Newsletter Nr. 3 vom 7. Februar 2008

Zwei Sorten von Sozialkapital

Seit einigen Jahren ist der Begriff Sozialkapital zum Zauberwort geworden. Mit ihm wird beschrieben, wie die Mischung aus Vertrauen, Netzwerken und Prinzipien der Gegenseitigkeit wirtschaftlichen Erfolg, die demokratische Beteiligung und die Leistung der Verwaltung positiv beeinflusst. Seit dieser Entdeckung von Robert Putnam gibt es aber auch mahnende Stimmung, die darauf drängen, genauer hinzusehen. Denn es müssen zwei Sorten von Sozialkapital unterschieden werden: eine verbindendes und ein ausschließendes Sozialkapital. Brigitte Geißel geht in ihrem Gastbeitrag der Frage nach, wie das verbindende, soziale Grenzen überwindende Sozialkapital durch intelligente Beteiligungsmodelle gefördert werden kann.

Gastbeitrag Brigitte Geißel unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_geissel.pdf

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Neue Studie von Robert Putnam

Vielfach wird angenommen, dass Zuwanderer Gesellschaften bereichern, zum Wirtschaftswachstum beitragen und wissenschaftliche Kreativität befördern. Amerika sei dafür das beste Beispiel. Nun zeigt die neueste Studie von Robert Putnam, dass mit wachsender Diversität der Gesellschaft das Sozialkapital abnimmt. Thomas Pany stellt in seinem Beitrag die wesentlichen Ergebnisse und die möglichen Konsequenzen von Putnams Studie vor. Diese ist breit angelegt: 30.000 Personen wurden dafür in den USA befragt. Das Ergebnis ist: je heterogener Gemeinschaften sind, desto größer ist das Misstrauen und desto stärker ziehen die Menschen sich zurück. Mit dieser Studie sind aufregende Fragen verbunden: Lassen sich die Ergebnisse auf europäische Gesellschaften übertragen und welche Bedeutung haben sie für eine Politik der Diversität?

Gastbeitrag Thomas Pany unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_pany.pdf

 

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Mehr Sozialkapital durch Engagementförderung

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zu Sozialkapital sind eindeutig: Es ist nützlich und je mehr eine Gemeinschaft davon hat, desto besser. Aber hier beginnt auch schon das schwierige Feld der praktischen Politik: Wie lässt sich Sozialkapital vermehren. Manfred Hellrigl stellt in seinem Beitrag die Anstrengungen des Büros für Zukunftsfragen der Vorarlberger Landesregierung in Österreich vor, die Vermehrung des sozialen Kapitals zu einem Thema der praktischen Politik zu machen. Erste Ergebnisse von Pilotprojekten liegen vor. Sozialkapital lässt sich positiv durch gezielte Engagementförderung beeinflussen.

Gastbeitrag Manfred Hellrigl unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_hellrigl.pdf

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Sozialkapital in Vorarlberg

In Österreich haben sich im Bundesland Vorarlberg einige Gemeinden unter der Leitung des Büros für Zukunftsfragen die Aufgabe gestellt, das Sozialkapital zu fördern. Kriemhild Büchel-Kappeler berichtet in ihrem Beitrag von den Anstrengungen in drei Vorarlberger Gemeinden, mit ihren Projekten zu einer Steigerung des sozialen Kapitals beizutragen. Denn auch in den ländlich geprägten Gemeinden Vorarlbergs wird deutlich, dass sich soziale Bindungen durch die Auswirkungen der Globalisierung lockern. Der Tendenz der Individualisierung soll durch eine Stärkung der Gemeinschaftskräfte entgegengearbeitet werden.

Gastbeitrag Büchel-Kappeler unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_buechl-kapeller.pdf

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Ehrenamtscard der AGD

Nachdem der Sprecherrat des BBE kritische Einwände zur Ehrenamtscard der Arbeitsgemeinschaft Deutschland (AGD) vorgebracht hat (siehe BBE-Newsletter 01/2008), meldet sich diese mit einigen Klarstellungen und weiteren Informationen. Die gesammelten Daten würden nur intern genutzt und an niemanden weitergegeben. Nach wie vor sei die AGD an einem bundesweit einheitlichen Angebot interessiert und würden auf die noch ausstehenden Antworten der Länder warten. Leider könnten die mit der Card verbundenen Vergünstigungen nur für Karteninhaber eingesehen werden. Die Unternehmen, die diese gewähren, seien von Sponsoringanfragen überrannt worden und hätten darauf gedrängt, diese Informationen nur Karteninhabern zugänglich zu machen. Das BBE bleibt weiterhin skeptisch gegenüber diesem mit den Ländern und großen Engagementbereichen nicht abgestimmten Angebot.

Weitere Infos zur ADG unter
http://www.ehrenamtscard.info

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Engagementförderung in den Bundesländern

Der Unterausschuss »Bürgerschaftliches Engagement« des Deutschen Bundestags befasste sich in seiner 20. Sitzung mit der Engagementförderpolitik der Bundesländer. Inzwischen gibt es in allen Bundesländern eine vielfältige und facettenreiche Förderpolitik. Dies wird aus der Synopse, die dem Protokoll beigefügt ist, deutlich. Fortschritte gibt es auch hinsichtlich der Absicherung von Engagierten. Etwas weniger weit sind die Länder bei der Entwicklung von Ehrenamtsnachweisen und Ehrenamtscards.

Protokoll unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_bundestag_protokoll_16_20.pdf

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Neues Spenden-Siegel-Bulletin

Als Entscheidungshilfe für SpenderInnen hat das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) ein aktualisiertes Spenden-Siegel-Bulletin veröffentlicht. Es enthält Namen, Adressen, Kontoverbindungen sowie Internet- und E-Mail-Adressen von nunmehr 233 nachweisbar förderungswürdigen Spendenorganisationen, die sich auf freiwilliger Basis erfolgreich der jährlichen Prüfung durch das unabhängige DZI unterzogen haben. Diese 233 Hilfswerke erreichen ein gemeinsames Spendenvolumen von 1,4 Mrd. Euro pro Jahr. Die Positivliste kann kostenfrei im Internet heruntergeladen oder schriftlich unter Beifügung von drei 55-Cent-Briefmarken bestellt werden.

Spenden-Siegel-Bulletin unter
http://www.dzi.de/Bulletin_2_07.pdf

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Bürgerengagement in Kitas

Kindertageseinrichtungen sind auf die ehrenamtliche Mitarbeit von Eltern und Freiwilligen angewiesen. Wie eine Freiwilligenarbeit von solchen Einrichtungen systematisch aufgebaut, organisiert und weiterentwickelt werden kann, dafür gibt es jetzt ein Internet-Handbuch. Es richtet sich an Verantwortliche in den Kommunen, Leiter/innen von Kitas, Freiwilligenagenturen und an Menschen, die sich rund um Kitas ehrenamtlich engagieren wollen. In fünf verschiedenen Plattformen wird der Aufbau einer Freiwilligenarbeit in Kitas aus der Perspektive der jeweiligen Akteure beleuchtet. Jede Plattform bietet umfangreiche Informationen zum Thema und beschreibt die Voraussetzungen, die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten, die rechtlichen Fragen sowie die Chancen und Risiken, die mit dem Aufbau von Freiwilligenarbeit in Kitas verbunden sein können.

Handbuch unter
http://www.iska-nuernberg.de/be-kitas/

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Trainingsprogramm der Civil Academy

Noch bis zum 9. März können sich freiwillig Engagierte zwischen 18 und 27 Jahren mit einer originellen Projektidee für das Trainingsprogramm der Civil Academy bewerben, welches das BBE und die Deutsche BP AG gemeinsam anbieten. Eine hochkarätige Jury wird entscheiden, wer am nächsten Seminarzyklus zu verschiedenen Themen des Projektmanagements teilnehmen kann. Jurymitglieder sind: Michael Schmidt, Personalvorstand der deutschen BP, Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, Norbert Krüger von Ford für den BBE-Sprecherrat sowie Heike Heuberger, Leiterin Corporate Social Responsibility bei der Dresdner Bank. Weitere Infos zu Programm und Seminarterminen finden Sie unter http://www.civil-academy.de. Hier können Sie sich auch direkt online bewerben.

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Neue BBE-Kampagne für 2008

Auch für die diesjährige Woche des bürgerschaftlichen Engagements, die vom 19. bis 28. September stattfindet, wird es wieder eine begleitende Kampagne geben. Die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit des BBE hat auf ihrer Sitzung am 29. Januar die zentralen Kampagenelemente diskutiert und das Kampagnenkonzept festgelegt. Die neue Kampagne soll an die Plakatkampagne von 2007 anknüpfen, die mit provozierenden Sprüchen zum Nachdenken anregte und das freiwillige Engagement aus der Schönwetter-Ecke herausholte. Die Arbeitsgruppe entschied sich für Natur & Umwelt, Bildung und Soziales Engagement als Themenschwerpunkte der Aktionswoche.

Motive der Kampagne 2007 unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_bbe_kampagnenmotive_2007.pdf

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Bürgernetz wird mit Länder-Portalen verknüpft

Das Online-Netzwerk »Bürgernetz«des BBE soll mit den Engagementportalen aller daran interessierten Landesregierungen verknüpft werden. Darauf haben sich die Teilnehmer einer Arbeitskonferenz des Projekts am 17. Januar in Berlin verständigt. Den zuständigen Ressorts der Landesregierungen soll zu diesem Zweck ermöglicht werden, die Nutzungsangebote des Bürgernetzes (Zeitspenden, Geldspenden, Nachrichten; und ab Mai 2008: Freiwilligendienste) je nach eigenem Bedarf in die Landesseiten zu integrieren. Darüber hinaus einigten sich die Vertreter der Betreiberorganisationen auf die Prüfung neuer Nutzungsangebote des Bürgernetzes, darunter einer Expertenbörse Zivilgesellschaft und einer Vermittlungs-Datenbank für so genanntes Online Volunteering.

Weitere Infos unter
http://www.das-buergernetz.de

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Doku: Schule und Bürgerengagement

Die Dokumentation der Fachtagung »Bildung, Schule und Bürgerengagement in Ostdeutschland« liegt nun als pdf-Datei vor. Die Tagung wurde vom BBE gemeinsam mit der Stiftung Demokratische Jugend im vergangenen Jahr in Halle veranstaltet. Die Beiträge der Tagungsdokumentation widmen sich der besonderen Situation Ostdeutschlands und sie stellen die damit verbundenen Probleme in den breiteren Horizont von Bildung und Engagement. In dieser Hinsicht wünscht sich Thomas Olk eine bessere Verknüpfung von schulischen und außerschulischen Lernprozessen. In der Dokumentation finden sich Diskussionsergebnisse der vier Foren Ab- und Zuwanderung und die Rolle des Engagements als Haltefaktor, Schule und lokale Bürgergesellschaft, Schule und Partizipation und zur Kooperation Wirtschaft und Schule. Auch die Erträge von neun thematischen Arbeitsgruppen werden vorgestellt.

Dokumentation unter (PDF, 114 Seiten, 3,4 MB)
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_doku_bildung_ostdeutschland.pdf

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Toleranz im Fußball

Am 23. und 24. Februar findet in Hannover die 2. Tagung für Toleranz im Fußball mit dem Titel »Integration – die Herausforderung im Fußball“ statt. Anmeldeschluss ist der 8. Februar. Die Tagung beschäftigt sich u.a. mit den Fragen, wie Integration in Fußballvereinen gelingen kann und warum es immer wieder zwischen Vereinen und Spielern unterschiedlicher ethnischer Herkunft zu massiven Konflikten kommt. Mit der Tagung sollen Verbandsfunktionäre, Vereine, Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter angesprochen werden. Veranstalter ist das Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Flyer und Anmeldeformular unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_fussball_tagungsflyer.pdf
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_fussball_anmeldeformular.pdf

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Offensive Öffentlichkeitsarbeit

Am 27. Februar findet in Halle an der Saale eine Tagung mit dem Thema »Offensive Öffentlichkeit. Bürgerschaftliches Engagement für Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung“ statt. Bei der Tagung wird es um die Frage gehen, wie bürgerschaftliches Engagement besser in den Medien wahrgenommen werden kann. In den Workshops werden die Themen Urheberrecht, elektronische Medien und Partizipationsangebote sowie Öffentlichkeitsarbeit behandelt. Veranstaltet wird die Tagung von der Medienanstalt Sachsen-Anhalt und der Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement im Kulturbereich, die vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt ins Leben gerufen wurde.

Flyer der Tagung unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_offensive_oeffentlichkeit.pdf

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Lernort Gemeinde

Noch bis zum 29. Februar können Interessierte sich zur Perspektiv- Werkstatt »Lernort Gemeinde: ein neues Format institutioneller Erwachsenenbildung?“ anmelden. Die Tagung findet am 5. und 6. Juni in Bad Honnef statt. Auf dieser Veranstaltung der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE) werden Vertreter/innen der Erwachsenenbildung und der Bildungspolitik die Umrisse eines neuen Weiterbildungsformats diskutieren. Hintergrund der Tagung ist das schon länger laufende KBE-Projekt »lebens-wert? Lernort Gemeinde«, dessen Ergebnisse vorgestellt werden.

Flyer und Anmeldeformular unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_lernort_gemeinde_flyer.pdf
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_lernort_gemeinde_anmeldeformular.pdf

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Patenschaftsprojekte

Das bayerische Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement veranstaltet am 15. April eine Tagung zum Thema »Patenschaftsprojekte von Freiwilligen«. Vielen Menschen engagieren sich bereits als ehrenamtliche Paten oder Mentoren. Die Tagung möchte daher einen Raum für Austausch schaffen und herausragende Projekte vorstellen, die auf bürgerschaftliches Engagement und die Mithilfe freiwilliger Patinnen und Paten setzen.

Flyer und Anmeldung unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_tagung_patenschaftsprojekte.pdf

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Deutscher Verein sucht Praktikant/in

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge, der auch Träger, der BBE-Geschäftsstelle ist, sucht für das Projekt »Schulverweigerung – 2. Chance« ab sofort einen /eine Praktikantin/Praktikanten. Gesucht werden Student/innen der Fachrichtungen Sozialwissenschaften (Soziologie, Pädagogik, Sozialpädagogik, Psychologie) oder Politikwissenschaften.

Weitere Infos unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl03_dv_praktikant_in.pdf

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