Newsletter Nr. 4 vom 19.2.2004

Studie über freiwilliges Engagement in Berlin

Knapp ein Viertel aller Berlinerinnen und Berliner sind bürgerschaftlich engagiert. Besonders intensiv ist die freiwillige Tätigkeit in Sportvereinen und sozialen Einrichtungen. Wichtig ist außerdem die informelle Nachbarschaftshilfe. Ca. 85 % der bürgerschaftlich Engagierten sind über Verwandte und Freunde in solche Netze eingebunden. Im Bundesvergleich gering ist dagegen der Organisationsgrad der Berliner/innen. Lediglich 55 % der Aktiven haben sich Vereinen, Organisationen und anderen Gruppen angeschlossen. Die Studie zum freiwilligen Engagement in Berlin, die Anfang Februar von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz veröffentlicht wurde, ist die länderspezifische Auswertung der Daten des ersten Freiwilligensurveys, der bereits 1999 im Auftrag des BMFSFJ durchgeführt wurde. Was die Daten für die förderpolitische Situation in Berlin bedeuten, wird derzeit intensiv diskutiert. Mitte des Jahres soll dazu ein Ehrenamtsbericht Berlin erscheinen. 

Zum Download der Studie

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Bürgerstiftungen werden für Engagement ausgezeichnet

Den »Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2003« erhalten die Bürgerstiftungen Hamburg und Dülmen/Westfalen und die Gründungsinitiative der Bürgerstiftung Neukölln. Mit dem Jugendprojekt »Hot Schrott Band« zeigt die Bürgerstiftung Hamburg seit einigen Jahren, wie Gewaltprävention mit ungewöhnlichen Methoden erfolgreich ist. Im westfälischen Dülmen kümmert sich die Bürgerstiftung mit dem Projekt »Erwachsen werden« um die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Im Berliner Bezirk Neukölln setzten sich Bürger/innen mit der Gründung einer Bürgerstiftung für die Verbesserung der Lebensqualität in ihrem Stadtteil ein. Mit ihrem Förderpreis prämiert die Aktive Bürgerschaft e.V. Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen, die beispielhaft zeigen, wie Bürger/innen, Unternehmen und andere Organisationen sich nachhaltig mit Zeit, Geld und Ideen für die Lösung gesellschaftlicher Probleme vor Ort einsetzen können. Mehr als 1.000 Vereine aus ganz Deutschland haben sich seit 1998 mit Ideen, Konzepten und beispielhaften Projekten um den Preis beworben.

Im Rahmen der Preisverleihung 2003 diskutierte eine Journalistenrunde unter der Leitung von Fritz Pleitgen (WDR-Intendant) über die Leitfrage »Der Wohlfahrtstaat ist tot - es lebe die Bürgergesellschaft! Bürgerschaftliches Engagement als Allheilmittel!?« Das Fazit der Gesprächsrunde fasste Jürgen Schultheis (Frankfurter Rundschau) zusammen: »Die Bürgergesellschaft muss wachsen, es gibt dazu keine Alternative und der Staat tut gut daran, alle Initiativen zu unterstützen, die zu mehr Selbstverantwortung hinführen«.

Website »Aktive Bürgerschaft« 
Bürgerstiftung Hamburg
Bürgerstiftung Dülmen 
Bürgerstiftung Neukölln (i.G.)

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Treffen der Projektgruppensprecher

Die Vernetzung der Projektgruppentätigkeit war Hauptthema beim Treffen der Projektgruppensprecher/innen am 17. Februar in Berlin. Ziel des Austausches war die Verbesserung der Informations- und Entscheidungsabläufe innerhalb des BBE. Es soll sichergestellt werden, dass das BBE zukünftig schnell und vernehmlich Stellung nehmen kann zu aktuellen politischen Entwicklungen, die das bürgerschaftliche Engagement betreffen. Projektgruppen können in Gesprächen mit wichtigen Akteuren aus Politik und Wirtschaft Entscheidungen im Sinne einer engagementunterstützenden Politik beeinflussen. Hier ist noch ein großes Potenzial auf lokaler, nationaler und EU-Ebene, das auch durch neue Mitglieder ausgebaut werden soll. Wer aktiv werden will, kann sich auf den der Website des BBE über die Arbeit der Projektgruppen informieren.  Anfang März steht den Projektgruppen auf der Website ein geschützter Mitgliederbereich zur Verfügung, der als Kommunikationsplattform zwischen den Arbeitstreffen dienen soll.

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Woche des bürgerschaftlichen Engagements

Die Planungen zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements (25.9.-2.10.2004) sind in vollem Gange. Weiterhin melden sich regelmäßig neue Vereine, Initiativen und Projekte, die sich in der Woche aktiv beteiligen wollen. Anmeldungen werden in eine Übersicht eingetragen, die bei der BBE-Geschäftsstelle jederzeit abgefragt werden kann. Das macht Quervernetzungen der eigenen Aktion mit anderen Aktionen möglich. Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle ist: Angelika Schultz-Liebisch, Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin, Tel.: (0 30) 39 88 64 36, Fax: (0 30) 39 83 86 17

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Praktikant/in für Koordination der »Woche des bürgerschaftlichen Engagements« gesucht

Die Geschäftsstelle des BBE in Berlin sucht eine/n Praktikant/in, der/die an der Vorbereitung der Aktionswoche mitarbeitet. Praktikumzeitraum ist April bis Oktober 2004. Die Praktikant/innen-Stelle wird einer hauptamtlichen Stelle zugeordnet und aus Spendenmitteln finanziert. Geboten werden zahlreiche interessante Kontakte und vielfältige Erfahrungen im engagementpolitischen Bereich. Voraussetzung sind gute Kenntnisse des bürgerschaftlichen Engagements und erste Erfahrungen mit Organisationspraxis und Pressearbeit. Die Arbeit erfolgt im Auftrag der Bundesgeschäftsstelle und in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Vorbereitungsgruppen, den Gremien, den Partnern und Sponsoren des BBE.

Nähere Informationen und Tätigkeitsbeschreibung
Ansprechpartnerin ist Angelika Schultz-Liebisch

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Kongress »Engagement macht Schule« der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin

Für immer mehr Eltern, Lehrer, Schüler, Vereine und Institutionen wird bürgerschaftliches Engagement eine selbstverständliche Form aktiver Mitgestaltung in der Schule. Ganztagsschulen bieten große Chancen, Schule stärker in den Stadtteil und die lokale Bürgergesellschaft zu öffnen. Beim Kongress »Engagement macht Schule« der SPD-Bundestagsfraktion forderten Vertreter/innen von Schüler- und Elternschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung verbesserte Rahmenbedingungen für den Schulalltag (z.B. Integration von Projektarbeit). In seiner Rede meinte Bundeskanzler Gerhard Schröder: »Bürgerschaftliches Engagement in Schulen bringt das, was Ökonomen eine ›win-win‹ Situation nennen. Alle haben Vorteile davon und keiner ist schlechter gestellt. (...) Und diejenigen, die sich engagieren, tragen unmittelbar zur Sicherung unserer Zukunft bei.«

Weitere Informationen
Kontakt:
Büro Ute Kumpf, MdB
Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement der SPD-Bundestagsfraktion Ansprechpartnerin ist Agatha Kuchnicki
Ab Ende März kann unter dieser E-mail eine Dokumentation angefordert werden.

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Bürgerschaftliches Engagement als Bildungsziel in der Schule - Tagungsankündigung

Die Impulse des Kongresses »Engagement macht Schule« greift die Projektgruppe 2 »Qualifizierung / Bildung« mit der Fachtagung »Bürgerschaftliches Engagement als Bildungsziel in der Schule« (29.-30. Oktober 2004) auf. Zentrales Anliegen ist es, die Entwicklung von Ansätzen und Modellen der Engagementförderung in und durch Schule zu fördern. Orientiert an den aktuellen fachlichen Diskussionen sollen die politischen Ansätze für eine Integration von Bürgerengagement in ein modernes Bildungsverständnis aufgriffen und praxiswirksame Impulse für ihre Realisierung gesetzt werden. Die Tagung richtet sich insbesondere an Praktiker in Schulen und Projekten der Engagementförderung, an Wissenschaftler, an Entscheidungsträger der Kultusbürokratie und der Jugendhilfe sowie an Multiplikatoren in Verbänden, Stiftungen und anderen Organisationen.

Kontakt:
Thomas Kegel, Sprecher der Projektgruppe »Bildung / Qualifizierung«
Birger Hartnuß, Geschäftsstelle des BBE

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»Soziales Talent tut Deutschland gut« - Hamburger Erklärung der Deutschen Sportjugend

Ungefähr 20 % aller Jugendlichen wären bereit, sich freiwillig zu engagieren. Voraussetzung ist, dass die angebotenen Tätigkeiten attraktiv sind. Engagement als bloße »Pflichterfüllung« schreckt Jugendliche ab. Sie wollen, dass ihr Einsatz in Verbindung zum eigenen Leben steht. Die Deutsche Sportjugend (DSJ) fordert, die Rahmenbedingungen und das Image des freiwilligen Engagements zu verbessern. Die DSJ will die Anerkennungskultur (z.B. durch Qualitätsnachweise, Freistellung für die Tätigkeit) fördern und Aufgabenbereiche schaffen, die in der Verantwortung von Jugendlichen liegen. Dem Wunsch Jugendlicher nach temporäreren Engagements will die DSJ Rechnung tragen, in dem ein problemloses Aus- und Einsteigen in eine Vereinstätigkeit strukturell möglich wird. Die praktische Umsetzung dieser Ideen soll in den Vereinen vorangetrieben werden. Die DSJ sucht dafür lokale Kooperationspartner im Bereich der Jugendarbeit.

Zur Website der »Hamburger Erklärung«

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Bürgerengagement für Ältere - Erfolge und Visionen

Im Bereich der Altenhilfe und Pflege nimmt der personelle Bedarf beständig zu. Gleichzeitig sind die finanziellen Möglichkeiten begrenzt. Beispielhafte Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderung werden im Rahmen eines Workshops zur Vernetzung ambulanter, stationärer und häuslicher Pflege mit bürgerschaftlichem Engagement (11. Mai 2004 in Engelskirchen) vorgestellt. Praktiker vermitteln in Workshops ihr Erfahrungswissen und geben Impulse und Anregungen für die praktische Arbeit. Aus den Ergebnissen der Veranstaltung sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die politische Meinungsbildung abgeleitet werden. Der Workshop richtet sich an Arbeitsgemeinschaften bürgerschaftlichen Engagements, Ministerien, Wohlfahrtsverbände und kirchliche Spitzenverbände, Träger von Pflegeeinrichtungen und Stiftungen.  Initiator und Veranstalter ist die Projektgruppe 7 »Bürgerschaftliches Engagement und Sozialstaat« des BBE in Kooperation mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg, dem Deutschen Caritasverband, dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland und dem Malteser Hilfsdienst.

Zum Programm (pdf, öffnet in neuem Fenster)
Weitere Informationen und Anmeldung (bis 30. März) über die BBE-Geschäftsstelle, Telefon (0 30) 39 88 64 36, Online-Anmeldung ebenfalls möglich.

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Zukunftsverantwortung - Wirtschaft und politische Bildung im Dialog

Wirtschaftsaktivitäten und Maßnahmen der politischen Bildung werden nicht automatisch in Verbindung gebracht. Es gibt bislang kaum Gesprächszusammenhänge zwischen Unternehmen und Anbietern politischer Bildung. Gleichzeitig wächst die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, soziale Probleme wirken sich in den Unternehmen unmittelbar aus. Eine Fachkonferenz über die Bedeutung politischer Bildung im Kontext von Zukunftsverantwortung (6. Mai 2004 in Berlin) bietet Unternehmen und Institutionen politischer Bildung die Möglichkeit, ihre Standpunkte auszutauschen, gemeinsame Vorstellungen herauszuarbeiten und Synergien einzugehen. Sie richtet sich an Unternehmens-Mitarbeiter/innen aus den Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Marketing oder Corporate development/citizenship, an Vertreter/innen der politischen Bildung und die interessierte Öffentlichkeit. Die Konferenz wird veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V.

Weitere Informationen und Online Anmeldung

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