BBE Europa-Nachrichten – Newsletter für Engagement und Partizipation Nr. 8 vom 18.8.2016

Haas: Voluntourismus – Annäherungen an einen Begriff

Die Klärung des Konzepts des Voluntourismus im Zusammenhang mit Eigensinn, Bildung und Jugendfreiwilligendiensten ist das Thema des Gastbeitrages von Benjamin Haas, M. A., wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sozialpolitik und Methoden der qualitativen Sozialforschung an der Universität zu Köln. Notwendig ist dies, weil international mittlerweile unter dem Begriff alles von mehrjährigen Freiwilligendiensten im Ausland bis zu kurzfristigen Aktivitäten im Urlaub gefasst werden kann. Eine begriffliche Klärung lässt auch erkennen, welche Übergangszonen bestehen: »Freiwilligendienste sind aus meiner Sicht kein Voluntourismus, können aber zu solchem gemacht werden, und Voluntourismus kann sich von der Kommodifizierung von Engagement lösen und in wertvolles Engagement umschlagen.«

Gastbeitrag von Benjamin Haas, M.A. (PDF, 190 kb)

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Goede: Wider die neue kulturelle Apartheid!

Ein Plädoyer für Freiwilligentourismus hält Wolfgang Chr. Goede, (Wissenschafts-)Journalist und vielfältig in Berührung mit Fragen der Zivilgesellschaft und des Voluntourismus. Er thematisiert in seinem Gastbeitrag die unsichere Faktenlage und die Abgrenzung zwischen unterschiedlichen Formen. Anhand eines Fallbeispiels zeigt er, wie Voluntourismus gut funktionieren kann. Sein Fazit: »Bei aller Kritik, die der Voluntourismus in seinen kommerzialisierten Auswüchsen verdient: Die präsentierte Fallstudie zeigt das Potenzial, vor allem das unausgeschöpfte.«

Gastbeitrag von Wolfgang Chr. Goede (PDF, 440 kb)

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Plüss/ Sahdeva: Vom Freiwilligendienst zum Voluntourismus

Welchen Nutzen Voluntourismus für wen tatsächlich hat, ist das Thema des Gastbeitrages von Christine Plüss, Geschäftsführerin des »arbeitskreises tourismus & entwicklung (akte)«, und Nina Sahdeva, dort im Arbeitsbereich Redaktion und Bildung tätig. Darin weisen sie auf Fehlentwicklungen und merkwürdige Erscheinungen im Voluntourismus hin. Guter Voluntourismus sollte, so ihre These, Kriterien der Entwicklungszusammenarbeit ebenso wie der Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsverantwortung beim Reisen genügen. Einige der zentralen Kriterien skizzieren sie, allerdings mit der Einschränkung: »Heute wissen wir noch viel zu wenig darüber, ob und inwiefern Voluntourismus den Projekten und der Lokalbevölkerung wirklich nützt.« Der Beitrag ist zuerst am 25. März 2015 auf der Webseite von »fairunterwegs« erschienen.

Gastbeitrag von Christine Plüss und Nina Sahdeva (PDF, 408 kb)

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Edlefsen: Qualitätsmerkmale im Volunteer-Tourismus

Qualitätsmerkmale im Volunteer-Tourismus sind das Thema des Gastbeitrages von Markus Edlefsen, tätig am Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaftsforschung. Er stellt kurz die Entwicklung von den 1970er Jahren bis heute als Herausbildung einer neuen Branche dar. Er diskutiert, an welchen Qualitätsmerkmalen guter Voluntourismus erkannt werden kann und gibt Tipps für Reisende.

Gastbeitrag von Markus Edlefsen (PDF, 407 kb)

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Monshausen: Voluntourismus - Potentiale und Risiken

Ungenutzte Potentiale und unterschätzte Risiken des Voluntourismus sind das Thema des Gastbeitrages von Antje Monshausen, Referentin für Tourismus und Entwicklung bei Brot für die Welt und Leiterin der Arbeitsstelle Tourism Watch. Ungenutzte Potentiale sieht sie in Vor- und Nachbereitungen, die aktuell in der Regel ausbleiben. Zu den unterschätzten Risiken gehört zum Beispiel, dass Kinderschutzmaßnahmen in der Branche kaum vorkommen, obwohl Zahlen aus Großbritannien und den Niederlanden zeigen, dass dort jeder fünfte Kindesmissbrauch im Ausland in Verbindung mit Freiwilligeneinsätzen steht. Angesichts einer fehlenden unabhängigen Zertifizierung in Deutschland empfiehlt sie potentiellen Voluntouristen, stattdessen alternative Formen zu wählen bzw. im eigenen Land aktiv zu sein.

Gastbeitrag von Antje Monshausen (PDF, 423 kb)

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Zivilgesellschaft und Klimaschutz: Initiativstellungnahme des EWSA

Am 14. Juli 2016 hat der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Initiativstellungnahme zur Umsetzung der Beschlüsse der Pariser Klimaschutzkonferenz auf seiner 518. Plenartagung beschlossen: »Schaffung eines Bündnisses der Zivilgesellschaft und der subnationalen Gebietskörperschaften zur Erfüllung der Verpflichtungen im Rahmen des Übereinkommens von Paris.« Darin geht es um die unterschätzte Rolle der Zivilgesellschaft für nachhaltigen Klimaschutz und für eine Umsetzung der Pariser Beschlüsse. Als zentrales Hemmnis sieht der EWSA, »dass die Politik nicht erkennt, welch großes Potenzial das zivilgesellschaftliche Handeln für Klimaschutz hat.« Gefordert wird ein Bündnis aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, damit u.a. Hemmnisse in den Rahmenbedingungen beseitigt, ein Klimaschutz von unten befördert und mehr Finanzmittel für entsprechende zivilgesellschaftliche Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden. Verabschiedet wurde die Stellungnahme mit 183 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Initiativstellungnahme des EWSA zum Klimaschutz (DOCX, 81kb)

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Europäische Bürgerinitiative: Initiativstellungnahme des EWSA

Am 13. Juli 2016 hat der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Initiativstellungnahme zur Europäischen Bürgerinitiative auf seiner 518. Plenartagung beschlossen: »Die Europäische Bürgerinitiative (Überarbeitung).« Der EWSA sieht wie andere europäische Institutionen einen Reformbedarf, denn: »Die beträchtlichen Schwierigkeiten, auf die die Organisatoren in technischer, rechtlicher und bürokratischer Hinsicht gestoßen sind, und die dürftigen legislativen Auswirkungen der erfolgreichen Initiativen haben die Glaubwürdigkeit der EBI untergraben.« Der EWSA macht eine Reihe konkreter Vorschläge. Diese erstrecken sich nicht nur auf solche, für deren Umsetzung die Rahmenbedingungen in rechtlicher Hinsicht geändert werden müssten, sondern auch auf Anregungen, die sofort umsetzbar wären. Verabschiedet wurde die Stellungnahme mit 107 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme.

Initiativstellungnahme des EWSA zur EBI (DOCX, 83 kb)

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Europäische Jugendpolitik: Öffentliche Konsultation

Die Europäische Kommission führt eine öffentliche Konsultation zur bisherigen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Jugendpolitik durch. Dabei geht es insbesondere um die Europäische Jugendstrategie 2010-2018 und um die Empfehlung des Europäischen Rats zur Mobilität von jungen Freiwilligen in Europa. Dafür steht ein Online-Fragebogen zum Ankreuzen zur Verfügung. Die Konsultation läuft bis zum 16. Oktober 2016.

Öffentliche Konsultation zur Europäischen Jugendpolitik

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Reduzierte MwSt für e-Publikationen: Öffentliche Konsultation

Die Europäische Kommission führt eine öffentliche Konsultation zur möglichen Harmonisierung der steuerlichen Bewertung von elektronischen Publikationen durch, die bisher in Europa uneinheitlich ist. Dabei geht es zugleich um die Frage, ob klare Abgrenzungen und damit einhergehend Definitionen unterschiedlicher Publikationsformen auf europäischer Ebene notwendig sind. Das schließt ausdrücklich nicht-elektronische Formen ein. Dafür steht ein Online-Fragebogen zum Ankreuzen zur Verfügung, mit der Möglichkeit ergänzende Bemerkungen als Freitext anzufügen. Die Konsultation geht bis zum 19. September 2016.

Öffentliche Konsultation

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Welche Zukunft für das soziale Europa? Panelveranstaltung

Am 12. September 2016 findet in Berlin eine Diskussion zum Thema der Zukunft des sozialen Europas statt, veranstaltet vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, zusammen mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland sowie der Europäischen Bewegung Deutschland. Gegenstand der Diskussion soll die »Europäische Säule der sozialen Rechte« sein. Ziel ist es, eine öffentliche Debatte über das soziale Europa in der deutschen Zivilgesellschaft anzustoßen. In das Thema einführen wird Allan Larsson, Berater des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker für die soziale Säule. Durch die Diskussion mit ExpertInnen wird im Anschluss Karoline Münz führen, stellvertretende EBD-Generalsekretärin. Danach findet ein Get together mit kleinem Imbiss statt.

Einladung (PDF, 409 kb)

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Civil Society Policy Forum der Weltbank

Bis zum 16. September 2016 besteht die Möglichkeit, sich online für das jährliche Civil Society Policy Forum der Weltbank zu bewerben. Im Zentrum des Forums stehen gut 40 Sessions, die hauptsächlich von zivilgesellschaftlichen Organisationen vorgeschlagen wurden. Es findet vom 4. bis 7. Oktober 2016 in Washington statt. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Die Teilnahme ist kostenlos, abgesehen von Kosten wie Reise und Unterkunft, für die man selbst sorgen muss.

Mehr Informationen und Anmeldung

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Soziale Ungleichheit überwinden: Konferenz

Am 26. September 2016 findet in Berlin eine Konferenz statt zum Thema »Alle mitnehmen – Soziale Ungleichheit überwinden«, veranstaltet vom Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO). Gegenstand ist die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Reich und Arm. Extreme Armut, kein Zugang zu Schulbildung und fehlende, grundlegende Gesundheitsfürsorge sind Alltag für Millionen Menschen. Mit der Konferenz soll in einer breiten zivilgesellschaftlichen Kooperation ausgelotet werden, wie gemeinsam mehr Gerechtigkeit hergestellt werden kann.

Informationen und Anmeldung zur Konferenz

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Gedächtnis und Gerechtigkeit: Tagung

Vom 29. September bis zum 1. Oktober 2016 findet in Berlin eine Konferenz der Akademie der Künste und des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zum Thema »Gedächtnis und Gerechtigkeit« statt. Es kommen KünstlerInnen, JuristInnen und AktivistInnen aus der ganzen Welt, um sich mit Menschheitsverbrechen und ihrer Aufarbeitung auseinanderzusetzen. Bei den Diskussionen über die Reaktion auf Massenverbrechen bleiben JuristInnen meist ebenso unter sich wie PolitikwissenschaftlerInnen, AktivistInnen und KünstlerInnen. Die Konferenz gibt deshalb Raum und Anlass für interdisziplinäre, epochen- und länderübergreifende Gespräche über juristische und andere staatliche Untersuchungen und Prozesse und über den Anteil von zivilgesellschaftlichen Akteuren daran. Wie sehen die komplexen Wechselverhältnisse von Recht, kollektiver Erinnerung und Geschichtsschreibung aus? In welchem Verhältnis steht die strafrechtliche Verfolgung zu einer zivilgesellschaftlichen Kultur des Erinnerns? Welche kulturellen und politischen Konsequenzen haben Straflosigkeit und öffentliches Verschweigen schwerwiegender Massenverbrechen? Und welche ethischen Fragen stellen sich bei der Darstellung der Leiden anderer Menschen? Die Veranstaltung richtet sich an ein breites politisch interessiertes Publikum. Das Programm umfasst Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Lesungen und eine Ausstellung künstlerischer Arbeiten.

Informationen zur Konferenz

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Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint am 29. September 2016.

Bitte schicken Sie Ihre Informationen an
E-Mail: europa-bbe(at)b-b-e.de

Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die PDF-Dokumente der Gastbeiträge im Schwerpunkt des Newsletters werden möglichst barrierearm gestaltet.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im Europa-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Themen.

Die Öffentlichkeitsarbeit des BBE wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Dr. Rainer Sprengel, Mirko Schwärzel und Nino Kavelashvili.

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V.i.S.d.P.: Geschäftsführer PD Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
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