Newsletter Nr. 11 vom 6.10.2011

Editorial

Als »soziales Engagement« wird üblicherweise vor allem das Engagement in Hilfe, Fürsorge und Selbsthilfe verstanden (in diesen Bereichen engagieren sich laut »Freiwilligensurvey« ca. 2,3 Millionen Menschen). Doch das soziale Engagement umfasst in seinen Formen von Ehrenamt, Selbsthilfe oder freiwilliger Tätigkeit eine noch größere Zahl von Engagierten. Ihm zuzurechnen sind etwa die »Grünen Damen« im Krankenhaus oder das Engagement in der Pflege, die AIDS-Hilfe und die Hospizbewegung, aber auch Tafeln, Tauschbörsen, Arbeitsloseninitiativen oder Proteste gegen Hartz IV. Soziales Engagement gehört damit zu den großen gesellschaftlichen Engagementbereichen. Es reicht mit themenanwaltlichen Formen auch weit in das politische Engagement hinein.

Die Rollen der Bürgerinnen und Bürger als Auftraggeber (Partizipation) und als Koproduzenten sozialer Leistungen ergänzen seine Rolle als Kunde und Nutznießer sozialer Dienstleistungen zunehmend. Dies setzt jedoch voraus, dass Politik und Verwaltung den Eigensinn des Engagements wahren, dass bürgerschaftliches Engagement nicht als billige Dienstleistung instrumentalisiert wird und dass die Prinzipien der Subsidiarität freier Träger und der Solidarität gewahrt werden. Neben der Kooperation mit der Zivilgesellschaft muss auch die Kooperation mit Unternehmen vor Ort für einen sozialen »Wohlfahrtsmix« gezielt entwickelt werden.

Der Themenschwerpunkt des BBE-Newsletters führt in die aktuellen Diskussionen um soziale Arbeit und bürgerschaftliches Engagement ein. Zu danken haben wir der Redaktion des Forschungsjournals Soziale Bewegungen und dem Verlag Lucius&Lucius, Stuttgart, für die Bereitschaft zur Kooperation und für die Erlaubnis der Aufnahme des Editorials sowie der Beiträge von Chantal Munsch und Bernhard Jirku aus dem neuen Heft 3/2011 »Zu viel Zivilgesellschaft? Soziale Arbeit und Bürgerschaftliches Engagement« (im Erscheinen, Einzelheft 16 Euro). In ihrem Editorial führen Susanne Rindt, Ludger Klein und Ansgar Klein in diese Diskussion ein.

Weitere Informationen unter
www.forschungsjournal.de

Bernhard Jirku: Ist sozial, was Arbeit schafft?

Bernhard Jirku, bei ver.di auf der Bundesebene für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik zuständig, diagnostiziert die Entwicklung einer prekarisierten Beschäftigungswelt im Bereich sozialer Arbeit und sozialer Dienstleistungen. Er skizziert die Entwicklung von Parallelgesellschaften, deren einer Teil aus einer verselbstständigten kleinen Gruppe an Finanzmarktakteuren besteht, die, befreit von Steuern und irgendeiner Form des Beitrags zum Gemeinwohl, ihr Risiko erfolgreich dem Mittelschichtsteuerbürger aufgeladen haben. Ein anderer Teil besteht aus einer wachsenden Zahl von Akteuren, die in einem Billiggemisch aus freiwilligen sozialen Jahren, Aufwandsentschädigungen, Hartz-IV-Tätigkeiten, Minijobs und Ähnlichem soziale Dienstleistungen erbringen, für die möglichst wenig Geld aufgewendet werden soll. Jirku plädiert für eine gestaltende Restrukturierung von sozialen Dienstleistungswelten, die zugleich Zeit für bürgerschaftliches Engagement ohne Prekarisierung schafft. Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Vorabpublikation aus dem Heft 3, 2011 des Forschungsjournals Soziale Bewegungen.


Gastbeitrag Bernhard Jirku unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_jirku.pdf (70 kB)

Chantal Munsch: Engagement und Ausgrenzung

Bürgerschaftliches Engagement ist prinzipiell für alle offen und öffentlich: Diesem auch von der Enquete-Kommission »Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements« vor zehn Jahren vertretenem Credo widersprechen hartnäckig empirische Befunde, die aufzeigen, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen systematisch im Engagement unterrepräsentiert sind. Chantal Munsch geht in ihrem Beitrag Befunden nach, die nahe legen, dass in zentralen Konzepten wie dem der Öffentlichkeit oder der Effizienz bzw. in entsprechenden Mittelschichtspraktiken systematisch Ausgrenzung im bürgerschaftlichen Engagement und durch bürgerschaftliches Engagement produziert wird. Skeptisch beurteilt sie die Möglichkeiten, etwa im Rahmen von Projekten sozialer Arbeit, die Reichweite pädagogischer Beeinflussung dieser Ausgrenzungsprozesse. Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Vorabpublikation aus dem Heft 3, 2011 des Forschungsjournals Soziale Bewegungen.


Gastbeitrag Chantal Munsch unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_munsch.pdf (87 kB)

Engagement und Erwerbsarbeit: Fachkonferenz

Die Grauzonen zwischen Erwerbsarbeit und Engagement wachsen. Daher besteht dringender Klärungs- und Abstimmungsbedarf bis hin zur europäischen Ebene über das weitere engagementpolitische Vorgehen von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das BBE und das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) veranstalten am 26. und 27. Oktober 2011 in Oberschleißheim bei München die Fachtagung »Engagement und Erwerbsarbeit in Europa - Organisations- und gesellschaftspolitische Herausforderungen und Modelle« im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011. Ziel der Konferenz ist der nationale und europäische Austausch von Verbänden und Organisationen der Zivilgesellschaft, von Akteuren aus Staat und Wirtschaft über Politiken, Strategien und Modellprojekten im Schnittbereich von Engagement und Erwerbsarbeit. Die Konferenz soll den fachlichen Dialog auf EU-Ebene fördern und dazu beitragen, Engagementpolitik als Politikfeld auf EU-Ebene weiter zu etablieren. Noch besteht die Möglichkeit zur Anmeldung.

Weitere Informationen unter
www.iss-ffm.de

Gemeinwesenentwicklung und Zivilgesellschaft: Tagung

Am 9. November 2011 findet an der Hochschule Darmstadt eine Tagung zum Thema Gemeinwesenentwicklung und Zivilgesellschaft statt. Die Veranstalter gehen davon aus, dass Bürgerbeteiligung, freiwilliges Engagement und Selbstorganisation von Betroffenen in sozialräumlichen Kontexten angesichts wachsender gesellschaftlicher Desintegration an Bedeutung für eine zivilgesellschaftliche Gemeinwesenentwicklung gewinnen werden. Vor diesem Hintergrund sollen Ansätze und Konzepte zivilgesellschaftlicher Gemeinwesenentwicklung in unterschiedlichen Handlungsfeldern vorgestellt und deren Potenziale für eine nachhaltige Gestaltung des Sozialen diskutiert werden. Dabei wird es auch um das professionelle Verständnis von Sozialer Arbeit gehen. Neben einer kritischen Bestandsaufnahme soll die zivilgesellschaftliche Perspektive für die Gemeinwesenentwicklung in Handlungsbereichen der Sozialen Arbeit gestärkt werden.

Monika Helbig: Zivilgesellschaft in Berlin

Seit 1999 werden für das Land Berlin Sonderauswertungen aus dem Datenmaterial des Freiwilligensurveys angefertigt. Staatssekretärin Monika Helbig, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund, Europabeauftragte und Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement kommentiert in ihrem Gastbeitrag die Entwicklungen im freiwilligen Engagement in Berlin, wie sie sich aus den Freiwilligensurveys 1999, 2004 und 2009 ablesen lassen. Zugleich stellt sie konkrete Handlungsfelder des Berliner Senats etwa in den Bereichen Migrantenengagement und Internet dar.


Gastbeitrag Monika Helbig unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_helbig.pdf (80 kB)

Zivilgesellschaft in Berlin: Analyse

Unter dem Titel »Zivilgesellschaft und freiwilliges Engagement in der Bundeshauptstadt Berlin: 1999 – 2004 -2009« liegt seit kurzem eine aufwändige Sonderauswertung aus dem Freiwilligensurvey vor. Durch die vertiefende Auswertung im Zeitrahmen eines Jahrzehnts wird die Entwicklung der Zivilgesellschaft besonders im Hinblick auf das freiwillige Engagement der Berlinerinnen und Berliner sichtbar. Zugleich werden die Besonderheiten eines Stadtstaates herausgearbeitet, dessen Umland aus neuen Bundesländern besteht und der zugleich Metropole und Bundeshauptstadt ist. Zudem werden Entwicklungsfelder bestimmt, in denen die Rahmenbedingungen für Freiwillige verbessert werden können.

BBE Mitbegründer des »Netzwerk Bürgerbeteiligung«

Am 25. September wurde auf einer Tagung der Stiftung MITARBEIT ein neues bundesweites »Netzwerk Bürgerbeteiligung« gegründet. Unter Federführung der Stiftung MITARBEIT wird eine Aufbaugruppe in einem Zeitraum von bis zu eineinhalb Jahren Agenda, Rechtsform und Arbeitsinstrumente des neuen Netzwerks entwickeln. Das BBE ist an der Aufbaugruppe durch seinen Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein und durch weitere Netzwerkmitwirkende vertreten. Der BBE-Geschäftsführer begrüßte in Loccum ausdrücklich die Stärkung der Beteiligungsthematik durch das neue Netzwerk. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung MITARBEIT, Hanns-Jörg Sippel, betonte die kooperative und auf Synergien ausgerichtete vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem BBE auch im neuen Netzwerk Bürgerbeteiligung.

Bürgerbeteiligung: 5-Punkte-Programm des BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat ein 5-Punkte-Progamm für eine bessere, effektive und effiziente Bürgerbeteiligung vorgelegt. Der BUND reagiert damit auf geplante Einschränkungen der Bürgerbeteiligung durch die Bundesregierung. Im Programm wird u.a. die Frühzeitigkeit der Bürgerbeteiligung mit offener Alternativenprüfung und einem fairen, ergebnisoffenen Planungsprozess gefordert. Ebenso sollen Ombudsleute für die Anhörungsverfahren bestellt sowie verbindliche Volks- und Bürgerentscheide für den Bund und die Länder eingeführt werden. Der BUND lädt interessierte Verbände und Bürgerinitiativen sowie Bürgerinnen und Bürger am Montag, den 24. Oktober 2011 in Berlin zu einer Tagung über Bürgerbeteiligung ein, um das 5-Punkte-Programm weiterzuentwickeln. Zudem sollen Herausforderungen und Möglichkeiten zur Optimierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren erörtert und Networking ermöglicht werden.

Europäisches Jahr 2012: Ausschreibung

Wie bereits berichtet, hat die EU das kommende Jahr zum »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen« ausgerufen. Für die Umsetzung dieses Jahres in Deutschland hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) als nationale Koordinierungsstelle eine Ausschreibung eröffnet. Verbände und Organisationen der Zivilgesellschaft sowie alle anderen relevanten Akteure in diesem Bereich sind aufgerufen ihre Vorschläge für die Vorbereitung und Durchführung dieses Jahres einzureichen. Einsendeschluss ist der 4. November 2011.


Aufruf unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_europaeisches_jahr_aufruf.pdf (136 kB)

Anmeldung unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_europaeisches_jahr_anmeldung.pdf (97 kB)

Soziale Stadt: Resolution aus Niedersachsen

Der Niedersächsische Städtetag, der Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen e.V. (LAG FW), der vdw Niedersachsen Bremen und die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Niedersachsen e.V. fordern in einer gemeinsamen Resolution vom 21. September 2011 die niedersächsischen Bundestagsabgeordneten dazu auf, die Kürzungen der Städtebauförderung rückgängig zu machen. Damit schließen sie sich der Resolution der Sonderbauministerkonferenz vom 28. Juni 2011 an. In der Resolution heißt es: »Bürgerschaftliches Engagement und zivilgesellschaftliche Netzwerke werden durch unsichere Rahmenbedingungen aufs Spiel gesetzt. Dieses Engagement und diese Netzwerke durch die Kürzungen der Städtebauförderung zu gefährden bedeutet, eine wesentliche Chance zur Festigung demokratischer, integrativer und sozialer Strukturen in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf ungenutzt zu lassen.«

Weitere Informationen unter
lag-fw-nds.de/index.php

Aktionstag Nachhaltigkeit am 4. Juni 2012

Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben des Nachhaltigkeitsrates, den 4. Juni 2012 zu einem Aktionstag für Nachhaltigkeit zu machen. An diesem Tag beginnt die Weltkonferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro. Die Bundesregierung will sich mit eigenen Aktionen beteiligen. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Er soll zur die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie beitragen, konkrete Handlungsfelder und Projekten benennen sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen machen.

Allianz für Bildung

Anlässlich seiner Rede zur Eröffnung des 6. BIBB-Berufsbildungskongresses am 19. September 2011 in Berlin würdigte Bundespräsident Wulff die kürzlich gegründete Allianz für Bildung, in der sich Initiativen, Stiftungen und Verbände zusammengefunden haben, um mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu realisieren. Gute Bildung für jedes Kind, so auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, ist nicht allein Aufgabe für den Staat und die Schulen, sondern für die ganze Gesellschaft! Gründungsmitglieder der Allianz für Bildung sind gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung u.a. der Deutsche Olympische Sportbund, die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, die Stiftung Lesen, die Robert Bosch Stiftung sowie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Rede des Bundespräsidenten unter
www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/Bulletin/2011/09/97-1-bpr-bibb.html
 
Weitere Informationen zur Allianz für Bildung unter
www.bmbf.de/de/15799.php

Koordinierungsausschuss des BBE

Am 27. September tagte in Berlin der Koordinierungsausschuss (KOA) es BBE. Als Nachfolgerin für Ulrike Sommer (Land NRW) wurde Manfred Bauer aus der Staatskanzlei Brandenburg einstimmig zum neuen Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen im BBE-Sprecherrat gewählt. In Vorbereitung der BBE-Mitgliederversammlung in Berlin am 9. Dezember 2011 beriet der KOA über ein neues Leitbild des BBE sowie über engagememtpolitische Impulse des BBE: Der KOA beschloss letzte Änderungen und Ergänzungen zu einem Entwurf, der dem Gremium nach längeren Vorarbeiten einer Ad-hoc-Gruppe und der 9 Arbeitsgruppen des BBE vorgelegen hatte. Die BBE-Mitgliederversammlung wird Entscheidungen zu Leitbild und engagementpolitischen Impulsen treffen.

BBE - Staatliche Zuwendung für 2012 im Parlament kontrovers

Im Unterausschuss »Bürgerschaftliches Engagement« des Deutschen Bundestages wurde in einem nicht-öffentlichen Teil auch Mitteilung zu den Zuwendungen des BMFSFJ an das BBE in den kommenden 3 Jahren gemacht. Zuvor hatte Staatssekretär Hecken dem Sprecherrat und der Geschäftsführung des BBE bereits seine Planungen vorgestellt: Das BBE, das seit seiner Gründung in der Geschäftsstelle mit jährlich 350.000 Euro gefördert worden ist, soll 2012 eine Förderung von 250.000 Euro erhalten. Diese soll 2013 auf 225.000 Euro weiter gekürzt und ab 2014 konstant bei 200.000 Euro Sockelfinanzierung liegen. Das BBE hatte zuvor brieflich dem BMFSFJ mitgeteilt, dass es eine Mindestzuwendung von 300.000 Euro benötigt, um seine auch vom BMFSFJ anerkannte Arbeit wie bisher fortsetzen zu können. Immerhin werden zusätzlich 800.000 Euro von Mitgliedern und Partnern des BBE im Jahr für gemeinsame Arbeiten aufgewendet. Im Haushaltsausschuss war ein gemeinsamer Änderungsantrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, der die Förderhöhe für die BBE-Geschäftsstelle auf 300.000 Euro erhöhen wollte, von der Koalition abgelehnt worden. Letzte Möglichkeit zur Korrektur der Haushaltsplanungen bietet die sog. »Bereinigungssitzung« im November des Jahres.

Verbundprojekt BE in Ostdeutschland: 2. Arbeitstreffen

25 Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen diskutierten am 28. September 2011 die Zwischenergebnisse des Projektes »Stand und Entwicklung des Bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland« in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Gemeinsam wurden mögliche Schlussfolgerungen für die Engagementförderung in den neuen Bundesländern erarbeitet. Als wichtige Herausforderungen wurden Kommunikationsstrategien, Koordinierungsstrukturen und Plattformen für Erfahrungsaustausch zwischen allen Ebenen identifiziert. Die Gesamtergebnisse des Projektes werden auf dem Kongress des BMI »Ganz nah dran - wir gestalten Demokratie« am 24. und 25. November 2011 in Potsdam vorgestellt. Das vom Bundesministerium beauftragte Projekt wird gemeinsam von BBE, TNS Infratest Sozialforschung und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt.

Tagungsdokumentation zu MO-Tagung erschienen

Die Dokumentation der Tagung des BBE und der Arbeitsgruppe »Migration/Integration« des BBE vom 7. und 8. Mai 2011 in Halle ist erschienen. Die Fachtagung widmete sich dem Thema »Integrationsförderung durch Elternvereine und Elternnetzwerke. Ein Beitrag von Migrantenorganisationen in Ost- und Westdeutschland«. In der Dokumentation werden unterschiedliche Dimensionen und Konzepte von Elternarbeit und Erfahrungen in der interkulturellen Zusammenarbeit von Elternvereinen vorgestellt sowie Chancen von Elternnetzwerken und deren Bedeutung für Bildungserfolg und Integration thematisiert. Die Dokumentation ist auf der Website des BBE zugänglich und als Print über die Geschäftsstelle des BBE zu beziehen.


Dokumentation der Tagung 2011 unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_mo-dokumentation.pdf (1 MB)
 
Bestellungen über
E-Mail: tagungsbuero(at)b-b-e.de

Engagementförderung in Ostdeutschland: Fachtagung

Am 16. November 2011 wird im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit die Fachtagung »Engagementförderung in Ostdeutschland« in den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) stattfinden. Die Tagung des BBE zusammen mit den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und der Thüringer Ehrenamtstiftung thematisiert die spezifischen Bedingungen und die besonderen Herausforderungen ehrenamtlicher Arbeit in Ostdeutschland. Anhand konkreter Praxisbeispiele werden Strategien der Engagementförderung des Bundes, der Länder sowie der Kommunen analysiert. Ziel ist es, gemeinsame Handlungsempfehlungen für eine wirkungsvolle Engagementkultur zu erarbeiten. Gleichzeitig dient die Veranstaltung der sektor- und länderübergreifenden Zusammenarbeit und der kooperativen Vernetzung von Akteuren aus Gemeinwesen, Politik und Wirtschaft. Die Fachtagung findet mit Unterstützung der EU, des BMFSFJ und der Franckeschen Stiftungen statt. Das Tagungsprogramm ist jetzt online verfügbar und Anmeldungen sind noch bis 25. Oktober 2011 möglich.

Tagungsprogramm und Anmeldungen unter
www.ejf-sachsen-anhalt.de/index.php

Grenzen - Los! Was macht mich freiwillig?: Tagung

Am 21. und 22. November 2011 findet in Dornbirn (Österreich) die dritte Konferenz der Tagungsreihe »Grenzen-Los!« statt. Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Frage: Was macht mich freiwillig? Die Tagung wird sich auf den Zusammenhang von Engagement, Beteiligung und Selbstorganisation konzentrieren und insbesondere der Frage nachgehen, welchen Beitrag Beteiligung zur Engagementförderung leisten kann. Auf der Veranstaltung werden u.a. Ergebnisse von eigens durchgeführten Beteiligungsverfahren (sogenannten BürgerInnen-Räten) präsentiert. Die Konferenz selbst wird im Open Space-Verfahren durchgeführt. »Grenzen-Los!« ist zugleich ein internationales Netzwerk von Organisationen und Institutionen aus den Bereichen Staat und Zivilgesellschaft aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, dem auch das BBE angehört.

Personelle Veränderungen

Zu Beginn dieses Monats gab es in der Geschäftsstelle des BBE, im Kampagnenteam und in der Civil Academy mehrere personelle Veränderungen. Ronald Langner, bisher Sachbearbeiter in der Verwaltung, Tabea Canham, bisher Praktikantin des Kampagnenteams, Arline Rave, bisher Praktikantin der Civil Academy, und Steffi Wilke, bisher Praktikantin in der Newsletter-Redaktion, scheiden aus, um ihre universitäre Ausbildung fortzusetzen bzw. um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Vielen Dank für die geleistete, engagierte Arbeit und viel Erfolg bei den künftigen Aufgaben! Die Sachbearbeitung in der Verwaltung übernimmt zukünftig Herr Martin Burwitz, der bisher Praktikant der Geschäftsstelle war. Neue Praktikantin in der BBE-Geschäftsstelle ist Ramona Vogel. Bevor sie zum BBE kam, war sie freie Mitarbeiterin in der Presse- und Kommunikation des Deutschen Bundestags und hat drei Monate in Prag gearbeitet. Herzlich Willkommen!

Kommunale Engagementförderung: Publikation

Neu erschienen ist das Handbuch Kommunale Engagementförderung im sozialen Bereich, herausgegeben von Ansgar Klein, Petra Fuchs und Alexander Flohé. Das Handbuch zeigt, wie das bürgerschaftliche Engagement in sozialräumlich ausgerichteten Handlungsfeldern und für bestimmte Zielgruppen gefördert werden kann. Das Themenspektrum reicht von kommunalen Leitbildern über bürgerorientierte Verwaltung und engagementfördernde Infrastrukturen bis hin digitalen Netzwerken und Kooperationen. Das Handbuch soll eine inhaltlich fundierte und zugleich praxisnahe Orientierungshilfe für lokale Engagementförderung darstellen.

Weitere Informationen unter
verlag.deutscher-verein.de/index.php

Bürokratieentlastung und BE: Publikation

Bürokratieentlastung des Dritten Sektors und des bürgerschaftlichen Engagements ist das Thema eines umfänglichen Sammelbandes aus der Werkstatt der mittlerweile 85 Jahre alten Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e. V (AWV). Der Band versammelt Beiträge, darunter einige von Akteuren aus dem BBE, die im Rahmen des 2009 gegründeten AWV-Arbeitskreises Bürokratieentlastung des Dritten Sektors und des bürgerschaftlichen Engagements entstanden sind. Der Hauptteil widmet sich Entwicklungsperspektiven für Bürokratieabbau und Bürokratievermeidung. Ein wichtiges Ziel der vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten AWV als trisektoraler Zusammenhang besteht darin, Bürokratientlastung durch Maßnahmen unterhalb gesetzgeberischer Eingriffe zu ermöglichen.

Weitere Informationen unter
www.awv-net.de/cms/front_content.php

Social Entrepreneurship – Social Business: Rezension

Sowohl Fachöffentlichkeit als auch Politik diskutieren seit geraumer Zeit Ansätze und Konzepte, die sich im Spannungsfeld von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bewegen. Ein wichtiges Konzept dabei ist das des Social Entrepreneur. Diesem ist ein 2011 erschienener Sammelband gewidmet: Helga Hackenberg und Stefan Empter (Hrsg.): Social Entrepreneurship – Social Business, Für die Gesellschaft unternehmen, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011. Dr. Lilian Schwalb, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Humboldt-Universität zu Berlin, geht in ihrer Rezension der Frage nach, ob es sich hierbei nur um einen neuen Hype handelt.


Rezension Lilian Schwalb unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_schwalb.pdf (158 kB)

Frauen in Migrantenorganisationen: Tagung

Am 12. Oktober 2011 findet in Dortmund eine Tagung zu Frauen in Migrantenorganisationen statt. Hintergrund und Thema der Fachtagung stellen das Ende 2009 gestartete Projekt GENDER-Lotsin dar, mit dem junge Frauen bei ihrer Arbeit in den Ortsvereinen der alevitischen Jugend in NRW geschult und unterstützt werden. Das Projekt stellte eine Reaktion darauf dar, dass Frauen nur selten in Ämtern und an Entscheidungsprozessen beteiligt sind, obwohl sie viele wichtige Aufgaben erledigen. Auf der Fachtagung werden Projekterfahrungen vorgestellt und diskutiert. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.

Weitere Informationen unter
www.mkf.mediakontor.biz

Jungbewegt: Tagung in Berlin

Am 19. Oktober 2011 geben in Berlin Jugendliche Einblicke in ihr freiwilliges Engagement. Bei dieser von der Bertelsmann Stiftung organisierten Tagung wird ein Perspektivwechsel vorgenommen. So fragen auf dem Podium nicht, wie sonst üblich, Jugendliche Politiker, sondern es wird die Aufgabe der Politiker sein, die Motive und Ziele des freiwilligen Engagements der Jugendlichen zu erfragen. Außerdem stellen Jugendliche aus Berlin, Magdeburg und Mainz ihre Projekte vor. Anmeldeschluss ist der 12. Oktober 2011.


Einladung unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2011/10/nl11_einladung_jungbewegt_ejf.pdf (1 MB)

Entwicklung des sozialen Engagements: Umfrage

Das Wirtschaftsmagazin enorm, die Bertelsmann Stiftung und das CSI Heidelberg hinterfragen Rahmenbedingungen für wertebasierte Geschäftsmodelle. Aus ihrer Sicht ist gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein Grundlage für das Funktionieren nachhaltig orientierter Wirtschaftsmodelle. Wesentlicher Bestandteil sollte ein das Kerngeschäft hinausgehendes Verantwortungs-Empfinden hinausgehendes gegenüber Mensch und Natur sein. Mit einer Online-Umfrage soll erhoben werden, welche persönlichen Werte bei Akteuren und Stakeholdern der Wirtschaft von heute zählen und welchen Einfluss diese Werte auf Entwicklung und Akzeptanz von sozialunternehmerisch motivierten Geschäftsmodellen haben.

Engagementpolitik: Umfrage der »Aktiven Bürgerschaft«

Das Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben, die Bufdis, die Demokratieklausel oder die Nationale Engagementstrategie sind einige Stichpunkte, die mit der Engagementpolitik des federführenden Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend assoziiert werden können. Die Aktive Bürgerschaft möchte mit einer kurzen Online-Umfrage erkunden, wie das Urteil über die bisherigen Anstrengungen ausfällt und was sich die jeweiligen Teilnehmer für die verbleibende Zeit der Legislaturperiode vom Ministerium erwarten.

Hinweis

Der nächste Newsletter erscheint am 3. November 2011. Redaktionsschluss ist der 27. Oktober 2011.

Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de

Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteure im BBE und im Feld der Engagementförderung und -politik. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellsten und wichtigsten Nachrichten für die Leserschaft zusammenzustellen.

Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im BBE-Newsletter finden Sie unter Impressum.

Redaktion: PD Dr. Ansgar Klein, Ramona Vogel, Steffi Wilke MA und Dr. Rainer Sprengel.

Eine Übersicht über die nächsten geplanten Schwerpunkt-Themen finden Sie unter Kommende Themen.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
- Geschäftsstelle -
Michaelkirchstr. 17-18
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www.b-b-e.de

Geschäftsführer Dr. Ansgar Klein
Telefon: (0 30) 6 29 80-11 0
E-Mail: ansgar.klein(at)b-b-e.de


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