Newsletter Nr. 2 vom 23.1.2004

Bericht der »Impulse-Kommission« zur Stärkung des freiwilligen Engagements

Auf dem Höhepunkt der Debatte um die Zukunft von allgemeiner Wehrpflicht und Zivildienst legte die so genannte »Impulse-Kommission« des BMFSFJ ihren Abschlussbericht vor. Im Mittelpunkt des Berichts steht die Stärkung des freiwilligen Engagements und die Zukunft der Freiwilligendienste. Die Kommission schlägt vor, durch den Ausbau der Freiwilligendienste und zusätzlich durch ein Mix von Teil- oder Vollzeitstellen sowie Mini-Jobs längerfristig die Aufgaben der derzeit ca. 93.000 Zivildienstleistenden zu ersetzen. Eine allgemeine Dienstverpflichtung wird aus völker- und verfassungsrechtlichen Gründen abgelehnt. Stattdessen soll durch eine verbesserte Anerkennungskultur - z.B. durch Bonuspunkte bei der späteren Ausbildung, Anerkennung des freiwilligen Engagements als Praktikum - das Interesse an freiwilligem Engagement erhöht werden.

Zur Presseerklärung 
Zum Bericht der Kommission (pdf)

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Presseerklärungen von Mitgliedern des BBE zum Bericht der »Impulse-Kommission«

Mittlerweile liegen dem BBE Presseerklärungen der Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) zum Kommissionsbericht vor. AGDF und ASF begrüßen die von der Kommission vorgeschlagene Flexibilisierung von Dienstzeiten und die Ausweitung der Freiwilligendienste auf generationsübergreifende Dienste. Sie kritisieren jedoch »mangelnde Finanzierungsvorschläge«. Die bagfa hat ein Konzept erarbeitet, das ein Modellprojekt vorsieht, in dem die von der Kommission erarbeiteten Vorschläge umgesetzt werden sollen. Sie fordert die politischen Verantwortungsträger dazu auf, die Realisierung der Modellprojekte finanziell zu unterstützen. 

Die Presseerklärungen im Volltext:
Stellungnahme AGDF/ASF 
Stellungnahme bagfa

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Deutscher Kulturrat gegen soziales Pflichtjahr

Im Umfeld der öffentliche Diskussion über die Ergebnisse der »Impulse-Kommission« des BMFSFJ haben der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) und der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts Wolfgang Böhmer (CDU) die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für Jugendliche gefordert. Die »Impulse-Kommission« erklärte demgegenüber: »Die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht anstelle der Wehrpflicht durch Verfassungsänderung bzw. die Einbeziehung junger Frauen in die allgemeine Wehrpflicht hält die Kommission nicht nur für völkerrechtswidrig, sondern für einen grundsätzlich falschen Weg, Eigeninitiative, Mitgestaltung und Beteiligung aller Altersgruppen in der Zivilgesellschaft zu fördern.« Der Deutsche Kulturrat hat in einer Presseerklärung die Forderung der Ministerpräsidenten scharf zurückgewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass die erst kürzlich auf die Bereiche Kultur und Sport ausgeweiteten Angebote der Freiwilligendienste bei den Jugendlichen auf enorme Nachfrage stoßen, die derzeit nicht hinreichend befriedigt werden kann. So müsse das Angebot im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs Kultur deutlich ausgeweitet werden.

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Sport und bürgerschaftliches Engagement in Deutschland

Sport und bürgerschaftliches Engagement in Deutschland Der deutsche Sport will zukünftig eine größere gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Dazu wollen die Sportverbände auf kommunaler und überregionaler Ebene vermehrt mit anderen Akteuren des bürgerschaftlichen Engagements zusammenarbeiten. Zudem wird der Staat aufgefordert, engagementfördernde Strukturen weiter zu entwickeln. Verbandsintern sollen Konzepte entwickelt und umgesetzt werden, die das bürgerschaftliche Engagement unterstützen. Der Präsident des DSB, Manfred von Richthofen, meint: »Für uns im Sport ist das ehrenamtliche Engagement ohnehin die Triebfeder der Entwicklung. Doch es kommt eine neue Dimension des Einsatzes für das Gemeinwohl hinzu, das weit über die Vereins- und Verbandsarbeit hinausgeht.« Der DSB wird eine Steuerungsgruppe einrichten, die einen Maßnahmenkatalog für die Umsetzung der Empfehlungen entwickeln wird. Kontakt: Manfred Spangenberg.

Das »Europäische Jahr der Erziehung im Sport 2004« zielt darauf, auf die Bedeutung der Bildungsmöglichkeiten im Sport hinzuweisen. Formelle und informelle Bildungsmöglichkeiten (z.B. die Ausbildung zum Jugendleiter) sollen gefördert und soziale Kompetenzen vermittelt werden. Um eine nachhaltige Strukturentwicklung sicher zu stellen, werden Projekte mit Modellcharakter, mit Zielgruppenorientierung und einem hohen Maß an öffentlicher Wirkung gefördert. Die Frist für die dritte Förderrunde endet am 1. März 2004. Nationale Koordinierungsstelle des EU-Programms ist die Deutsche Sportjugend.

Informationen und Antragsunterlagen unter www.ejes2004.de
Kontakt: mailto:lischka(at)dsj.de

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Wettbewerb in Baden-Württemberg: Bürgerschaftliches Engagement für Lebensqualität im Alter

Freiwillig Engagierte bereichern das Leben von Bürgern in Pflegeeinrichtungen durch Zuwendung und Kontakte, durch Begleitung und soziale Nähe, durch Unterstützung und Hilfestellungen. Der Wettbewerb »Bürgerschaftliches Engagement für Lebensqualität im Alter« will dazu beitragen, das gute Zusammenspiel von professioneller Dienstleistung und Initiativen bürgerschaftlichen Engagements in Baden-Württemberg zu fördern. Förderungsberechtigt sind alle, die sich in baden-württembergischen Projekten für Pflegeeinrichtungen engagieren oder Bürgerengagement für Alltagskultur und Lebensqualität in Pflegeeinrichtungen initiieren und unterstützen. Einsendeschluss der Bewerbungsunterlagen ist der 20. Februar, es werden 40.000 Euro vergeben. Das Projektbüro wird getragen vom Sozialministerium Baden-Württemberg und gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH.

Projektbüro:
Landeswettbewerb "bela", Frau Gisela Diringer Markelstraße 19, 70193 Stuttgart, Telefon 07 11-65 14 31, Telefax 07 11-65 14 03

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Förderwettbewerb Städte- und Bürgerpartnerschaften der Robert-Bosch-Stiftung

Der zum dritten Mal ausgeschriebene Förderwettbewerb für grenzüberschreitende Kooperationen von Bürgerinitiativen in deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Kommunalpartnerschaften will dazu beitragen, länderübergreifende Gemeinde- und Städtepartnerschaften zu beleben und zu vertiefen. So soll das Engagement lokaler Initiativen unterstützt und die Zusammenarbeit mit den Behörden gestärkt werden. Polnische und tschechische Initiativen und Gruppen bewerben sich bis zum 8. März 2004 mit einer Projektskizze in Warschau bei der Stefan Batory Stiftung oder beim Informationszentrum für gemeinnützige Organisationen ICN in Prag. Eine Bewerbung der deutschen Projektpartner bei der Robert Bosch Stiftung ist nicht möglich.

Weitere Informationen:
für Deutschland: Ottilie Bälz, Telefon: 07 11-4 60 84-79
für Polen: Justyna Blinowska, Telefon: 00 48-22-5 36 02-43
für die Tschechische Republik: Heda Jungmanova, Telefon: 004 20-2-24 23 98 76
Website Robert-Bosch-Stiftung

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Mitgliederporträt: Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland

Die Akademie für Ehrenamtlichkeit ist die nationale Freiwilligen-Akademie und das Kompetenzzentrum für angewandtes NPO-Management. Die Akademie fördert eine nachhaltige Freiwilligen-Kultur in Deutschland durch Qualifizierung und Fortbildung, Beratung und Organisationsentwicklung in der zivilen Bürgergesellschaft, in Politik/Verwaltung und Wirtschaft. Als bundesweite Fortbildungseinrichtung im Themenbereich bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt bietet die Akademie Fortbildungen für Freiwillige, ehren- und hauptamtlich Aktive bundesweit an. Pro Jahr werden ca. 700 Teilnehmende in 60 verschiedenen Kursen wie: Freiwilligenmanagement, Personalentwicklung, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit fortgebildet. Die Akademie ist ein Projekt im Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. (fjs) in Berlin.

In einem Interview äußert sich Thomas Kegel (Projektleiter der Akademie für Ehrenamtlichkeit) zur Professionalisierung freiwillig Engagierter, zum bürgerschaftlichen Engagement und zur Arbeit des BBE.

Kontakt:
Thomas Kegel
Website der Akademie für Ehrenamtlichkeit

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Qualitätshandbuch Ehrenamt

Das Qualitätshandbuch Ehrenamt der Diakonie in Düsseldorf thematisiert die Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Organisationen ein gutes Konzept für die Arbeit mit Freiwilligen entwickeln können. In 20 Schritten beschreibt die Broschüre das Freiwilligenmanagement: vom Erstellen des Konzepts und der Umsetzung der Strategien bis hin zum Begleiten, Beraten, Evaluieren und Auswerten. Anhand von Praxisbeispielen aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Sucht, Betreuung, Bahnhofsmission, Wohnungslose und Seniorenarbeit wird beschrieben, wie die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen erfolgreich gestaltet werden kann.

Das Qualitätshandbuch Ehrenamt ist für 30,- € zuzüglich Versand erhältlich bei der Diakonie in Düsseldorf, Referat Ehrenamt, Angelika Salomon, 40233 Düsseldorf, Langerstraße 20a Telefon 02 11-73 53-30 6.

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Bundesministerin Renate Schmidt und Stiftung Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) legen neuen Spenden-Almanach vor

Am 18. Dezember 2003 hat Bundesministerin Renate Schmidt zusammen mit der Vorsitzenden des DZI, Ingrid Stahmer, den neuen Spendenalmanach 2003/04 vorgestellt. Das vom BMFSFJ finanziell geförderte Kompendium ist Teil des »Aktionsplans Verbraucherschutz« der Bundesregierung und soll die Transparenz im Spendenwesen erhöhen und damit das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Spendenorganisationen stärken. Der Spendenalmanach enthält neben einführenden allgemeinen Informationen über die Situation des deutschen Spendenwesens, Erläuterungen zum Spendensiegel und wichtigen Spendentipps, ausführliche Einzelportraits von 176 Organisationen, die den DZI-Spendensiegel tragen. Zusammen nehmen diese 176 Organisationen rund die Hälfte des geschätzten Gesamtvolumens humanitär-karikativer Spenden in Deutschland ein. In einem Zahlenanhang wird ein Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Vermögensstruktur eines wesentlichen Teils der deutschen Spendenorganisationen gegeben.

Der DZI Spenden-Almanach ist zum Preis von 9,80 (zzgl. Versandkosten) erhältlich beim Deutschen Institut für soziale Fragen, Bernadottestr. 94, 14195 Berlin.

Kontakt: Burkhard Wilke

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Seminare: Öffentlichkeitsarbeit und Management in Freiwilligenzentren

Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising in Freiwilligenzentren

Freiwilligen-Zentren sind Vermittlungsstellen und Foren des sozialen Engagements. Sie sind darauf angewiesen, mit ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. In der Praxiswerkstatt des St. Jakobushaus Goslar (23.-25. Februar 2004 in Goslar) können die Teilnehmenden in kurzen theoretischen Einführungen und intensiven praktischen Übungen grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und des Fundraising erwerben.

Kontakt: St. Jakobushaus Goslar, Reußstraße 4, 38640 Goslar, Tel.: 0 53 21-34 26-0, E-Mail: mailto:info(at)jakobushaus.de

Organisation und Management von Freiwilligenarbeit Gemeinwohlorganisationen versäumen es oft, den Einsatz von freiwillig Engagierten ausreichend zu planen. Bedarfseinschätzungen, Anforderungen und Arbeitsfelder müssen beschrieben und umrissen, Zeit- und Kompetenzfragen geklärt werden. Diese grundlegenden Schritte sollen im Seminar in den Blick genommen werden. Das Seminar des St. Jakobushaus Goslar (28.-30. Juni 2004 in Goslar) vermittelt das notwendige Know-How für die Organisation und das Management von Freiwilligen.

Kontakt: St. Jakobushaus Goslar, Reußstraße 4, 38640 Goslar, Tel.: 0 53 21-34 26-0, E-Mail: mailto:info(at)jakobushaus.de

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