Newsletter Nr. 3 vom 5.2.2009

Gutachten zur nationalen CSR-Strategie

Die Bundesregierung hat eine nationale CSR-Strategie unter Federführung des Arbeitsministeriums angekündigt. Für die Realisierung dieser Strategie haben die beiden Beratungsunternehmen Pleon und IFOK ein Gutachten mit Handlungsempfehlungen erstellt. Darin schlagen sie dem Ministerium vor, sich zunächst an der vorhandenen Praxis zu orientieren, weil es nach wie vor erhebliche Ungleichzeitigkeiten in der CSR-Entwicklung in Deutschland gibt. Das Ministerium sollte eine koordinierende Funktion innerhalb der öffentlichen Hand wahrnehmen, weil der Staat als Arbeit- und Auftraggeber seiner Vorbildrolle gerecht werden soll. Das Gutachten empfiehlt, dass der Staat sich auf seine aktivierende und ergänzende Rolle konzentrieren und kein für alle Unternehmen verbindliches CSR-Konzept entwickeln sollte.

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Unternehmenskooperationen vor Ort stärken

Der Gegensatz von Freiwilligkeit und verpflichtender Regulierung scheint überwunden. Nach Peter Kromminga, Geschäftsführer von Unternehmen: Partner der Jugend (UPJ), kommt es nun darauf an, wie Unternehmen in ihrer alltäglichen Praxis Verantwortung weiter entwickeln. Untersuchungen zeigen, dass bei inhabergeführten Unternehmen, das sind rund 95 % aller Unternehmen und zumeist Familienunternehmen, ethische Motive eine starke Rolle bei der gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme spielen. Für diese Unternehmen haben der Mitarbeiterbezug und die regionale und lokale Verwurzelung eine dominierende Rolle. Daher sind nach Kromminga die Kooperation der Unternehmen vor Ort und die Stärkung einer regionalen Unternehmensengagementkultur von besonderer Bedeutung.

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Corporate Volunteering in der Region Braunschweig

In der Region Braunschweig-Salzgitter gibt es zahlreiche positive Beispiele für unternehmerisches Engagement auf lokaler Ebene. Thomas Böhme, Referent in der niedersächsischen Staatskanzlei, berichtet in seinem Beitrag über die zahlreichen Corporate-Volunteering-Projekte in der Region. Für das Projekt »Brücken bauen – Unternehmen engagieren sich« wurde bereits der dritte Unternehmensengagementtag angekündigt. Weitere Formen unternehmerischen Engagements fanden mit den Aktionen »Seitenwechsel« und mit der Marktplatzmethode von »Gute Geschäfte« statt. Insgesamt, so Böhme, zeigt sich eine beeindruckende Vielfalt in der lokal orientierten Zusammenarbeit von Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen.

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Initiative Freiheit und Verantwortung

Die deutsche Wirtschaft versteht sich als tragendes Element der Bürgergesellschaft. Ausdruck dieser Haltung ist die Initiative »Freiheit und Verantwortung«, die von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen wurde. Bei der alljährlichen Preisverleihung wurde im letzten Jahr das Projekt »Work and Box Company« der Voss AG aus München ausgezeichnet. Die Initiative veranstaltet jedes Jahr ein Symposion, auf dem das Thema Corporate Citizenship vertieft wird. Im letzten Jahr widmete sich die Initiative dem gesellschaftlichen Engagement der Unternehmen für die Jugend.

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Antrag für einen regelmäßigen Engagementbericht

Die Regierungsfraktionen der CDU/CSU und der SPD haben einen Antrag zu einer regelmäßigen Engagementberichterstattung in den Deutschen Bundestag eingebracht. Der Antrag plädiert dafür, dass es pro Legislaturperiode einen wissenschaftlichen Bericht einer Sachverständigenkommission, die jeweils neu eingesetzt wird, geben soll. Der Bericht soll eine nachhaltige Engagementpolitik sinnvoll unterstützen, vorhandene Potenziale mobilisieren und den politischen Diskurs anregen. Noch in dieser Legislaturperiode wird ein erster Forschungsbericht zum bürgerschaftlichen Engagement vorliegen. Er soll den Auftakt für eine regelmäßige Berichterstattung sein und den Beitrag des bürgerschaftlichen Engagements für die Bewältigung sozialer Aufgaben sichtbar machen.

Antrag der Regierungsfraktionen unter
dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/117/1611774.pdf

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Bundestag berät über Vereinsrecht

Der Bundestag wird in seiner Sitzung am 12. Februar 2009 in erster Lesung den Gesetzentwurf des Bundesrates zur Begrenzung der Haftung von ehrenamtlich tätigen Vereinsvorständen beraten. Der Gesetzentwurf sieht vor, das externe Haftungsrisiko des ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieds eines gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken dienenden Vereins zu begrenzen. So sollen Vereinsvorstände beispielsweise nicht mehr umfassende Überwachungspflichten ausüben müssen, wenn eine schriftliche Ressortverteilung besteht. Flankierend zu der Beschränkung der externen Haftung ehrenamtlicher Vorstandsmitglieder eines Vereins werden auch die internen Haftungsrisiken begrenzt. Eine Haftung der Vereinsvorstände ist danach nur noch bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit gegeben.

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CSR-Forum im Arbeitsministerium

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat 40 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik in ein Forum zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen berufen. Das CSR-Forum soll dazu beitragen, nachhaltige Unternehmensverantwortung zu stärken und auszuweiten. Das Forum wird die Bundesregierung bei der Entwicklung einer nationalen CSR-Strategie beraten und unterstützen. Damit will die Bundesregierung das Thema »gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen« insgesamt, aber auch Wege und Formen ihrer Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit sichtbarer machen. Dazu wird mit allen Beteiligten ein Aktionsplan entwickelt, mit dem unter anderem auch das deutsche CSR-Profil im Ausland geschärft werden soll.

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EuGH-Urteil zu Spenden ins Ausland

Nach deutschem Recht sind nur Spenden an gemeinnützige inländische Körperschaften steuerlich abzugsfähig. Nicht abzugsfähig sind Spenden an Einrichtungen, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässig und dort als gemeinnützig anerkannt sind. Ob das nicht ein Verstoß gegen EU-Recht ist (genauer: gegen die durch das Gemeinschaftsrecht garantierte Kapitalverkehrsfreiheit), hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem aktuellen Urteil geprüft. Nach Auffassung des EuGH ist die in Deutschland fehlende Abzugsfähigkeit von Spenden an als gemeinnützig anerkannte Einrichtungen in anderen Mitgliedstaaten geeignet, sich negativ auf die Bereitschaft deutscher Steuerpflichtiger auszuwirken, an solche Einrichtungen zu spenden. Eine solche Regelung stellt daher eine Beschränkung des freien Kapitalverkehrs dar, die grundsätzlich verboten ist. Aus dem EuGH-Urteil ergibt sich bis auf weiteres die Möglichkeit, Spenden an Organisationen im EU-Ausland abzusetzen.

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Normierung von Social Responsibility

Die internationale Normierungsorganisation ISO hat auf der jüngsten Konferenz in Chile einen Entwurf zur künftigen Normierung von Social Responsibility (ISO 26000) beschlossen. Die geplanten Handlungsempfehlungen und Orientierungshilfen zur sozialen Verantwortung richten sich nicht nur an Unternehmen, sondern sektorenübergreifend an alle gesellschaftlichen Organisationsformen. Änderungen an diesem Text werden derzeit auf nationaler Ebene von den sechs Stakeholder-Gruppen (Wirtschaft, öffentliche Hand, Gewerkschaften, Verbraucherschutz, Nichtregierungsorganisationen sowie Wissenschaft und Andere) zusammengestellt und bis März 2009 eingebracht. In Deutschland wird dieser Prozess von der Normierungsorganisation DIN begleitet. Das BBE war von Anfang an am Prozess der Normerstellung auf nationaler Ebene beteiligt.

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Ehrenamtliche in den Kirchen

Am 30. und 31. Januar 2009 fand in Köln die ökumenische Tagung zum ehrenamtlichen Engagement in Kirche und Gesellschaft statt. Der Vorsitzende des BBE-Sprecherrates, Prof. Dr. Thomas Olk, richtete ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Darin drückte er aus, dass das Ehrenamt in den Kirchen eine zentrale Wesens- und Lebensfunktion ist. Die Gläubigen sind in ihren Gemeinden aktiv und wirken über diese hinaus in das Gemeinwesen hinein. Olk machte darauf aufmerksam, dass sich gleichwohl in den letzten Jahrzehnten einiges verändert hat. Dem Professionalisierungsschub in den 1960er und 1970er Jahren folgte eine Verknappung der öffentlichen Haushaltsmittel. In deren Folge gewinnen Ehrenamtliche und Freiwillige neue Bedeutung innerhalb der kirchlichen Strukturen. Diese Veränderung erfordere, so Olk, auch ein neues Rollenverständnis der Hauptamtlichen.

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Infotage zur ARD-Themenwoche

Zur Vorbereitung auf die Themenwoche zum bürgerschaftliches Engagement, die am 10. Mai 2009 beginnt, fand vom 2. bis 3. Februar 2009 eine Informationsveranstaltung in Berlin statt. Die ARD.ZDF medienakademie hatte die Organisation in Kooperation mit dem BR übernommen; das BBE begleitete das Seminar fachlich. Nach den erfolgreichen Themenwochen aus den Vorjahren wird die ARD auch im Jahr 2009 wieder einen gesellschaftlich relevanten Themenschwerpunkt aufgreifen und sich unter dem Motto »Ist doch Ehrensache! Wie Menschen sich für die Gesellschaft engagieren« eine Woche lang in allen Fernseh- und Hörfunkprogrammen sowie im Online-Angebot mit dem Thema bürgerschaftliches Engagement und seiner Bedeutung für die Gesellschaft beschäftigen. Das BBE gestaltet in Kooperation mit dem Generalsekretariat der ARD am 6. Mai 2009 den fachlichen Auftakt der Themenwoche. In einem hochkarätigen Workshop werden Journalisten unterschiedlichster Medien mit den Akteuren des bürgerschaftlichen Engagements ins Gespräch gebracht. An der Teilnahme Interessierte können sich beim BBE melden.

Kontakt: aktionswoche( at)b-b-e.de

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Neuer Mitarbeiter für das Europa-Projekt

Seit dem 1. Februar 2009 ist Mirko Schwärzel in der Geschäftsstelle als wissenschaftlicher Referent für das Projekt »BBE für Europa« tätig. Er hat Europäische Studien (Osnabrück) und Sozialwissenschaften (Bochum) studiert und war in Brüssel mehrere Jahre für europäische Jugendverbände aktiv. Zuletzt arbeitete Mirko Schwärzel als wissenschaftlicher Mitarbeiter des DGB-Bildungswerks NRW in kommunalen ESF-Projekten. Für das BBE übernimmt er nun die Aufgabe der europapolitischen Vernetzung des BBE und seiner Mitglieder. Besonderes Augenmerk des Projektes liegt dabei auf der Erleichterung der Zugänge zu EU-Förderprogrammen, insbesondere zum Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« in Zusammenarbeit mit der Kulturpolitischen Gesellschaft.

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Projektassistenz der Engagement-Plattform

Die Projektassistenz für den Aufbau der Internetplattform »Engagiert in Deutschland« hat Andrea Junge übernommen. Sie studierte Public-Management mit den Schwerpunkten Nonprofit-Management und Marketing an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft und an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtpflege in Berlin. Andrea Junge war unter anderem im Weltverband Deutscher Auslandsschulen e.V. als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistenz der Geschäftsführung tätig und übernahm eigenverantwortlich die gesamte Office-Organisation. Darüber hinaus absolvierte sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation bei der Senatsverwaltung für Inneres und war im Standesamt I in Berlin beschäftigt. Andrea Junge ist seit acht Jahren Nachbarschaftshelferin.

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Norddeutscher Fundraisingtag

Am 26. Februar findet der 4. Norddeutsche Fundraisingtag in der Katholischen Akademie in Hamburg statt. Die Veranstaltung richtet sich an Fundraiser, in der Öffentlichkeitsarbeit Tätige, Stiftungsrepräsentanten und Geschäftsführer sozialer Einrichtungen. In den Workshops geht es um die Gewinnung und Führung von Freiwilligen, um Fundraising-Instrumente, Ethik im Fundraising und um die Erfolgsfaktoren des Dialogmarketings. In einer der Plenumsveranstaltungen wird die Bedeutung von Unternehmenskooperationen vorgestellt.

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Zweite Runde für »Orte der Vielfalt«

Noch bis zum 28. Februar 2009 können Bewerbungen für die zweite Auszeichnungsrunde der Initiative »Orte der Vielfalt« eingereicht werden. Ziel der Initiative ist es, Städte, Gemeinden und Kreise in ganz Deutschland in ihrem Engagement für Vielfalt zu stärken. Unterstützt wird die Initiative durch die Länder, die kommunalen Spitzenverbände sowie Organisationen der Zivilgesellschaft und aus Wirtschaft und Gewerkschaft. Um das Bekenntnis für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in den kommenden Jahren langfristig und überall vor Ort zu unterstreichen, sind alle Kommunen in Deutschland aufgerufen, sich an der Initiative zu beteiligen. Besonders engagierte Kommunen können sich für ein Schild, das sie als »Ort der Vielfalt« auszeichnet, bewerben.

Bewerbung und Infos unter
www.orte-der-vielfalt.de

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Wettbewerb »Aktiv im Alter«

Ab dem 2. Februar können sich wieder Städte, Landkreise und Gemeinden für das Programm »Aktiv im Alter« bewerben. Das Programm unterstützt die Kommunen dabei, gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern in lokalen Foren Ideen und Antworten auf die Frage »Wie wollen wir morgen leben?« entwickeln. Die Ideen können sehr vielfältig sein: So könnte zum Beispiel beschlossen werden, ein Denkmal zu errichten, einen Dorfplatz zu verschönern oder ein Schwimmbad zu leiten. Wichtig ist vor allem, dass vor Ort ein gemeinsames Interesse am Projekt besteht. Diese werden dann mit ehrenamtlich tätigen Seniorinnen und Senioren umgesetzt. Der Bund fördert die Kommunen mit Zuschüssen von 10.000 Euro pro Kommune, um ein Leitbild des aktiven Alters in der Kommune zu entwickeln und zu erweitern. Bewerbungsschluss ist der 9. März 2009.

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Jugendwettbewerb »respekt2009«

Die Bundesregierung startet den Jugendwettbewerb »respekt 2009«. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren können sich mit eigenen Projekten bewerben. Ausgezeichnet werden Ideen und Initiativen, die sich für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und für Chancengleichheit in Deutschland einsetzen. Pro Bundesland soll ein Gewinnerprojekt ermittelt werden, das jeweils mit 1.000 Euro prämiert und öffentlich vorgestellt wird. Teilnahmeschluss ist der 31. März 2009.

Weitere Infos unter
http://www.respekt2009.de

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Europäischer Freiwilligendienst für Migranten

Jugend für Europa, die deutsche Agentur des EU-Programms »Jugend in Aktion«, ruft zur Beteiligung am Europäischen Freiwilligendienst im Rahmen von »JiVE Jugendarbeit international – Vielfalt erleben« auf. Mit dem Aufruf soll der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund in den Projekten des Europäischen Freiwilligendienstes erhöht werden. Aufgerufen sind Migrantenselbsthilfeorganisationen, Jugendmigrationsdienste und bereits anerkannte Träger des Europäischen Freiwilligendienstes, Projekte unter Beteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu entwickeln. Bis zum 1. Juni 2009 müssen die Förderanträge bei Jugend für Europa eingereicht sein.

Weitere Infos unter
www.jugendfuereuropa.de/4228/

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Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint in vierzehn Tagen am 19. Februar 2009. Redaktionsschluss ist der 12. Februar. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter( at )b-b-e.de.
Redaktion: Dr. Ansgar Klein und Dr. Rudolf Speth unter Mitarbeit von Ina Bömelburg.

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie hier:
http://b-b-e.de/kommende-themen.html

Kontakt
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Bundesgeschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17–18
10179 Berlin-Mitte
www.b-b-e.de

Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 1
E-Mail: ansgar.klein( at )b-b-e.de

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