Soziales Engagement der Älteren in Kirche und Gesellschaft

Jens Peter Kruse/ Christine Schöps

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Kirche als Ort und Motivquelle des Ehrenamtes im Alter

Viele Seniorinnen und Senioren schenken mit ihrem Engagement anderen Menschen ihr Wissen und ihre Zeit, fördern dadurch den sozialen Zusammenhalt und ermöglichen sich und anderen gesellschaftliche Teilhabe. Nicht wenige tun dies, weil sie darin eine Chance sehen, dem eigenen Leben nach der Beendigung der Erwerbsarbeit Sinn und Bedeutung zu geben.[1] Die Verfasser des Zweiten Berichtes über die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements deuten den Beginn des Engagements nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben als Kompensationseffekt.[2] Die Vermutung liegt nahe, dass mit der Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit der Wunsch nach Beheimatung verbunden ist.

Dass sich gerade Ältere in der Kirche stark engagieren, liegt nicht zuletzt am Altersdurchschnitt der Kirchenmitglieder. Schon heute gehören viele der Generation 60plus an. Prognosen legen nahe, dass ihr Anteil in den nächsten Jahren rapide ansteigen wird. 2030 werden nach diesen Berechnungen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 40 % der Kirchenmitglieder über 60 Jahre alt sein, in der Gesamtbevölkerung wird diese Zahl erst etwa 30 Jahre später erreicht.[3] Dass die Kirchen damit die Chance des Vorreiters haben, wird leider nicht immer und überall wahrgenommen.

Nach wie vor haben die Kirchen ein ambivalentes Verhältnis zur älteren Generation. Einerseits erfahren sie »eine große Loyalität von älteren Menschen. Andererseits wird es nicht selten als ein Defizit angesehen, dass die Kirchen bei vielen Aktivitäten auf die älteren Menschen angewiesen sind.«[4] Noch zu häufig werden die Alten nur als zu Betreuende gesehen. Dass aber die Potenziale der jungen Alten und deren Bereitschaft zum Engagement eine Chance für die Kirche ist, gerät dabei aus dem Blick. Und das, obwohl schon heute viele Aufgaben in den Kirchengemeinden ohne das Mittun der Älteren nicht mehr wahrgenommen werden könnten.[5]

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Die Kirche ist aber nicht nur ein großer Bereich und bedeutender Ort für ein ehrenamtliches Engagement, »sie ist (auch eine) Motivquelle des Ehrenamts, die in die Gesellschaft ausstrahlt.«[6] Christinnen und Christen, so heißt es in einer EKD-Kundgebung, »bringen sich ein in Initiativen, Gemeinwesenprojekte und Organisationen in den Bereichen Kultur und Bildung, Sozialdienste und Sport, Politik und Arbeitswelt. Sie öffnen so die Kirche für die Welt und bewahren sie damit vor Selbstgenügsamkeit und Milieuverengung.« Dies wird durch die Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys 2014 durch das Sozialwissenschaftliche Institut (SI) der EKD deutlich. Sie weist auf das überdurchschnittliche Engagement der Evangelischen hin: »Mit 48,7 Prozent sind die (landeskirchlichen) Evangelischen häufiger engagiert als der Durchschnitt der Befragten (43,6 %).«[7] Dieser Wert liegt deutlich über dem der Konfessionslosen (36,3 %) und wird nur von den Mitgliedern der Evangelischen Freikirchen (68,2 %) übertroffen.[8] Was übrigens abgesehen von den mindestens 75-Jährigen für alle Altersgruppen gilt. Und noch ein Unterschied fällt in der SI-Untersuchung auf: Während im Durchschnitt aller Befragten ab 65 Jahren der Anteil der Männer (39,6 %) um ca. 10 % höher ist, als der der Frauen (29,7 %), engagieren sich in den Kirchengemeinden vor allem (ältere) Frauen.

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Das Engagement der Älteren wächst

Zu den auffälligsten Ergebnissen des Freiwilligensurveys der Jahre 1999 bis 2014 gehört der besonders starke Anstieg der Engagementquote der Älteren. Schon in dem Freiwilligensurvey 2009 wurden die Steigerungsraten der älteren Generation als der »auffälligste und interessanteste Trend« bezeichnet.[9] Dass diese Entwicklung keine »Eintagsfliege« ist, zeigt die Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys 2014 durch das SI. In allen Altersgruppen ab dem 60sten Lebensjahr ist der Anteil der ehrenamtlich Tätigen noch einmal deutlich angestiegen: in der Altersgruppe 60 bis 64 Jahre von 32 % im Jahre 1999 auf 36 % im Jahre 2009 und 46 % im Jahr 2014. Noch deutlicher war der Anstieg in der Altersgruppe 65 bis 69 Jahren. Waren hier 1999 nur 29 % ehrenamtlich aktiv, so waren es im Jahr 2004 bereits 37 % und im Jahr 2014 sogar 44 %. Eine ähnliche Steigerung ist in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen zu beobachten: von 24 % im Jahr 1999, auf 30 % im Jahr 2004 und 40 % im Jahr 2014. Erst bei den mindestens 75-Jährigen sinkt die Beteiligungsquote ab. Doch selbst hier waren im Jahr 2014 mit 26 % deutlich mehr ehrenamtlich engagiert als in den Jahren 1999 (17 %) und 2004 (20 %).[10] Bedenkt man, dass in dieser Altersgruppe auch die inzwischen stark steigende Kohorte der Hochaltrigen ab 85 Jahren mit berücksichtig sind, deren gesundheitliche Situation oft eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr zulässt, und auch Altersgrenzen ein Engagement der über 75-Jährigen verhindern[11], ist dies eine sehr beachtliche Zahl. Dies erklärt auch, warum der Anteil der Personen mit Leitungs- und Vorstandstätigkeiten im freiwilligen Engagement bei den Älteren ab 65 Jahren mit 29,9 % geringer ist als in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen (33,2 %). Doch selbst die über 65-Jährigen liegen trotz des Rückgangs noch über dem Durchschnitt der Befragten (27,5 %). 

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Interessen- und Gemeinwohlorientierung gewinnen an Bedeutung

Interessant ist die in der Sonderauswertung des SI vorgenommene Darstellung der Bereiche des Engagements der Evangelischen in den verschiedenen Altersgruppen.[12] Dabei fällt auf, dass die über 60-Jährigen 2014 überproportional in sozialen Aufgabenfeldern (20 % gegenüber ca. 10 % der 30- bis 59-Jährigen) tätig waren. Auch in den Bereichen »Kultur und Musik« wie auch »Kirche und Religion« und »Freizeit und Geselligkeit« erzielten sie, wenn auch nur leicht, höhere Werte als alle anderen Altersgruppen. Lediglich in den Bereichen »Sport«, »Schule« und »Jugendarbeit« sind die Älteren seltener aktiv als die Jüngeren.

Ebenfalls interessant ist, was der Vierte Freiwilligensurvey 2014 über die Motive des Engagements aussagt.[13] Danach ist der Motivwandel im Ehrenamt inzwischen auch bei den Älteren angekommen.[14] Auch die älteren Menschen ab 65 Jahren stimmen mit 93,7 % »voll oder eher« der Aussage zu, dass ihnen ihr Engagement Spaß macht. Damit erreichen sie Punktgenau den Durchschnittswert für alle Befragten. Schaut man sich dagegen die Werte für »Mit anderen Menschen zusammenkommen« (86,7 %), »Gesellschaft mitgestalten« (81,6 %) und »Mit anderen Generationen zusammenkommen« (85,7 %) genauer an, fällt auf, dass die Älteren bei diesen Motivgruppen über dem Durchschnitt der Befragten liegen. Die Motive »Qualifikationen erwerben«, »Ansehen und Einfluss gewinnen«, »Beruflich vorankommen« oder »Dazuverdienen« spielen bei ihnen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

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Auf die wachsende Bedeutung des karitativen Aspektes für Ältere weist auch die Sonderauswertung des Dritten Freiwilligensurveys 2009 für die evangelische Kirche durch das SI hin.[15] Die Studie unterscheidet drei Motivationstypen freiwilliger Tätigkeit: Gemeinwohl-, Interessen- und Geselligkeitsorientierung. Sie stellt fest: Die Anteile der drei Motivationstypen haben sich zwischen 1999 und 2009 unter den in der evangelischen Kirche Engagierten besonders stark verändert: Gemeinwohl- und Interessenorientierte nehmen zu, der Anteil der Geselligkeitsorientierten ist rückläufig. Beim Engagement der Evangelischen außerhalb der Kirche hat bei Gemeinwohlorientiert um 6 % und bei den Interessorientiert um 3 % zugenommen, das Motiv Geselligkeit hat dagegen deutlich an Bedeutung verloren (von 36 % auf 27 %). Auffallend ist das Engagementmotiv der Evangelischen in der Kirche. Fast die Hälfte der Evangelischen bringt sich hier ein, um anderen zu helfen und etwas für das Gemeinwohl zu tun.[16] Es scheint, dass es den »Ehrenamtlichen in der Kirche ... deutlich wichtiger (ist), sozial Benachteiligten zu helfen, als das Leben in vollen Zügen zu genießen.«[17] Das wird auch daran deutlich, dass die Gemeinwohlorientierten in der Regel mehrere Tätigkeiten wahrnehmen und erheblich mehr Zeit aufwenden, als andere Freiwillige. Diese Entwicklung ist auch bei den Älteren zu beobachten. Hier fällt besonders der starke Anstieg des interessengeleiteten Engagements auf (von 24 % auf 35 %) wie auch der Bedeutungsverlust von Geselligkeit (von 35 % auf 27 %). Typisch für die ehrenamtliche Tätigkeit ist schließlich auch, »dass ältere Personen stabiler einem einmal bestehenden Engagement nachgehen, als jüngere Personen«.[18]

Alte Menschen engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2009 im Vergleich zur Gesamtgesellschaft sehr viel stärker für ältere Menschen, also für Menschen der eigenen Altersgruppe: Junge Alte 11 %, Ältere 29 % und Hochbetagte 38 %. Aber bereits an zweiter Stelle folgt bei ihnen das Engagement für Kinder und Jugendliche: Junge Alte 21 %, Ältere 12 % und Hochbetagte 10 %.[19] Auf diese Weise trägt das Engagement der Älteren sowohl zur intergenerationellen wie auch zur intragenerationellen Gerechtigkeit bei. Im Letzteren konkretisiert sich die Beteiligungsgerechtigkeit: »Ältere Menschen beteiligen sich im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten und im Kontext entsprechender Rahmenbedingungen an der Erbringung der Solidarität, ältere Menschen partizipieren aber genauso als Empfänger an eben dieser Solidarität.«[20]

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Konsequenzen für die Seniorenarbeit in der Kirche

Viele Kirchengemeinden nehmen heute die jungen Alten stärker in den Blick, um die klassischen Betreuungs- und Versorgungsangebote der Kirchengemeinden für die Älteren zu ergänzen. Denn seniorenfreundlich ist eine Gemeinde, die nicht nur die Bedürftigen versorgt, sondern den alten Menschen Raum bietet für Partizipation und Mitverantwortung. Sie tut dies, weil durch Teilhabe erlebbar wird, für andere Bedeutung zu haben, von ihnen wahrgenommen, anerkannt und wertgeschätzt zu werden. Wo die Chance dazu verweigert oder entzogen wird, ist die Würde des Menschen beeinträchtigt. Ältere Menschen mit einer Gemeinwohlorientierung wollen teilhaben, sich nützlich machen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen einbringen können und darin einen Lebenssinn entdecken. Letztlich braucht »jeder Mensch ... eine Tagesdosis an Bedeutung für andere, damit er weiß, wofür er eigentlich noch lebt« (Klaus Dörner).[21] Nach diesem Verständnis speist sich das Ehrenamt aus einem »altruistischen Individualismus«, der die legitime Gleichzeitigkeit von Gewinn für sich selbst im Tun für andere betont.

Dass Fähigkeiten und Kompetenzen Geschenke sind, die zur Aufgaben werden wollen, hat die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD (EAfA) bereits 2003 mit dem Satz »Gott schickt nicht in Rente« zum Ausdruck gebracht. In diesem Slogan drückt sich die Einsicht aus, dass christliches Engagement als eine Gabe zu verstehen ist, die ihr Gravitationszentrum im anderen und nicht in der eigenen Persönlichkeit sieht.

Der damit verbundene Paradigmenwechsel in der kirchlichen Seniorenarbeit, hat sich in vielen Kirchengemeinden bereits vollzogen. War früher die zentrale Frage der kirchlichen Seniorenarbeit: »Was kann, was muss die Gemeinde für die Alten tun?« So wird heute auch gefragt: »Was können die Alten für das Zusammenleben der Menschen in der Gemeinde tun?« »Künftig wird sich die (evangelische) Altenarbeit daran messen lassen, ob und inwieweit sie einen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration älterer Menschen liefert, die Beteiligung der Betroffenen sicherstellt, ihre Solidarität stärkt und latente Produktivitätspotenziale älterer Menschen fördern hilft.«[22] In diesem Sinn möchte eine am Gemeinwohl orientierte Seniorenarbeit die Potenziale des Alters für die Gesellschaft nutzbar machen und das bürgerschaftliche Engagement Älterer stärken. Indem sie dies tut, fördert sie zugleich das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen.

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Doch nicht alle, die aus dem Berufsleben ausscheiden, wollen sich sofort wieder in Vorhaben einbinden lassen. Viele wollen eigenen Interessen nachgehen, Selbstverantwortung leben, neue Kenntnisse erwerben oder Erfahrungen vertiefen. Diesen Interessenorientierten dient die Selbstorganisierte Seniorenarbeit. Die Aufgabe der Kirchengemeinde besteht hier im Wesentlichen darin, älteren Menschen Raum zu geben und sie darin zu unterstützen, ihre Interessen und Bedürfnisse eigenständig zu organisieren. Das Ziel einer selbstorganisierten Seniorenarbeit ist es, Gelegenheitsstrukturen zu schaffen, um Eigenständigkeit und Sozialkompetenz zu fördern wie auch Teilhabe und Engagement zu erleichtern – weniger die Nutzung der Potenziale des Alters für die Gemeinde. Und doch führt auch diese Form der Seniorenarbeit zu einem Engagement im Sozialraum. Denn die Entwicklungsstufen der sich so gebildeten Gruppen verlaufen in der Regel in folgenden Stufen: Ich für mich – ich mit anderen für mich – ich mit anderen für andere – andere mit anderen für mich.[23]

Raum geben für eine sich selbst organisierende Altenarbeit erfordert von der Kirchengemeinde eine Haltung der Uneigennützigkeit. Die vorrangige Frage ist letztlich nicht, ob die Kirchengemeinde dadurch einen Gewinn hat, sondern, wie sie dazu beitragen kann, dass ältere Menschen im Ort oder Quartier besser leben können. Paradoxerweise wirkt sich diese Haltung der Uneigennützigkeit in aller Regel positiv aus. Das zeigt ein Blick in die Geschichte.[24] Christliche Gemeinden mussten sich dann weniger um ihre Zukunft sorgen, wenn sie nahe bei den Menschen waren. Mit Worten aus der fünften EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft: »Wie die Daten zeigen, scheint eine entsprechende Gruppenzugehörigkeit über längere Zeit die religiöse Bindung zu stärken. Wenn man diese Beobachtung mit der Diskussion zu ›niederschwelligen Angeboten‹ und dem Argument der strukturellen Offenheit für solche Freiwilligengruppen zusammenbringt, dann spricht einiges dafür, dass die evangelische Kirche hier ihre Anstrengungen eher verstärken als reduzieren sollte.«[25]

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Fazit

Die Kirche kann also mit den jungen Alten wachsen – auch mit den »religiös unmusikalischen« unter ihnen. Die jungen Alten sind ein Zukunftspotenzial für die Kirche, ein Schatz, den es allerdings noch zu heben gilt. Das Engagement dieser Gruppe ist allerdings nicht mehr selbstverständlich. Will die Kirche die jungen Alten erreichen, muss sie sich dieser Zielgruppe aktiv mit für sie attraktiven Angeboten zuwenden. Denn das Engagement und die Bindung der jungen Alten in der Kirche sind nicht (mehr) selbstverständlich. Der Satz »Mit dem Alter kommt der Psalter« hat seine Gültigkeit zumindest für die Jungen Alten verloren.

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Endnoten

  1. »Der Ruhestandeffekt, das heißt die (Wieder-)Aufnahme eines Engagements nach dem Ende des Berufslebens, ist also deutlich stärker geworden.« Zweiter Bericht über die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in der Bundesrepublik, BMFSFJ 2017, Seite 191
  2. »Durch das Ausscheiden aus dem Beruf verlieren insbesondere jene an sozialem Prestige, die zuvor in leitender oder verantwortlicher Position beschäftigt waren. Das Engagement könnte dann dazu beitragen, soziale Anerkennung zu gewinnen und den Verlust damit zumindest partiell auszugleichen.« Zweiter Bericht über die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in der Bundesrepublik, a.a.O. Seite 193.
  3. Vgl. Interne Modellrechnungen des Statistikreferats der EKD vom Februar 2011.
  4. Eine neue Kultur des Alters. Altersbilder in der Gesellschaft, Erkenntnisse und Empfehlungen des sechsten Altenberichts, BMFSFJ 2010, Seite 18.
  5. Stephan Seidelmann, Evangelische engagiert – Tendenz steigend. Sonderauswertung des dritten Freiwilligensurveys für die evangelische Kirche, SI, Hannover 2012, Seite 22. Zwischen 1999 und 2009 ist der Anteil der 60-Jährigen und älteren Ehrenamtlichen in der Kirche von 26 % auf 40% gestiegen. Dagegen ist das Engagement der 31- bis 45-Jährigen stark zurückgegangen (von 30 % auf 19 %). Auch außerhalb der Kirche gab es in dieser Zeit einen deutlichen Anstieg des Engagements der Älteren (von 21 % auf 28 %).
  6. Synode der EKD, Beschluss zur Kundgebung zum Schwerpunktthema: Ehrenamt. Evangelisch. Engagiert, Seite 1 (im Original ohne Seitenangabe) 2009.
  7. Petra-Angela Ahrens, Evangelische Kirche ist Plattform und Motor für zivilgesellschaftliches Engagement – Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys 2014, in: eNewsletter Wegweiser bürgergesellschaft.de der Stiftung Mitarbeit vom 26.4.2017, Seite 2.
  8. Auf den Zusammenhang zwischen Kirchenbindung und ehrenamtlichem Engagement weist auch die Generali Altersstudie 2017 hin. Neben Bildung, Gesundheit und soziale Kontakte hat die Kirchenbindung einen großen Einfluss auf die Bereitschaft zum Engagement. Generali Altersstudie 2017, Heidelberg 2017, Seite 82.
  9. Der Alterssurvey führt die Zunahme des Engagements der Älteren vor allem auf folgende Entwicklung zurück: verbesserte Engagementstrukturen, Veränderung des Altersbildes, Aufwertung des ehrenamtlichen Engagements, bessere gesundheitliche Ressourcen und höhere formale Bildung der Älteren. Vgl. Clemens Tesch-Römer (Hrsg.) Altern im Wandel. Zwei Jahrzehnte Deutscher Alterssurvey, Berlin 2016, Seite 81 ff.
  10. Petra-Angela Ahrens, a.a.O., Seite 2.
  11. In vielen Landeskirchen dürfen z. B. 70-Jährige ein Ehrenamt als Mitglied im Kirchenvorstand, als Prädikant oder Lektor nicht mehr ausüben.
  12. Petra-Angela Ahrens, a.a.O., Seite 3.
  13. Freiwilliges Engagement in Deutschland. Zusammenfassung zentraler Ergebnisse des Vierten Deutschen Freiwilligensurveys, BMFSFJ 2016, Seite 40.
  14. Gemeint ist der von Helmut Klages postulierte Wertewandel von den Pflicht- und Akzeptanzwerten zu Selbstentfaltungswerten: die Suche nach dem Ich-Erlebnis, eigene Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen und weiterentwickeln, sich selbst aktiv halten, interessante Leute kennen lernen und Spaß haben wollen. (Vgl. Helmut Klages, Traditionsbruch als Herausforderung. Perspektiven der Wertewandelgesellschaft, Frankfurt 1993).
  15. Stephan Seidelmann, Evangelische engagiert – Tendenz steigend. Sonderauswertung des dritten Freiwilligensurveys für die evangelische Kirche, SI, Hannover 2012, Seite 17ff.
  16. 46 % nehmen gemeinwohlorientierte Aufgaben wahr, 33 % interessenorientierte und nur noch 21 % geselligkeitsorientierte. (Stephan Seidelmann, a.a.O., Seite 19).
  17. Stephan Seidelmann, a.a.O., Seite 23.
  18. Clemens Tesch-Römer (Hrsg.) Altern im Wandel, a.a.O. Seite 91.
  19. Monitor Engagement. Wie und wofür engagieren sich ältere Menschen, Ausgabe 4, BMFSFJ 2011, Seite 14.
  20. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Arbeit und Ehrenamt – Beteiligungsgerechtigkeit im Alter, In: Stephan Ernst (Hrsg.), Alter und Altern, Herausforderungen für die theologische Ethik, Fribourg 2016, Seite 163.
  21. Klaus Dörner, Isabella Müller, Gepflegt alt werden. https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2010/1358/gepflegt-alt-werden-aber-wo; vgl. auch Klaus Dörner, An den Potenzialen des Alters geht kein Weg vorbei – Das Dilemma unseres Sozialsystems, in: Potenziale des Alters, Statements und Beiträge zum EAfA –Symposium 2004, S.22.
  22. Vgl. Gerhard Naegele, Aktuelle Herausforderungen vor Ort – ein Überblick, in: Demokratie konkret – Kommunale Seniorenpolitik, Gütersloh 2012, Seite 17 f.
  23. Vgl. Sylvia Kade, Altern und Bildung. Eine Einführung, Bielefeld 2009, Seite 121ff.
  24. Vgl. Uta Pohl-Patalong, In: Unterwegs als Nachbarn. Ein Reisekoffer. Diakonie Hessen (Hrsg.) Frankfurt 2017.
  25. Vernetzte Vielfalt. Kirche angesichts von Individualisierung und Säkularisierung, Die fünfte EKD-Erhebung über die Kirchenmitgliedschaft, Heinrich Bedford Strohm und Volker Jung (Hrsg.), Gütersloh 2015, Seite 300.

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Beitrag im Newsletter Nr. 16 vom 9.8.2018

Für den Inhalt sind die Autor*innen des jeweiligen Beitrags verantwortlich.

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Autor*innen

Für die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD:

Jens Peter Kruse, Vorsitzender der EAfA, Hannover.

Christine Schöps, stellv. Vorsitzende der EAfA, Haßloch/Pfalz.

Kontakt: eafa(at)ekd.de

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