Newsletter Nr. 2 vom 22.1.2009

Zögerliche Nutzung der Online-Kommunikation

Die positiven Erwartungen, die mit den neuen Formen der Online-Kommunikation für das bürgerschaftliche Engagement verbunden werden, sind nach Hanns-Jörg Sippel, Geschäftsführer der Stiftung Mitarbeit, skeptisch zu beurteilen. Denn Technik allein löst die Probleme der Beteiligung und des Engagements nicht. Zudem sind bislang wirklich dialogorientierte Elemente kaum zu finden und die interaktiven Potenziale des Internets werden noch nicht richtig genutzt. Neben Problemen mit den Ressourcen gibt es vor allem Ängste bei vielen Akteuren, dass durch Online-Beteiligung das Bild der Organisation beschädigt werden könnte. Insgesamt sind zivilgesellschaftliche Organisationen nicht unbedingt die Vorreiter in Sachen Social Web.

nach oben

Neuer Web-Markt für Deutschland

Die Internetangebote zivilgesellschaftlicher Organisationen sind noch sehr zersplittert. Viele Organisationen und Engagierte nutzen die Vernetzungschancen, die Web 2.0 als das Mitmach-Internet bietet, kaum. Das Online-Projekt „Engagiert in Deutschland“ will in den kommenden drei Jahren eine bundesweite Plattform (www.engagiert-in-deutschland.de) aufbauen. Unter dieser zentralen Adresse im Netz sollen alle Angebote der Engagementförderung aus Staat, Wirtschaft und Bürgergesellschaft zusammengeführt werden. Ziel ist es, einen »Web-Markt« für zivilgesellschaftliche Aktivitäten und Gemeinwohlbeiträge von Bürgerinnen und Bürgern, von Unternehmen, von Organisationen und Institutionen zu schaffen. Das Projekt befindet sich in Trägerschaft des DV als Träger der BBE-Geschäftsstelle und wird vom BBE fachlich verantwortet.

nach oben

Web 2.0 für die Kommunen

Das Web 2.0 eröffnet den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort neue Möglichkeiten der Kommunikation. Kommunen können ihre Bürgerinnen und Bürger nicht nur informieren, sondern diese berichten ihrerseits der Kommunalverwaltung über Probleme, Wünsche und den Zustand des Gemeinwesens. Web 2.0 ermöglicht damit eine neue Stufe der Beteiligung und der Kommunikation in beide Richtungen. Wolfgang Vortkamp und Jörg Deppe, Projektleiter und Gesamtleiter der Internet-Vernetzungsaktivitäten des BBE, berichten über das Modellprojekt »2000 kommunale Internet-Plattformen«. Das Projekt hat das Ziel, die Engagement-Plattformen in das kommunale E-Government-Angebot zu integrieren. Dafür wurde die Technik der »Engagement-Fenster« entwickelt, die sehr flexibel eingesetzt werden kann.

nach oben

Web 2.0 für Nonprofit-Organisationen

Zivilgesellschaftliche Organisationen verhalten sich immer noch sehr defensiv beim Thema Internet und insbesondere beim Web 2.0, dem Mitmach-Internet. Nach Brigitte Reiser, Beraterin von Nonprofit-Organisationen und Betreiberin eines Blogs zu diesem Thema, bietet das Mitmach-Internet die Chance, dass die Nutzer von Konsumenten zu Produzenten werden. Dies könnte dem Projekt Bürgergesellschaft zum Durchbruch verhelfen. Gerade Social Media bieten für gemeinnützige Organisationen besondere Chancen, sich mit ihren Stakeholdern zu vernetzen: Blogs, Communities, Foren, Wikis und Kurznachrichtendienste wie Twitter. Mit diesen neuen medialen Kommunikationskanälen können die Grenzen des eigenen Umfeldes leichter überschritten und neue Unterstützer gewonnen werden.

nach oben

Monetarisierungstendenzen im Ehrenamt

Durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz, das im letzten Jahr beschlossen wurde, wird eine Förderung des Ehrenamtes und der Selbsthilfe in der Pflege möglich. Das Förderbudget der Pflegekassen wurde um 15 Mio. Euro aufgestockt. Mit dem Gesetz können ehrenamtlichen Betreuungspersonen entstandene Kosten wie Fahrgeld, Telefon etc. erstattet werden. Die Förderpraxis zeigt aber, dass eine Reihe von Trägern Aufwandsentschädigungen auf Stundenbasis gewähren, die in Einzelfällen deutlich über 10 Euro pro Stunde liegen. Johannes Warmbrunn vom Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Baden-Württemberg diskutiert in seinem Beitrag die damit zusammenhängende Problematik der Monetarisierung. Er plädiert für eine strikte Beschränkung der Vergütungen auf die tatsächlich entstandenen Aufwendungen.

nach oben

Freiwilligendienste: Fragen der FDP-Fraktion

Die Bundestagsfraktion der FDP hat eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zu den Freiwilligendiensten gestartet. Die Fraktion will wissen, warum der Bund nur die pädagogische Begleitung der Freiwilligendienste finanzieren darf. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Höhen der Förderung bei den Freiwilligendiensten. Die FDP-Fraktion macht darauf aufmerksam, dass die Förderungssummen für ein FSJ/FÖJ nach § 14c des Zivildienstgesetzes in keinem Verhältnis zu der Förderung eines normalen FSJ/FÖJ-Platzes stehen.

nach oben

Ländervertreter im Unterausschuss

Der Unterausschuss »Bürgerschaftliches Engagement« des Deutschen Bundestages hat sich auf seiner Sitzung am 17. Dezember 2008 mit der Initiative ZivilEngagement des Familienministeriums und mit der Engagementförderpolitik der Bundesländer befasst. Dr. Hans Fleisch, Beauftragter der Bundesregierung für ZivilEngagement, berichtete über die Projekte der Initiative in den letzten 12 Monaten. In seinem Bericht gab er auch einen Ausblick auf die Vorhaben der Initiative für das Jahr 2009. Vertreter von elf Bundesländern informierten über den Stand der Engagementförderpolitik in ihren Ländern und ihre Vorhaben im kommenden Jahr.

nach oben

Eckpunkte des Deutschen Vereins zum Engagement

Das Präsidium des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge hat Eckpunkte zum sozialen bürgerschaftlichen Engagement verabschiedet. In dem Text wird der Beitrag des bürgerschaftlichen Engagements zu Integration und sozialem Zusammenhalt in der Kommune sowie zur Verbesserung der Qualität sozialer Arbeit gewüdigt. Die Eckpunkte benennen auch die Voraussetzung für das bürgerschaftliche Engagement vor Ort und münden in Handlungsempfehlungen. Diese richten sich an kommunale Verwaltungen und Personen, die Engagement fördern wollen. Insgesamt kann das bürgerschaftliche Engagement einen wesentlichen Beitrag zur kommunalen Daseinsvorsorge leisten.

nach oben

Vernetzungskonferenz in Konstanz

Vom 16. bis 17. Februar 2009 findet in Konstanz eine internationale Vernetzungskonferenz statt. Die Tagung »Grenzen-Los! Freiwilliges Engagement in Deutschland, Österreich und der Schweiz« bildet den Auftakt für eine Plattform im deutschsprachigen europäischen Raum, um zentrale und aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen regelmäßig auszutauschen sowie Akteure und Akteurinnen aus Praxis und Wissenschaft länderübergreifend miteinander zu vernetzen. Die Tagung will neue Kooperationen ermöglichen und zu internationaler Zusammenarbeit beitragen. Sie hat das Ziel, freiwilliges Engagement kreativ weiter zu entwickeln, in seinen Möglichkeiten zu stärken, aber auch offene Fragen zu diskutieren und auf Grenzen und kritische Entwicklungen aufmerksam zu machen. Eine Anmeldung zur Tagung ist weiterhin möglich. Das BBE unterstützt die Tagung als Kooperationspartner.

nach oben

Koordinator: Wegweiser Freiwilligendienste

Die Projektkoordination für die Internetplattform »Wegweiser Freiwilligendienste« hat Stefan Meyn übernommen. Er studierte in Halle, Berlin und Potsdam Politikwissenschaften. Vor dem Studium war er in seiner Heimatstadt Weimar beim Lokalsender Radio Lotte tätig und arbeitete später während des Studiums im Berliner Büro für Freiwilliges Engagement der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Nach dem Abschluss des Studiums war er als Praktikant für die Geschäftsstelle des BBE tätig. Neben der Koordination des »Wegweiser Freiwilligendienste« ist Stefan Meyn nun auch am Aufbau einer Internetplattform zum Versicherungsschutz im Ehrenamt beteiligt.

nach oben

Planungen der Fachgruppe »Bürgernetz« des BBE

Am 20. und 21. Januar 2009 trafen sich in Berlin die Betreiberorganisationen des BBE-Bürgernetzes, der Projekte »Engagementplattformen für 2000 Kommunen«, »Engagiert in Deutschland«, des »Wegweiser Freiwilligendienstes« und weitere Partnerorganisationen zu einer gemeinsamen Arbeitskonferenz. Dabei wurden die einzelnen Projekte vorgestellt und Kooperationsmöglichkeiten erörtert. Die Teilnehmer vereinbarten regelmäßige gemeinsame Treffen in halbjährlichem Rhythmus. Diese Treffen sollen für weitere Interessenten grundsätzlich offen sein und sind für das BBE Ort der fachlichen Abstimmung und der Planungen zur wechselseitigen Projektvernetzung. Die vertretenen Projekte sollen in den Projekten »Engagementplattformen für 2000 Kommunen« und »Engagiert in Deutschland« vernetzt werden.

Kontakt: joerg.deppe( at )b-b-e.de

nach oben

Seminar zu Online-Volunteering

Online-Volunteering ist der modernste Bereich des bürgerschaftlichen Engagements! Hier liegt eines der Engagementfelder der Zukunft. Da die Erfahrungen deutscher Organisationen mit der virtuellen Freiwilligenarbeit noch rar scheinen, bietet die Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland (fjs e.V.) am 16. Februar 2009 das Seminar »Online-Volunteering« mit Jayne Cravens an. Als Pionierin auf dem Gebiet des Online-Volunteering ist die US-Amerikanerin eine anerkannte Expertin für viele Fragen rund um das Bürgerengagement im Internet. Ein weiteres Seminar zu diesem Thema findet am 27. August 2009 statt.

Weitere Infos und Anmeldung unter
www.ehrenamt.de

nach oben

Gemeinnützigkeitsrecht in EU-Perspektive

Der Deutsche Verein veranstaltet am 26. Februar 2009 in Kooperation mit dem Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Tagung »Gemeinnützigkeit im Licht des EG-Beihilferechts«. In Deutschland ist die Gemeinnützigkeit ein anerkannter und gewachsener Bestandteil der gesellschaftlichen und rechtlichen Ordnung. Steuervergünstigungen für gemeinnützige Einrichtungen sind dabei ein freiwilliges Gestaltungsinstrument der Zivilgesellschaft. Gleichwohl müssen sich auch die Vorschriften des deutschen Gemeinnützigkeitsrechts am Maßstab der Grundfreiheiten des EG-Vertrages und des EG-Beihilferechts messen lassen. Auf der Tagung soll über die Zukunft der Gemeinnützigkeit unter dem Einfluss des europäischen Binnenmarktes und des Wettbewerbsrechts diskutiert werden. Es wird um die aktuellen Entwicklungen und Gestaltungsspielräume des Gemeinnützigkeitsrechts gehen.

Weitere Infos und Anmeldung unter
https://www.deutscher-verein.de/03-events/2009/gruppe6/p_672-09/

nach oben

Kongress zu Service-Learning

Die Agentur mehrwert führt vom 16. bis 17. November 2009 in Stuttgart einen Kongress zum Thema Service Learning für Studierende durch. Service Learning ist eine innovative Lehr- und Lernform, bei der praktisches Engagement in gemeinnützigen Einrichtungen mit fachspezifischer und persönlichkeitsbildender Reflexion verknüpft wird. In einem Call for Papers bitte die Agentur mehrwert um Best-Practice-Beispiele. Der Kongress richtet sich an Verantwortliche für die Lehre an den Hochschulen. Der Kongress findet in Kooperation mit dem Hochschulnetzwerk »Bildung durch Verantwortung« statt und wird finanziert von der Robert Bosch Stiftung.

nach oben

Forschungsagenda Zivilgesellschaft

Das Forschungscollegium des Maecenata-Instituts hat eine Replik zu einem Text von Helmut Anheier und Andreas Schröer verfasst, in dem diese die Konturen eine Forschungsagenda für die Zivilgesellschaft entworfen haben (siehe BBE-Newsletter 12/2008). In der Replik moniert das Forschungscollegium, dass Anheier und Schröer immer noch zu stark vom Staat her denken würden und eher den Dritten Sektor und weniger die Zivilgesellschaft im Blick hätten. Die Gruppe spricht sich für einen weicheren, stärker interdisziplinären, offeneren und breiteren Zugang zu den Fragen einer Zivilgesellschaftsforschung aus. Das Forschungcollegium ist seit 1999 ein Projekt des Maecenata-Instituts und ein Ort des Austausches von jungen Wissenschaftlern zu Fragen des Dritten Sektors und der Zivilgesellschaft.

nach oben

Für ein kindergerechtes Deutschland

Das Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für ein kindergerechtes Deutschland 2005 bis 2010 (NAP) läuft seit 16. April 2008. Projektpartner sind der Deutsche Bundesjugendring DBJR) und die Servicestelle Jugendbeteiligung (SJB). Es gibt ein Projektbüro, über das die Koordination und Abwicklung des Projektes organisiert werden. Insgesamt beteiligen sich etwa 40 Projekte von Mitgliedsorganisationen des DBJR am NAP. An ersten Aktivitäten haben bereits über 1.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen. Inzwischen gibt es die ersten Dokumentationen und entsprechende Forderungen von Kindern und Jugendlichen, wie ein kindergerechtes Deutschland aussehen soll.

nach oben

Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint in vierzehn Tagen am 5. Februar 2009. Redaktionsschluss ist der 29. Januar. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter( at )b-b-e.de.
Redaktion: Dr. Ansgar Klein und Dr. Rudolf Speth unter Mitarbeit von Ina Bömelburg.

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie hier:
http://b-b-e.de/kommende-themen.html

Kontakt
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Bundesgeschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17–18
10179 Berlin-Mitte
www.b-b-e.de

Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 1
E-Mail: ansgar.klein( at )b-b-e.de

nach oben


Aktuelle Meldungen

21.05.2019

Teamassistenz Freiwilligen-Service: Wikimedia

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. sucht ab sofort in Vollzeit…

mehr…

21.05.2019

Mitarbeiter*in im Sekretariat der Geschäftsführung: Fulbright

Für die Unterstützung des Executive Offices sucht die Fulbright-Kommission in Berlin zum…

mehr…

21.05.2019

Bundesfreiwillige*r im Bereich Fundraising: Amnesty

Amnesty International sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt für den Standort Berlin eine*n…

mehr…