Newsletter Nr. 19 vom 30.10.2014

Das Verhältnis von Engagement und Erwerbsarbeit ist ein facettenreiches Thema im BBE. Der »Eigensinn des Engagements« steht in einer wachsenden Gefahr instrumenteller Vernutzung als eine Ressource, die mit etwas Geld als Quasi-Niedriglohnbereich behandelt wird. In den politischen Diskussionen taucht dieser »Monetarisierungstrend« etwa dann auf, wenn darum gerungen wird, das Engagement nicht dem Mindestlohngesetz zu unterwerfen. Hier wird sichtbar, dass Engagement im politischen Diskurs oft schon längst als Niedriglohnbereich betrachtet wird, für den dann aber doch Ausnahmen bei der Höhe der Entlohnung gemacht werden sollen. Das Spektrum dieses instrumentellen Zugriffs reicht vom Engagement in der Pflege und in den Feldern des sozialen Engagements bis zur Nutzung des Bundesfreiwilligendienstes durch eine wachsende Zahl von Kommunen mit notleidenden Haushalten als Lückenbüßer mit Hilfsdienstformaten oder längst etablierten Berufsrollen, etwa des Pförtners, Fahrers, der Küchenhilfskraft oder auch des Winterräumdienstes. Kaum mehr zu erkennen sind in diesem Diskurs die Dimensionen eines »eigensinnigen« und »unentgeltlichen« Engagements, die laut Definition der Enquete-Kommission zur »Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements« zu den Eckpunkten des Begriffsverständnisses zu zählen sind. Dies macht die kritische Diskussion über eine »Monetarisierung« des Engagements deutlich. Mit Blick auf die wachsende Altersarmut und insgesamt auf die wachsende soziale Ungleichheit wie auch eine Prekarisierung von Arbeit (Beitrag von Christoph Zeckra) ist dann auch die Frage der sozialen Grundsicherung als Voraussetzung von Engagement angesprochen. Doch sichtbar werden auch die Kompetenzgewinne durch Engagement und auch die oftmals fließenden Übergänge von Erwerbsarbeit zu Engagement und vom Engagement in die Erwerbsarbeit. Gerade die hauptamtlichen Führungskräfte des Non Profit-Bereichs waren zuvor sehr oft lange Jahre in den gleichen Organisationen ehrenamtlich tätig. Prozesse der Verberuflichung oder auch der Rückübertragung von beruflichen Aufgaben ins Engagement sind kaum erforscht. Die Debatte über gesetzlich vorgeschriebene »Arbeitsmarktneutralität« des Bundesfreiwilligendienstes, die derzeit im BBE mit Trägern der Freiwilligendienste und den Gewerkschaften geführt wird (siehe den Beitrag von Peter Klenter), gehört in diesen Diskussionszusammenhang ebenso wie die Nutzung von gemeinnützigen Organisationen in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik (siehe das Papier der bagfa in diesem Newsletter). Der Beitrag von Christoph Zeckra macht zudem deutlich: Der Arbeitsbegriff selbst steht angesichts der komplexen Bezüge von Engagement und Erwerbsarbeit in einer demografisch alternden Gesellschaft zur Diskussion. Seitens der Wirtschaft ist Engagement nicht nur unverzichtbar - etwa für die Handwerkskammern (Beitrag von Jörg Thomä)-, sondern gewinnt als Element der Personalentwicklung wie auch der Entwicklung wirtschaftlicher Verantwortungsrollen an Standorten an Bedeutung (Interview mit Rüdiger Senft). Schließlich gewinnen Koproduktionen von Zivilgesellschaft, Staat/ Kommunen und Wirtschaft im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge an Bedeutung. Stichworte wären hier etwa die Dorfläden, Bürgerbusse, Bürgerbäder oder Bürgerschwimmbäder und Bürgerbahnhöfe, aber auch regionale Tauschringe und der wachsende Bereich der »sharing economy«. Das Thema bietet daher zahlreiche weitere Ansatzpunkte für die engagementpolitische wie auch gesellschaftspolitische Diskussion. 

Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer des BBE

Zeckra: Auf dem Weg zur Mitgestaltungsgesellschaft?

In seinem Gastbeitrag »Arbeit als ›Ganzes‹: Auf dem Weg zur Mitgestaltungsgesellschaft?« weist Christoph Zeckra, Gesamtverantwortlicher Leiter des Generali Zukunfsfonds, dem bürgerschaftlichen Engagement die zentrale Rolle zur Bewältigung des demografischen Wandels zu. Angesichts der demografischen Entwicklung steuert Deutschland nicht nur auf einen Pflegenotstand, sondern auch auf einen Kollaps der Sozialsysteme hin. Für eine Gestaltung des Wandels sind ein zeitgemäßes Bild von Arbeit und ein erweiterter Arbeitsbegriff nötig, der die Familienarbeit, Gemeinwesensarbeit und Freiwilligenarbeit ebenso umfasst wie die Erwerbsarbeit. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung bei besserer Gesundheit im Alter sei Teilhabe und Mitbestimmung nicht nur möglich, sondern notwendig. Mit einem erweiterten Arbeitsbegriff wäre das »Ganze der Arbeit« auch eine Tätigkeit für andere und damit Ausdruck von Mitgestaltung. Lebenslanges Arbeiten könne so an Anziehungskraft gewinnen.


Gastbeitrag von Christoph Zeckra unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/10/NL19_Gastbeitrag_Zeckra.pdf (202 kB)

Klenter: Gute Arbeit und BE – ein Spannungsfeld

Peter Klenter, ver.di Rechtssekretär, befasst sich in seinem Gastbeitrag mit dem Spannungsfeld zwischen Guter Arbeit und bürgerschaftlichem Engagement. Er erläutert den gegen die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen gerichteten gewerkschaftlichen Begriff der »Guten Arbeit« und stellt fest: »Solange die Grundbedingungen Guter Arbeit nicht erfüllt sind, steht der Sektor des bürgerschaftlichen Engagements in der Gefahr, ein Experimentierfeld der Arbeitsrechts- und der Arbeitsmarktpolitik zu sein.« In diesem Kontext betrachtet Klenter kritisch den Diskurs über Anerkennungskultur, den Diskurs über die angeblich verfehlte Monetarisierung und den Diskurs über sorgende Gemeinschaften. Er sieht die Notwendigkeit, dass sich der zivilgesellschaftliche Diskurs den Problemen der Prekarisierung der Lebens- und Arbeitsbedingungen stellt – und damit auch die Diskrepanz zwischen der politischen Appellkultur (»die BürgerInnen sollten sich stärker engagieren«) und der gesetzgeberischen Unentschlossenheit, Engagement und Erwerbsarbeit zu trennen, in den Blick nimmt.


Gastbeitrag von Peter Klenter unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/10/NL19_Gastbeitrag_Klenter.pdf (229 kB)

Monetarisierung: Positionspapier der bagfa

»Monetarisierung - kein Weg zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements« ist der Titel und die Botschaft eines neuen Positionspapiers der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) e.V. Mit dieser Positionierung zur momentanen Monetarisierungsdiskussion diskutierten bagfa-Vorstand und Geschäftsstelle sowie VertreterInnen von Freiwilligenagenturen am 16. Oktober 2014 im Rahmen eines Hintergrundgesprächs mit dem Ausschussvorsitzenden Willi Brase (SPD) und den Obleuten des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement Svenja Stadler (SPD), Ingrid Pahlmann (CDU), Dr. Rosemarie Hein (Die Linke) und Kordula Schulz-Asche (Bündnis 90/ Die Grünen).

Thomä: Ehrenamtliches Engagement im Handwerk

Dr. Jörg Thomä, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh), befasst sich in seinem Gastbeitrag mit der umfassenden ehrenamtlichen Beteiligung der Arbeitnehmerseite in der Handwerksorganisation. Engagierte ArbeitnehmerInnen sind im Vorstand und in der Vollversammlung der Kammer, in den Gesellenausschüssen der Innungen, in den Ausschüssen der handwerklichen Selbstverwaltung oder im Bereich des Prüfungswesens aktiv. Doch der Umfang und die Vielfalt dieses Engagements wurden bislang nicht näher untersucht. Vor diesem Hintergrund stellt Thomä die Ergebnisse einer empirischen Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh Göttingen) vor, welche die ehrenamtliche Tätigkeit von Arbeitnehmervertretern des Handwerks näher beleuchtet.


Gastbeitrag von Jörg Thomä unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/10/NL19_Gastbeitrag_Thomae.pdf (313 kB)

Gute Arbeit und Engagement: Interview mit Rüdiger Senft

Gute Arbeit und Engagement ist das Thema des BBE Newsletter-Interviews mit Rüdiger Senft, Leiter Corporate Responsibility in der Commerzbank. Er beantwortet Fragen zum Stellenwert des bürgerschaftlichen Engagements bei der Commerzbank und zu den Formen, mit denen MitarbeiterInnen bei ihrem Engagement unterstützt werden. Schließlich geht es um den Nutzen für Mitarbeitende und Unternehmen sowie um Ansprüche an und in der Arbeitswelt von heute. Deutlich ist dabei für ihn ein Bedeutungswandel von Arbeit bei der jüngeren Generation erkennbar: »Statt Status und Geld stehen heute oftmals die Freude an der Arbeit sowie deren Sinnhaftigkeit an erster Stelle.« Diesen Ansprüchen zu genügen sieht er als eine zentrale Herausforderung der Zukunft für Unternehmen an.


Interview mit Rüdiger Senft unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/10/NL19_Interview_Senft.pdf (159 kB)

Raddatz: Berlin Social Academy

In ihrem Gastbeitrag berichtet Viola Raddatz, Mitarbeiterin bei ImmobilienScout24, über den Ansatz und Ablauf der zum zweiten Mal vom 6. bis zum 9. Oktober 2014 durchgeführten Berlin Social Academy. ExpertInnen aus Berliner Unternehmen stellten gemeinnützigen Organisationen ihr Wissen in Workshops und Vorträgen kostenlos zur Verfügung. Auf Einladung der Schirmherrin, Staatsekretärin Hella Dunger-Löper, gab es bei einer Podiumsdiskussion und beim anschließenden Empfang einen Austausch über den Stand des bürgerschaftlichen Engagements.


Gastbeitrag von Viola Raddatz unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2014/10/NL19_Gastbeitrag_Raddatz.pdf (161 kB)

Bayern: Ökologischer Bundesfreiwilligendienst im Sportverein

Die Bayerische Sportjugend (BSJ) im Bayerischen Landessportverband (BLSV) bietet die Möglichkeit des Ökologischen Bundesfreiwilligendienstes (ÖBFD) im Sport für Vereine und Freiwillige jeden Alters an. Der Golfclub Lauterhofen ist der erste Sportverein in Bayern, in dem es die Möglichkeit gibt, Sport und Naturschutz zu verbinden. Im Golfclub soll die oder der Freiwilligendienstleistende lernen, was Greenkeeping, Landschaftspflege und Vereinsorganisation bedeuten. Neben Golfplatzpflege und Vereinsorganisation gehe es auch um das Keltern von Äpfeln der Streuobstwiesen, Imkern, Versorgen der Heidschnucken und die Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband.

Versteigerung von Musikinstrumenten

Um das Projekt Musikpatenschaften – MUPA zu fördern und um praktische Musikbegeisterung zu unterstützen, versteigert die Bürgerstiftung Hannover am 16. November 2014 über 230 Musikinstrumente. Diese waren in der Aktion »schlummernde Musikinstrumente« im Frühjahr 2014 gesammelt worden. Am 14. und 15. November von 15 bis 19 Uhr können alle Musikinstrumente vor Ort besichtigt und angespielt werden. Instrumente mit einem Schätzwert bis 200 Euro sind dann auch schon zu erwerben. Alle höherwertigen Musikinstrumente werden vom Auktionator Erwin Schütterle am 16. November versteigert. Vorab sind sie auch bei der Bürgerstiftung im Internet zu sehen.

Weitere Informationen unter
www.buergerstiftung-hannover.de

Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Attac

Das Finanzamt Frankfurt am Main hat der globalisierungskritischen Organisation ATTAC den Status der Gemeinnützigkeit rückwirkend bis 2010 aberkannt. Da die Einnahmen von ATTAC im Wesentlichen Spenden sind, bedroht dies die Weiterexistenz der Organisation. Das Finanzamt begründet seine Entscheidung damit, dass die Aktivitäten von ATTAC nicht umfassend gemeinnützig, sondern zu politisch seien. Die Frankfurter Finanzbeamten leiten dies aus dem Anwendungserlass zur Abgabenordnung (AEAO, darin Punkt 15 zu §52) ab. In ersten Reaktionen fordert Sven Giegold, Sprecher der Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament, »das Gemeinnützigkeitsrecht so zu modernisieren, dass klar wird: Der Staat unterstützt das gemeinwohlorientierte Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger, auch wenn es für die Politik unbequem ist.« Dr. Rupert Graf Strachwitz, Direktor des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft Berlin, kritisiert »ein Gemeinnützigkeitsrecht ohne Zivilgesellschafts- und Engagementpolitik, das allenfalls fragt, welches Engagement dem Fiskus nützt, aber nicht, welche Zivilgesellschaft wir im 21. Jahrhundert brauchen.« Und er stellt fest: »Politisches Engagement darf kein Grund sein, Gemeinnützigkeit zu bestreiten, sondern ist das Merkmal von Gemeinnützigkeit.« Das Bundesministerium für Finanzen sieht keinerlei Handlungsbedarf – und ATTAC hat vor, den Rechtsweg zu beschreiten.

Antrag zur digitalen Agenda

Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN hat am 14. Oktober 2014 einen Antrag (18/2880) zur digitalen Agenda der Bundesregierung eingebracht, die diese am 20. August der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Mit dem Antrag wird deutlich kritisiert, dass weder die Inhalte noch die verabredeten Formen der Enquete-Kommission »Internet und digitale Gesellschaft« aus der letzten Legislaturperiode hinreichend Eingang in die Agenda gefunden hätten. Insbesondere seien weder der neu eingerichtete Ausschuss »Digitale Agenda« noch die Zivilgesellschaft oder andere Stakeholder bei der Agendaerstellung beteiligt worden, obwohl auch dies eine der Empfehlungen der Kommission war. Als ein Manko zeige sich, dass die Regierung nach wie vor keine klaren Zuständigkeiten für das Thema habe, sondern von drei federführenden Ministerien spreche. Schließlich bleibe vollkommen unklar, was wann wie finanziert werden solle. Der Antrag zielt auf Abhilfe. Unter anderem wird gefordert, dass der Ausschuss »Digitale Agenda«, der der interessierten Öffentlichkeit geeignete Beteiligungstools zur Verfügung stellen sowie in grundsätzlich öffentlichen Sitzungen beraten wird, sowie die Zivilgesellschaft und andere Stakeholder, dauerhaft und proaktiv in die Weiterentwicklung der »Digitalen Agenda« einbezogen werden.

Sport und Integration

Am 15. Oktober 2014 ging es im Sportausschuss des Deutschen Bundestages um die Rolle von Sportvereinen bei der Integration von MigrantInnen und um das neu gegründete Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), dessen Kuratoriumsvorsitzende Staatsministerin Özoguz ist. So unstrittig die integrative Funktion von Sportvereinen und Ehrenamt im Prinzip sei, so rudimentär seien die tatsächlich dazu bestehenden Datenbestände, erklärte Prof. Dr. Sebastian Braun, Sportsoziologe am BIM. Staatsministerin Özoguz benannte einige Probleme, etwa die verbesserungsfähige Kooperation zwischen Schulen und Vereinen. Auch gebe es zu wenig Mädchen aus der Gruppe der MigrantInnen in den Vereinen, was auch damit zu tun habe, »dass es zu wenig Trainerinnen mit Einwanderungsbiografie gibt«.

Weitere Informationen unter
www.bundestag.de/presse/hib/2014_10/-/335468
 
Weitere Informationen zum BIM unter
www.bim.hu-berlin.de

Schule der Bürgergesellschaft: Fachtagung

Am 27. November 2014 findet die Fachtagung »Schule der Bürgergesellschaft – Bürgerschaftliche Perspektiven für moderne Bildung und gute Schulen« im dbb-Forum in Berlin statt. Ziel ist es, VertreterInnen aus Politik und Zivilgesellschaft ins Gespräch zu bringen und die Bedeutung von Civic Education für den Bildungsauftrag herauszuheben. Die Fachtagung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Bertelsmann Stiftung, des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Freudenberg Stiftung, der Stiftung Bildung und Gesellschaft im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Stiftung Bildung und des BBE mit seiner Arbeitsgruppe »Bildung und Qualifizierung«. Auf der Veranstaltung soll das kürzlich im BBE-Koordinierungsausschuss verabschiedete Impulspapier zur »Schule der Bürgergesellschaft« der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, überreicht und mit hochrangigen VertreterInnen aus Bund und Ländern diskutiert werden. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist bis zum 12.11. erforderlich.

AG 5 »Migration und Teilhabe«: Sitzungsbericht

Am 10. Oktober 2014 tagte in Köln die Arbeitsgruppe 5 »Migration und Teilhabe« des BBE. Gemeinsam mit den InputgeberInnen Antonio Diaz von BIFF e.V., Dr. Artur Kalnins von der Spanischen Weiterbildungsakademie e.V. und Karin Welge, Sozialdezernentin der Stadt Gelsenkirchen, wurde das Thema »Unterstützungsnetzwerke für neue Zuwanderung« aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Neben Maßnahmen zur Begleitung zuziehender Fachkräfte bei der Integration in das neue Lebensumfeld und Aufgaben und Tätigkeiten von Migrantenorganisationen bei der Unterstützung und beim Empowerment von ZuwandererInnen wurden Handlungskonzepte von Kommunen mit vielen ZuwandererInnen aus ärmeren EU-Staaten vorgestellt und diskutiert. Die AG 5 wird sich in den kommenden Sitzungen dem Thema »Migration und Teilhabe unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Flüchtlings- und erlebten Willkommenskultur« widmen und die BAMF-Projekte zur Willkommenskultur und zur Strukturförderung von Migrantenorganisationen wieder aufgreifen.

AG 7 »BE im Sozialstaat«: Sitzungsbericht

Am 17. Oktober 2014 kamen in Düsseldorf die Mitglieder der AG 7 »Bürgerschaftliches Engagement im Sozialstaat« des BBE zusammen. Peter Klenter (ver.di) referierte zum Thema Pflege-Ehrenamt, Freiwilligendienste und Arbeitsmarktneutralität mit Bezug zum Gewerkschaftsziel »Gute Arbeit«. Nach dem Impuls wurden in einer Diskussion grundsätzliche Fragen erörtert: Pflegetätigkeit und Teilzeitarbeit, Genderthematik, Nachteile für Frauen beim Erwerb von Rentenansprüchen und Fortschreibung traditioneller Geschlechterrollen sowie der Ausgleich zwischen den Generationen. Der Begriff »Pflege-Ehrenamt« wurde in der AG kritisch gesehen, das Konzept des Pflege-Mix soll weiter verfolgt und unterschiedliche Ausprägungen des Ehrenamts und Engagements unter Beachtung der konkreten Arrangements zwischen den Engagierten und den Trägern erörtert werden. Die nächste Sitzung findet am 3. März 2015 in Berlin statt.

AG 9 »Engagement und Partizipation in Europa«: Sitzungsbericht

Die AG 9 »Engagement und Partizipation in Europa« wird in 2015 um das Thema »Internationales Engagement« erweitert. Dieses soll von einer Unterarbeitsgruppe behandelt werden, entschieden die Mitglieder der Arbeitsgruppe »Engagement und Partizipation in Europa« (AG 9) am 13. Oktober 2014. Ende 2015 wird geprüft, ob Themen und Fragestellungen des internationalen Engagements eine sinnvolle Erweiterung der Arbeit der AG darstellen. Ziel der Unterarbeitsgruppe ist es, im Hinblick auf das kommende »Europäische Jahr der Entwicklung« eine praxisorientierte Themenagenda zu gestalten und u.a. innovative Formate zu entwickeln, um die BürgerInnen über das internationale Engagement zu informieren, sie unmittelbar einzubeziehen und das Bewusstsein für die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. Im kommenden Jahr wird sich die AG 9 »Engagement und Partizipation in Europa« weiterhin darauf konzentrieren, den europäischen Fachdiskurs zur Engagementpolitik und -förderung für die deutsche Diskussion aufzuarbeiten und die Ergebnisse den Mitgliedern des BBE zur Verfügung stellen.

EAEA Grundtvig Award 2014

Im April 2014 erstellte die Redaktionsgruppe »Team Up« des Mediennetzwerkvereins European Youth4Media des Bennohauses in Zusammenarbeit mit dem BBE im Rahmen einer Journalistenakademie in Münster ein Magazin zu zivilgesellschaftlichen Themen und zur Europawahl. Jetzt gab es dafür den Grundtvig Award 2014 des Europäischen Verbandes für Erwachsenenbildung (EAEA). Die Verleihung des Grundtvig Awards 2014 wird gemeinsam mit einer Konferenz »Remembering for the future« in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina stattfinden. Die »Team Up«-Gruppe aus dem Bennohaus erhält den Preis für das »best practice« Beispiel. Zu finden ist das Magazin auch auf Youtube.

Weitere Informationen unter
www.youtube.com/watch

Mitglied des Monats: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

Gute Arbeitsbedingungen, Grundrechte im Betrieb, Mitbestimmung und Gleichberechtigung, bessere Löhne und Tarifverträge - dafür engagiert sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit ihren rund 2 Millionen Mitgliedern aus etwa 1000 Berufen seit 2001. Sie ist die zweitgrößte Mitgliedsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und unterstützt JugendvertreterInnen sowie Betriebs- und Personalräte bei der Vertretung ihrer Interessen. Ziele ihres gewerkschaftlichen Engagements sind Solidarität und Gerechtigkeit in der Arbeitswelt. Dafür arbeiten Tausende haupt- und ehrenamtlich in Betrieben und Ortsvereinen, in Bezirks- und Landesgeschäftsstellen sowie in der Bundesverwaltung der Gewerkschaft. Ihre Mitglieder engagieren sich für Themen wie soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit in der Bildung, bessere Arbeitsbedingungen, Tarifverträge und für eine Wirtschaft, die sich am Gemeinwohl orientiert. ver.di setzt sich zudem dafür ein, dass Freiwilligendienste nicht in Konkurrenz zu regulärer Beschäftigung treten, sondern arbeitsmarktneutral ausgestaltet werden und unterstützt mit guten Tarifverträgen den zeitlichen und finanziellen Raum, den das bürgerschaftliche Engagement von Erwerbstätigen in der Gesellschaft braucht.

Weitere Informationen zu ver.di unter
bit.ly/1FUZhFf

Altenbericht und Engagementbericht: Tagung

»Die Vielfalt gestalten! Senioren- und engagementpolitische Herausforderungen vor Ort« ist das Thema einer Tagung, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am 24. November 2014 in Berlin veranstaltet wird. Dort sollen die gemeinsamen Themen und Fragen des Siebten Altenberichts und des Zweiten Engagementberichts mit den TeilnehmerInnen diskutiert und erörtert werden. Vorträge und Workshops werden durch eine Gesprächsrunde mit Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz, und Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, abgerundet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die weitere Arbeit der Sachverständigenkommissionen für den Altenbericht bzw. für den Engagementbericht einfließen.

Kommunale Strukturen zur lokalen Engagementförderung

Am 26. November 2014 findet in Essen ein Seminar statt zum Thema »Kommunale Strukturen zur lokalen Engagementförderung - Engagierte Bürger und Kommunen – Bürgerschaftliches Engagement vor Ort stärken!« Veranstalter ist der vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V., Geschäftsstelle Nordrhein-Westfalen. Die nötige Infrastruktur für bürgerschaftliches Engagement wird theoretisch und an Beispielen präsentiert und diskutiert. Die Teilnahmegebühr beträgt für vhw-Mitglieder 295 Euro, für Nicht-Mitglieder 350 Euro.

Pflege, BE und ländlicher Raum: Dokumentation

Am 8. Mai 2014 fand beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge der Fachworkshop »Pflegeergänzende Unterstützungs- und Infrastrukturangebote im ländlichen Raum. Perspektiven, Herausforderungen und Grenzen des bürgerschaftlichen Engagements« statt. Es nahmen 70 VertreterInnen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft und Forschung sowie (kommunalen) Einrichtungen teil. Diskutiert wurden Perspektiven, Herausforderungen und Grenzen des bürgerschaftlichen Engagements im Umfeld von Pflege sowie Handlungsoptionen und Lösungsansätze. Der Fachworkshop wurde im Rahmen des Projektes »Bürgerschaftliches Engagement im Umfeld von Pflege« in Trägerschaft des Deutschen Vereins durchgeführt. Die Vorträge und Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen sind in einer Dokumentation jetzt online verfügbar.

»Leben im Ruhestand«: Publikation

In Politik und Wirtschaft verbreitet sich ein Menschenbild, das erwartet, dass sich jede Einzelne und jeder Einzelne flexibel, vorsorgend und eigenverantwortlich verhält. Hierbei greift diese neue politische Ökonomie der Aktivgesellschaft auch auf bisher bewahrte Lebensphasen über. So ist das »active aging« mittlerweile auch zu einem Teil der Fremd- und Selbstbeschreibung älterer Menschen geworden. Der Band »Leben im Ruhestand. Zur Neuverhandlung des Alters in der Aktivgesellschaft« von Tina Denninger, Silke van Dyk, Stephan Lessenich und Anna Richter untersucht den Wandel des politisch-medialen Altersbildes. Die AutorInnen konfrontieren diesen Wandel mit Erzählungen aus dem Leben älterer Menschen im Ruhestand und überführen die Befunde in eine Zeitdiagnose der alternden Gesellschaft.

»Im Dienste öffentlicher Güter«: Publikation

Die Publikation »Im Dienste öffentlicher Güter. Metamorphosen der Arbeit aus der Sicht der Beschäftigten« von Jörg Flecker, Franz Schultheis und Berthold Vogel (Hrsg.) widmet sich in vergleichender Perspektive der Analyse des Wandels der Arbeit in öffentlichen Dienstleistungen, speziell in Krankenhäusern, bei der Post und in kommunalen Verwaltungen und Diensten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Um die Fragen zu beantworten, mit welchen Chancen und Belastungen, mit welchen Interessen und Widersprüchen die Veränderungen für die Beschäftigten verknüpft sind, nehmen die AutorInnen konsequent deren Perspektive ein. Bei den Beiträgen handelt es sich um ausgewählte Ergebnisse der empirischen Untersuchung von Mitgliedern des Forschungsprojektes »Im Dienste Öffentlicher Güter – Akteure, Institutionen, Praktiken«.

Publikation bestellen unter
www.edition-sigma.de/detailshow.php

Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint am 13. November 2014.
Redaktionsschluss ist der 5. November 2014.

Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de

Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im BBE-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel und Jana Börsdamm, B.A. 

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Themen.

Die Öffentlichkeitsarbeit des BBE wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Diese Ausgabe des Newsletters wird durch eine Förderung durch die Otto-Brenner-Stiftung ermöglicht.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) 
- Geschäftsstelle -
Michaelkirchstr. 17-18 
10179 Berlin-Mitte 
www.b-b-e.de 

Geschäftsführer PD Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

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