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Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF) e.V. / Bundesarbeitskreis FÖJ (BAK FÖJ)

Der Förderverein Ökologische Freiwilligendienste e.V. (FÖF e.V.) ist der Dachverband der 52 Träger des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) in Deutschland. Die Träger bieten neben etwa 2.800 Plätzen im FÖJ über die beim FÖF e.V. angesiedelte Zentralstelle ÖBFD zusätzlich etwa 600 Plätze im Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD) an. Einsatzstellen können z.B. Naturschutzverbände, Einrichtungen der Umweltbildung, Schulbauernhöfe, Tierpflegestationen oder Naturparkzentren sein. Mit seinen Einsatzstellen bildet das FÖJ über ganz Deutschland ein Netzwerk, das bis tief in abgelegene ländliche Regionen hineinreicht. So leistet das FÖJ einen wichtigen Beitrag zur Stärkung strukturschwacher Regionen. FÖJ und ÖBFD befähigen die Teilnehmenden zu Bürgerschaftlichem Engagement. Durch Seminare und individuelles Coaching wird im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung Gestaltungskompetenz gefördert. Zentrales Element der pädagogischen Konzepte ist die politische Bildung. Die Freiwilligen lernen Demokratie zu leben, insbesondere in den Gremien des Sprechersystems. Der FÖF e.V. unterstützt Freiwillige und Träger bei der Umsetzung eigener Projektideen, fördert den Erfahrungsaustausch der Träger untereinander, bündelt ihre politischen Interessen und stärkt durch Öffentlichkeitsarbeit die Bedeutung der ökologischen Freiwilligendienste in der Gesellschaft.

Ökologische Freiwilligendienste als Lernorte für bürgerschaftliches Engagement
FÖJ und ÖBFD fördern insbesondere auch Bürgerschaftliches Engagement junger Menschen, eine wichtige Säule der demokratischen Gesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement aber muss gelernt und gelebt werden. Für junge Menschen bedeutet das, dass sie gesellschaftliche Lernorte brauchen, die ihnen ermöglichen, sich zu engagieren und sich einzubringen. Ökologische Freiwilligendienste sind solche Lernorte. Sie zu fördern, die Entwicklung des Umweltbewusstseins sowie die Unterstützung der Berufs- und Lebensorientierung Jugendlicher und junger Erwachsener.

Die Idee des FÖJ: BNE und politische Bildung zusammenbringen
Das FÖJ ist 1986 in einer Zeit entstanden, in der Bilder des Waldsterbens und der Reaktorunfall von Tschernobyl die öffentliche Debatte beherrschten und deutlich wurde, dass ein "weiter so" nicht möglich ist. Das FÖJ soll deshalb junge Menschen für die Aufgabe als mündiger und aktiver Bürger fit machen, denn erst dann kann Partizipation und Demokratie gelingen. Die politische Bildung im FÖJ setzt sich mit der Pluralität von Meinungen auseinander und fordert damit die Freiwilligen dazu auf, eigene Positionen zu finden und sich in demokratischen Prozessen mit der eigenen Meinung gestaltend einzubringen. Das FÖJ stellt die Interessen und Aktivitäten der Teilnehmenden in den Mittelpunkt und verknüpft gesellschaftspolitische Fragen mit der individuellen Lebenswelt der Freiwilligen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und politische Bildung gehen dabei Hand in Hand. BNE und politische Bildung sind keine eigenen Seminarthemen, sondern vielmehr Teil des pädagogischen Gesamtkonzepts der FÖJ-Träger. Wesentliche Elemente des Engagement- und Bildungsangebotes sind unter anderem die Einsatzstellen als außerschulische Lernorte, die Seminare (bei deren Vorbereitung und Durchführung die Teilnehmenden mitgestalten), die Projekte (bei denen sich die Freiwilligen wirksam an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen) und das Sprechersystem. Dieses ist in der Landschaft der Freiwilligendienste einmalig. Es ermöglicht demokratische Teilhabe der Freiwilligen bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen ihres Freiwilligendienstes Durch ein FÖJ motivierte, kritische und zu mündigen Bürgern gereifte Menschen, die ihre Gestaltungskompetenz ausreichend weiterentwickelt haben, engagieren sich zum großen Teil auch über ihr FÖJ hinaus weiter.


Dirk Hennig (2011): Pädagogische Konzeption FÖJ

Die Ergebnisse der vom BMFSFJ in Auftrag gegebenen Evaluation der Freiwilligendienste haben die hohe Qualität des Konzepts der FÖJ-Träger gezeigt - auch im Verhältnis zu anderen Freiwilligendiensten. Insbesondere die pädagogische Begleitung im FÖJ wird in dem Abschlussbericht positiv bewertet.

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Abschlussbericht der gemeinsamen Evaluation des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG) und des Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG) Download

BNE als Lernziel in den Freiwilligendiensten am Beispiel FÖJ – Beitrag auf dem Landeskongress BNE in Landau (7.6.2017) Download

BNE im FÖJ ist auch politische Bildung. Beitrag im ANU-Informationsdienst Umweltbildung Nr. 267 Download


VertreterInnen von FÖJ-Trägern diskutieren auf einer vom FÖF e.V. ausgerichteten Tagung (Foto: Thorsten Wagner)

Der FÖF e.V. als Zusammenschluss der FÖJ-Träger
Der FÖF e.V. ist der Dachverband der FÖJ-Träger. Satzungsgemäße Aufgabe ist es deshalb insbesondere, Maßnahmen zu ergreifen und zu fördern, die dem Erhalt, dem Ausbau und der Qualitätssicherung der Ökologischen Freiwilligendienste, insbesondere des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), dienen. Der FÖF e. V. will vor allem die Interessen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) bundesweit unterstützen. Die FÖJ-Träger in Deutschland haben sich mit folgenden Zielen zusammengeschlossen:

  • bundesweite Vertretung der gemeinsamen Interessen der FÖJ-Träger und Partner der Förderer und der FÖJlerInnen
  • Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie effizientere Zusammenarbeit von Trägern des FÖJ
  • Stärkung der Bedeutung des FÖJ in der Gesellschaft

Bundesweites Netzwerk bis tief in den ländlichen Raum
Der FÖF e.V. verfügt mit seinen Mitgliedsorganisationen, den Trägern des FÖJ, deren über 3000 Einsatzstellen und den dort eingesetzten Freiwilligen über ein engmaschiges Netz an Mitgliedern und KooperationspartnerInnen im gesamten Bundesgebiet, insbesondere auch im ländlichen Raum. Dadurch erreicht der FÖF e.V. mit seinen Projekten Jugendliche und MultiplikatorInnen in allen Bundesländern gleichermaßen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung strukturschwacher Regionen.

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»Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) und politische Bildung auf dem Land.« Interview mit Dirk Hennig in der BBE-Publikation »Von wegen gähnende Leere. Wie demokratiestärkendes Engagement ländliche Räume belebt« (2016) Download

Aktivitäten des FÖF e.V.

Vertretung der Trägerinteressen und Kooperation mit Akteuren der Engagementpolitik
Der FÖF e.V. vertritt die Interessen der FÖJ-Träger gegenüber dem zuständigen Bundesministerium, der Bundesregierung, den Parteien sowie dem Deutschen Bundestag. VertreterInnen des FÖF e.V. sind deshalb etwa regelmäßig als Sachverständige im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement des Deutschen Bundestages sowie in offenen Arbeitskreisen der Bundestagsfraktionen zu Gast, um die Position der FÖJ-Träger darzustellen und gemeinsam mit politischen EntscheidungsträgerInnen Lösungen für aktuelle politische Herausforderungen im Bereich der Freiwilligendienste zu diskutieren. Dadurch hatte der FÖF e.V. in der Vergangenheit maßgeblichen Anteil an der Aufstockung der Haushaltsmittel für die Freiwilligendienste.

Der FÖF e.V. kooperiert zudem auf Bundesebene mit anderen im Bereich der Engagementpolitik etwa durch die Mitarbeit in Gremien des BBE. So wurde beispielsweise im Juni 2015 gemeinsam mit dem BAK FSJ und dem BBE ein Fachworkshop zum Thema »Freiwilligendienste - Orte politischen Lernens. Konzepte und Methoden« organisiert.

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Protokoll einer Sitzung des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement mit FÖF-Vertreter als Sachverständigem (27.1.2016) Download

Bericht der Tagung »Freiwilligendienste - Orte politischen Lernens. Konzepte und Methoden« Download

 
Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck diskutiert mit den Teilnehmenden der FÖJ-Trägertagung in Plön (Foto: Torsten Wagner)

Schnittstelle für den Austausch der Träger untereinander
Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des FÖF e.V. ist die Förderung der Kommunikation zwischen den Trägern zum Erfahrungsaustausch sowie zur Erarbeitung gemeinsamer Positionen. Jährlich wird eine dreitätige Trägerkonferenz mit mehr als 80 Teilnehmenden ausgerichtet, auf der MitarbeiterInnen der FÖJ-Träger aus ganz Deutschland zusammenkommen, um aktuelle, den Freiwilligendienst betreffende Fragen zu diskutieren. Regelmäßig sind auch hochrangige VertreterInnen aus dem BMFSFJ sowie Abgeordnete und MinisterInnen aus Bund und Ländern Gäste der Tagung. Der FÖF e.V. erstellt zudem interne FÖJ-spezifische Statistiken, informiert die Träger über aktuelle Entwicklungen, bietet Unterstützung bei juristischen und verwaltungstechnischen Fragen und hält die Träger über politische Entwicklungen auf dem Laufenden.


links: TeilnehmerInnen des FÖJ-Fachtages 2016 (Foto: Thorsten Wagner); rechts: Ingo Leven, Coautor der Shell Jugendstudie in der Diskussion mit den Teilnehmenden (Foto: Thorsten Wagner)

Unterstützung und Qualitätssicherung in der FÖJ-Pädagogik
Für die Träger des FÖJ bietet der FÖF e.V. eine Reihe an Unterstützungsleistungen für die pädagogische Arbeit an.

Gemeinsam mit dem BMFSFJ wird jährlich eine Fachtagung zur Fortbildung von PädagogInnen organisiert. Neben der Förderung des Austausches untereinander dienen die Tagungen auch dazu, den PädagogInnen durch Impulse von ReferentInnen aus Wissenschaft und Praxis Anregungen für die eigene Arbeit zu vermitteln. Für die Fachtagung im Januar 2016, die unter dem Motto »Jugend heute: neue Herausforderungen für die FÖJ-Pädagogik« stand, konnten etwa Ingo Leven, Co-Autor der Shell Jugendstudie sowie der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff gewonnen werden.

Das im FÖJ einmalige Sprechersystem wird durch ein Coaching des FÖF e.V. gezielt gestärkt, zudem bietet der Verein seinen Mitgliedsorganisationen Unterstützung bei der Qualitätsentwicklung.

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Programm FÖJ Fachtagung 2017 »Jugend heute: Neue Herausforderungen für die FÖJ-Pädagogik« Download

Bericht zur FÖJ Fachtagung 2017 aus der Mitgliederzeitschrift des FÖF e.V. Download

Programm FÖJ Fachtagung 2015 »Demokratiebildung im FÖJ — Neue Inhalte der pädagogischen Begleitung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen« Download

Unterstützung und Initiierung gemeinsamer FÖJ-Projekte
Eine wichtige Säule des FÖJ sind die während des Freiwilligendienstes durch Teilnehmende initiierte Projekte. Der FÖF e.V. unterstützt Träger, FÖJlerInnen und Ehemalige bei der Durchführung von Projekten wie beispielsweise dem jährlichen Umweltfestival Grün rockt. Gleichzeitig schafft der FÖF e.V. mit eigenen Projekten Möglichkeiten für Akteure im FÖJ. Seit 2013 ist der FÖF e.V. gemeinsam mit dem FÖJ Rheinland-Pfalz und der Landeszentrale für Umweltaufklärung Veranstalter des Seminars »Naturschutz gegen Rechtsextremismus«, das partizipativ gemeinsam mit den Freiwilligen organisiert und gestaltet wird. Teilnehmende des FÖJ laden seitdem jährlich zu einem Seminar ein, auf dem der Kern rechtsextremistischer Argumente erkenn-, analysier- und aushebelbar gemacht werden soll. Diskutiert wird unter anderem über aktuelle Entwicklungen der rechtsextremen Szene, Perspektiven von AussteigerInnen, rechtsextreme Kommunikation und die Möglichkeiten, für einen demokratischen Naturschutz aktiv zu werben. Begleitet wird die Organisation und Durchführung durch einen Historiker.

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Grün Rockt 2017 Flyer Download

Naturschutz gegen Rechtsextremismus 2017 Flyer Download

Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung der ökologischen Freiwilligendienste
Eine weitere Aufgabe des FÖF e.V. ist die Öffentlichkeitsarbeit für FÖJ und ÖBFD. So sind VertreterInnen des FÖF e.V. auf engagementpoltischen Veranstaltungen präsent und stellen FÖJ und ÖBFD in Medien vor. Der FÖF e.V. stellt zudem die ökologischen Freiwilligendienste auf bundesweiten Informationsveranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür im BMFSFJ vor.

Weitere Informationen
Diskussionsrunde im Deutschlandfunk zu Freiwilligendiensten unter Beteiligung des FÖF e.V. Weitere Informationen

Zentralstelle ÖBFD
Viele der dem FÖF e.V. angeschlossenen Freiwilligendienst-Träger bieten neben den Plätzen im FÖJ auch Einsatzmöglichkeiten im Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD) an. Der ÖBFD ist eine »grüne« Variante des Bundesfreiwilligendienstes mit Einsatzfeldern im Natur- und Umweltschutz wie z.B. in der Umweltbildung, im ökologischen Gartenbau oder in der biologischen Landwirtschaft, im praktischen Naturschutz, im Klimaschutz oder auch in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Organisationsstruktur im Bundesfreiwilligendienst sieht auf Bundesebene BFD-Zentralstellen vor, welche im direkten Kontakt mit dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben (BAFzA) stehen und für die ggf. angeschlossenen Träger die zugewiesenen Platzkontingente und Fördermittel verwalten. Die Zentralstelle des Ökologischen Bundesfreiwilligendienstes ist beim FÖF e.V. angesiedelt. Die hohe Qualität der pädagogischen Begleitung des FÖJ konnte durch die beim FÖF e.V. angesiedelte Zentralstelle sowie die Umsetzung des Trägerprinzips auch auf den ÖBFD übertragen werden.
Weitere Informationen


Vorstand und Team des FÖF e.V. (Foto: Thorsten Wagner)

Dirk Hennig - Vorstandsvorsitzender
Forstamt Hachenburg - Forstliches Bildungszentrum

Arne Mensching - stellv. Vorstandsvorsitzender
Stiftung Naturschutz Berlin

Sonja Stieben – stellv. Vorstandsvorsitzende
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste

Simone Fauter – Schriftführerin
Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz

Uwe Börner – Schatzmeister
Naturpark Thüringer Wald e.V.

Steffen Vogel - Vorstandsmitglied
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Julia Bloch -Vorstandsmitglied
Sozialer Friedensdienst Bremen e. V.

Kontakt:

Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF) e.V. / Bundesarbeitskreis FÖJ (BAK FÖJ)
Potsdamer Straße 68
10785 Berlin

Kontaktpersonen:


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