AG 3 »Freiwilligendienste«


Selbstverständnis und Themen

Jugendfreiwilligendienste gibt es in Deutschland seit Jahrzehnten. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und die ungeregelten, internationalen Freiwilligendienste bieten als eine Sonderform des bürgerschaftlichen Engagements und als informelle »Lerndienste« ein wichtiges und attraktives Orientierungsangebot für junge Menschen. In den letzten Jahren hat es einen enormen Zuwachs an Freiwilligen gegeben, gleichzeitig hat sich das Angebot von Freiwilligendiensten dynamisch und zum Teil spektakulär entwickelt. Neu hinzugekommen sind die internationalen Freiwilligendienste »Weltwärts« (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), »Kulturweit« (Auswärtiges Amt) und der Auslandsfreiwilligendienst des FSJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). 

Nach dem Wegfall des Zivildienstes ist mit dem neuen Bundesfreiwilligendienst (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) nun noch ein weiterer Freiwilligendienst entwickelt worden, der auch für Altersgruppen über 27 Jahre (mit mindestens 20 Wochenstunden) attraktiv sein soll. 

 Freiwilligendienste für alle Altersgruppen sollte das Sonderformat zunächst des »Generationsübergreifenden Freiwilligendienstes« (GÜF 2005 bis 2008) und dann des »Freiwilligendienstes aller Generationen« (FDaG 2009 bis 2011) ermöglichen. Teilweise wurden diese Freiwilligendienste allerdings in einem Zeitumfang (ab 8 Stunden, manchmal auch weniger) durchgeführt, der sich erheblich von den an Vollzeittätigkeit orientierten Jugendfreiwilligendiensten wie auch dem Bundesfreiwilligendienst unterscheidet. Oft ließen sich keine Differenz zu ‚normalem’ bürgerschaftlichen Engagement erkennen ließ. Ob und in welchem Umfang der FDaG weitergeführt wird, ist derzeit abhängig von der Entscheidung der Länder, eine Bundesförderung wird es nicht mehr geben. 

Mit der Arbeitsgruppe »Freiwilligendienste« hat das BBE ein Forum geschaffen, die Arbeit und Entwicklung aller Freiwilligendienste zu beobachten, transparent zu machen, zu reflektieren, ihre Vielfalt mitzugestalten und Lösungsvorschläge für offene Fragen zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppe ist auch ein Ort für wechselseitige Informationen und Diskussionen der Mitglieder über die jeweiligen Entwicklungen der unterschiedlichen Freiwilligendienste. Sie trägt dazu bei, die Vernetzung und Bündelung der vielfältigen Formen zu gestalten. Die hier vorhandenen fachlichen Kompetenzen sind ein Potential, das für die Weiterentwicklung der Freiwilligendienste auch von der Politik genutzt werden kann. In diesem Sinne wird auch die Arbeit des Bundestagsunterausschusses »Bürgerschaftliches Engagement« begleitet. 

Die Arbeitsgruppe verfolgt das Ziel die politischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu verbessern, sowohl für nationale als auch für internationale Freiwilligendienste. Sie greift aktuelle Entwicklungen auf und versucht die unterschiedlichen Akteure bei der innovativen Gestaltung von Freiwilligendiensten anzuregen und zu unterstützen. Die Arbeitsgruppe setzt sich mit Fragen der Abgrenzung zum Arbeitsmarkt und der Arbeitsmarktneutralität auseinander. Darüber hinaus befasst sie sich mit der Qualitätssicherung und der Anerkennungskultur der Freiwilligendienste wie auch mit der Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit, und der Informationen über Freiwilligendienste (»Wegweiser Freiwilligendienst«). 

Themen der Arbeitsgruppe sind: 

  • Jugendfreiwilligendienste: FSJ, FÖJ, geregelte wie »Weltwärts« und »Kulturweit« und ungeregelte internationale Freiwilligendienste 
  • Bundesfreiwilligendienst als Angebot auch für Altersgruppen ab 27 Jahre 
  • Generationsübergreifende Freiwilligendienste – Arbeitsmarktneutralität 
  • Fragen der Umsatzsteuer bei den Freien Träger der Freiwilligendienste 


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