Versicherungsschutz im Ehrenamt

Noch immer gehört der Versicherungsschutz für ehrenamtlich und bürgerschaftlich Engagierte zu den komplexesten Feldern in den Rahmenbedingungen der Freiwilligenarbeit. Gleichzeitig hat er jedoch seit dem Bericht der im Dezember 1999 eingesetzten Enquete-Kommission des Bundestages »Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements« ein hohes Maß an Dynamik gewonnen – ein Zeichen dafür, dass die Politik auf allen Ebenen den Paradigmenwechsel von einem Verständnis der Freiwilligenarbeit als individuellem Altruismus »für Gotteslohn« hin zum Auftrag der Schaffung von engagementförderlichen Rahmenbedingungen angenommen hat und umzusetzen bereit ist.

Noch nicht in allzu großer Ferne liegen Debatten, in denen auf Seiten der Engagierten nicht nur diffuse Ängste herrschten, sondern auch Vorwürfe gegenüber den Verbänden und der Politik erhoben wurden, man stände mit einem Bein im Gefängnis und mit dem anderen im Armenhaus. Demgegenüber neigten Hauptamtliche angesichts der unerfreulichen Aussicht, ihre freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verlieren, zur Argumentation, diese seien gegen alle erdenklichen Risiken versichert. Beide Positionen waren – und sind – in diesen Extremen nicht haltbar; nicht alle Risiken sind auch versicherbar. Dennoch hat der nicht unberechtigte Unmut unter den Engagierten zu einer starken Sensibilisierung für die Problematik und in nur wenigen Jahren zu maßgeblichen Verbesserungen geführt.

Unterscheidung des Versicherungsschutzes

Bürgerschaftlich Engagierte haben bei der Ausübung ihrer Tätigkeit besondere Schadensrisiken in zwei Bereichen:

  • Engagierte können selbst Opfer eines körperlichen Schadens werden. Hier stellt sich die Frage nach einer Unfallversicherung, die in gravierenderen Fällen eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Gesundheit unterstützt, bei Invalidität eine finanzielle Grundsicherung bietet und im Todesfall finanzielle Probleme der Hinterbliebenen überbrückt.
  • Engagierte können aber auch Schäden verursachen, zum Beispiel am Eigentum anderer Personen, mit denen sie im Zuge ihrer Arbeit zu tun haben. Gegen Regressansprüche abgesichert sind sie in diesem Fall mit einer Haftpflichtversicherung.

Der umfassendste Versicherungsschutz gegen Risiken der Freiwilligenarbeit läuft aber ins Leere, wenn die potentiellen Nutznießer der getroffenen Vorkehrungen darüber nicht informiert werden und deshalb die Leistungen nicht in Anspruch nehmen können. Informationen, die auch juristischen Laien eine unkomplizierte Orientierung für den jeweiligen Einzelfall geben, stellen eine große Herausforderung dar.
Unfallversicherung: Weitere Informationen
Haftpflichtversicherung: Weitere Informationen

Zu Ihrer Sicherheit: Broschüre zum Thema Unfallversicherung im Ehrenamt (2011)

Ehrenamtliches Engagement muss sicher sein – vor allem für die, die hier aktiv werden. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber den Unfallschutz für ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahren stetig verbessert. Die Broschüre zeigt das ganze Spektrum der gesetzlichen Unfallversicherung auf und beantwortet z.B. spezifische Fragen zur gesetzlichen und freiwilligen Unfallversicherung.
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Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Engagementpolitik und -rahmenbedingungen finden Sie auch unter den Seiten der BBE-Arbeitsgruppe 1 »Rahmenbedingungen«.
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