Logo BBE
Seite drucken
 
Dokument von http://www.b-b-e.de:

Schwärzel: »Making it Matter« – Bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Teilhabe

Schwärzel: Making it Matter: Bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Teilhabe

Bericht aus dem europäischen Kooperationsprojekt des BBE »The Impact of Volunteering on Social Inclusion«

Es besteht in der engagementpolitischen Fachdebatte ein breiter Konsens über die gesellschaftlich integrative Funktion des bürgerschaftlichen Engagements. Ob bei der Frage der Integration Geflüchteter und Migrant*innen, der Inklusion von Menschen mit Behinderungen oder der Teilhabe älterer Menschen: In all diesen Debatten wird der integrative Wert des Engagements hervorgehoben. So wird darauf verwiesen, dass Engagement begrifflich häufig nicht eindeutig von Teilhabe getrennt wird: »Wer sich engagiert, nimmt am sozialen Leben teil, pflegt im Engagement soziale Kontakte und kann die eigenen Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen. (…) Teilhabe, als bürgerschaftliches Engagement verstanden, fördert auf diese Weise Teilhabe im Sinne von Inklusion. Engagement wird so zum ›Kitt‹, der die Gesellschaft zusammenhält« (ZZE: 15).

Allerdings wird ein Defizit gesehen in der Darstellung der Wirkung des bürgerschaftlichen Engagements auf die gesellschaftliche Teilhabe. Die meisten der bestehenden Instrumente beziehen sich auf die allgemeine Wirkung der Tätigkeiten Freiwilliger, ihrer Organisationen und Gemeinschaften. Häufig werden eher ökonomische Indikatoren angelegt: »The lack of evidence of the effect of volunteering in non-financial terms makes it difficult to understand the effect that volunteering can have on empowerment and inclusion for the individual« (Making it Matter: 6).

Zu dieser Herausforderung wurde im April 2018 das europäische Kooperationsprojekt »Making it Matter!« ins Leben gerufen, getragen von den beteiligten Projektpartnern aus Belgien (europäisches Netzwerk European Volunteer Centre CEV), Dänemark, Irland, Kroatien, Slowenien und Deutschland. Ziel des Projektes ist ein strategischer transnationaler Austausch zur Inklusion benachteiligter Gruppen durch ihr freiwilliges Engagement; insbesondere im Hinblick auf eine adäquate Wirkungsmessung und -darstellung.

Der Fokus der Untersuchung im Projektrahmen liegt auf benachteiligten Jugendlichen. Das Projekt definiert diese Zielgruppe in Anlehnung an die »Inclusion and Diversity Strategy in the Field of Youth« der EU als »young people who are at a disadvantage compared to their peers because they face one or more of the exclusion factors and obstacles in the following categories: Disabilities, Health problems; Educational difficulties; Cultural differences; Economic obstacles; Social obstacles; Geographical obstacles.« Im europäischen Vergleich bestehen dabei große Unterschiede in der Ausprägung und Bedeutung der genannten Exklusionsfaktoren. Daher wurden im Projektkontext sämtliche Faktoren einbezogen und keine Gewichtung unternommen.

In der Umsetzung des Projekts wurden in einem ersten Schritt dazu die bestehenden Rahmenbedingungen (Politikinstrumente, staatliche Förderprogramme, Freiwilligenmanagement in Organisationen und Einrichtungen) zur Inklusionsförderung durch freiwilliges Engagement in den einzelnen Ländern und auf EU-Ebene zusammengetragen. Es folgt eine Analyse der positiven und negativen Effekte dieser Rechts- und Finanzierungsrahmen der Inklusionspolitik auf Grundlage von über 400 Fragebögen und Interviews in den fünf beteiligten Ländern. Die Studienergebnisse sind Grundlage für sechs Handlungsempfehlungen für Politik und Zivilgesellschaft:

»1. Create and practice open and inclusive policies at all levels; 2. Create policies and specific measurements to develop a support system for inclusive volunteer programmes on a national and EU level; 3. Strengthen the role of national volunteer development agencies and volunteer centres; 4. Design programmes that overcome psychological and physical barriers of specific groups; 5. Motivate volunteer-involving organisations to use impact measurement procedures; 6. Support development of transnational partnerships.«

In der zweiten Projektphase sollen nun adäquate Methoden und Instrumente zur Wirkungsmessung des freiwilligen Engagements zur gesellschaftlichen Teilhabe (insbesondere für Freiwilligenorganisationen) erhoben und weiter entwickelt werden. Dies beinhaltet ein »Capacity Building«-Curriculum »New Pathways to social Inclusion« für die Einbeziehung benachteiligter Zielgruppen in Freiwilligenprogramme.

Verweise

Europäische Kommission: Inclusion and Diversity Strategy in the Field of Youth (2014). Zugriff am 30.07.2019. Download (PDF, 590 KB)

Making it Matter: Focus Research Report (2019). Zugriff am 30.07.2019. Download (PDF, 334 KB)

nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH/ Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (ZZE): Bürgerschaftliches Engagement und Gesellschaftliche Teilhabe (2015). Zugriff am 30.07.2019. Download (PDF, 1,9 MB)

Nach oben


Beitrag in den Europa-Nachrichten Nr. 7 vom 1.8.2019

Für den Inhalt sind die Autor*innen des jeweiligen Beitrags verantwortlich.

Zurück zu den Europa-Nachrichten

Autor

Mirko Schwärzel leitet die Europäische Netzwerkstelle im BBE und vertritt das BBE im Projektkonsortium von »Making it Matter«.

Kontakt: Mirko.Schwaerzel(at)b-b-e.de

Nach oben

Redaktion BBE Europa-Nachrichten

BBE-Newsletter für Engagement und Partizipation in Europa
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

Michaelkirchstr. 17/18
10179 Berlin

Tel: +49 30 62980-114
E-Mail: europa-bbe(at)b-b-e.de

Nach oben

 

 
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
Michaelkirchstr. 17 – 18 · 10179 Berlin
Tel.: (0 30) 6 29 80-1 10 · Fax: (0 30) 6 29 80-1 09 · E-Mail: info@b-b-e.de · www.b-b-e.de