bewerben können sich Landkreise sowie Städte und Kommunen bis 300.000 Einwohner. Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium des Innern gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden - dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund - durchgeführt.

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Bildungsbenachteiligte Jugendliche: Projektfördermöglichkeit

Die Türkische Gemeinde in Deutschland lädt im Rahmen des Programmes »Mein Land - Zeit für Zukunft« wieder dazu ein, Fördermittel zu beantragen. Förderfähig sind Schreib- oder Fotowerkstätten, Videoworkshops, Medienwerkstätten oder Ausstellungen mit 14- bis 18jährigen bildungsbenachteiligten Jugendlichen im Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2015. Bis zum 31. August 2014 können Interessenbekundungen (Antragsskizze und Kalkulation) mit einer oder mehreren Maßnahmen eingereicht werden. Am 8. Oktober 2014 findet die Jurysitzung statt, so dass kurz danach klar ist, ob die Maßnahme gefördert wird.

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Preis »Pro Ehrenamt«: KandidatInnen gesucht

Mit dem Preis »Pro Ehrenamt« zeichnet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Personen und Institutionen aus, die Ehrenamtliche und das Ehrenamt im Sport unterstützen. Seit 2000 wird er jährlich an Persönlichkeiten und Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Medien verliehen, die sich vorbildlich für das Ehrenamt im Sport einsetzen und günstige Rahmenbedingungen für die Ehrenamtlichen schaffen. PreisträgerInnen 2013 waren Hannelore Kraft und Peter Terwiesch. Mit einem formlosen Schreiben einschließlich einer Begründung können KandidatInnen vorgeschlagen werden. Die Preisverleihung findet im Rahmen der DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2014 statt.

Weitere Informationen unter
www.ehrenamt-im-sport.de/index.php

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Online-Helden gesucht!

Für das Fundraising gewinnt das Internet immer größere Bedeutung. Die Spendenplattform betterplace.org und der Softwarehersteller SAP starten deshalb das mehrstufige Schulungsprogramm »Online-Helden« für Hilfsorganisationen in Deutschland. Online-Schulungen und eine Veranstaltung mit Experten-Workshops sollen kleinen und großen Organisationen vermitteln, wie sie digitale Kanäle effizient und zeitgemäß für ihr Fundraising und ihre Kommunikation nutzen können. Die besten der teilnehmenden Organisationen gewinnen Geld- und Sachpreise.

Weitere Informationen unter
www.onlinehelden.org

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Bürger beteiligen! Publikation

Die Publikation »Bürger beteiligen! Strategien, Praxistipps und Erfolgsfaktoren für eine neue Beteiligungskultur in Behörden«, herausgegeben von der Bertelsmann Stiftung, soll VertreterInnen aus Politik und Verwaltung bei der Entwicklung und Verankerung von Beteiligungsprozessen in Verwaltungen unterstützen. Der Leitfaden gibt u. a. Antwort auf die Fragen: Wo liegen die Chancen von Bürgerbeteiligung aus Sicht von Politik und Verwaltung? Welche Faktoren sind für den Erfolg einzelner Projekte entscheidend? Wie entsteht eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung? Im Kapitel 1 wird erläutert, weshalb Bürgerbeteiligung zu den zentralen Zukunftsthemen für Politik und Verwaltung gehört. Bevor im dritten Kapitel dargestellt wird, dass Partizipation zu einem festen Bestandteil der Arbeit und des Selbstverständnisses von Behörden werden muss, werden im zweiten Kapitel Chancen und Risiken von bürgerschaftlicher Teilhabe aufgezeigt. Das Kapitel 4 widmet sich der neuen Rolle der Behörden. Welche Qualitätskriterien eine gute Beteiligung ausmachen, wird im letzten Kapitel beschrieben.

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Engagementpolitik - gestern, heute, morgen: Publikation

Die Publikation »Engagementpolitik - gestern, heute, morgen« von Dieter Rohles, ehrenamtlicher Initiator und Mitbegründer eines Mehrgenerationenhauses, vermittelt theoretisches Wissen rund um das Thema Engagementpolitik für die 23 Millionen ehrenamtlich Tätigen in Deutschland. Nachdem er im ersten Kapitel verschiedene Begrifflichkeiten definiert, widmet sich Rohles in den darauffolgenden Kapiteln der Engagementpolitik in der Vergangenheit und heute. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung von den Zeiten des Deutschen Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus über die Nachkriegsjahre der 1950er Jahre bis hin zur Gegenwart. Im Kapitel »Engagementpolitik morgen« geht Dieter Rohles auf die engagmentpolitischen und demokratiepolitischen Absichten innerhalb des Koalitionsvertrags ein und gibt engagementpolitische Empfehlungen. Das Kapitel »Engagementpolitik in Europa« enthält einen kurzen historischen Abriss des freiwilligen Engagements in Europa. Die Publikation kann gegen 8 Euro Schutzgebühr plus 1,45 Euro Porto bestellt werden.

Kontakt zur Bestellung der Publikation: Bleich G. Druckerei
Tel: (0 51 36) 18 62
E-Mail: bleich(at)aol.com
 
Kontakt Burgdorfer Mehr-Generationen-Haus
Tel: (0 51 36) 8 78 11 18
E-Mail: info(at)bmgh.de
 
Kontakt Dieter Rohles
Tel: (0 51 36) 52 47
E-Mail: rohles(at)arcor.de

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Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint am 10. Juli 2014.
Redaktionsschluss ist der 3. Juli 2014.

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Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im BBE-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel und Jana Börsdamm, B.A. 

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Themen.

Dieser Newsletter wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Der Schwerpunkt ist Bestandteil des von der Robert Bosch Stiftung ermöglichten Projektes »Gewinnung, Qualifizierung und Entwicklung ehrenamtlicher Vereinsvorstände« des BBE.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) 
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Michaelkirchstr. 17-18 
10179 Berlin-Mitte 
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Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

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