Newsletter Nr. 4 vom 24.2.2005

Konsequenzen von Hartz IV für Engagement unklar

Verdrängen die neuen 1-€-Jobs Mitarbeiter und Freiwillige im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements? Um die Auswirkungen der neuen Arbeitsmarkt-Maßnahme besser absehen zu können, hat das BBE eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Ergebnis: Je nach Art und Größe der Einrichtung unterscheidet sich die Erwartung an die neue Maßnahme erheblich. Die meisten Organisationen gaben jedoch an, dass eine abschließende Meinungsbildung zum Ende der Befragung im Januar 2005 noch nicht stattgefunden habe. Diese und weitere Ergebnisse wurden letzten Dienstag in Berlin auf dem Workshop »Arbeitsmarkt und dritter Sektor« vom BBE, der »Hans-Böckler-Stiftung« und dem »Deutschen Gewerkschaftsbund« präsentiert.

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Widersprechen 1-€-Jobs ethischem Wirtschaften?

Welche Auswirkungen haben 1-€-Jobs in großen und kleinen Organisationen? Sind professionelle Standards in der sozialen Arbeit gefährdet? Diese und weitere Fragen sollen in dem Forschungsvorhaben »Was sind 1-€-Jobs wert?« untersucht werden. Die These der Wissenschaftler: 1-€-Jobs kollidieren mit dem Anspruch des ethischen Arbeitens und Wirtschaftens. Gerade kleine und unabhängige Einrichtungen seien daher zurückhaltend bei der Einrichtung der neuen Niedriglohn-Beschäftigung. Für die Studie haben sich die beiden Projektpartner »Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e.V.« (zoom) und »Munich Institute for Social Science« (miss) zusammengeschlossen.

Weitere Infos zu zoom
http://www.prospektive-entwicklungen.de

Weitere Infos zu miss
http://www.socialscience.de

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Regeln für 1-€-Jobs im Kulturbereich gefordert

Ein Streit um eine geplante Digitalisierung von Kulturgütern durch 1-€-Jobber erregte im Januar die Gemüter der Kulturszene. Ein Berliner Unternehmer wollte 20.000 1-€-Jobber einsetzen, um innerhalb der nächsten zwei Jahre eine groß angelegte Digitalisierung von Kulturgütern vorzunehmen. Inzwischen nannte Kulturstaatsministerin Christina Weiss die Idee »befremdlich« und zerstreute damit vorerst Bedenken des »Deutschen Kulturrates«, ihre Behörde könnte den Plan eventuell unterstützen. Die generelle Frage des Umgangs mit 1-€-Jobs im Kulturbereich sei damit aber noch nicht geklärt, erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. Der Deutsche Kulturrat bittet alle Kultureinrichtungen um Beteiligung an einer Umfrage, um einen Überblick über Ausmaß und Einsatzorte von 1-€-Jobbern in der Kultur zu erhalten.

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1-€-Jobs im Sport: Kein Ersatz für Mitarbeiter

Der Deutsche Sportbund (DSB) will die Möglichkeiten der neuen 1-€-Jobs in allen Sportbereichen nutzen. Der DSB geht davon aus, dass die 1-€-Jobber kein Ersatz für haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter sind und keine Hilfsarbeiten übernehmen. Bereits im Oktober hatte der DSB die Erklärung zu Hartz IV im Sport »Chancen und Möglichkeiten für den Sport« verabschiedet. Darin bekannte sich der DSB zu den Maßnahmen der Bundesregierung. Der Sport ist mit 4,5 Millionen Aktiven der mit Abstand größte Bereich freiwilligen Engagements in Deutschland.

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Teilhabe junger Menschen soll verbessert werden

Laut dem Nationalen Aktionsplan »Für ein Kindergerechtes Deutschland 2005 – 2010« bewertet die Bundesregierung die Teilhabe junger Menschen als ein »tragendes Element in Gesellschaft und Politik«. Die Bundesregierung setze sich daher dafür ein, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Entscheidungen in Bund, Ländern und Kommunen verbindlich zu regeln. Gefördert werden soll die Beteiligung der Jugendlichen unter anderem durch das »Projekt-P« vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der »Bundeszentrale für Politische Bildung« und dem »Deutschen Bundesjugendring« (siehe BBE-Newsletter 26/2004). Der Aktionsplan wurde von Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, vorgelegt und Mitte Februar vom Bundeskabinett verabschiedet.

Weitere Infos zu Projekt-P
http://www.projekt-p.de

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Vernetzung von Jugendpartizipations-Projekten

Vertreter von Jugend-Beteiligungsprojekten aus sechs Ländern trafen sich Anfang Februar beim ersten Treffen des Modellprojekts »Youth Empowerment Solutions« (Y.E.S.) in Stuttgart. Mit dem Projekt Y.E.S. soll die Vernetzung lokaler Projekte für Kinder- und Jugendbeteiligung in verschiedenen Eu-Ländern vorangetrieben werden. Die Methoden der Kinder- und Jugendbeteiligung sollen dabei kritisch betrachtet werden, die Projektteilnehmer suchen nach gemeinsamen Ansätzen in verschiedenen Ländern. Als deutscher Projektpartner nahmen Vertreter des Projekts »get up! - Partizipation in Sachsen-Anhalt« an dem internationalen Modellprojekt teil.

Weitere Infos unter
http://www.jugendpolitikineuropa.de/themen/partizipation/news-148.html

Weitere Infos zu Y.E.S.
http://www.yes-forum.org/

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Stärkere Kontrolle der Kulturförderung?

Ein Teil der Kulturförderung in Niedersachsen soll künftig wieder stärker durch die Ministerialbürokratie gesteuert werden – das befürchtet die »Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur« (LAGS) Niedersachsen. Seit 1997 hatte die LAGS die Landesmittel zur Soziokulturförderung treuhänderisch verwaltet. Die regierende Koalition plant nun nach Aussagen der LAGS, die Entscheidung über Mittelvergabe in diesem Bereich wieder an sich zu ziehen. Dies sehe ein Entschließungsantrag vor, der am Freitag in den Landtag eingebracht werden soll. Auch der Deutsche Kulturrat äußerte seine Besorgnis über die geplante Umstrukturierung der Kulturförderung in Niedersachsen.

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UNO-»Jahr des Sports« mit Symposium eröffnet

Das von den Vereinten Nationen ausgerufene »Internationale Jahr des Sports und der Leibeserziehung 2005« wurde in Deutschland Mitte Februar mit einem Symposium eröffnet. Thema war die »Bedeutung der Sportwissenschaft für den politischen Entscheidungsprozess«. Sport fördere fundamentale humane Werte wie Respekt, Disziplin, Fair Play oder Teamgeist, sagte der Staatssekretär des »Bundesministerium des Innern« (BMI), Göttrik Wewer. Damit trage der Sport maßgeblich zur Prävention von Extremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit bei. Wewer rief alle Bürger dazu auf, sich an den Aktivitäten des Jahres zu beteiligen.

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Neues BBE-Mitglied: Stiftung Schlaganfall-Hilfe

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist neues Mitglied im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE). Die Stiftung versteht sich als Hilfsorganisation und Lobby mit dem Ziel, über die Gefahren und Folgen eines Schlaganfalles aufzuklären und den Folgen dieser Erkrankung entgegen zu treten. Jährlich erleiden etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall, jeder Fünfte stirbt. Damit ist Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Weitere Infos unter
http://www.schlaganfall-hilfe.de/

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Familie, Engagement und Beruf im Einklang?

Rund ein Jahr nach Beginn der Kampagne »Lokale Bündnisse für Familie« der Bundesregierung lädt das BBE gemeinsam mit Partnern zu einer Tagung zum Thema »Lokale Bündnisse für Familie und Bürgerschaftliches Engagement« ein. Wie können Engagement, Familie und Beruf in ein sinnvolles Verhältnis gebracht werden? Welche Voraussetzungen sind dafür zu schaffen? Die Veranstaltung findet am 15. März in Berlin statt und ist eine Kooperation von BBE, »Deutscher Bundesjugendring«, »Deutscher Kulturrat«, Deutscher Gewerkschaftsbund«, Deutscher Sportbund« und »Zukunftsforum Familie e.V.«.

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Auswertung Aktionswoche 2004

Neben der kompakten Darstellung aller Beteiligten der »Woche des Bürgerschaftlichen Engagements« in einer Broschüre ist eine ausführliche Dokumentation aller Aktivitäten zum Download bereitgestellt worden. Auch die zur Woche produzierten Filmspots sind online, darunter der mit dem »Politikaward 2004« ausgezeichnete Spot »Schwimmlehrer«. Unter dem Motto »Engagement macht stark« fand zwischen dem 25. September und 2. Oktober 2004 erstmals eine bundesweite Aktionswoche zum bürgerschaftlichen Engagement statt. Organisator der Woche war das BBE. Bereits jetzt ist klar, dass es eine Fortsetzung geben wird.

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Veranstaltungsdatenbank im Wegweiser Bürgergesellschaft

Das BBE erreichen erfreulich viele Hinweise auf Veranstaltungen und Seminare, die sich mit dem Thema Bürgerschaftliches Engagement befassen. Wir nehmen Ihre Veranstaltungshinweise weiterhin gerne auf. Leider können wir nicht immer alle Termine im Newsletter berücksichtigen. Unser Medienpartner, die »Stiftung MITARBEIT« in Bonn, bietet eine einschlägige und stark nachgefragte Online-Veranstaltungsdatenbank im Wegweiser Bürgergesellschaft an. Interessierte Initiativen und Organisationen haben dort die Möglichkeit, Veranstaltungstermine und –hinweise eigenständig einzutragen.

Weitere Infos unter
http://www.buergergesellschaft.de/aktuelles/veranstaltungskalender/106086/

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Kongress zu Engagement von Zu- und Einwanderern

Mainz, 11. März 2005. Das Engagement von Migranten macht der Bürgerkongress »Zusammenleben gestalten. Freiwilliges Engagement von zu- und eingewanderten Menschen« zum Thema. Die Veranstaltung der Staatskanzlei Rheinland Pfalz wird von Ministerpräsident Kurt Beck eröffnet, in vier Foren werden Chancen und Besonderheiten des Engagements von zu- und eingewanderten Menschen thematisiert. Die Veranstaltung ist der Auftakt einer vierteiligen Reihe zum Thema »Bürgerkongress« in Rheinland-Pfalz.

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Projektwettbewerb zum Thema CC ausgeschrieben

»Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen«, so lautet der von der »Stiftung der Deutschen Wirtschaft« und der »Deutschen Bank« ausgeschriebene Projektwettbewerb. Gefragt sind Projektideen für innovative Konzepte von Unternehmen zur Mitgestaltung von zentralen gesellschaftlichen Reform- und Zukunftsfragen. Bewerben können sich die Stipendiaten der sdw bis zum 31.03.2005. Der Wettbewerbssieger erhält eine Fördersumme von 10.000 €.

Weitere Infos

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»ENTERPreis« für Unternehmensengagement in NRW ausgelobt

Nordrhein-Westfalen. Einen Preis für gesellschaftliches Engagement in Unternehmen lobt das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Nordrhein-Westfalen unter dem Titel »ENTERPreis« aus. Ausgezeichnet werden Unternehmen in den Kategorien »Arbeitswelt und Ausbildung«, »Bildung und Wissen«, »Soziales Engagement« und »Kultur und Freizeit«. Zudem ist ein Sonderpreis »Tech4Kids« für Unternehmensinitiativen ausgeschrieben, mit denen die Vermittlung von Technikkompetenz bei Kindern unter 10 Jahren gefördert wird. Bewerbungsschluss für den »ENTERPreis« ist der 15. Juli 2005.

Weitere Infos unter
http://www.corporate-citizenship.nrw.de/cc_wettbewerb/wettbewerb.htm

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