BBE Europa-Nachrichten - Newsletter für Engagement und Partizipation Nr. 9 vom 30.9.2011

Mitteilung der Kommission zu Freiwilligentätigkeit

Am 20. September 2011 veröffentlichte die Europäische Kommission ihre Mitteilung über EU-Politiken und Freiwilligentätigkeit. Es handelt sich dabei um die bisher wichtigste engagementpolitische Stellungnahme auf europäischer Ebene. Dabei legt die Kommission den Schwerpunkt auf die Anerkennung und Förderung grenzüberschreitender Freiwilligentätigkeit, gibt aber auch einzelne, zurückhaltende Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten, etwa zur statischen Erfassung des freiwilligen Engagements. Konkret will die Kommission die Schaffung eines Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe für 2012 vorschlagen. Von der Sache her würdigt die Kommission Freiwilligentätigkeit als bedeutenden Erzeuger von Humankapital und Sozialkapital, von Integration und Inklusion. Deshalb soll freiwilliges Engagement künftig stärker in Programmausschreibungen berücksichtigt werden. Auch legt sich die Kommission darauf fest, das Thema mit in das Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger 2013 einzubeziehen.

 
Mitteilung in allen Amtssprachen unter
europa.eu/volunteering/de/node/3009

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MdEP Martin Kastler: vom Qualipass zur Ehrenamtskarte

Der Europaabgeordnete Martin Kastler begrüßt, dass sich die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung auf die Einführung eines europäischen Qualifikations-Passes für Ehrenamtliche festgelegt hat. Allerdings sollte zu diesem Nachweisinstrument nach dem Vorbild etwa der bayerischen Ehrenamtskarte aus seiner Sicht auch eine Form des Dankes gehören, etwa durch Vergünstigungen in ganz Europa. Kritisch sieht er zudem die starke Fokussierung in der Mitteilung auf die Jugend, weshalb er ergänzend ein klares Seniorenprogramm zur Förderung des europäischen bürgerschaftlichen Engagements fordert.

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CEV: Stellungnahme

Das Europäische Freiwilligenzentrum CEV hat als größte europäische Freiwilligenorganisation und wesentlicher Motor des Europäischen Jahres 2011 die Mitteilung der Kommission begrüßt. Allerdings mahnt das CEV auch an, dass der Ankündigung, das Freiwilligenthema in künftigen Programmlinien zu berücksichtigen, auch Taten folgen müssen. Sehr positiv nimmt das CEV auf, dass das Handbuch der Internationale Arbeitsorganisation zur Messung der Freiwilligentätigkeit und das Handbuch der Vereinten Nationen zu gemeinnützigen Einrichtungen den nationalen statistischen Ämtern zur Anwendung empfohlen werden.

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Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger: Evaluation

Im laufenden Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger fanden Fokusgruppen in Wien, Warschau und Paris zu der Frage der Programmwirkung auf die Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern für europäische Themen statt. In den Fokusgruppen wurde Verbesserungsbedarf in der Breitenwirkung, der Verbindung von EU-Politik und lokalen Agenden und in einer nachhaltigeren Wirksamkeit gesehen, etwa durch längerfristige Finanzierungen oder durch systematischen Kompetenzaufbau. Ein zusammenfassender Bericht wurde mittlerweile publiziert.

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Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger ab 2014

Die Vorbereitungen der Europäischen Kommission für die Ausgestaltung des Programms Europa für Bürgerinnen und Bürger 2014-2020 ist weit vorangeschritten. Grundsätzliches Programmziel ist die Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern für europäische Themen. So fand zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 eine Online-Konsultation statt, deren Auswertung mittlerweile vorliegt. Am 21. Juni 2011 folgte das zweite Stakeholderforum, bei dem ca. 100 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Vereinen und Verbänden, der Europäischen Kontaktstellen für das Bürgerschaftsprogramm sowie der Europäischen Kommission teilnahmen, die Erfahrungen mit dem derzeitigen Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« haben. Im Mittelpunkt standen dabei besonders die Themen des zukünftigen Programms.

Auswertung der Konsultation unter
ec.europa.eu/citizenship/pdf/doc1295%5Fen.pdf
 
Weitere Informationen und Bericht des Stakeholderforums unter
ec.europa.eu/citizenship/news/news1303_en.htm

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Zivilgesellschaft in EUROMED: Stellungnahme EWSA

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) verabschiedete auf seiner Plenartagung am 21. September 2011 eine Initiativstellungnahme zur »Förderung repräsentativer Zivilgesellschaften in den Euromed-Partnerländern«. Die Stellungnahme reagiert auf die demokratischen Umwälzungen im arabischen Raum. In der Stellungnahme werden auch Differenzen zur bisherigen und auch zur aktuellen EU-Politik deutlich. Der EWSA will seinerseits entsprechende Aufbau- und Stabilisierungsprozesse einer partizipativ ausgerichteten Zivilgesellschaft in den Umbruchregionen unterstützen und seine Erfahrungen in Bereichen etwa des sozialen Dialogs einbringen. Auch bietet er der Kommission an, bei der Beurteilung zu helfen, ob mögliche Kooperationsakteure tatsächlich zivilgesellschaftlich aufgestellt sind.

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Aktives Altern in Europa: AGE-Info

Die Europäische Plattform älterer Menschen AGE hat gemeinsam mit dem Ausschuss der Regionen und der Europäischen Kommission eine Übersicht zu Maßnahmen der Förderung aktiven Alterns erstellt, in der die EU-Unterstützung für regionale und lokale Akteure dargestellt wird. Neben einer Darstellung, was lokale und regionale Akteure in diesem Feld inhaltlich u.a. auch im Feld des bürgerschaftlichen Engagements tun können, bietet die Broschüre eine Zusammenfassung der Finanzierungsinstrumente für Projekte des aktiven Alterns in den diversen Fördertöpfen der EU.

Weitere Informationen unter
ec.europa.eu/social/BlobServlet

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Gesetzesvorschlag zur Finanztransaktionssteuer

Kommissionpräsident José Manuel Barroso hat in seiner »State of the Union«-Rede vor dem Europäischen Parlament am 28. September 2011 den Gesetzesentwurf zur Einführung einer Europäischen Finanztransaktionssteuer vorgestellt. Nach Einschätzung des grünen Europaabgeordneten Sven Giegold hat sich damit der mehr als 10 Jahre lange Druck der Zivilgesellschaft ausgezahlt. Nach dem im Europaparlament mit breiter Mehrheit getragenen Beschluss für eine Finanztransaktionssteuer vom 8. März 2011 und dem jetzigen Vorschlag der Kommission muss sich nun noch der Europäische Rat mit dem Gesetzestext befassen.

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Vote Europe: Konsultations- und Debattenplattform

Initiiert von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschland (KAB) wurde in Verbindung mit Partnerorganisationen und der Europäischen Kommission die Plattform »Vote Europe« initiiert. Im Unterschied zu offenen Konsultationsverfahren muss man sich hier registrieren lassen und wird dann Mitglied eines virtuellen europäischen Parlaments, in dem man Statements abgeben und eben auch über jeweils definierte Themen abstimmen kann. Zwei Abstimmungen zum Thema Grundeinkommen sowie zur Finanztransaktionssteuer haben bisher stattgefunden. Eine dritte Abstimmung zur Verkehrspolitik ist im Gang. Das virtuelle Parlament ist überschaubar groß und die Abstimmungsergebnisse sind noch entsprechend prägnant. Auf jeden Fall ist es ein interessanter Versuch aus der Zivilgesellschaft, auf europäischer Ebene eigene Konsultations- und Meinungsbildungswege zu finden.

Weitere Informationen unter
www.vote-europe.net/die-idee/

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Einladung zur Teilnahme: CEV-Symposium in Berlin

Am 20. und 21. Oktober 2011 findet in Berlin das europäische Symposium »Volunteering and Active Citizenship - two sides of the same coin?« statt. Veranstalter sind das Europäische Freiwilligenzentrum CEV sowie seine deutschen Mitgliedsorganisationen BBE, Caritas, THW und ARBES. Das CEV-Symposium ist Teil des EU-Flaggschiffprojekts »Active Citizens for better communities« des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement und wird im Rahmen des Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 von der Europäischen Kommission gefördert. In Kooperation mit dem Berliner Landesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement und der BAGFA wird es auch zahlreiche Exkursionen zu Praxisprojekten des Engagements in Berlin und Umgebung geben.

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BBE im deutsch-französischen Zivilgesellschaftsdialog

In Gastgeberschaft des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement fand am 8. September 2011 im Deutschen Bundestag das zweite deutsch-französische Fachseminar zu Fragen des zivilgesellschaftlichen Engagements statt. Wie beim ersten Seminar in Paris am 18. März 2011 stand auch hier der transnationale Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Mit seinen französischen Partnern unter dem Dach des CPCA (Conférence Permanente des Coordinations Associatives) eröffnet das BBE damit einen vertieften deutsch-französischen Zivilgesellschaftsdialog: Während der kommenden drei Jahre sollen wichtige Themen im Bereich Engagement und Partizipation im Länder vergleichenden Austausch erörtert und der zivilgesellschaftliche Dialog systematisch vertieft werden.

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Engagement und Erwerbsarbeit: Fachkonferenz

Noch besteht die Möglichkeit zur Anmeldung zur Europäischen Fachkonferenz »Engagement und Erwerbsarbeit in Europa - Organisations- und gesellschaftspolitische Herausforderungen und Modelle«. Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) und das BBE veranstalten diese am 26. und 27. Oktober 2011 in Oberschleißheim bei München als eine der acht Regionalkonferenzen, die im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert werden. Ziel der Konferenz ist der nationale und europäische Austausch von Verbänden und Organisationen der Zivilgesellschaft über Politiken, Strategien und Modellprojekten im Schnittbereich von Engagement und Erwerbsarbeit. Die Konferenz soll den fachlichen Dialog auf EU-Ebene fördern und dazu beitragen, Engagementpolitik als Politikfeld auf EU-Ebene weiter zu etablieren.

Weitere Informationen unter
www.iss-ffm.de

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Europäische Förderung für BE: Seminar

Das EU-Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« fördert Projekte, die Anlässe zur Reflexion über Europa und die EU schaffen, Engagement für europäische Themen anregen und Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen. Das Seminar der Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger« bei der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. (KS EfBB) findet im Rahmen der »Freiwilligentour« des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 am 17. Oktober 2011, 9.00-13.30 Uhr, in Berlin statt. Neben einer Einführung in die EU-Förderung bietet das Seminar nützliche Hinweise für die Antragstellung. Es richtet sich an alle Organisationen, die Projekte im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements umsetzen und dabei mit Partnern in Europa kooperieren (wollen). Die Kosten betragen 18.- Euro. Anmeldefrist ist der 14.10.2011.

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Sozialunternehmer: Tagung

Wie kann unternehmerisches Handeln dazu beitragen, die Welt zu verbessern? Wie können Unternehmen sich von der Dynamik und dem Einfallsreichtum von »Social Entrepreneurs« inspirieren lassen? Und wie sollte die Politik mit diesen neuen hybriden Akteuren umgehen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die 6. internationale INSEAD-Konferenz »An Ecosystem to Promote Business for a Better World« am 7. Oktober 2011 in Berlin. Gastgeber sind das Centre for Social Investment der Universität Heidelberg, die INSEAD Business School und die Hertie School of Governance. Die Konferenz richtet sich an deutsche und internationale Sozialunternehmer, Politiker, Unternehmer, Akteure des Dritten Sektors, Wissenschaftler und Investoren.

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Zivilgesellschaftspreis des EWSA: Ausschreibung

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) hat zum vierten Mal den mit 30.000.- Euro dotierten Zivilgesellschaftspreis ausgeschrieben, der Exzellenz in zivilgesellschaftlichen Initiativen würdigen soll. Thema für das Jahr 2011 sind Dialog und Partizipation. Potenzielle Preisträger können nur von einem europäischen Netzwerk oder europäischen Organisation bzw. einem Mitglied des EWSA oder entsprechender nationaler Ausschüsse in den Mitgliedsländern vorgeschlagen werden. Nominierungsende ist der 7. Oktober 2011.

Weitere Informationen unter
www.eesc.europa.eu

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Mobilität von jungen Menschen: Call for papers

Vom 11. bis 14. Dezember 2011 findet in Straßburg das Forschungsseminar »Mobility of young people - Opportunities and obstacles for cross-border volunteering for young people, particularly with fewer opportunities« statt. Grenzüberschreitende Freiwilligentätigkeit, wie sie auch in der Mitteilung der europäischen Kommission als wichtig erachtet wird, steht hierbei im Fokus. Das Seminar richtet sich an Wissenschaft, Politik und Praktiker, um wissenschaftliche Expertise und praktische Erfahrungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Beiträge können bis zum 16. Oktober 2011 eingereicht werden. Organisiert wird es von EU-CoE youth partnership.

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Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint Ende Oktober 2011. Redaktionsschluss ist der 24. Oktober 2011. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an
E-Mail: mirko.schwaerzel(at)b-b-e.de

Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im Europa-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel und Mirko Schwärzel

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter
http://www.b-b-e.de/index.php?id=kommende_themen

Dieser Newsletter wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) 
- Geschäftsstelle -
Michaelkirchstr. 17-18 
10179 Berlin-Mitte 
www.b-b-e.de

V.i.S.d.P.: Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

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