Newsletter Nr. 2 vom 22.1.2015

Diskurse und Themen des BBE im Jahr 2015

BBE-Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein skizziert die engagementpolitischen Diskurse im Netzwerk und dessen zentrale Themen und Vorhaben für 2015. Die erneuerte strategische Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als dem Engagementministerium des Bundes ermöglicht einen intensiven engagementpolitischen Austausch unter Einbezug der Fachdiskurse des BBE. Diesem Wissenstransfer kommt angesichts der Herausforderungen der Koordination eines Querschnittsthemas im politischen Mehrebenensystem, in dem die europäische Ebene an Bedeutung gewinnt, eine wachsende Bedeutung zu. Auch die zentralen Termine werden aufgeführt.


Gastbeitrag von PD Dr. Ansgar Klein unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2015/01/nl02_agenda_klein.pdf (369 kB)

Engagementpolitik 2015: Sonderausgabe der Aktiven Bürgerschaft

Engagementpolitik 2015 ist der Schwerpunkt einer Sonderausgabe des Nachrichtendienstes Bürgergesellschaft, erschienen am 13. Januar 2015. Zu den unterschiedlichen Themenbereichen - Verantwortung in der Wirtschaft, lokale Engagementpolitik, regionale Engagementpolitik und Agenda der Engagementpoltik - äußern sich in Kommentaren Holger Backhaus-Maul, Gisela Jakob, Stefan Nährlich und Rudolf Speth.

Deutscher Kulturrat: TTIP, CETA und Co

Ein wichtiges zivilgesellschaftliches Thema, bei dem zivilgesellschaftliche Mitwirkung kaum vorgesehen ist, wird 2015 weiterhin mit den Kürzeln TTIP und CETA und dem Thema der Freihandelsabkommen verbunden sein. Der Deutsche Kulturrat bietet auf seiner Homepage einen eigenen Bereich zum Themenfeld »TTIP, CETA und Co«. Neben nützlichen allgemeinen Informationen findet sich dort gerade auch ein kritischer Blick auf die möglichen Folgen dieser Freihandelsabkommen in spe für den Kulturbereich inklusive Reaktionen der Europäischen Kommission oder aus dem Bundestag auf die Kritik seitens des Kulturrats. Gerade auch dadurch ist man anhand der Baustelle Kultur immer mitten drin in den lehrreichen Feinheiten der Vertragsverhandlungen und -inhalte, soweit sich diese mittlerweile auch einmal im Licht der Öffentlichkeit zeigen dürfen.

Weitere Informationen unter
www.kulturrat.de/text.php

NSU-Morde und Medien: Studie der Otto-Brenner-Stiftung

Die Rolle der Medien bei der langen Nicht-Aufdeckung der Hintergründe der NSU-Morde sind Gegenstand einer im Januar 2015 publizierten Studie der Otto-Brenner-Stiftung mit dem Titel »Das Unwort erklärt die Untat«. Dabei zeigt sich neben dem Versagen der staatlichen Behörden für die AutorInnen Fabian Virchow, Tanja Thomas und Elke Grittmann, dass sehr große Teile der medialen Berichterstattung der Logik und den Deutungsmustern der Ermittlungsbehörden folgten und damit auch zur Ausgrenzung der Opfer beigetragen haben. Zugleich fragt die Studie nach den redaktionellen Bedingungen der Berichterstattung und macht Vorschläge, die Eingang finden sollten in die journalistische Aus- und Weiterbildung. Die Studie kann kostenlos als Download bezogen werden.

Bundespräsident Gauck: Zusammenstehen - Gesicht zeigen

»Der Terror ist international, aber das Bündnis der Freien und Friedfertigen ist es erst recht.« Die Ansprache von Bundespräsident Dr. h. c. Joachim Gauck auf dem Pariser Platz bei der Kundgebung »Zusammenstehen - Gesicht zeigen« am 13. Januar 2015 in Berlin war geprägt von einer klaren Positionierung. So richtete er sich auch gegen den Versuch, Demokratie und Menschenrechte als westlich zu denunzieren: Sie sind universal und er sieht in ihnen den verlässlichen Ort, in dem Menschen unterschiedlicher Religionen, ohne Religion und unterschiedlicher Kulturen und Herkunft gemeinsam zusammenleben können. Deshalb ruft er auch dazu auf, dass Bürgerinnen und Bürger mit »Freude, Mut und Engagement« Demokratie leben. Den islamistischen Terroristen ruft er das Gleiche zu, das er auch den Rechtsextremen zu Beginn seiner Amtszeit entgegnete: »Wir schenken Euch nicht unsere Angst. Euer Hass ist unser Ansporn.«

Mehr Demokratie statt Anti-Terrorgesetze

Zu Besonnenheit und Gelassenheit fordern in einer gemeinsamen Erklärung der Chaos Computer Club, die Humanistische Union, der Republikanische Anwältinnen- und Anwaltsverein und die Digitale Gesellschaft e. V. angesichts des Terrors in Paris auf. Der Ruf nach »Anti-Terror-Gesetzen« sei zwar emotional verständlich, doch münde er letztlich in eine Irreführung der Öffentlichkeit über vorgebliche Sicherheit durch Freiheitsbeschränkung. Menschen- und Freiheitsrechte sind aber der Kern und das Wesen demokratischer Gesellschaften und deren Einschränkung stellt eine Aufwertung des Terrors dar. Als Vorbild sehen sie die Haltung des damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg nach dem Anschlag von Oslo und den Morden von Utoya an, der sagte: »Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.«

Transparency Deutschland begrüßt Reform des Vergaberechts

Transparency Deutschland (TD) begrüßt den Beschluss der Bundesregierung zur Reform des Vergaberechts vom 7. Januar 2015. Bis April 2016 müssen die seit einigen Jahren im Raum stehende EU-Vergaberichtlinien zu einer nachhaltigen Vergabepolitik in Deutschland umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie will das dazu nutzen, ein anwenderfreundliches und durch Wettbewerb, Transparenz und Nichtdiskriminierung geprägtes Vergaberecht zu schaffen. Dabei soll auch ein zentrales und bundesweit einheitliches Korruptionsregister eingeführt werden, damit mit Korruption auffällig gewordene Unternehmen solange nicht von öffentlichen Aufträgen profitieren, bis sie eine entsprechende Selbstreinigung nachgewiesen haben. Allerdings lehnt TD die vorgesehene freie Wahlmöglichkeit zwischen offenen und nicht-offenen Vergabeverfahren ab.

Weitere Informationen zum Thema Vergabe und Korruption unter
www.transparency.de/15-01-08_Kabinettsbeschluss-zu.2584.0.html
 
Weitere Informationen zur Reform insgesamt unter
www.bmwi.de/DE/Themen/Wirtschaft/Wettbewerbspolitik/oeffentliche-auftraege.html

Peter Hill (15.1.1954 - 16.12.2014)

Peter Hill, Gründungsmitglied des BBE, Mitglied im Koordinierungsausschuss des BBE und stellvertretender Sprecher der AG Kommunikation, ist am 16. Dezember 2014 verstorben. In ihrem Nachruf erinnert Carola Schaaf-Derichs, BBE-Sprecherrätin und Sprecherin AG Kommunikation an sein engagementpolitisches und zwischenmenschliches Wirken. Das BBE wird ihn nicht vergessen!

Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2015

Die Termine für die diesjährige Woche des bürgerschaftlichen Engagements stehen fest: Sie findet vom 11. bis 20. September 2015 statt. Zum Auftakt findet eine feierliche Eröffnungsveranstaltung am 11. September 2015 im Automobil Forum Unter den Linden statt, der Berliner Repräsentanz des Volkswagen-Konzerns, bei dem die Aktionswoche zu Gast sein wird. Am 14. September 2015 findet der erste Thementag zu »Bildung und Unternehmensengagement« statt. Die beiden weiteren Thementage sind »International engagiert«, am 16. September 2015 und »Demokratie und Vielfalt«, am 18. September 2015.

Weitere Informationen über die Aktionswoche unter
www.engagement-macht-stark.de/home/

Mitglied des Monats: Dachverband Gemeindepsychiatrie

Seit inzwischen fast 40 Jahren setzt sich der Dachverband Gemeindepsychiatrie mit seinen rund 200 Mitgliedsorganisationen und ihren über 18.000 Mitgliedern in allen Bundesländern für die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe von psychisch erkrankten und behinderten Menschen in Deutschland ein. Als Zusammenschluss gemeindepsychiatrischer Trägerorganisationen, die psychisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen unterstützen, vereint er sowohl professionelle Anbieter als auch Unterstützungsangebote engagierter BürgerInnen. Die aktive und verantwortliche Beteiligung der Betroffenen ist allen angeschlossenen Vereinen, Gruppen und Bürgerinitiativen ein wichtiges Anliegen. Dies gilt auch im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements, dessen Neugestaltung unter Einbeziehung psychiatrie-erfahrener Menschen der Dachverband Gemeindepsychiatrie seit Beginn durch Projekte, Lobbyarbeit und Mitgliederkommunikation fördert. Der konkreten Umsetzung von Inklusion und Teilhabe widmet sich der Dachverband u.a. im Projekt »PIELAV - Gemeindepsychiatrie schafft Inklusion«. Ohne bürgerschaftliches Engagement wäre die Gemeindepsychiatrie kaum denkbar: In unzähligen Bürgervereinen, Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftsprojekten und Beratungsstellen engagieren sich psychisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen ehrenamtlich.

Weitere Informationen zum Dachverband Gemeindepsychiatrie unter
bit.ly/15qlaOx

Cross-Over im Engagement: Fachtagung

Am 19. Februar 2015 findet die 2. Fachtagung der Qualifizierungsoffensive für Freiwilligenagenturen in Berlin statt. Veranstalter ist die Landesfreiwilligenagentur Berlin in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Berlin. Die Tagung möchte diejenigen zusammenbringen, die sich für eine gleichberechtigte Teilhabe in einer vielfältigen Gesellschaft einsetzen. Gefragt wird insbesondere danach, wie sich die gesellschaftliche Vielfalt Berlins im Freiwilligen Engagement widerspiegelt und wie inklusiv die Strukturen und Organisationen sind, die mit Freiwilligen arbeiten oder sie vermitteln wollen. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmendenzahl werden Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Alle im Boot?! Seminar zu Bürgerbeteiligungsprozessen

Am 13./14. März 2015 findet in Wolfsburg ein Seminar zu der Frage statt, wie schwer erreichbare Zielgruppen für Bürgerbeteiligungsprozesse zu gewinnen sind. Veranstalter ist die Stiftung Mitarbeit. Es reicht nicht, dass sich immer die Gleichen, vielfach engagierten Menschen beteiligen, denn Bürgerbeteiligung braucht die Mitwirkung aller relevanten Akteure, um ihrem Anspruch nach demokratischer Mitgestaltung gerecht zu werden. Wie kann es gelingen, Menschen zu erreichen, denen die Beteiligung nicht »nahe liegt« und die unter Bedingungen leben, die politische Teilhabe erschweren? Die TeilnehmerInnen diskutieren und erarbeiten dafür gemeinsam Strategien. Der normale TeilnehmerInnenbeitrag inkl. Essen ohne Übernachtung beträgt 150 Euro.

Weitere Informationen unter
www.mitarbeit.de/1347.html

Partizipation Jugendlicher: Call for Papers

Auf der Herbsttagung 2015 der Sektion »Jugendsoziologie« der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), die in Kooperation mit der Kommission »Sozialpädagogik« der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) in Berlin stattfinden wird, soll das »Politische Engagement im Jugendalter – Zwischen Wahlbeteiligung, Protest und Gewalt« behandelt werden. Hierfür ist ein Call for Papers veröffentlicht worden. Vorschläge für Papiere können bis zum 10. März 2015 eingesandt werden.

Couragiert: Magazin für Bürgerengagement

Der Zeitaufwand ist für viele Engagierte einfach zu groß, ständig über gute Projekte und neue Methoden Bescheid zu wissen. Das Couragiert-Magazin liefert nützliche Tipps und Inspiration für ihre wertvolle Arbeit - »Werkzeuge« zu praktischen Fragen, mit denen man Problemen selbstbewusst begegnen kann. Die Redaktion veröffentlicht Informationen und Ratschläge in gebündelter Form. Das aktuelle Heft widmet sich dem Thema »Das richtige Maß: Projekt-Erfolge messen und bewerten« und stellt Instrumente vor, die sichtbar machen, was Ihre Projekte in der Praxis bewirken. Neben diesen Schwerpunkten gibt es allerhand Geschichten über neue Ideen und spannende Menschen. Das Magazin erscheint alle drei Monate.

Weitere Informationen und Publikation bestellen unter
www.couragiert-magazin.de

»neue caritas-Jahrbuch 2015«: Publikation

Das »neue caritas-Jahrbuch« gibt jährlich einen Überblick über die Arbeit der Caritas in Deutschland. Es liefert Einblicke in sozial- und verbandspolitische Fragen und beinhaltet den Geschäftsbericht der Zentrale des Deutschen Caritasverbandes sowie Adressen der Caritas. Auch in diesem Jahr findet sich unter den Grundsatzbeiträgen unter anderem das Thema »Engagement«. Innerhalb dieser Kategorie kann man u. a. ein Beitrag zur Engagement- und Beteiligungsförderung von jungen Menschen lesen. In ihrem Beitrag »Jugendbeteiligung ist möglich und erfolgreich« beschreiben Susanne Nowak und Julia Schad die Projekte »Lernen durch Engagement« und »M&M Mitreden und Mitgestalten« und zeigen Wirkungen und Erkenntnisse dieser auf.

»Die öffentliche Privatstiftung und die deutsche Familienstiftung als Instrumente der Nachfolgegestaltung«: Publikation

Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland Erbschaften in einem Gesamtvolumen von rund 2,6 Billionen Euro anstehen. Aufgrund der hohen Relevanz einer vorausschauenden Nachfolgegestaltung stehen Stiftungen schon seit Jahren im Mittelpunkt von Beratungspraxis. Dabei werden in Zeiten zunehmender Europäisierung neben deutschen Stiftungen vermehrt auch ausländische Rechtsformen in den Blick genommen. Inwieweit sich die österreichische Privatstiftung für deutsche Stifter zur Nachfolgegestaltung eignet, ist Gegenstand der Dissertation »Die öffentliche Privatstiftung und die deutsche Familienstiftung als Instrumente der Nachfolgegestaltung« von Florian Oppel. Der Autor greift darin alle maßgeblichen zivil- und steuerrechtlichen Fragen auf. Der Titel ist Teil der Schriftenreihe des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen.

Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint am 5. Februar 2015.
Redaktionsschluss ist der 29. Januar 2015.

Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de

Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im BBE-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel und Jana Börsdamm, B.A. 

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Themen.

Die Öffentlichkeitsarbeit des BBE wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) 
- Geschäftsstelle -
Michaelkirchstr. 17-18 
10179 Berlin-Mitte 
www.b-b-e.de 

Geschäftsführer PD Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de

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