Newsletter Nr. 5 vom 6. März 2008

Betriebsräte auf neuen Wegen

Der Veränderungsdruck bei Unternehmen und Gewerkschaften bringt bei den Betriebsräten neue Formen des lokalen Engagements hervor. Dies ist das Zwischenergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung von Klaus Dörre, Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Universität Jena. Dörre und seine Mitarbeiter haben untersucht, wie und wo sich Betriebsräte außerhalb des Betriebes engagieren. Weil die alte Arbeitsteilung zwischen Betriebsräten und Gewerkschaften brüchig wird, entwickeln Betriebsräte neue Rollenmuster. Dörre hat drei Typen identifiziert: den Netzwerker, den regionalen Innovationsmanager und den Bewegungsgewerkschafter. Alle bringen ein neues und unkonventionelles Engagement hervor, das sich in regionalen Bündnissen, Netzwerken und der Förderung regionaler Innovationscluster ausdrückt.

Gastbeitrag Mario Candeias und Bernd Röttger unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_candeias_roettger.pdf

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Lokale Familienbündnisse und Gewerkschaften

Mehr als 470 lokale Bündnisse für Familie gibt es, an mehr als 100 Bündnissen sind Gewerkschafterinnen und Betriebsräte beteiligt. Die Gewerkschaften unterstützen damit eine Organisationsform, die von der damaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt ins Leben gerufen wurde und in der sich Menschen zu einem Runden Tisch zusammenfinden, um die Lebensbedingungen für Familien vor Ort zu verbessern. Diese lokalen Runden Tische wollen das Angebot an Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern sowie für ein familienfreundliches Umfeld sorgen. Die lokalen Bündnisse leben vom Engagement aller Beteiligten, die Geld, Know-how, ehrenamtliches Personal und Räumlichkeiten bereitstellen. Damit wird vor Ort das soziale Netz aktiviert und soziales Kapital geschaffen.

Gastbeitrag Christina Stockfisch unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_stockfisch.pdf

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Gewerkschaftliche Jugendarbeit

Mit einer Stellvertreterpolitik ist in der Gewerkschaftsjugend schon lange nichts mehr zu gewinnen. Jugendliche wollen bei Entscheidungen, die sie betreffen, auch mitbestimmen. Doch trotz einer gestiegenen Zustimmung zu Gewerkschaften unter Jugendlichen würden diese nicht immer und ständig für Aktivitäten zur Verfügung stehen. Gewerkschaftliche Jugendarbeit, so Stephanie Schmoliner, müsse sich an den unterschiedlichen Lebenswelten von Jugendlichen ausrichten. Denn das einstige homogene Gewerkschaftsmilieu gibt es schon lange nicht mehr. Wenn Jugendliche beteiligt und Themen nicht von oben vorgegeben werden, dann werden Aktionen auch breit mitgetragen und versanden nicht so schnell.

Gastbeitrag Stephanie Schmoliner unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_schmoliner.pdf

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Gewerkschaften tun sich schwer mit CSR

Gewerkschaften stehen dem CSR-Konzept, das die soziale Unternehmensverantwortung regelt, kritisch gegenüber. Jürgen Eckl begründet in seinem Gastbeitrag, dass die Eigenverantwortlichkeit, die Unternehmen auch für den Bereich von CSR in Anspruch nehmen, letztlich auf Freiwilligkeit basiere. Ein solches freiwilliges Engagement der Unternehmen würde aber nicht genügen, denn gerade auf der internationalen Ebene würde mit der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) seit Jahrzehnten ein völkerrechtlich bindendes Regelwerk für die Unternehmen vorliegen. Dieses dürfe nicht durch freiwillige Vereinbarungen ersetzt werden. Die Globalisierung erfordere den Vorrang von Staat und Recht vor der Freiwilligkeit.

Gastbeitrag Jürgen Eckl unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_eckl.pdf

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Freiwilligenagenturen ausgezeichnet

Weiteren 13 Freiwilligenagenturen wurde von Staatssekretär Gerd Hoofe aus dem Bundesfamilienministerium das Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) verliehen. Die bagfa hat ein neues System für das Qualitätsmanagement der Freiwilligenagenturen entwickelt. In einem dazugehörigen Handbuch werden 32 Standards definiert, an denen sich Freiwilligenagenturen orientieren und prüfen lassen können. Von den etwa 300 lokalen Einrichtungen haben inzwischen 45 Freiwilligenagenturen die Qualitätsprüfung nach dem neuen System erfolgreich absolviert. Das Qualitätssiegel soll helfen, die Arbeit der Freiwilligenagenturen zu verbessern. Es wird ausschließlich nach einer Prüfung durch externe Juroren vergeben.

Weitere Infos zum Qualitätssiegel unter
http://www.bagfa.de

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Engagementförderung in Rheinland-Pfalz

Die »Leitstelle Bürgergesellschaft und Ehrenamt« in Rheinland-Pfalz zieht nach einem Jahr Bilanz. Seit gut einem Jahr gibt es diese Servicestelle in der Staatskanzlei des Landes. Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements ist damit ganz oben beim Ministerpräsidenten angesiedelt. Rheinland-Pfalz orientiert sich am Vorbild Baden-Württemberg, das schon seit Jahren eine solche Stelle im Ministerium für Arbeit und Soziales hat. Auch in Rheinland-Pfalz wird jetzt ein Landesnetzwerk aufgebaut, von dem neue Impulse für das Engagement erwartet werden. Mit der Leitstelle wird der lang gehegte Wunsch nach einer ressortübergreifenden Engagementförderung Wirklichkeit.

Bilanz der Leitstelle unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_bilanz_heuberger.pdf

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Spendenhaftung verbessern

Die FDP hat einen Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht, mit dem das Haftungsrisiko im Umgang mit Spenden vermindert werden soll. Der Entwurf sieht vor, Artikel 1 des Einkommensteuergesetzes so zu ändern, dass eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung bei zweckwidrig verwendeten Spendenmitteln ausgeschlossen wird. Die Haftung für das Ausstellen von Spendenquittungen soll auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt und auf 20 Prozent der eingegangenen Spenden begrenzt werden. Damit soll beispielsweise für Vereinsvorstände das Risiko vermindert und insgesamt bürgerschaftliches Engagement erleichtert werden. Die anderen Parteien im Bundestag erkennen bei diesem Thema ebenfalls einen dringenden Reformbedarf.

Gesetzentwurf unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_gesetzentwurf_haftungsrisko.pdf

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Heute ein Engel

Die Stiftung Gute-Tat.de konnte im Jahr 2007 mehr als 1.000 Menschen in ein soziales Engagement vermitteln. Für diese Erfolge bekam sie den Feri-Stiftungspreis 2007 und wurde beim bundesweiten Wettbewerb startsocial ausgezeichnet. Die Stiftung vermittelt Menschen oder Unternehmen, die sich unkompliziert und ohne langfristige Verpflichtung mit Zeit-, Geld- oder Sachspenden ehrenamtlich engagieren möchten, in soziale Organisationen. Mit der Initiative »Heute ein Engel« bietet sie Interessierten Möglichkeiten für ein kurzfristiges und zeitlich begrenztes Engagement und erreicht damit insbesondere jüngere Menschen.

Weitere Infos unter
http://www.gute-tat.de

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Flyer zur Aktionswoche 2008

Die Flyer zur Aktionswoche 2008 sind fertig. Zum vierten Mal startet das BBE die größte Freiwilligen-Offensive Deutschlands: die Woche des bürgerschaftlichen Engagements vom 19. bis 28. September 2008. Das BBE ruft alle Akteure vor Ort auf, sich aktiv an der Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2008 zu beteiligen. Alle Interessierten und Unterstützer können die Aktionswoche und das Motto »Engagement macht stark!« nutzen, um auf sich und die eigenen Freiwilligenprogramme, Projekte und Initiativen aufmerksam zu machen. Diese Chance soll genutzt werden, weil während der Aktionswoche das Thema bürgerschaftliches Engagement medial in aller Munde sein wird. Der Flyer kann kostenlos auf www.engagement-macht-stark.de unter »Materialbestellung« oder per Mail an mailto:aktionswoche(at)b-b-e.de bestellt werden.

Flyer unter
http://www.engagement-macht-stark.de/media/2008/infoflyer2008.pdf
Weitere Infos zur Kampagne 2008
http://www.engagement-macht-stark.de

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Tagung zu Engagementförderung in der Kommune

Von 9. bis 12. April führt der Deutsche Verein (DV) eine Fachtagung durch, auf der Konzepte und Modelle für die Qualifizierung von freiwillig Engagierten in Kommunen thematisiert werden. Anmeldeschluss ist der 14. März. Die Tagung richtet sich an Verantwortliche für freiwilliges Engagement in den Kommunen, Sozialarbeiter/innen und Verantwortliche von Weiterbildungseinrichtungen. Die Tagungsteilnehmer/innen sollen Anregungen und Hilfen für die Förderung des freiwilligen Engagements im Gemeinwesen bekommen. Praktiker/innen geben Auskunft über Qualifizierungsmodelle und neue Methoden. Der DV ist Träger der BBE-Geschäftsstelle.

Flyer unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_fachtagung_engagement_kommunen.pdf

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Engagierte Bürger gewinnen

Das Städte-Netzwerk NRW führt in Kooperation mit dem BBE ein Fachseminar zum Thema »Engagierte Bürger gewinnen« durch. Das Seminar findet am 21. und 22. April in der Katholischen Akademie Schwerte statt. Leiterinnen und Leiter von Bibliotheken, Musikschulen, Sporteinrichtungen, Volkshochschulen, Museen, Kinder-, Jugend- und Senioreneinrichtungen sollen lernen, wie sie für ihre Einrichtungen freiwillig Engagierte gewinnen und weiterqualifizieren können. Die Fortbildung ist als zweitägiges Fachseminar geplant, an das sich ein E-Learning-Angebot anschließt. Darin können eigene Lernerfahrungen mit dem Referenten rückgekoppelt werden.

Flyer und Anmeldeformular unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_fachseminar_engagierte_buerger_gewinnen.pdf

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Netzwerke im Dialog

Das BBE trifft sich Ende April auf einer Fachtagung mit Vertreter/inne/n von Netzwerken aus allen Bundesländern und Vertreter/inne/n von Ministerien, die für Engagementförderung zuständig sind. Sektorübergreifende Netzwerke erweisen sich in den letzten Jahren als zentrale strategische Instrumente der Engagementförderung. Ziel des Treffens ist es, die Bedeutung von solchen Netzwerken innerhalb einer Fachöffentlichkeit zu diskutieren, die künftigen Herausforderungen und den Bedarf an Unterstützung in Erfahrung zu bringen. Mit den Praktiker/inne/n und Koordinator/inne/n von BE-Netzwerken soll auch der Bedarf an wissenschaftlicher Begleitforschung zu Netzwerken der Engagementförderung diskutiert werden. Federführend für das BBE ist die AG 1 »Rahmenbedingungen«.

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Senioren in den Kommunen

Der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, wird am 2. April offiziell das Memorandum »Mitgestalten und Mitentscheiden – Ältere Menschen in Kommunen« überreicht. Im Anschluss daran findet in Berlin eine zweitägige Fachtagung (»Alter schafft Neues. Auf dem Weg zur Beteiligungsgesellschaft«) statt, auf der Vertreter/innen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft die Themen des Memorandums intensiv diskutieren. Für das BBE ist der Vorsitzende des Sprecherrates, Thomas Olk, beteiligt.

Anmeldeschluss ist der 25. März.

Flyer und Anmeldeformular unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_alter_schafft_neues.pdf

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Konferenz des Euclid-Netzwerks

Euclid, ein europäisches Netzwerk von Führungskräften in Dritter Sektor-Organisationen, lädt zu seiner Konferenz am 17. und 18. April nach Budapest ein. Mit der Konferenz soll dazu beigetragen werden, lokale Entwicklungen im zivilgesellschaftlichen Bereich in Zentral- und Osteuropa zu befördern. Konferenzthemen sind: Soziale Investition, soziale Unternehmen, Transparenz und Rechnungslegungspflicht, Leadership und Finanzierung. Das Euclid-Netzwerk wurde im letzten Jahr in Paris gegründet und hat inzwischen mehr als 400 Mitglieder aus 16 europäischen Ländern. Als Interessenverband von Führungskräften des Dritten Sektors ist das Netzwerk bestrebt, grenzüberschreitende Lernprozesse in der Führung solcher Organisationen zu ermöglichen.

Weitere Infos und Programm unter
http://www.euclidnetwork.eu/events.php?id=56

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Wenn Gesellschaften älter werden

In München findet am 24. April eine Tagung statt, die sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf das bürgerschaftliche Engagement beschäftigt. Anmeldeschluss ist der 14. April. Die Tagung wird sich mit positiven Lebenskonzepten in einer alternden Gesellschaft beschäftigen und sich in einer vorgestellten Zeitreise die Entwicklungen in München vor Augen führen. Untermauert mit Daten und Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung soll über die Veränderung von Milieus und über neue Aufgabenfelder von bürgerschaftlichem Engagement und sozialen Organisationen diskutiert werden.

Flyer und Anmeldeformular unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_flyer_muenchen_demogr_wandel.pdf

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Deutsch-Japanischer Jugendaustausch

Bis zum 18. April können sich junge Menschen, die ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert sind, um ein zweiwöchiges Besuchsprogramm in Japan bewerben. Während des Aufenthalts bekommen die Jungendlichen die Gelegenheit, die Jugendarbeit, den Bildungssektor und das Alltagsleben Japans kennenzulernen. Vor der Abreise gibt es ein verpflichtendes Vorbereitungsseminar. Der Aufenthalt in Japan findet in der ersten Septemberhälfte statt. Danach kommt eine japanische Jugendgruppe zum Gegenbesuch und auf einem Wochenendseminar können die geknüpften Kontakte vertieft werden.

Weitere Infos und Bewerbungsbogen unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl05_japan_ausschreibung.pdf

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Weltweiter Vergleich von Zivilgesellschaften

CIVICUS, das internationale Zivilgesellschaftsnetzwerk, das den Civil Society Index (CSI) entwickelt hat, hat im Februar in Südafrika den zweiten Band mit seinen Forschungsergebnissen zum Stand der zivilgesellschaftlichen Entwicklung in mehr als 45 Ländern vorgestellt. Der Band »CIVICUS Global Survey of Civil Society« untersucht die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und Staat, die Bedeutung der Zivilgesellschaft für Governance-Prozesse, die Transparenz und weitere relevante Themen in einer vergleichenden Perspektive. Während im ersten Band Länderprofile versammelt waren, geht es nun im zweiten Band darum, die Stärken und Schwächen der Zivilgesellschaft vergleichend festzustellen und zu bewerten.

Weitere Infos unter
http://www.civilsocietyindex.org

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Preise für Bürgerstiftungen

Den Förderpreis der Aktiven Bürgerschaft für 2008 haben die Stiftung Bürger für Münster (1. Preis) sowie die Bürgerstiftung Weimar und die Bürgerstiftung Pfalz (zwei 2. Preise) bekommen. Im Mittelpunkt des bundesweiten Wettbewerbs standen Bürgerstiftungen, die sich für junge Menschen engagieren. Die Stiftung Bürger für Münster wurde für ihr Modellprojekt »Verantwortung lernen« ausgezeichnet, mit dem Schülerinnen und Schüler lernen, benachteiligte Kinder zu unterstützen und für sie als Mentoren aufzutreten.

Weitere Infos unter
http://www.aktive-buergerschaft.de

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