EU-Flaggschiffprojekt »Active Citizens for better Commmunities«

Die Europäische Union hat 2011 als Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft (EJF 2011) ausgerufen mit dem Ziel, die europäischen Gesellschaften für den Wert des bürgerschaftlichen Engagements zu sensibilisieren, die Freiwilligenorganisationen zu vernetzen und damit eine Kultur der Freiwilligkeit europaweit zu fördern. Eine besondere Herausforderung sind dabei die unterschiedlichen Traditionen und Verständnisse von bürgerschaftlichem Engagement und dessen Förderung in Europa. In Deutschland spielt beispielsweise der Staat bei der Engagementförderung traditionell eine große Rolle. Und nach diesem Verständnis verweist der Begriff Freiwilligentätigkeit immer auch auf eine aktive Bürgerschaftskultur, die mit (politischen) Partizipations- und Beteiligungsfragen verbunden ist. In anderen europäischen Ländern stellt sich die Situation zum Teil gänzlich anders dar. Umso wichtiger ist es für die zivilgesellschaftlichen Akteure in Europa, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen sowie über zukunfts- und tragfähige Projekte und Konzepte zu verständigen. Den Engagierten in ganz Europa und der Verbesserung der Rahmenbedingungen ihres Engagements wird das zu Gute kommen. 

Das EU-Flaggschiffprojekt »Active Citizens for better Commmunities« setzte genau hier an. Es war eines von zwei Flaggschiff-Projekten des Europäischen Jahres 2011 in Deutschland. Zentrale Anliegen des BBE und der Projektpartner (Europäisches Freiwilligenzentrum CEV, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen BAGFA, Staatsministerium für Arbeit und Soziales sowie ARBES Baden-Württemberg, Technisches Hilfswerk, Treffpunkt Hilfsbereitschaft, Verbund der Freiwilligenzentren im Deutschen Caritasverband) waren die Förderung von Austausch und Netzwerkausbau zwischen Initiativen, Projekten und Organisationen in Europa und eine gemeinsame Verständigung über Freiwilligentätigkeit als Ausdruck einer aktiven Bürgerschaft. Um größtmögliche Synergieeffekte zu nutzen, wurde die Konferenz mit dem jährlich stattfindenden Symposium des Centre Européen de Volontariat (CEV) zum Thema „Volunteering and Active Citizenship : Two sides of the same coin?“ verknüpft. Das CEV ist mit 88 Mitgliedsorganisationen aus 34 Ländern das größte europäische Netzwerk der Freiwilligenarbeit. 

Über 500 Akteure und Multiplikatoren des freiwilligen Engagements aus ganz Europa waren in den Projektphasen eingebunden: 

1. Networking-Phase (Mai-Oktober2011) 
Über die CEV-Online-Community und eine Facebook-Gruppe haben die Projektpartner einen Fachaustausch organisiert und moderiert. Im Mittelpunkt standen dabei sieben Themengebiete des freiwilligen Engagements: Cross-border community cooperation; Civil Protection and humanitarian aid; Employee volunteering; Intergenerational solidarity; Sustainable development. In Vorbereitung der Networking-Konferenz im Oktober 2011 wurden lokale Initiativen und Projekte in Berlin und Umgebung mit ähnlichen europäischen Initiativen in Kontakt gebracht. 

2. Networking-Konferenz (Oktober 2011) 
Die Networking-Konferenz vom 19. bis 21. November 2011 in der Katholischen Akademie in Berlin bildete den Projektschwerpunkt. Neben Fachimpulsen wurden aufbauend auf der Networking-Phase örtliche Projektbesuche in Berlin organisiert. Vor Ort wurden themenspezifisch innovative Projekte vorgestellt, mit vergleichbaren Projekten aus dem europäischen Kontext kontrastiert und in Workshops die Frage von Zusammenhang und Fördermöglichkeiten von Freiwilligentätigkeit und aktiver Bürgerschaft bearbeitet. Jeder Projektbesuch fand im Kontext einer der sieben Themenschwerpunkte statt: 

1) Social inclusion and empowerment > Neuköllner Talente: Weitere Informationen
2) Participation and empowerment > Bürgerplattform Wedding: Weitere Informationen
3) Cross-border cooperation > Nowa Amerika: Weitere Informationen, MyLife: Weitere Informationen (Slubicé/Polen)
4) Civil Protection and humanitarian aid > THW: Weitere Informationen
5) Employee volunteering > Volunteers Go!: Weitere Informationen (Treffpunkt Hilfsbereitschaft/Deutsche Bank)
6) Intergenerational solidarity > Mehrgenerationenhaus Kreativhaus: Weitere Informationen
7) Sustainable development > Prinzessinnengarten: Weitere Informationen

Zudem verknüpfte die Networking-Konferenz mehrere Veranstaltungen und deren Teilnehmer, die zwischen dem 15. Oktober und dem 21. November 2011 in Berlin stattfanden:

a. Die Jahreshauptversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. (BAGFA): CEV-Vertreter und Gäste der Networking-Konferenz nahmen an der BAFGA-Versammlung teil, führten zwei Workshops durch und präsentierten europäische Projekte und Initiativen.

b. Das Global Corporate Council Meeting in Berlin am 18. und 19. Oktober 2011 versammelte 30 Unternehmensvertreter verschiedener Corporate Volunteering Programme. Auch Repräsentanten der Partnerorganisationen des Projekts nahmen an der GCVC-Konferenz teil. GCVC veranstaltete während der Network-Session einen Workshop über die Methoden des Corporate Volunteering. 

c. EYV 2011 – Berlin-Tour vom 10. bis zum 19. Oktober 2011: Das BBE und seine Projektpartner nahmen an der Tour teil und organisierten die Abschlussveranstaltung mit, die sich in Form eines europäischen Wettbewerbs von best practices gestaltete. Die Projekte hatten die Möglichkeit sich einem breiten Publikum zu präsentieren und die Teilnehmer wählten unter ihnen einen Gewinner.

Ein Rückblick auf die Veranstaltung ist auf der Website des CEV zu finden: Weitere Informationen


Für Rückfragen und weitere Informationen: 
Mirko Schwärzel 
E-Mail: mirko.schwaerzel(at)b-b-e.de

Das Projekt wurde gefördert von

 

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