Newsletter Nr. 23 vom 12.11.2009

Auswertung des Koalitionsvertrags

Die neue Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP hat in einem Koalitionsvertrag die Eckpunkte ihrer künftigen Politik festgehalten. Dort findet sich an zahlreichen Stellen ein Bekenntnis zu bürgerschaftlichem Engagement und die Ankündigung einzelner engagementpolitischer Vorhaben. Das BBE hat den Koalitionsvertrag in engagementpolitischer Perspektive ausgewertet und mehr als 30 Themen identifiziert, bei denen auf das bürgerschaftliche Engagement bzw. Ehrenamt Bezug genommen wird. Im Mittelpunkt steht dabei die Ankündigung einer nationalen Engagementstrategie und eines Gesetzes zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. An vielen Stellen bekennt sich die neue Bundesregierung zu den Leistungen des bürgerschaftlichen Engagements für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger an der Gesellschaft.

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Koalitionsvertrag aus Sicht des Nationalen Forums

Die Koordinierungsstelle des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation beim BBE hat den Koalitionsvertrag mit Blick auf die Ergebnisse des Nationalen Forums ausgewertet. Aus den mehr als 60 Handlungsempfehlungen seines ersten Zwischenberichts wurden Kernforderungen von den Koalitionsparteien aufgegriffen. Zudem finden sich im Koalitionsvertrag zahlreiche engagementpolitische Bezüge, die im Forum diskutiert wurden. Gerade bei den Freiwilligendiensten sah das Nationale Forum dringenden Handlungsbedarf und den Bedarf einer ressortübergreifend abgestimmten Handlungsstrategie. Auch hier haben die Koalitionsparteien den Ball aufgegriffen und angekündigt, ein Freiwilligendienststatusgesetz zu schaffen und einheitliche sowie transparente Bedingungen für alle Freiwilligendienste herzustellen.

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Bewertungen der Bundestagsfraktionen

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung die Entwicklung einer nationalen Engagementstrategie angekündigt. Die Redaktion des BBE-Newsletters hat Politiker aus den Fraktionen des Deutschen Bundestags gebeten, die Aussagen des Koalitionsvertrags zum bürgerschaftlichen Engagement zu kommentieren. Gefolgt sind dieser Bitte Klaus Riegert (CDU/CSU), Ute Kumpf (SPD), Sibylle Laurischk (FDP), Britta Haßelmann (Bündnis90/Die Grünen) und Jörn Wunderlich (Die Linke).

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Kommentare der Dachverbände Natur und Kultur

Die Koalitionsvereinbarung der schwarz-gelben Koalition findet unterschiedliche Bewertungen. Für Helmut Röscheisen, Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings, ist sie »Wind von vorn«. Es wird zwar Engagementförderung angekündigt, von Demokratie aber sei kein Wort zu finden. Zudem würde die neue Bundesregierung Projekte mit »erheblichen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen« verfolgen. Olaf Zimmermann und Gabriele Schulz vom Deutschen Kulturrat begrüßen, dass die neue Regierung kulturpolitisch wichtige Themen wie Digitalisierung und Erinnerungskultur in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt. Sie bemängeln aber zahlreiche unklare Äußerungen und Defizite. Dazu zählt ein fehlendes Bekenntnis zur Reform des Zuwendungsrechts, die gerade aus Sicht bürgergesellschaftlicher Organisationen dringend notwendig sei.

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Beschluss der Evangelischen Kirche zum Ehrenamt

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat auf ihrer Herbstsynode im Ulm mit ihrem Beschluss »Ehrenamt. Evangelisch. Engagiert« die Bedeutung des Ehrenamtes in der Kirche und Gesellschaft unterstrichen. In dem Beschluss heißt es, die Kirche sei Motivationsquelle des Ehrenamtes und Ort des ehrenamtlichen Engagements. Die EKD fordert eine breite Förderung des Engagements, insbesondere den Ausbau der Freiwilligendienste. In dem Beschluss wird vorgeschlagen, sich in das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 offensiv einzubringen und die koordinierenden Aktivitäten des BBE dabei zu nutzen und zu unterstützen. In der ökumenischen Zusammenarbeit der Kirchen und von Diakonie und Caritas könne der Beitrag der Kirchen für das bürgerschaftliche Engagement sichtbar werden. Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx sieht im Bekenntnis der EKD zum Ehrenamt einen wichtigen Schritt, auch wenn sich viele noch mehr Mitwirkungsmöglichkeiten wünschen.

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Wehrpflicht und Freiwilligendienste

Im Koalitionsvertrag kündigt die neue Bundesregierung eine Verkürzung der Wehrpflicht auf 6 Monate an. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf den Zivildienst, sondern auch auf die Freiwilligendienste. In seinem Gastbeitrag skizziert Uwe Slüter, Referent Freiwilligendienste beim Bund der katholischen Jugend, die Anforderungen, die aus dieser Ankündigung erwachsen. Die Freiwilligendienste müssen ausgebaut werden, aber sie dürfen nicht nach den Maßgaben und Erfahrungen der Pflichtdienste gestaltet werden. Weil es weniger Zivis geben wird, müssten mehr Plätze in den Freiwilligendiensten angeboten werden. Dazu sei eine »Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit« zu schaffen, die vor ein paar Jahren bereits eine Kommission entworfen hat. Peter Tobiassen, Geschäftsführer der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, sieht in der Verkürzung der Zivildienstdauer die Chance für mehr reguläre Arbeitsplätze und für die Stärkung der Freiwilligendienste.

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Finanzierung von Mehrgenerationshäusern gesichert

Der Bundesfinanzminister hat einer überplanmäßigen Ausgabe bis zur Höhe von 8,84 Millionen Euro zur Förderung von Modellprojekten zur Einrichtung von Mehrgenerationenhäusern zugestimmt. Das geht aus einer Unterrichtung durch die Bundesregierung hervor. Das Familienministerium hat im Rahmen des Aktionsprogramms Zuwendungsbescheide erteilt, für die die Mittel nicht wie geplant im Jahr 2008 abgerufen wurden. Im Folgejahr 2009 wurden entsprechend mehr Mittel benötigt, die im Haushalt aber nicht ausgewiesen wurden. Diese Mittel wurden nun durch das Finanzministerium genehmigt.

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Thesen zum Freiwilligenmanagement

Am 5. November war der internationale Tag der Freiwilligenmanager und -managerinnen. Diese sind ein wichtiger Bestandteil einer Infrastruktur des freiwilligen Engagements und des Ehrenamts in Deutschland. Den internationalen Tag haben Thomas Kegel von der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland und Carola Schaaf-Derichs vom Treffpunkt Hilfsbereitschaft der Landesfreiwilligenagentur Berlin genutzt, um ein Thesenpapier zur Verbesserung der Rahmenbedingungen des Freiwilligenmanagements vorzulegen. Mit diesen Thesen skizzieren die beiden Autoren die Erfolgsbedingungen eines durchdachten Freiwilligenmanagements und die daraus erwachsenden Ansprüche für die Organisationsentwicklung.

 
Weitere Informationen unter
www.volunteermanagersday.org

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Europäisches Wissenschaftsparlament

Die Verbindung von Wissenschaftsdiskurs und internetbasierten Formen bürgerschaftlichen Engagements hat sich das Europäische Wissenschaftsparlament (EWP) auf die Fahne geschrieben. Während jeder zweijährigen »Legislaturperiode« wird von einer für alle frei zugänglichen Online-Community ein gesellschaftspolitisches Thema von europäischer Tragweite diskutiert. Höhepunkt ist eine Tagung in Aachen, zu der neben den engagiertesten Internetusern weitere Wissenschaftler, Politiker und Bürger aus ganz Europa eingeladen werden. Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2008 zum Thema »Europe energised – Will lights go out in 2050?« hat das Internetportal nun seine Tore für das EWP 2009-2010 geöffnet. In fünf Unterforen wird das Thema Wasser unter dem Titel »H2O – More than just a drop« in englischer Sprache debattiert. Ergebnis der am 24. und 25. März 2010 stattfindenden Tagung wird die Aachener Erklärung sein. Diese wird von einer Delegation des EWP an den EU-Forschungskommissar überreicht.

Weitere Informationen unter
www.wissenschaftsparlament.eu

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Dokumentation des 1. Zukunftssymposiums

Die Dokumentation des 1. Zukunftssymposiums »Bürgerengagement und gesellschaftlicher Wandel« ist erschienen. Zu diesem Thema hatten der Bundesverband Deutscher Stiftungen und der Generali Zukunftsfonds im vergangenen Sommer eingeladen. In der Dokumentation finden sich u. a. die Reden von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Nordrhein-Westfalen. Das BBE war u. a. mit einem Vortrag und Diskussionsbeiträgen von Prof. Dr. Thomas Olk, Vorsitzender des Sprecherrats, und über die Planung eines Fachworkshops zum Thema nachhaltiger engagementfördernder Infrastruktur beteiligt. In der Dokumentation wird deutlich, wie eine Verantwortungsteilung zwischen Staat, Unternehmen und Drittem Sektor weiter entwickelt werden kann und wie die Mitgestaltung des öffentlichen Raumes durch die Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern erfolgen kann.

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Abstimmen für den Fotowettbewerb

Zum dritten Mal hat das BBE einen Fotowettbewerb zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements ausgelobt. Jeder Akteur und jede Akteurin der rund 1.000 bundesweiten Veranstaltungen war aufgerufen, Fotos einzusenden, die während der Veranstaltungen entstanden sind. Aus den zahlreichen Einsendungen wurden die zehn besten Fotos ermittelt. Die Gewinner werden nun per Abstimmung ermittelt. Das Kampagnenteam fordert dazu auf, an der Abstimmung im Internet teilzunehmen und das Bild auszuwählen, das in diesem Jahr der persönliche Favorit ist. Hauptgewinn ist ein Wochenende für zwei Personen im Fünf-Sterne-Hotel Steigenberger Berlin sowie eine historische Zeitreise mit der Videobustour durch die Hauptstadt. Den zweit- und drittplatzierten winken Gutscheine für Bücher bzw. Elektronikwaren.

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Berichte aus der Aktionswoche 2009

Das Kampagnenteam lädt alle, die sich an der Aktionswoche 2009 beteiligt haben, dazu ein, einen Bericht über ihre Aktionen zu verfassen. Ziel ist es, einige der schönsten Augenblicke während der Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2009 wiederzuspiegeln. Es können kurze Berichte – gerne auch mit Fotos – über die eigene Veranstaltung bzw. Aktion sein. Das Kampagnenteam bittet um Zusendungen. Ausgewählte Berichte zu Projekten werden dann auf der Website »Engagement macht stark!« veröffentlicht.

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Gute-Tat: Berliner Unternehmer gesucht

Am 18. November findet in Berlin der 4. Gute-Tat-Marktplatz von 17.00-19.00 Uhr erneut in den Räumen der KPMG in der Klingelhöferstraße 18 statt. Dazu werden noch engagierte Unternehmen und Selbständige aller Größenordnung gesucht. Ziel der Veranstaltung ist es, möglichst viele Projekte zwischen Unternehmen und sozialen Organisationen zu vereinbaren. In kurzer Zeit kann in direktem Kontakt mit 60 sozialen Organisationen geprüft werden, ob gemeinsame Projekte vereinbart werden können. Schwerpunkt des diesjährigen Marktplatzes ist das Thema Bildung und Integration. Geld ist dabei tabu – es geht um Know-how, Arbeitsleistungen und Sachmittel. Schirmherr ist der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.

Weitere Informationen unter
www.Gute-Tat.de

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Fachforum zu kultureller Bildung und Engagement

Am 4. Dezember 2009 findet in Berlin das Fachforum »Web 2.0 – Potentiale für kulturelle Bildung und Engagement« statt. Veranstalter ist die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ). Im Rahmen des Fachforums werden die Potentiale der neuen Vernetzungs- und Kommunikationsinstrumente in Hinblick auf die Arbeit im Kultur- und Engagementbereich vorgestellt und diskutiert. Das Fachforum richtet sich an Entscheidungsträger und Fachkräfte aus Einrichtungen und Verbänden der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit sowie der kulturellen Bildung. Im Rahmen des Fachforums werden die 30 neuen PlusPunkt KULTUR-Preisträger prämiert.

Weitere Informationen und Anmeldung unter
plus-punkt-kultur.de

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Fachtagung Schule und Engagement

Am 1. Februar 2010 findet in München eine Fachtagung zum Thema »bürgerschaftliches Engagement und Schule« statt. Die Schule ist ein wichtiger Lernort für Engagement. Die verschiedenen Themengebiete, die damit verbunden sind, werden in vier Workshops behandelt. Wie Eltern an der künftigen Entwicklung der Schule – insbesondere von Ganztagsschulen – teilhaben können, wird in einem Workshop zu Gegenstand gemacht. Weitere Workshops widmen sich den Themen Bildungspatenschaften für Migrantenkinder, Schülerin/innen coachen Schüler/innen und ehrenamtliches Mentoring am Übergang von Schule und Beruf.

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Studie zu Frauen mit Migrationshintergrund

Ursula Boos-Nünning und Emra Ilgün vom Fachbereich Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen haben eine Pilotstudie zum Thema gesellschaftliche und politische Partizipation von Frauen mit Migrationshintergrund im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration verfasst. Die Autorinnen untersuchten, ob Frauen mit Migrationshintergrund sich eher in ethnischen Vereinen engagieren oder einheimisch deutsche Zusammenhänge bevorzugen. Zudem wurden Organisationen dahingehend untersucht, ob sie sich anhand des cultural mainstreaming und des gender mainstreaming für Frauen mit Migrationshintergrund öffnen. Insgesamt zeigt die Studie, dass diese Gruppen der Frauen partizipationsbereit sind, aber Organisationen sich oft nicht hinreichend interkulturell öffnen.

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DFB dankt dem Ehrenamt

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat den vergangenen Spieltag der Fußball-Bundesliga dazu genutzt, um den Ehrenamtlichen im Fußball zu danken. Mit dem Tag »Danke ans Ehrenamt« wurden bei insgesamt 68 Spielen der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga sowie der Frauen-Bundesliga die etwa eine Millionen ehrenamtlich im Fußball tätigen Frauen und Männer gewürdigt. In einer Erklärung weist der DFB drauf hin, dass ohne die eine Million ehrenamtliche Helfer im Fußball nichts ginge. Bundestrainer Joachim Löw erklärte, die Ehrenamtlichen seien die Basis für alles im Sport. DFB-Präsident Theo Zwanziger verglich die unersetzliche Leistung der Ehrenamtlichen mit der der Fußball-Manager und Nationalspieler.

Weitere Informationen unter
www.dfb.de/index.php

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Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint in 14 Tagen am 26. November 2009. Redaktionsschluss ist der 19. November. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de
Redaktion: Dr. Ansgar Klein und Dr. Rudolf Speth unter Mitarbeit von Sassan Gholiagha.

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie hier:
http://www.b-b-e.de/index.php?id=kommende_themen

Kontakt
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Geschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17-18
10179 Berlin-Mitte
www.b-b-e.de

Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

Tagesaktuelle Nachrichten rund um das bürgerschaftliche Engagement finden Sie in der »Social Times«
www.socialtimes.de

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