BBE Europa-Nachrichten – Newsletter für Engagement und Partizipation Nr. 1/(10) vom 27.1.2011

Politische Dimension des Europäischen Freiwilligenjahres

Kann das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 Impulse zur Stärkung der Engagementpolitik in der Europäischen Union geben, oder ist sie nur Symbolpolitik? Markus Held untersucht in seinem Beitrag, ob sich die EU mit dem Europäischen Jahr tatsächlich auf dem Weg zu einer eigenen Engagementpolitik befindet. Bisher bestehe diese lediglich aus einem Flickenteppich von Maßnahmen aus verschiedenen Politikfeldern. Der Artikel erschien in Heft 4/2010 des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen und wurde freundlicher Weise für den Europa-NL freigegeben.

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Dokumentation: Reden zur Auftaktveranstaltung

Im Rahmen der ungarischen Ratspräsidentschaft wurde das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 am 8. Januar in Budapest feierlich eröffnet. In ihrer Rede zur Auftaktveranstaltung unterstreicht EU-Kommissarin Viviane Reding die Notwendigkeit, rechtliche Hindernisse für das Engagement EU-weit abzubauen und einen ermöglichenden politischen Rahmen zu schaffen. Die irische Europaabgeordnete Marian Harkin bezeichnete das freiwillige Engagement als »unsere wertvollste Ressource«, die quantitativ und ökonomisch messbar und europaweit vergleichbar gemacht werden müsse.

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Informationen zum Europäischen Freiwilligenjahr

Anlässlich der offiziellen Eröffnung des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 hat die Vertretung der EU-Kommission in Deutschland ein Infopapier veröffentlicht, das die wichtigsten Fragen und Antworten zur Umsetzung des Jahres zusammenfasst. Das Papier erläutert die Ziele und Maßnahmen des Jahres, stellt die wichtigsten Fakten zu Freiwilligentätigkeiten und der Engagementförderung in Europa zusammen und enthält relevante Informations- und Rechercheangebote für Journalisten. In Deutschland wurde die nationale Website zum Freiwilligenjahr gestartet, die im Laufe des Jahres ergänzt und erweitert wird. Herzstück der Website ist ein Veranstaltungskalender, der bundesweit die diesjährigen Aktionen, Seminare und Veranstaltungen zum bürgerschaftlichen Engagement zusammenfassen und abbilden wird.

 
Nationale Webseite
www.ejf2011.de

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Anregungen zum Freiwilligenjahr aus Hessen

Die Hessische Landesregierung hat zum EJF 2011 eine aufschlussreiche Broschüre »Engagiert in Hessen — Engagiert in Europa« zu beispielhaften ehrenamtlichen Projekten, bei denen hessische Organisationen mit Partnern aus anderen europäischen Ländern kooperieren, veröffentlicht. Die Projekte werden ausführlich dargestellt. Interessant sind die Kurzüberblicke mit Links zum Freiwilligenengagement in den hessischen Partnerregionen Aquitaine in Frankreich, Emilia-Romagna in Italien und Wielkopolska in Polen. Zudem bietet die Broschüre ein Workshopkonzept für Projektideen mit Europabezügen und eine Checkliste zur Planung europäischer Projekte.

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Durchführung der Europäischen Bürgerinitiative

Mit dem Vertrag von Lissabon wurde die Europäische Bürgerinitiative (EBI) als neues Partizipationselement im Prinzip eingeführt, doch noch fehlte das Regelwerk für ihre Durchführung. Nach Rat und Kommission hat jetzt das Europäische Parlament am 15. Dezember 2010 die Verordnung mit den konkreten Regeln für eine EBI beschlossen. Eine Million Unterschriften aus mindestens einem Viertel der Mitgliedsstaaten sind notwendig. Vorteilhaft ist, dass diese auch online gesammelt werden können und dafür die Kommission Open-Source-Software für Initiativen bereitstellt. Initiativen können ein Jahr nach Veröffentlichung des Beschlusses im Amtsblatt der EU eingereicht werden, d. h. ab Februar 2012. Mehr Demokratie e.V. hat die Stärken und Schwächen der EBI in einem Papier zusammengefasst.

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Großbritannien: 100 Millionen Pfund für »Transition Fund«

Zivilgesellschaftliche Dienstleister im britischen Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich konnten bis zum 21. Januar 2011 Anträge auf Zuwendungen aus einem 100 Millionen Pfund schweren Fonds für Organisationsentwicklung stellen, den das Ministerium für Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt hat. Antragsberechtigt waren Einrichtungen, die mindestens 60% ihrer Einnahmen aus Steuermitteln erhalten und denen eine Kürzung eben dieser Mittel um mindestens 30% ins Haus steht. Gefördert werden Projekte bis zu einem Volumen von 500.000 Pfund, die die jeweilige Organisation in Zeiten der Finanzkrise unabhängiger von Steuerzuwendungen machen sollen.

Weitere Informationen unter
www.biglotteryfund.org.uk/transitionfund

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Offener Brief der »Engagierten Europäer«

Als Reaktion auf die Griechenlandkrise und die teils zögerliche öffentliche Diskussion schlossen sich mehrere Stiftungen zur Initiative der »Engagierten Europäer« zusammen. Diese fordert die deutsche Politik in einem Offenen Brief auf, mehr statt weniger Europa zu wagen und voranzutreiben. Zur Stiftungsinitiative zählen die Allianz Kulturstiftung, die Bertelsmann Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt, die Schering Stiftung, die Schwarzkopf Stiftung Junges Europa, die Stiftung Mercator und die Stiftung Zukunft Berlin.

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Seminar zur EU-Förderung für Bürgerschaftsprojekte

Organisationen, die europäische Kooperationsprojekte in den Bereichen Europabildung und bürgerschaftliches Engagement durchführen möchten, sind mit einem eintägigen Seminar der Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger« (KS EfBB) angesprochen. Nach einer intensiven Beschäftigung mit dem Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« und der Diskussion eigener Projektideen wird das Programm »COMENIUS« (Schwerpunkt: Kooperation mit Schulen) vorgestellt. Das Seminar findet am 23. März 2011 in Bonn statt.

Weitere Informationen unter
www.kontaktstelle-efbb.de/index.php

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Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement: Protokolle

Die Protokolle der achten Sitzung des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement vom 27. Oktober 2010 und der neunten Sitzung vom 10. November 2010 stehen auf den Internetseiten des Unterausschusses zur Verfügung. Im Mittelpunkt der achten Sitzung stand ein Expertengespräch zu Potenzialen und Perspektiven der Engagementförderung durch Migrantenorganisationen. Das Thema Bürgerschaftliches Engagement und Integration soll einen Schwerpunkt der weiteren Arbeit des Unterausschusses darstellen. Der Stand der Planungen zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 und das Nationale Forum für Engagement und Partizipation waren weitere Themen der Sitzung. Die neunte Sitzung wurde geprägt durch die Diskussion der Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung sowie durch ein Fachgespräch zu aktuellen Chancen und Herausforderungen der Engagementförderung in den Kommunen. Neben den Kommunalen Spitzenverbänden sprach hier auch Thomas Olk, Vorsitzender des BBE-Sprecherrats.

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Sportförderung und Zivilgesellschaft: Anfrage beantwortet

Der Aufbau des Breitensports in Entwicklungsländern leiste einen aktiven Beitrag zum Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen in den Empfängerländern und werde deshalb vom Auswärtigen Amt gefördert. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das Bundesentwicklungsministerium habe hingegen Programme zur Sportförderung 2004 eingestellt, da es sich auf Armutsbekämpfung, Bildung, gesundheitliche Basisversorgung, Umweltschutz und die Bekämpfung von HIV/Aids konzentriere. Auch zur Förderung des Leistungssports durch das AA und Maßnahmen im Rahmen der Münchner Bewerbung um die olympischen Winterspiele 2018 äußert sich die Bundesregierung

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BMFSFJ: Sicherung der Mehrgenerationenhäuser

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kündigt ein Nachfolgeprogramm für die 2012 auslaufende Förderung der Mehrgenerationenhäuser an. Dafür sollen gemeinsam mit den Bundesländern rund 50 Millionen Euro für die Jahre 2012 bis 2014 zur Verfügung gestellt werden. Jedes Haus erhalte wie im bisherigen Aktionsprogramm einen jährlichen Zuschuss von 40.000 Euro. Neue Programmziele seien u. a. Beratungsangebote für ältere Menschen und Pflegebedürftige, nachhaltige Festigung der Mehrgenerationenhäuser als die Dienstleistungsdrehscheiben sowie eine stärkere Vernetzung mit der lokalen Engagementinfrastruktur wie Freiwilligenagenturen und Seniorenbüros.

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Kommunale Engagementförderung - Modellprojekt in Bayern

Das Bayerische Sozialministerium fördert seit 2010 mit dem Modellprojekt »Koordinierungszentren für Bürgerschaftliches Engagement« 20 neue Einrichtungen im ländlichen Raum. Die neuen Koordinierungszentren sollen nicht zuletzt das Engagement in den Kommunen miteinander vernetzen sowie neue Projekte anstoßen und begleiten. Der aktuelle Informationsbrief »Engagiert in Bayern« aus dem Bayerischen Landesnetzwerk stellt einige der neuen Zentren vor.

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Dokumentation: Bürgerschaftliches Engagement in der EU

Am 11. und 12. November 2010 haben Experten aus 16 europäischen Ländern in Berlin über Rahmenbedingungen und Aktivierungschancen von bürgerschaftlichem Engagement in der Europäischen Union gesprochen. Die Konferenz wurde von der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa beim Deutschen Verein und beim Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik im Auftrag des BMFSFJ veranstaltet. Die Teilnehmer diskutierten in sechs Arbeitsgruppen über staatliche Engagementpolitik, Freiwilligenmanagement in Organisationen, private Engagementförderung durch Stiftungen und Unternehmen, Engagementförderung von Migranten, innovative Engagementformen und die Förderung von Sozialunternehmern. Die Dokumentation der Tagung mit Zusammenfassungen aus den Arbeitsgruppen und den vorgetragenen Präsentationen ist jetzt erschienen.

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Forschungsjournal zum Europäischen Jahr der Freiwilligen

Zehn Jahre nach dem UN-Jahr der Freiwilligen hat die Europäische Union 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligen erklärt. Eine gute Grundlage für die engagementpolitische Diskussion bietet das eben erschienene Heft 4/2010 des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen, das dem Schwerpunktthema »Europas Zivilgesellschaften. Engagementpolitik im Jahr der Freiwilligen 2011« gewidmet ist.

Weitere Informationen unter
www.fjnsb.org/jahrgaenge/2010heft4

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Call for Paper: Europäische Freiwilligenuniversität 2011

Nach Barcelona (1995), Lyon (1997), Santiago de Compostella (1999), Freiburg im Breisgau (2001) und Luzern (2005) findet wieder eine Europäische Freiwilligenuniversität statt. In diesem Jahr wird es um »Freiwilligenarbeit zwischen Freiheit und Professionalisierung« gehen. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen der aktuelle Forschungsstand, der Wissenstransfer und der Austausch zwischen Theorie und Praxis. Die Freiwilligenuniversität 2011 wird an der Universität Basel vom 31. August bis zum 3. September 2011 durchgeführt. Abstracts für Konferenzbeiträge sind bis zum 1. März 2011 einzusenden.

Weitere Informationen unter
www.freiwilligenuniversitaet-basel-2011.ch

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Europa-Lilie für bürgerschaftliches Engagement

Mit vier neuen Preisen will die Europa-Union das europapolitische Bewusstsein in Deutschland schärfen, darunter ein Preis für bürgerschaftliches Engagement. Zwei weitere Europa-Lilien sind für europäische Jugendarbeit eine herausragende europapolitische Leistung in Deutschland vorgesehen, zudem eine Fauxpas-Europa-Distel. Die Preisverleihung wird am 9. Mai 2011 von Günter Verheugen durchgeführt. Noch bis zum 31. Januar können Vorschläge an die Europa-Union mit einer eMail und kurzer Begründung geschickt werden.

Weitere Information unter
www.europa-union.de/index.php
 
Vorschläge an Robert Henkel unter
E-Mail: robert.henkel(at)europa-union.de

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Open Days 2011: Anmeldeschluss 4. März 2011

Im Rahmen der 9. Europäischen Woche der Städte und Regionen finden erneut Open Days vom 10.-13. Oktober 2011 in Brüssel statt. Das Leitthema der Tage lautet: »Investing in Europe’s future: Regions and cities delivering smart, sustainable and inclusive growth.« Für die 100 Workshops und Diskussionsveranstaltungen werden ca. 6000 Teilnehmer erwartet. Bis zum 4. März 2011 können sich öffentliche Institutionen und private Organisationen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die einzelne Veranstaltungen mit durchführen wollen, bewerben.

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Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint am 17. Februar 2011. Redaktionsschluss ist der 11. Februar. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an
E-Mail: mirko.schwaerzel(at)b-b-e.de

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel und Mirko Schwärzel

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter
http://www.b-b-e.de/index.php?id=kommende_themen

Dieser Newsletter wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) 
— Geschäftsstelle —
Michaelkirchstr. 17-18 
10179 Berlin-Mitte 
www.b-b-e.de

V.i.S.d.P.: Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

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